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Valve Index vs HTC Vive Pro vs Oculus Rift S: der VR-Headset-Showdown

Valve Index vs HTC Vive Pro vs Oculus Rift S
Image Credit: TechRadar

Anfang 2019 war eine sehr wichtige Zeit für Virtual Reality. Facebook gab Details zu seinem neuen Oculus Rift S-Headset bekannt - ein Upgrade der ursprünglichen Oculus Rift - und kurz darauf veröffentlichte Valve Details zu seinem High-End-VR-Headset Valve Index. 

Zu dieser Zeit war es ein Doppelschlag an erstklassigen VR-Neuigkeiten, der seitdem die VR-Landschaft umgestaltet hat. Das einzige Problem bei all diesen neuen Optionen ist jedoch, dass zwei brandneue Headsets - plus die bereits existierende HTC Vive Pro - potenzielle VR-Anhänger abhalten könnte. Welches Gerät solltest du kaufen?

Wenn du neu in der VR-Branche bist, keinen High-End-PC hast, auf dem du sie betreiben kannst, oder nur ein kleines Budget zur Verfügung hast, ist die Antwort einfach: Kaufe keines dieser Headsets. Stattdessen empfehlen wir dir einen Blick auf die Oculus Quest oder Oculus Quest 2. 

Aber wenn du auf der Suche nach einem High-End-VR-Erlebnis bist und all diese wertvolle VR-Hardware dich verwirrt hat, dann lass uns die Verwirrung aufklären, die Unterschiede benennen und generell drei der leistungsstärksten PC-basierten Virtual-Reality-Headsets vergleichen, die du derzeit kaufen kannst.

Hier siehst du, wie die HTC Vive Pro, die Oculus Rift S und die Vive Index im Vergleich abschneiden.

Design

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Image Credit: HTC

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HTC Vive Pro

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Image Credit: Techradar

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Oculus Rift S

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Image Credit: Valve

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Valve Index

Es gibt einige Gemeinsamkeiten zwischen diesen drei Headsets, aber sie verfolgen alle einen etwas anderen Ansatz.

Die Oculus Rift S verwendet ein Kopfband im Halo-Stil mit einem Knopf, der das Band strafft, damit es eng am Kopf anliegt. Dadurch wird der Druck des Display-Gehäuses auf dein Gesicht verringert. Es gibt auch ein verstellbares Band, das über den Kopf geht.

Die HTC Vive Pro und die Valve Index verwenden ähnliche Kopfbänder, mit einem straffen Band, das um die Seiten des Kopfes gelegt wird, und einem oberen Band. Dieser Stil kann zu einem etwas stärkeren Druck auf die Vorderseite deines Gesichts führen. Aber alle drei verwenden einen Drehknopf, um die Festigkeit einzustellen, was das An- und Ablegen und die Anpassung an die Köpfe verschiedener Benutzer sehr einfach macht.

Audio

Die Rift S verfügt über kleine, in das Kopfband integrierte Lautsprecher für Stereo-Audio, enthält aber auch eine 3,5-mm-Kopfhörerbuchse zur Verwendung deiner eigenen Kopfhörer. 

Die Vive Pro hat eingebaute Kopfhörer, die du bei Bedarf über deinen Ohren positionieren kannst. Das Headset sitzt bequem auf den Ohren, hat aber für den Preis nicht den besten Sound. In der Zwischenzeit hat die Valve Index ein ähnliches Audio-Design wie die Vive Pro, verwendet aber kleine Lautsprecher, die nicht direkt auf die Ohren drücken, sondern neben dem Ohr schweben. Der Sound ist voluminös und für ein VR-Headset sehr gut. Das beste Audioerlebnis bietet hier die Valve Index.

Einrichtung, Kameras und Konnektivität

Alle drei Headsets benötigen Kabel, die vom Headset zu einem leistungsstarken PC führen. Die Valve Index hat ein Kabel, das sich am Ende in USB 3.0-, DisplayPort 1.2- und 12V-Stromanschlüsse aufteilt. Das Kabel der HTC Vive Pro wird mit einer Breakout-Box mit Strom-, DisplayPort- und USB 3.0-Anschlüssen verbunden. Die Oculus Rift S ist mit einem Kabel, das sich in einen USB 3.0- und einen HDMI-Anschluss aufteilt, sehr einfach gehalten.

Alle drei Headsets haben auch Kameras an Bord. Das Valve Index hat zwei Kameras auf der Vorderseite, die leicht nach unten gerichtet sind, aber derzeit keine Funktion haben. Die HTC Vive hat zwei auf der Vorderseite, die geradeaus zielen und in einigen Programmen natives Hand- und Fingertracking ermöglichen. Die Rift S hat fünf Kameras, zwei auf der Vorderseite, zwei an den Seiten und eine auf der Oberseite und diese werden bei Bedarf für das Tracking und die Durchsicht der Umgebung verwendet.

Wie wir im Abschnitt "Tracking" dieses Vergleichs näher erläutern werden, benötigt die Rift S nur die eingebauten Kameras für VR. Die Vive Pro und Valve Index benötigen hingegen auch externe Basisstationskameras, um die Bewegungen der Headsets und Controller zu verfolgen.

Display

Image Credit: Valve

Image Credit: Valve (Image credit: Valve)

Die Displays sind ein unglaublich wichtiger Aspekt von VR-Headsets, denn sie können das Erlebnis entscheidend beeinflussen. Zwischen der Vive Pro, dem Valve Index und der Rift S gibt es beträchtliche Unterschiede beim Display.

