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Xbox Series X Ersteindruck: Microsofts beste Konsole aller Zeiten

Xbox Series X
(Image credit: TechRadar)

Die Xbox Series X ist alles, was Microsoft versprochen hat. Die neue Xbox-Konsole ist super schnell, überraschend leise und hat eine Leistung, die wir bisher nur bei Gaming-PCs gesehen hatten.

Doch Gaming-PCs erreichen mit dieser Ausstattung nie diesen Preis – und in der Xbox Series X steckt eine Menge Leistung für € 500,-. Das Ergebnis ist eine Konsole, die nicht nur extrem leistungsfähig ist, kurze Ladezeiten und bessere Spielgrafik hat. Sie besitzt auch eine Menge Quality-of-Life-Features, die das Zocken wesentlich angenehmer machen.

In Kombination mit Microsofts Xbox Game Pass-Abo ist die Xbox Series X ein mächtiges Gerät und zeigt, dass das Unternehmen immer noch am Puls ist, wenn es darum geht, Spieler in den Mittelpunkt zu stellen.

Xbox Series X Design

Xbox Series X

(Image credit: TechRadar)

Das Design der Xbox Series X ist ein großer Schritt weg von den Vorgängern und erinnert mit seinem vertikalen Tower-Design eher an einen Gaming-PC, obwohl die Konsole auch horizontal platziert werden kann.

Mit einer Größe von 15,1 × 15 × 30,1 cm und einem Gewicht von 4,45 kg ist der längliche Quader fast komplett schwarz, abgesehen von den grünen Farbtupfern in den Lüftungslöchern.

Die Vorderseite der Konsole ist ziemlich einfach und besteht aus einem Xbox-Ein/Aus-Schalter in der oberen linken Ecke, einem Laufwerk mit Auswurftaste in der unteren linken Ecke und einer Kopplungs-Taste und einem USB 3.2-Anschluss in der unteren rechten Ecke. Auf der Rückseite befinden sich ein paar Lüftungsschlitze, ein HDMI 2.1-Ausgang, zwei USB 3.2-Ports, ein Netzwerkanschluss, ein Anschluss für die Speichererweiterung und ein Stromanschluss.

Die Seiten sind alle nackt, abgesehen von einem Xbox-Logo in der Ecke der linken Seite und vier Gummifüßen auf der rechten Seite, auf denen die Konsole in der horizontalen Ausrichtung steht. Auf der Unterseite befindet sich ein kreisrunder Ständer und weitere Lüftungsschlitze. Zu guter Letzt und wie bereits erwähnt, besteht die Oberseite komplett aus Lüftungslöchern.

Die Konsole selbst sieht minimalistisch aus. Trotz ihres Gewichts und ihrer üppigen Maße sieht die Series X dank ihrer klaren kanten und ihrer Symmetrie kleiner aus, als die Maße suggerieren würden. Sie passt problemlos in ein Ikea-Kallax-Regal (39 × 39 cm) – egal, ob horizontal oder vertikal – und fügt sich gut in ihre Umgebung ein.

Das vielleicht beste Designmerkmal der Xbox Series X ist, wie unerwartet leise sie arbeitet. Wir hatten uns schon daran gewöhnt, dass Konsolen wie Flugzeugturbinen klingen, wenn sie anspruchsvolle Spiele abspielen müssen. Doch die Xbox Series X ist die leiseste Xbox, auf der wir je gespielt haben.

Auf dem Homescreen ist sie nur 30 dB laut – das entspricht einem Flüstern. Und das ändert sich auch kaum, wenn man Spiele startet und spielt. Bei Sea of Thieves, No Man’s Sky und PlayerUnknown’s Battlegrounds wurde sie nie lauter als 33 dB. Bei der Installation größerer Updates konnten wir allerdings Lautstärken von bis zu 45 dB messen, was ungefähr wie ein Drucker klingt. Und selbst das ist nicht zu laut und fällt bei während eines Spiels kaum auf. Das gilt auch für ein paar der Next-Gen-Titel, die wir testen konnten (Dirt 5 und Yakuza: Like a Dragon).

