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Das ist unsere Meinung zu The Batman

The Batman
(Image credit: Future)

Heute – am 3. März – erscheint mit "The Batman" der neue Film über einen der bekanntesten Superhelden (opens in new tab) aller Zeiten. Verkörpert wird der dunkle Ritter/Bruce Wayne von Robert Pattinson. Ebenfalls zum Cast gehören Andy Serkis als Batmans treuer Buttler und Ziehvater Alfred Pennyworth, Zoë Kravitz als Catwoman/Selina Kyle, Colin Farrell als der Pinguin, John Turturro als Gothams Mafiapate Carmine Falcone, Paul Dano als der Riddler und Jeffrey Wright als Lieutenant Jim Gordon. Auf dem Regiestuhl saß Matt Reeves, der bereits federführend bei den "Planet der Affen"-Teilen "Survival" und "Revolution" war.

Mit "The Batman" bekommen wir nach dem extrem erfolgreichen Joker (verkörpert von Joaquin Phoenix) ein weiteres vom DC Extended Universe (opens in new tab) losgelöstes Reboot, das in seinem eigenen autarken Universum stattfindet. Das erlaubt dem Film eine Richtung einzuschlagen, die noch düsterer ist, als jede der vorherigen Batman-Filme (opens in new tab).

Macht euch gefasst auf einen sehr langen Streifen, denn die Laufzeit beträgt satte 177 Minuten – fast so lang wie Avengers: Endgame. Diesmal muss es Batman mit gleich drei Bösewichten aufnehmen, von denen jeder ein Schwergewicht ist. Dabei hat er mal mehr und mal weniger Hilfe von Catwoman – seiner On-Off-Romanze – die jedoch ihr ganz persönliches Ziel verfolgt.

Warum ich "The Batman" so gut finde, erfährst du in dieser Review. Es folgen jedoch möglicherweise kleine Spoiler!

MovieTalk zu The Batman mit Stephan und William

Der Film beginnt mit einem Mord, der eine Lawine an Ereignissen ins Rollen bringt. Abgehärtet durch Slasher- und Splatter-Filme bin ich mittlerweile relativ hart im Nehmen, was Gewalt auf der Leinwand angeht. Allerdings ist es das Spiel mit Licht und Dunkelheit sowie mit Laut und Leise, das mir bei der Eröffnungsszene von "The Batman" einen kalten Schauer über den Rücken laufen ließ. Als der Mörder aus dem Schatten tritt und zum Streich ausholt, wird die Tötung von hohen und klirrenden Streichern begleitet. Eine musikalische Untermalung, die an Hitchcocks berühmten Mord unter der Dusche in "Psycho" erinnert – möglicherweise sogar eine Hommage. Wer also dachte, dass "The Batman" aufgrund seines FSK 12-Ratings (opens in new tab) nicht gruselig und brutal sein kann, der irrt eindeutig. Ich hätte aber tatsächlich ebenfalls niemals erwartet, in einem Batman-Streifen so viele Horror-Elemente wiederzufinden. Aber dazu später mehr.

Batman befindet sich im zweiten Jahr seiner Karriere als Verbrechensbekämpfer. Verbessert hat sich dadurch allerdings nicht wirklich viel. Immer noch ist Gotham gezeichnet von Gewaltverbrechen und Korruption. Kurz vor den Bürgermeisterwahlen hinterlässt der Riddler am Tatort eine Nachricht – bzw. ein Rätsel – für Batman und erklärt in einer Videobotschaft, dass er das Netz von Lügen aufdecken wird, das Gotham umgibt. Batman wird daher von Lieutenant Gordon mit in die Ermittlungen einbezogen.

Die Stadt Gotham ist im neuen "The Batman" so dreckig und verregnet, wie nie zuvor. Das erinnert im Zusammenspiel mit Batmans Anzug stark an die fantastische Arkham-Videospielereihe. Zwar gibt es im neuen Film über den dunklen Ritter keine Matte Paintings mehr, wie bei den Streifen von Tim Burton, allerdings schafft es Matt Reeves dennoch, Gotham City einen Comic-Anstrich zu verleihen. Dabei gelingt ihm ein beeindruckender Spagat zwischen dem Realismus der "The Dark Knight"-Trilogie und dem Cartoon-Look der tollen Animated Series. 

Ich bin "Vergeltung"

The Batman

(Image credit: Warner Bros.)

Wenn das Licht am Himmel erscheint, ist das nicht nur ein Zeichen. Es ist eine Warnung.

