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Nintendo Switch OLED und Nintendo Switch: Wo ist der Unterschied?

Nintendo Switch OLED vs Nintendo Switch
(Image credit: Future)

Die Nintendo Switch OLED wurde am 6. Juli angekündigt und ist der vierte große Release in Nintendos Switch-Familie.

Als Erstes kam die ursprüngliche Switch 2017, dann die Switch Lite ohne abnehmbare Joy-Cons in 2019 und eine aufgefrischte Version der ursprünglichen Nintendo Switch mit neuem Prozessor und besserer Akkulaufzeit, ebenfalls 2019.

Die Nintendo Switch OLED ist jedoch das bisher aufregendste Upgrade der hybriden Konsole. Das neue Modell besitzt nämlich einen OLED-Bildschirm, ähnlich wie in Spitzen-Smartphones wie dem Samsung Galaxy S21.

Auf dieser Seite sehen wir uns an, warum die Switch OLED besser ist als das LCD-Original und welche weiteren Upgrades du mit der Nintendo Switch OLED bekommst.

Nintendo Switch OLED oder Nintendo Switch: Preis

Die Nintendo Switch OLED kostet 359,99 Euro und erscheint im am 8. Oktober. Das sind 30 Euro mehr als die ursprüngliche Switch gekostet hat – 329,99 Euro.

Nintendo Switch OLED Weiß
Nintendo Switch OLED

Nintendo Switch OLED vorbestellen:
Weiß: MediaMarkt / Saturn
Neon-Rot/Neon-Blau: MediaMarkt / Saturn

Nintendo hat bestätigt, dass die Switch OLED am 8. Oktober in den Handel kommt, aber wir befürchten, dass es wegen der weltweiten Chipknappheit zu Lieferschwierigkeiten kommen könnte. Sowohl die PS5 als auch die Xbox Series X sind seit November davon betroffen. Wenn du die neue Version der Nintendo Switch also auf keinen Fall verpassen willst, solltest du sicherheitshalber eine vorbestellen.

Nintendo Switch OLED oder Nintendo Switch: Design

Die Nintendo Switch OLED sieht der ursprünglichen Switch und ihrem Refresh von 2019 sehr ähnlich. Am auffälligsten ist die neue Farbe der Joy-Cons – ein grau-weißer Farbton, passend zur Ästhetik von Metroid Dread. Abgesehen davon, kommt die Nintendo Switch OLED auch weiterhin in der bekannten Neon-roten/Neon-blauen Ausführung.

Die übrigen Änderungen sind sehr subtil: Offensichtlich sind die Ränder um den Bildschirm schmäler, weil der Bildschirm mit 7 Zoll etwas größer ausfällt als der alte mit 6,2 Zoll. Die nächste offensichtliche Änderung ist der neue Standfuß, der beinahe über die gesamte Breite des Handhelds geht und nicht mehr so klapprig sein sollte wie der kleine Plastikfetzen der alten Switch. Er lässt sich außerdem stufenlos verstellen, was an das Microsoft Surface erinnert und das Spielen im Tabletop-Modus wesentlich angenehmer macht.

Mehrere, aber weniger auffällige Änderungen finden sich an der Oberseite der Nintendo Switch OLED: Der Power-Knopf ist etwas größer und nicht mehr kreisrund, sondern etwas lang gezogen. Das halten wir für durchaus sinnvoll, da die alte Taste für unseren Geschmack etwas zu klein war. Die Lautstärketasten haben eine leicht abgeänderte Form, dürften aber keine ergonomischen Vor- oder Nachteile mit sich bringen.

Weiße Nintendo Switch OLED wird im Handheld-Modus gespielt

Die Nintendo Switch OLED hat schlankere Einfassungen (Image credit: Nintendo)

Neu auf der Oberkante ist der Helligkeitssensor, der von der Unterkante des Bildschirms neben die Schraube zwischen Lautstärketasten und Lüftungsschlitzen gewandert ist – vermutlich, weil er wegen des größeren Bildschirms nicht mehr dort hinpasst. Und auch die Lüftungsschlitze wurden etwas überarbeitet. Wo die Original-Switch fünf breite, fast quadratische Lüftungsschlitze hatte, kommt die Nintendo Switch OLED mit 12 wesentlich schmäleren, was sicherlich dafür sorgen soll, dass keine größeren Fremdkörper mehr in den Kühlkörper hineinfallen können.

Die Maße der Nintendo Switch OLED haben sich ebenfalls minimal verändert, aber kaum spürbar: Die neue Variante ist lediglich 2,5 mm länger. Das bedeutet natürlich, dass alle Joy-Cons auch damit funktionieren, da das neue Modell dieselben Schienen  verwendet.

Was auf den ersten Blick am wenigsten auffällt, sind die neuen Lautsprecher der Nintendo Switch OLED (weil man sie natürlich nicht sieht). Das spiegelt sich dennoch darin wider, dass die Schlitze dafür wesentlich breiter sind und sich neuerdings auf der Krümmung zwischen der Vorderseite und der Unterkante befinden, statt direkt unter dem Bildschirm.