Das sind gute Nachrichten für alle, die nicht vom Lärm einer Konsole gestört werden möchten, die mit einem Spiel zu kämpfen hat.

Diese Ruhe gibt es allerdings auf Kosten von immer noch recht hoher Hitzeentwicklung, denn die Xbox Series X steht in Sachen Temperatur der Xbox One X in nichts nach. Die Wärme tritt vorwiegend aus den Lüftungslöchern auf der Oberseite heraus, aber auch die Konsole selbst wird ziemlich warm. Das hat der Performance allerdings keinen Abbruch getan, selbst bei anspruchsvollen Next-Gen-Titeln.

Wir müssen aber hinzufügen, dass es sich bei unserer Einheit nicht um die finale Version der Xbox Series X handelt und das endgültige Produkt vielleicht kühler läuft.

Man kann das Design der Xbox Series X lieben oder hassen, aber wir sind froh über den veränderten Look gegenüber den großen Klötzen älterer Xbox-Generationen. Es ist schlicht, modern und erwachsen – eine nette Evolution der hübscheren One S und One X-Modelle. Die mattschwarze Oberfläche bedeutet jedoch, dass sie leicht zerkratzt, auch wenn sie nicht dreckig wird.

Xbox Series X

(Image credit: TechRadar)

Während sich das Äußere der Xbox Series X merklich geändert hat, sind die Veränderungen bei der UI und beim Dashboard wesentlich subtiler.

Das Dashboard ist praktisch dasselbe wie bei der Xbox One. Der Hauptgrund ist, dass Microsoft erst im August ein großes Update zur Verbesserung der UX veröffentlicht und damit auf einen Nenner mit der Xbox Series X gebracht hat.

Das bedeutet, dass die Series X-UI immer noch das Kachel-Layout hat, mit anpassbaren Pins, mit denen sich Spiele und Apps auf dem Home-Screen anheften lassen. Schnellzugriff auf Spiele, Apps, Chat und andere Funktionen erfolgt durch die Xbox-Taste auf dem Controller. Das Interface ist ziemlich aufgeräumt, bietet eine einfache Navigation und gute Anpassungsmöglichkeiten.

Anpassung steckt wohl im Kern der Series X UX, denn zusätzlich zum Verschieben der angehefteten Spiele und Apps erlaubt es Microsoft dank der Einführung von Profile Themes Spielern auch, ihre Profilseite mit thematischen Hintergründen zu personalisieren.

Nicht nur das: Spieler können auch endlich dynamische Hintergründe benutzen, die den Home-Screen noch persönlicher machen.

Xbox Series X Performance

Xbox Series X

(Image credit: TechRadar)

Die Xbox Series X ist ein absolutes Kraftpaket. Sie verfügt über einen Acht-Kern AMD Zen 2-Prozessor, der mit 3,8 GHz läuft, eine spezielle RDNA 2 AMD GPU mit 12 TFLOPs Rechenleistung, 16 GB GDDR6-RAM und einer speziellen 1 TB NVMe SSD. Doch was genau bedeutet das für die eigentliche Performance?

Zum einen ist die Series X dank der SSD extrem schnell. Ladezeiten von Spielen auf der Xbox Series X sind etliche Sekunden kürzer als von denselben Spielen auf der Xbox One S.

Im Vergleich zu den Ladezeiten auf der Xbox One S sind die Ladezeiten der Xbox Series X immer kürzer – in manchen Fällen nur ein paar Sekunden, in anderen knapp um die Hälfte.

Um eine Vorstellung davon zu geben, wie viel kürzer Ladezeiten sind, haben wir gemessen, wie lange es bei denselben Spielen auf Xbox One S und Xbox Series X dauert, bis die Konsole vom „Fortsetzen“-Bildschirm im Menü ins Spiel hinein geladen hat.

