Nein, Google Stadia ist nicht tot - zumindest noch nicht

Google Stadia
(Bildnachweis: Google)

Berichten zufolge plant Google, seine Stadia-Streaming-Technologie auch anderen Unternehmen anzubieten - darunter Peloton, Bungie und Capcom - was Zweifel an der Zukunft der Plattform aufkommen lässt. Google hat diese Berichte jedoch inzwischen dementiert

Laut Business Insider (Öffnet sich in einem neuen Tab) hat Google seine Prioritäten dahingehend verschoben, dass es sich auf den Verkauf seiner "Google Stream"-Technologie an interessierte Parteien konzentriert, anstatt mehr Spiele für die Stadia-Plattform zu gewinnen.

Quellen erzählten Business Insider, dass: "Aktuelle und ehemalige Mitarbeiter sagten, die Priorität liege nun auf dem Proof-of-Concept für Google Stream und der Sicherung von White-Label-Geschäften. Ein Mitarbeiter schätzt, dass etwa 20 % des Fokus auf der Verbraucherplattform liegt.

"Es gibt intern eine Menge Leute, die die Plattform gerne weiterführen würden, also arbeiten sie wirklich hart daran, dass sie nicht stirbt", so die Quellen von Business Insider. "Aber sie sind nicht diejenigen, die die Schecks ausstellen."

Google hat inzwischen auf den Bericht reagiert. Google-Sprecher Patrick Seybold erklärte gegenüber The Verge (Öffnet sich in einem neuen Tab), dass das Unternehmen immer vorhatte, seine Google Stream-Technologie anderen Unternehmen anzubieten.

"Wir haben letztes Jahr angekündigt, dass wir Publishern und Partnern dabei helfen wollen, Spiele direkt an die Spieler zu liefern, und wir haben darauf hingearbeitet", so Seybold. "Der erste Beweis dafür ist unsere Partnerschaft mit AT&T, die ihren Kunden Batman: Arkham Knight kostenlos zur Verfügung stellt. 

"Wir werden zwar keine Gerüchte oder Spekulationen über andere Partner aus der Branche kommentieren, aber wir konzentrieren uns weiterhin darauf, 2022 großartige Spiele auf Stadia zu bringen. Derzeit sind mehr als 200 Titel verfügbar, und wir gehen davon aus, dass in diesem Jahr mehr als 100 weitere Spiele zur Plattform hinzugefügt werden. 50 Spiele sind derzeit für Stadia Pro verfügbar.

Auf dem offiziellen Twitter-Account von Google Stadia wurde ebenfalls zu den Berichten Stellung genommen und erklärt, dass das Team "sehr hart an einer großartigen Zukunft für Stadia und Cloud-Gaming arbeitet".

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(Image credit: Google)

Es ist klar, dass sich Googles Glücksspiel mit Stadia nach der anfänglichen Begeisterung nicht ausgezahlt hat, auch wenn die Technologie beeindruckend ist. Die Cloud-Streaming-Technologie des Unternehmens sollte ein leichter zugängliches, qualitativ hochwertiges Spielerlebnis auf mehreren Geräten ermöglichen, aber das war nicht immer der Fall.

Die Streaming-Option Pro ist in die Kritik geraten, weil sie nicht die versprochene 4K-Auflösung bietet, und das Geschäftsmodell wurde als zu teuer kritisiert, da die Abonnenten nicht bereit sind, neue Spiele zu kaufen und einen monatlichen Mitgliedsbeitrag zu zahlen.

Google hat außerdem beschlossen, sein Hauptentwicklungsstudio für Erstanbieter zu schließen (Öffnet sich in einem neuen Tab). Das bedeutet, dass die Plattform kein überzeugendes Angebot an exklusiven Spielen bietet und dass die Bibliothek von Stadia hauptsächlich aus älteren Titeln oder Spielen besteht, die auf anderen Plattformen erhältlich sind.

Erschwerend kommt hinzu, dass Stadia auch eine Reihe von Konkurrenten im Bereich Cloud Gaming hat. Xbox Cloud Gaming, Nvidia GeForce Now und Amazon Luna sind allesamt angetreten, um Stadia herauszufordern. Vor allem Nvidia bietet einen weitaus attraktiveren Service an, da du für ein Abonnement bezahlst, mit dem du Zugang zu Hunderten von Spielen hast, anstatt die Titel einzeln zu kaufen. 

Die phänomenalen Verkaufszahlen der PS5 (Öffnet sich in einem neuen Tab), der Xbox Series X (Öffnet sich in einem neuen Tab) und der Nintendo Switch (Öffnet sich in einem neuen Tab) haben gezeigt, dass Cloud-Gaming immer noch nicht attraktiv genug ist, um die Leute von der traditionellen Hardware wegzulocken. 

Google Stadia ist also noch nicht tot, zumindest noch nicht. Aber es ist schwer zu erkennen, wie es den Durchbruch schaffen und den Mainstream-Erfolg erreichen wird, den es bei seiner Ankündigung 2019 anstrebte.

William Schubert
Freelancer - Content Creator

William Schubert ist Freier Content Creator bei TechRadar Deutschland und für die Bereiche YouTube, Gaming, Filme und Serien und VR zuständig.


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