Die neuen Lautsprecher sollen auch wesentlich besser klingen, behauptet Nintendo. Wir hoffen auf etwas stärkere Bässe und eine höhere Maximallautstärke, aber das können wir erst überprüfen, wenn wir die neue Nintendo Switch getestet haben.

Die Nintendo Switch im Handheld-Modus.

Die Nintendo Switch hat eine ähnliche Größe, aber größere Bildschirmeinfassungen (Image credit: Future)

Wie bisher wird bei der OLED-Switch ein Dock mitgeliefert, dank dessen du Spiele auf deinem Fernseher spielen kannst. Da sich bei der relevanten Hardware nichts verändert hat, kann die Nintendo Switch OLED, entgegen aller Behauptungen, Hoffnungen und Wünsche immer noch nicht in 4K auflösen und erreicht höchstens 1080p am Fernseher und 720p im Handheld-Modus.

Neu im Dock integriert ist jedoch ein LAN-Anschluss, sodass du keinen separaten Adapter mehr kaufen musst, wenn du eine stabilere Verbindung haben willst als mit dem schwächlichen WLAN-Modul der Nintendo Switch. Leider ersetzt der Ethernet-Anschluss jedoch den rückseitigen USB-Anschluss. Und selbst wenn wir ihn sowieso meistens mit einem LAN-Adapter belegt hatten, kamen wir ab und zu in die Bredouille, dass wir keinen freien USB-Anschluss hatten, um einen Pro-Controller aufzuladen, da der GameCube- und der LAN-Adapter alle Ports belegt haben. An diesem speziellen Fall würde sich also nichts ändern.

Nintendo hat außerdem den internen Speicher der Nintendo Switch OLED von 32 GB auf 64 GB vergrößert. Die Möglichkeit, den Speicher mit einer microSD-Karte zu erweitern, bleibt erhalten – und notwendig, da auch 64 GB ruckzuck voll sind.

Die Akkulaufzeit der neuen Nintendo Switch bleibt bei 4,5 bis 9 Stunden – mehr als die originale Switch, aber genauso lang wie ihre Revision von 2019. In diesem Bereich bringt der OLED-Bildschirm also leider keine Vorteile.

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Nintendo Switch (OLED)

Die Switch OLED hat einen verbesserten, breiteren Standfuß. (Image credit: Nintendo)
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Nintendo Switch kickstand

Der Standfuß der alten Switch ist kleiner, zerbrechlicher und im Grunde genommen einfach nicht gut. (Image credit: Future)

Nintendo Switch OLED oder Nintendo Switch: Display

Hier ist der interessante Teil. Die Nintendo Switch hat einen OLED-Bildschirm.

Diese Display-Panels haben leuchtende Pixel, was bedeutet, dass schwarze Bereiche des Bildes perfekt tiefschwarz aussehen, selbst wenn du unter der Bettdecke in völliger Dunkelheit spielst. 

Mit der Nintendo Switch sehen schwarze Flächen unter diesen Bedingungen leicht grau aus. Die Nintendo Switch mit OLED-Display wird sich viel besser für das Spielen im Bett eignen als das alte Modell und sollte Nintendos ohnehin schon farbenfrohen Artstyle noch mehr zur Geltung bringen.

Auch die Farbtiefe dürfte deutlich verbessert werden. Die LCD-Switch bietet sRGB-Farben – ein Farbstandard, der Mitte der 90er-Jahre entwickelt wurde, um zu standardisieren, wie Dinge auf Druckern, Monitoren und im Internet aussehen. 

Mit einem OLED-Bildschirm ist Nintendo wahrscheinlich in der Lage, den Farbbereich auf einen breiteren Standard wie DCI P3 auszudehnen, nach dem sich jetzt auch die iPhones von Apple richten. Das bedeutet kräftigere, tiefere Farben in Spielen und ein lebendigeres Aussehen bei Filmen.

Es handelt sich hierbei auch um den größten Bildschirm, der bisher in einer Switch-Konsole verbaut wurde. Er misst 7 Zoll in der Diagonale, im Vergleich zu den 6,2 Zoll der ursprünglichen Nintendo Switch und den 5,5 Zoll der Switch Lite.

Bei der Auflösung hat sich nichts geändert. Das Nintendo Switch OLED-Display bleibt bei 1280 × 720 Pixel.

Zelda wird auf einer originalen Nintendo Switch gespielt

Die Nintendo Switch verwendet ein LCD-Panel als Display, das nicht so lebendig ist wie OLED-Panels (Image credit: TechRadar)

Wir haben auch einige Bedenken bezüglich dieses Display-Panels. Im März haben wir berichtet, dass Nintendo plant, für eine verbesserte Version der Nintendo Switch Panels von Samsung Display zu verwenden.

Fast alle OLED-Panels von Samsung verwenden eine Display-Technologie namens PenTile. Dabei teilen sich die Display-Pixel Sub-Pixel, also die winzigen roten, grünen und blauen Lichtpünktchen, aus denen sich jede Farbe zusammensetzt.