Bei Two Point Hospital war die Map aus Xbox Series X nach 6 Sekunden geladen, verglichen mit 9 Sekunden auf der Xbox One. Von der Karte ins Level „Duckworth-Upon-Bilge“ zu laden, hat weitere 15,8 Sekunden auf Xbox Series X und 37,26 Sekunden gedauert – das ist weniger als halb so lang.

Wir haben die Zeiten für ein paar der getesteten Spiele unten aufgeführt:

  • Two Point Hospital: 9 Sekunden auf Xbox One – 6 Sekunden auf Series X
  • Fable Anniversary: 32,97 Sekunden auf Xbox One – 21,62 Sekunden auf Series X
  • Alan Wake: 7,95 Sekunden auf Xbox One – 4,49 Sekunden auf Series X
  • Ori and the Blind Forest: 4,47 Sekunden auf Xbox One – 4 Sekunden auf Series X
  • A Plague Tale: 66 Sekunden auf Xbox One – 53 Sekunden auf Series X
  • Sea of Thieves: 100 Sekunden auf Xbox One – 35 Sekunden auf Series X

Zwar profitieren einige Titel mehr von der schnelleren SSD als andere, doch jede Sekunde, die wir weniger warten müssen, ist gern gesehen. Spiele wie Ori haben sowieso schon schnell geladen, daher fällt der Unterschied kaum auf. Bei Spielen wie Fable fällt die kürzere Ladezeit schon wesentlich stärker ins Gewicht.

Doch Spiele laden auf der Xbox Series X nicht nur schneller, sondern sie sehen auch besser aus. Das Performance-Ziel von Microsoft sind 60 Bilder pro Sekunde in 4K, doch auch 120 Bilder sollen teilweise drin sein.

Um sicherzugehen, dass wir die Series X so erleben, wie Microsoft sie geschaffen hat, haben wir sie mit einem 55-Zoll Samsung Q80T QLED 4K HDR Smart TV* getestet. Wir haben ihn in den Game-Mode gesetzt und die Xbox auf 4k UHD und 120 FPS eingestellt, was nur mit einem HDMI 2.1-fähigen Display möglich ist und was für das bestmögliche Erlebnis empfohlen wird.

Wie bei der Xbox One, lässt sich bei der Series X HDR für Spiele kalibrieren. Wir empfehlen, die Einstellung vor dem Spielen zu setzen, um sicherzugehen, dass der Kontrast perfekt und das Bild bestmöglich ist.

Mit dieser Einstellung sehen Spiele auf der Series X sofort besser aus. In unserer Vorschau hatten wir hauptsächlich Zugriff auf abwärtskompatible Titel, die sich aktuell für einen direkten Vergleich zwischen der alten und der neuen Konsole am besten eignen.

Wie dieser Performance-Boost Xbox Series X Optimized-Spiele verbessert, erklären wir zwar weiter unten im Detail, doch bei abwärtskompatiblen Titeln ist das Upgrade sofort sichtbar – besonders, wenn man die Xbox One S- und Series X-Versionen Seite an Seite vergleicht. Sea of Thieves auf der Xbox Series X, z.B., war heller, schärfer und hatte viel mehr Details als auf der One S. Das war auch der Fall bei Spielen wir A Plague’s Tale, Alan Wake und Fable Anniversary.

Hier ist ein Screenshot von Sea of Thieves auf der Xbox Series X. Die Konsolenversion bekommt das Level an Detail, das PC-Spieler schon eine Weile genießen können:

(Image credit: Rare)

Vom 1 TB der NVMe-SSD der Xbox Series X sind effektiv nur 802 GB für Spiele nutzbar, weil 198 GB für Systemdateien und das Xbox-Betriebssystem reserviert sind. Wir konnten 18 Spiele verschiedener Größe herunterladen, bevor wir zur Speichererweiterung greifen mussten.

Das ist zwar nicht gerade wenig, doch um Features wie Quick Resume und den Game Pass voll auszunutzen, empfehlen wir dennoch die Anschaffung der Speichererweiterung. Bei unseren Tests war die Auswahl an Next-Gen-Titeln begrenzt und wir gehen davon aus, dass einige davon wegen besserer Texturen größer ausfallen könnten, um die Möglichkeiten der Xbox Series X voll auszuschöpfen.