Batman

Ein Aspekt, der mir besonders gut am neuen "The Batman" gefällt, ist, dass es ein wirklicher Batman-Film ist. Ich bin ein riesiger Fan der Tim Burton-Filme "Batman" und "Batmans Rückkehr" sowie von Christopher Nolans "Dark Knight"-Trilogie. In all diesen Filmen nahm jedoch auch immer die Figur Bruce Wayne viel Raum ein – und zwar immer etwas zu viel für meinen Geschmack. Ein milliardenschwerer Waisenknabe ist vermutlich für die meisten von uns eher schwer relatable. Eine Tatsache, die übrigens ebenfalls in "The Batman" thematisiert wird! Daher hat es mich riesig gefreut, dass wir im neuesten Film über den dunklen Ritter auch tatsächlich mehr von Batman und weniger von Bruce Wayne sehen. Letzterer ist gezeichnet von seinen nächtlichen Selbstjustiz-Feldzügen und scheut – im wahrsten Sinne des Wortes – das Tageslicht. Das manifestiert sich besonders in einer Szene, in der Bruce Wayne ein lichtdurchflutetes Zimmer betritt und sogleich zur Sonnenbrille greift. Ein kleines, aber feines Detail, das mir als Zuschauer sagt: Dieser Bruce Wayne gibt sich gänzlich seinem Alter Ego Batman hin und das hinterlässt deutliche Spuren.

So ernstzunehmend und sogar furchteinflößend war Batman noch nie. Bei seinem ersten Auftritt im Film prügelt er den Anführer einer Straßengang mal eben kurzerhand mit wuchtigen Schlägen k.o. und haut danach sogar noch dreimal zu. Was für eine Eröffnung! Allgemein hatte ich während des gesamten Films mehr Ehrfurcht vor Batman, als vor allen anderen Schurken. Dieser dunkle Ritter wirkt so grimmig, brutal und unberechenbar, wie kein Batman zuvor. Das liegt vor allem an der authentischen Choreografie der Kämpfe. Batman ist in diesem Film kein ausgebildeter Ex-Ninja, wie in der "Dark Knight"-Trilogie, der all seinen Kontrahenten stets überlegen ist. Obwohl man sieht, dass Batman ein versierter Kämpfer ist, muss er sogar bei Prügeleien mit Kleinkriminellen immer mal wieder Schläge einstecken. Das wirkt nahbarer und glaubwürdiger und brachte der Figur meinerseits erhebliche Sympathiepunkte ein.

Allgemein bekommen wir die bisher grimmigste und realistischste Darstellung eines Batman. Das zeigt sich auch am Bat-Mobil, das aussieht, als käme es direkt aus der Hölle. Dies ist kein comicartiges Vehikel, wie in den Burton- oder Schumacher-Filmen und auch kein für die Regierung gebauter Panzer, wie in Nolans Werken, sondern Marke Eigen- bzw. Umbau. Dieses Bat-Musclecar mit dröhnend lautem Motor hat in "The Batman" einen atemberaubenden ersten Auftritt und ist so furchteinflößend, dass man fast schon Mitgefühl für den Verfolgten aufbringen möchte. 

The Batman

(Image credit: Warner Bros.)

Der weltbeste Detektiv

Eine Sache vorweg: Wer in diesen Film geht und einen Superheldenstreifen à la Marvel Cinematic Universe (opens in new tab) erwartet, der wird vermutlich enttäuscht. "The Batman" richtet sich trotz der FSK 12-Einstufung vornehmlich an ein erwachseneres Publikum. So gibt es selbstverständlich jede Menge Actionszenen, allerdings setzt dieser Film auf ein Attribut des dunklen Ritters, das in vielen vorherigen Versionen etwas zu kurz gekommen ist: Batman ist ein hervorragender Detektiv.

Wie bereits erwähnt, wird Batman von Lieutenant Jim Gordon in die Ermittlungen eingespannt, womit er jedoch bei vielen seiner Polizei-Kollegen auf Empörung und Unverständnis stößt. Der dunkle Ritter hat jedoch beeindruckende forensische Fähigkeiten, die ihn dazu befähigen, stets das fehlende Puzzlestück am Tatort zu finden oder das größere Ganze zu sehen. So jagen Gordon und Batman gemeinsam von Tatort zu Tatort, an dem der Riddler immer wieder ein neues Rätsel mit einem Hinweis hinterlässt, dass die beiden der Wahrheit näherbringt. 

Diese Schnipseljagd erinnert deutlich an "Zodiac – Die Spur des Killers" oder "Sieben". Der Riddler (Paul Dano) ist jedoch in "The Batman" – anders als Jim Carreys Version in "Batman Forever" – kein ulkiger und schriller Nerd, sondern ein gefährlicher Sonderling und Terrorist. Diese Version der Figur ist am ehesten eine Mischung aus dem Joker in "The Dark Knight" und dem Jigsaw-Killer aus "Saw". Auch zum letztgenannten Film gibt es in "The Batman" einige Parallelen. Paul Danos Darstellung muss an dieser Stelle hervorgehoben werden, der den Riddler fantastisch verkörpert und eine ganz neue Note verleiht.