PenTile-Panels bieten im Vergleich zu LCD-Panels der gleichen Auflösung aufgrund der gemeinsamen Nutzung von Sub-Pixeln eine geringere Schärfe, die sich normalerweise als leichtes Verschwimmen bei Text und anderen kontrastreichen Objekten bemerkbar macht.

Samsung hat in der Vergangenheit bereits eine Vielzahl von RGB-OLED-Displays ohne PenTile hergestellt. Sie wurden in den längst eingestellten OLED-Fernsehern und in einigen Telefonen in den Jahren 2011–2012 unter dem Namen Super AMOLED Plus verwendet.

Samsungs RGB-OLEDs sind inzwischen so gut wie verschwunden. Aber seitdem scheint die Verwendung von PenTile-OLEDs keine besondere Rolle mehr zu spielen, da die meisten OLED-Geräte heutzutage eine außergewöhnlich hohe Pixeldichte haben, sodass ein leichter relativer Verlust an Schärfe kaum wahrnehmbar ist.

Person spielt Pokemon auf der Nintendo Switch OLED

Das Display der Switch OLED ist größer, heller und farbiger (Image credit: Nintendo)

Eine hohe Pixeldichte bietet die Nintendo Switch OLED mit 209 Pixeln pro Zoll aber nicht wirklich. Der nächste Switch-Bildschirm könnte dann aus der Nähe ein wenig unscharf aussehen, worauf wir bei unserem Test genauer achten werden. 

Sonys ursprünglicher Vita-OLED-Bildschirm, der später durch eine LCD-Version ersetzt wurde, verwendete eine RGB-Subpixel-Matrix, keine PenTile-Matrix. Hoffen wir, dass die OLED-Switch das auch tut.

In jedem Fall wird der neue Bildschirm wahrscheinlich eine deutlich höhere Spitzenhelligkeit erreichen als die ~320 cd/m² der Standard-LCD-Switch. Selbst preisgünstigere OLED-Panels in Handys erreichen heute in der Regel 500–650 cd/m², während einige sogar eine Helligkeit von über 1000 cd/m² erreichen.

Nintendo wird die Helligkeit jedoch wahrscheinlich ziemlich genau kontrollieren, da eine höhere Bildschirmleistung einen höheren Stromverbrauch verursacht und Nintendo eindeutig darauf bedacht ist, die solide Akkulaufzeit des Switch-Refresh von 2019 beizubehalten. 

Ein OLED-Bildschirm mit hoher Spitzenhelligkeit könnte jedoch die Tür für HDR-Videos (High Dynamic Range) öffnen. Das ist bei der aktuellen Switch nicht möglich, da sie nicht über das entsprechende Display verfügt, und der HDMI 1.4-Anschluss der originalen Switch ist nicht für HDR ausgelegt (auch wenn er theoretisch die Bandbreite für 10-Bit-Farbe bei 1080p hat).

Wir wollen darauf aber nicht wetten. Sich mit allzu technischen Dingen wie HDR zu beschäftigen klingt nicht nach Nintendo.

Nintendo Switch OLED oder Nintendo Switch: Leistung

Während Spiele dank des OLED-Bildschirms der neuen Switch satter, kräftiger und immersiver als je zuvor aussehen werden, werden sie auf der Nintendo Switch OLED nicht besser oder schlechter laufen als bereits auf der normalen Switch.

Nintendo hat bestätigt, dass die Switch OLED denselben Nvidia Custom Tegra-Prozessor und Arbeitsspeicher hat wie die aktuelle Switch, was bedeutet, dass es kein Upgrade der Leistung unter der Haube gibt. 

Das bedeutet, dass die Switch OLED in der Lage sein wird, alle gleichen Spiele wie die Switch zu spielen – und umgekehrt.

Nintendo Switch (OLED)

Die Switch OLED ist eine Verbesserung, aber nicht die Revolution, die einige erwartet haben. (Image credit: Nintendo)

Ersteindruck

Wenn du auf eine Nintendo Switch Pro mit einem 1080p-Bildschirm und 4K-Ausgabe an deinen Wohnzimmer-Fernseher gehofft hast, wird die Nintendo Switch OLED-Ankündigung sicher eine kleine Enttäuschung sein.

Spiele werden sich gleich anfühlen, aber sie sollten zumindest im Handheld-Modus hübscher aussehen. Da Nintendo einen größeren Bildschirm untergebracht hat, ohne die Abmessungen des Handhelds nennenswert zu vergrößern, freuen wir uns beinahe, dass die ursprüngliche Switch mit solch großen Rändern bekommen ist.

Der Ethernet-Anschluss am Dock ist sehr willkommen, ebenso wie die Erhöhung des Speichers auf 64 GB. Hoffen wir nur, dass die neue Nintendo Switch ein RGB-OLED-Panel hat, denn PenTile-Unschärfe kann bei dieser Pixeldichte echt zum Problem werden.