Neben der Konsole konnten wir auch die 1 TB-Speichererweiterung von Seagate testen – die extrem einfach zu benutzen ist, mit einem Preis von € 240,- aber alles andere als billig. Als uns auf der Konsole der Platz ausging, steckten wir die Karte einfach auf der Rückseite ein und machten weiter. Wenn die Konsole nur noch wenig Speicher hat, fragt sie nach, ob Spiele auf der Speicherkarte installiert werden sollen, kann aber auch recht einfach Speicher frei machen, indem es Spiele löscht.

Wenn die Speichererweiterung ein bisschen teuer für deinen Geschmack ist, kannst du immer eine externe Festplatte oder SSD über am USB 3.1-Port anschließen. So lassen sich allerdings nur abwärtskompatible und Xbox One-Spiele spielen, wobei die mit einer SSD die Ladezeiten kürzer sind. Xbox Series X-Spiele können auf externen Geräten gespeichert werden, aber Xbox Series X optimierte Spiele laufen nur von einer NVMe SSD aus. Wir konnten die Ladezeiten mit externen Laufwerken noch nicht testen, werden es aber vor Release noch tun.

Gut daran ist, dass man beim Installieren oder Deinstallieren von Spielen einzelne Teile auswählen kann, statt das ganze Spiel. So kann man z.B. bei Doom Eternal nur den Multiplayer herunterladen, nicht aber die Kampagne, oder umgekehrt. Wir sind gespannt, wie viele Spiele diese Funktion unterstützten werden, denn diese Entscheidung überlässt Microsoft den Entwicklern.

Das gibt Spielern mehr Kontrolle über den Speicher ihrer Konsole, bleibt dabei aber recht einfach.

Xbox Series X Controller

Xbox Series X

(Image credit: TechRadar)

Der Xbox Series X Controller fühlt sich vertraut in der Hand an, ist aber dennoch subtil anders. Verbesserte taktile Texturen und eine verfeinerte Geometrie sorgen für ein ergonomisch freundlicheres (und bequemeres) Spielerlebnis.

Oberflächlich betrachtet, sieht der X-Controller der Xbox-Serie nicht nach einer besonders drastischen Abweichung von seinem Vorgänger aus. Er weist eine ähnliche Form auf und behält sein traditionelles Tasten- und Trigger-Layout bei. Bei genauerem Hinsehen erkennt man jedoch die subtilen Unterschiede, die Microsoft implementiert hat.

Zunächst einmal wurde das zuvor glänzende Äußere des Gamepads durch eine matte Oberfläche ersetzt, die dem Design der Konsole sehr nahe kommt. Das sieht zwar elegant aus, bringt aber auch Nachteile mit sich. Der Controller nimmt leicht Kratzer und Schrammen auf, die sich auf der matten Oberfläche bemerkbar machen. Und wenn man bedenkt, wie viel Zeit man den Controller beim Spielen in der Hand hält, ist es durchaus möglich, dass es schwierig sein wird, den Controller über die Jahre in Tipp-Top-Zustand zu halten. Den Controller gibt es auch in anderen Farben (aber nicht zur Xbox dazu), die etwas weniger anfällig sein könnten.

Xbox Series X

(Image credit: TechRadar)

Aber das ist eine kleine Haarspalterei, und insgesamt haben wir festgestellt, dass der Xbox Series X-Controller durchaus hochwertig ist – sowohl im Aussehen als auch in der Bedienung.

Der überarbeitete Controller verfügt jetzt über eine taktile Textur sowohl an den Triggern als auch an den Griffen und Bumpern. Durch diese kleine Verbesserung fühlt sich der Controller in unseren Händen sicherer an, da die Textur das Gamepad an Ort und Stelle hält - ohne Hautausschlag zu verursachen.