The Batman

(Image credit: Warner Bros.)

Das Kabinett der Schurken

Batman muss es jedoch nicht nur mit dem Riddler aufnehmen. Auf dem Weg zur Wahrheit begegnet er auch weiteren altbekannten Widersachern. Dazu zählen der Pinguin (Colin Farrell) sowie Gothams Mafia-Boss Carmine Falcone (John Turturro), der nach der Verhaftung Salvatore Maronis die Zügel von Gothams Unterwelt in den Händen hält.

Die Maske sowie das Acting und der Slang von Colin Farrell in "The Batman" sind einfach nur grandios und beweisen einmal mehr, was für ein großartiger und wandlungsfähiger Schauspieler er ist. Dieser ist in seiner Rolle als Pinguin absolut nicht wiederzuerkennen. Die bereits im Trailer gezeigte Verfolgungsjagd zwischen ihm und Batman ist definitiv eines der Highlights im Film.

John Turturro als Mafia-Paten zu sehen ist ungewöhnlich, da dieser sonst vornehmlich in komödiantische Rollen schlüpft. Dennoch ist er eine fantastische Wahl. Der Look ist hier offensichtlich stark an die des Carmine Falcone in "Batman: Das lange Halloween" angelehnt.

Zoë Kravitzs Darstellung von Catwoman gibt der Figur mehr emotionale Tiefe. Diese arbeitet mit Batman zusammen, um den Mord an einer engen Freundin aufzuklären und begibt sich dabei selbst – mehr als nur ein Mal – in Lebensgefahr.

The Batman

(Image credit: Warner Bros.)

Fazit

Ich bin, seit ich denken kann, ein riesiger Batman-Fan und wie bereits eingangs erwähnt ein großer Anhänger der düsteren Ableger des Franchises. Zu meinen persönlichen Favoriten zählen "Batman" von 1989 sowie "The Dark Knight" von 2008. Der neue "The Batman" trifft meinen persönlichen Geschmack jedoch am meisten. Gotham ist heruntergekommen, korrupt und kaputt. Noch nie stand die Figur Batman so sehr im Vordergrund wie in Matt Reeves Version. Bruce Wayne ist eine emotional gebrochene Seele und verliert sich zusehends in seinem Alter Ego.

Die Schurkengalerie in "The Batman" ist großartig, wenn auch ein wenig überfüllt. Der Hauptantagonist ist jedoch eindeutig der Riddler. Schnell wird einem auch bewusst, dass Carmine Falcone eine größere Rolle spielt, als zuvor angenommen. Ähnlich verhält es sich mit dem Pinguin, der meiner Meinung nach ein wenig mehr Screentime verdient gehabt hätte. Nichts in diesem neuen Batman-Film ist so, wie es scheint. Erfrischend ist auch, dass mit Catwoman auch eine weibliche Figur eine zentrale Rolle einnimmt und nicht nur eine Nebenfigur ist. 

Der Soundtrack von Oscar-Preisträger Michael Giacchino setzt den Bildern praktisch die Krone auf und hat ein Mal mehr bewiesen: Es gibt vielleicht schlechte Batman-Filme, jedoch keinen schlechten Batman-Soundtrack.

Die visuellen Effekte sind absolut großartig. Zum Teil wurde hier auch mit MicroLED-Displays (opens in new tab) gearbeitet, weshalb die Kulisse stellenweise so realistisch aussieht. Diese Technik wissen wir spätestens seit The Mandalorian (opens in new tab) zu schätzen. 

Stellenweise wirkt die Handlung etwas entschleunigt. Das liegt allem voran an der extrem langen Laufzeit von fast drei Stunden. Hier gibt es mitunter Exkurse in der Handlung, die bei näherer Überlegung nicht unbedingt nötig gewesen wären. Dies bleibt jedoch mein einziger Kritikpunkt an diesem sonst wirklich hervorragenden Film, der so viel mehr als ein gewöhnlicher Superhelden-Blockbuster ist. "The Batman" ist eine Mixtur aus Psychothriller, Drama und Action.

Wie Deadline berichtete (opens in new tab), erwartet uns eine Trilogie von Matt Reeves mit Robert Pattinson in der Rolle des dunklen Ritters. Nach dem Startschuss mit "The Batman" bin ich nun mehr als nur gespannt auf die nächsten zwei Teile!

Stephan Sediq
Stephan Sediq

Stephan Sediq ist Business Development Manager bei techradar DE. Bitte wende dich mit allen Fragen zum Thema Native Advertising und Gastbeiträgen direkt an ihn.

Darüber hinaus ist Stephan für die Bereiche Cinema & Entertainment sowie Audio verantwortlich.


E-Mail: ssediq[at]purpleclouds.de