Darüber hinaus wurden bei gleicher Größe des Controllers die Bumper und Trigger abgerundet und verkleinert, wodurch sich das Gamepad insgesamt weniger sperrig anfühlt. In kleinen Händen fühlte sich der Xbox One-Controller oft recht sperrig an, aber diese einfache Änderung verbessert den Komfort auf eine subtile, aber spürbare Weise.

Die vielleicht auffälligsten Änderungen am Controller sind die „Share“-Taste und das hybride D-Pad. Die Share-Taste dient im Wesentlichen als Capture-Taste, mit der man mit einem einfachen Klick Screenshots von seinem Spiel machen kann. Ein Klick macht einen Schnappschuss, während ein längeres Halten der Taste ein 15-Sekunden-Video aufnimmt. Die Dauer lässt sich jedoch in den Einstellungen ändern. Es ist viel einfacher als bei der Xbox One, die Home-Taste und dann X oder Y zu drücken, aber wir fanden es etwas knifflig, schnell einen Screenshot zu machen – das kann je nachdem, wie groß deine Hände sind, variieren.

Das hybride D-Pad hingegen zielt darauf ab, einen Mittelweg zwischen dem klassischen D-Pad des Xbox One-Controllers und dem austauschbaren Disc-förmigen, facettierten D-Pad des Xbox Elite Wireless Controller Series 2 zu schaffen. Das Ergebnis ist eine Art traditionelles D-Pad, das auf einer Scheibe liegt. Auch hier handelt es sich um eine kleine, aber willkommene Änderung, mit der mehr Kontrolle über das D-Pad gegeben werden soll – und sich gleichzeitig angenehmer anfühlt.

Aber es gibt viel am Design des Controllers, das sich nicht geändert hat. Der Xbox Series X-Controller behält seine 3,5-mm-Audiobuchse und den Erweiterungsanschluss an der Unterseite, seinen USB-Ladeanschluss und die Kopplungstaste an der Oberseite und die Tasten die Ansicht-, Menü- und Xbox-Tasten auf der Vorderseite.

Abgesehen von den Designänderungen hat der Xbox Series X-Controller auch Verbesserungen in der Funktionalität erfahren. Wir haben festgestellt, dass der Controller besser reagiert, was wahrscheinlich auf die angeblich geringere Latenzzeit zurückzuführen ist. Gleichzeitig war die drahtlose Verbindung des Gamepads über Bluetooth mit einer Reihe von Geräten – darunter die Xbox One, ein iPhone 11 und ein Mac – problemlos möglich.

Erwähnenswert ist, dass der Series X-Controller wieder mit AA-Batterien (oder einem separat gekauften Ladegerät) betrieben wird. Unserem Controller ging der Saft aus, nachdem wir 10 Tage lang jeden Tag über längere Zeiträume gespielt hatten. Das ist nicht ideal für alle, die nicht ständig Batterien kaufen wollen.

Xbox Series X Features

Fable Anniversary

(Image credit: Microsoft)

Die Xbox Serie X ist vollgepackt mit vielen nützlichen Funktionen und sinnvollen Qualitätsverbesserungen.

Die vielleicht begrüßenswerteste davon ist Quick Resume. Der Zweck von Quick Resume besteht darin, ein Spiel aus dem Ruhezustand heraus so ziemlich sofort fortsetzen zu können. So kann man innerhalb von Sekunden wieder in das Spiel einsteigen, wo man aufgehört hat, als ob man nie aufgehört hätte zu spielen - ohne sich erneut durch Ladebildschirme zu quälen. Und nicht nur das: Man kann auch innerhalb kürzester Zeit zwischen mehreren Spielen hin- und herspringen, die in diesen Ruhezustand versetzt wurden.

Wir konnten in Sekundenschnelle nahtlos zwischen den einzelnen Spielen hin- und herspringen – vorausgesetzt, die Spiele, zwischen denen man hin- und herspringt, sind bereits vorher gestartet worden. Wir konnten innerhalb von 11,4 Sekunden von einem Holzplatz als Alan Wake zu Alyson Ronan in einem Lebensmittelladen springen, indem wir die Xbox-Taste auf dem Controller drückten und das Spiel in der Seitenleiste auswählten. Das geht von Spiel zu Spiel – keine Ladebildschirme. Wenn wir über den Startbildschirm des Xbox-Dashboards, das als aktuelles Spiel ausgewählt wurde, auf Tell Me Why zugreifen wollten, betrug die Zeit vom Dashboard bis zum Gameplay 2,7 Sekunden.

Microsoft hat nicht angegeben, ob es ein Limit für die Anzahl der Titel gibt, die sich gleichzeitig im Ruhezustand befinden können, aber wir haben festgestellt, dass mehr als vier anfangen, die Maschine zu strapazieren. Wenn wir mehr als vier Spiele in den Ruhezustand versetzt haben, mussten wir einige davon wieder vollständig hochfahren – wobei die Konsole das Spiel geschlossen hat, das als erstes geöffnet wurde.

Online-Multiplayer-Spiele funktionieren ein wenig anders als die anderen Titel. Es wäre nicht machbar, den Spielern die Möglichkeit zu geben, das Online-Gameplay in der Mitte des Spiels zu unterbrechen, oder wir hätten einfach nur einen Haufen AFK-Spieler auf den Servern.

Wenn du zum Beispiel mitten im Spiel in Sea of Thieves bist und dich dann entscheidest, in ein anderes Spiel zu wechseln, wirst du aus dem Spiel entfernt – aber du kannst Quick Resume vom Titelbildschirm aus fortsetzen.

Alan Wake

(Image credit: Remedy Entertainment)

Ein weiteres überragendes Merkmal der Xbox Series X ist ihre gigantische Abwärtskompatibilität. Zur Zeit unserer Tests waren ungefähr 1000 kompatible Spiele verfügbar – wir wollen allerdings darauf hinweisen, dass das nicht die endgültige Ziffer ist.

Wie bereits erwähnt, konnten wir feststellen, dass diese Spiele schneller laden und einfach besser laufen. Bessere Stabilität äußert sich in weniger Frame Drops und insgesamt fühlen sich ältere Spiele schöner an, selbst wenn sie gegenüber modernen Titeln veraltet wirken.

Abwärtskompatibilität erstreckt sich allerdings auch auf Xbox-Zubehör. Der Original-Xbox Wireless Controller und der Xbox Elite Wireless Controller Series 2 verbinden sich problemlos mit der Xbox Series X.

Außerdem lassen sich auch ältere Headsets mit der Konsole verbinden. Während das Turtle Beach Recon Spark* (mit 3,5-mm-Klinke) über den Series X-Controller angeschlossen problemlos funktionierte, gab es Probleme mit dem SteelSeries Arctis 5, das über Klinke problemlos lief, aber über USB nicht erkannt wurde. Solche Kompatibilitätsprobleme könnten bis zum Release allerdings auch verschwinden.

Zusätzlich zu diesen nützlichen Funktionen besitzt die Xbox Series X auch eine Menge Multimedia-Features. Zum einen verfügt sie über ein 4K-Blu-ray-Laufwerk, das einfach zu bedienen ist. Abgesehen davon hat man außerdem Zugriff auf Services wie Netflix, Amazon Prime Video und Disney Plus (um nur ein paar zu nennen). Alle nutzen die 4K-UHD-Funktionen der Konsole aus, benötigen dafür aber eine gute Internetverbindung.

Xbox Series X Gameplay

(Image credit: Sega)

Selbst wenn dir Dinge wie Bildfrequenz und Bildrate nicht auffallen, wirst du bei Xbox Series X-Spielen einen Unterschied merken.

Wir haben Zeit mit Preview-Builds von Yakuza: Like a Dragon und Dirt 5 verbracht. Beide Spiele sind optimiert für Xbox Series X, was bedeutet, dass sie extra für die Konsole gemacht wurden. Hier bemerkt man erst so richtig die Leistung der Series X, da sie hier voll ausgeschöpft wird.

Ausgehend davon, dass weder Yakuza noch Dirt 5 bereits erschienen sind, konnten wir sie nicht mit ihren Xbox One-Versionen vergleichen und haben stattdessen ihre Vorgänger herangezogen: Dirt 4 und Yakuza Kiwami 2.

Dirt 4 ist kein Vergleich zu Dirt 5, was Performance angeht, was allerdings wenig überraschend ist, weil es ein älteres Spiel ist. Dirt 4 hatte auf der Xbox One hin und wieder mit Einbrüchen bei der Bildrate zu kämpfen und die Grafik war nicht die schärfste – ob das bei einem Rennspiel relevant ist, darüber lässt sich streiten. Das Gameplay von Dirt 5 hingegen ist flüssig, responsiv und die Grafik ist auf Xbox Series X einfach bezaubernd.

Das Spiel hat drei Videomodi: Priorität auf 120 Hz, Bildqualität oder Bildrate. Und während man den Unterschied merkt, wenn Qualität priorisiert wird, sehen die anderen Modi ebenfalls fantastisch aus. Performance-Probleme gab es in keinem der drei Modi und Ladezeiten und Navigation waren schnell und flüssig.

Eine ähnliche Erfahrung haben wir mit Yakuza: Like a Dragon gemacht. Ladebildschirme waren praktisch nicht vorhanden und selbst wenn, dauerten sie nur wenige Sekunden, bis es zurück in die Action ging. Yakuza Kiwami 2 hat zwar nicht besonders viele Ladebildschirme, aber einige davon dauerten knapp 24 Sekunden zwischen zwei Szenen – merklich länger als bei Like a Dragon. Besonders auffällig wurde es bei den Schnellreise-Taxis, die uns in weniger als 5 Sekunden von Ort zu Ort brachten. Wir können die beiden Spiele nicht wirklich miteinander vergleichen, weil sie aus verschiedenen Generationen stammen, aber zur Veranschaulichung sollte es reichen.

Besonders aufgefallen ist uns aber die Grafik von Like a Dragon. Kiwami 2 hatte häufig verschwommene Kanten um Texturen herum, während Like a Dragon durchgehend war. Die Assets in Like a Dragon sind detailreicher, die Farben satter und Bewegungen sind unglaublich flüssig.

Der Sprung von Xbox Series X-Spielen zurück zu ihren Vorgängern macht erst deutlich, wie groß der Unterschied dank der minimalen Ladezeiten und der besseren Grafik ist, und was das für künftige Titel bedeutet.

Erstes Fazit

Xbox Series X

(Image credit: TechRadar)

Mit der Xbox Series X hat Microsoft auf ganzer Linie abgeliefert und bietet eine schnelle, leistungsfähige Konsole, auf der selbst ältere Spiele überragend laufen.

Die Xbox Series X verkürzt Ladezeiten, verbessert die Optik ungemein und verleiht Xbox-Spielen bessere Stabilität, doch es sind Features wie Quick Resume und Abwärtskompatbilität, die sie wahrscheinlich zum Erfolg machen.

Soweit sieht es so aus, als würde die Xbox Series X fantastisches Spielerlebnis bieten, mit besser aussehenden, klingenden und laufenden Spielen denn je – eliminiert dabei auch noch nervige Ladezeiten.

Sie ist eine unscheinbare schwarze Box, die in Kombination mit der riesigen Bibliothek des Xbox Game Pass möglicherweise den Generationssprung landen könnte, auf den wir hoffen. Um ein besseres Gefühl für ihre Fähigkeiten zu kriegen, werden wir allerdings noch das ein oder andere Next-Gen-Spiel testen müssen. Außerdem haben wir leichte Bedenken wegen der fehlenden großen Launch-Titel, die für Xbox Series X erscheinen – insbesondere das verschobene Halo Infinite.

Trotz der riesigen Auswahl an Spielen, die der Xbox Game Pass bietet, bräuchte Microsoft immer noch ein paar exklusive große Titel, damit sich die Anschaffung einer Xbox Series X lohnt – und um ihre immense Rechenleistung voll auszunutzen.