Die Oculus Rift S ist so ziemlich das Schlusslicht. Sie verwendet ein einzelnes Fast-Switch-LCD-Panel mit einer Auflösung von 2560 x 1440 und einer Bildwiederholfrequenz von 80 Hz. Während dies die Auflösung der ursprünglichen Rift verbessert, reduziert es die Geschwindigkeit der Bildwiederholrate, und das LCD bietet nicht die satten Schwarztöne von OLED-Panels. Das Headset verwendet verbesserte Linsen, die reflektierende Aspekte reduzieren, die wir bei der originalen Rift gesehen haben. Aber es gibt nur eine Software-IPD-Anpassung (zum Einstellen des Abstands zwischen den Pupillen), die nicht so viel Reichweite oder Effektivität hat wie ein Hardware-Schieberegler, der die Bildschirme und Linsen bewegt.

Die HTC Vive Pro macht mit ihren Displays einen Schritt nach vorne. Sie verwendet zwei separate AMOLED-Displays, die zusammen eine Auflösung von 2880 x 1600 haben und mit 90 Hz laufen, um flüssigere Bewegungen zu ermöglichen. Während AMOLED-Displays ihre Probleme haben, wenn es um den Screen-Door-Effekt in VR geht, beseitigt die erhöhte Auflösung der Vive Pro dieses Problem weitgehend. Die Vive Pro bietet ein 110-Grad-Sichtfeld und eine Hardware-IPD-Anpassung. 

Die Valve Index übertrifft das Feld in den meisten Belangen. Mit zwei um 5 Grad geneigten Displays bietet es ein 130-Grad-Sichtfeld mit Hardware-IPD-Anpassung. Und diese Ansicht ist mit einer kombinierten Auflösung von 2880x1600 gestochen scharf. Während diese Auflösung mit der der Vive Pro übereinstimmt, verwendet Valve LCD-Panels, die mehr Subpixel haben als typische Pentile-OLED-Displays, was für klarere Bilder sorgt. Darüber hinaus bietet Valve eine Bildwiederholfrequenz von 120 Hz, die testweise auf bis zu 144 Hz erhöht werden kann - für eine unglaublich flüssige Darstellung, die die Immersion drastisch verbessern kann.

Während die LCDs im Valve Index vielleicht nicht so ein beeindruckendes Kontrastverhältnis wie OLEDs bieten, scheint der Rest des Pakets ihm zu helfen, sich über seine Konkurrenten zu positionieren.

Tracking

Wir beginnen mit der Oculus Rift S, weil sie ein einzigartiges System im Vergleich zu den anderen hat.

Die Rift S verwendet das so genannte Inside-Out-Tracking. Mithilfe der fünf Kameras, die im Headset integriert sind, kartiert die Rift S den Bereich um dich herum und wenn du dich bewegst, ändert sich deine Ansicht in VR. Es braucht keine externen Kameras, um der Bewegung zu verfolgen. Dadurch ist es am einfachsten einzurichten. Die Kameras verfolgen auch die Bewegungen des Controllers. Da sich jedoch keine Kameras auf der Rückseite des Headsets befinden, muss das Rift S deren Bewegungen erraten und kann sie nicht präzise hinter dem Rücken des Benutzers verfolgen.

Sowohl die HTC Vive Pro als auch die Valve Index verwenden Outside-In-Tracking. Dies erfordert externe Sensoren, die um einen Spielraum herum platziert werden, um die Bewegungen des Headsets und der Controller zu überwachen. Zwei Sensoren können einen großen Spielraum schaffen und die Bewegungen der Controller auch hinter dem Rücken der Benutzer sehr präzise verfolgen. Der Einrichtungsprozess ist allerdings etwas aufwändiger. Die Überschneidung endet auch hier nicht, da beide Headsets die gleichen SteamVR 1.0- und 2.0-Basisstationen verwenden können.

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HTC Vive Pro

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An image of the Oculus Quest controllers

(Image credit: TechRadar)

Oculus Rift S

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Valve Index

Controller

Die Vive Pro verwendet die gleichen Wand-Controller wie die ursprüngliche Vive. Sie haben seitliche Grifftasten, Auslöser, zwei Daumentasten und ein Touch Wheel auf der Oberseite. 

Die Rift S verwendet neue Controller mit seitlichen Griffen, Auslösern, zwei Daumentasten, einer Menütaste und einem Analogstick. Diese Tasten sind ebenfalls kapazitiv, so dass die Rift S erkennt, wenn Ihr Daumen auf ihnen ruht, auch wenn sie nicht gedrückt sind.

Die Valve Index-Controller gehen noch viel weiter. Zum einen verwenden sie Riemen, die du an deinen Händen befestigen kannst, so dass du sie nicht festhalten musst, um sie in deinen Händen zu halten. Sie haben außerdem Trigger, zwei Daumen-Tasten, eine System-Taste, ein vertikales Touchpad für die Daumen, einen Analog-Stick und Griffsensoren. Die Kombination aus Tasten, Sensoren und Druckempfindlichkeit ermöglicht es dem Controller, jeden Finger unabhängig zu verfolgen, um eine realistischere und nuanciertere Nachbildung deiner Hände in VR zu erhalten.

Preis

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Die Oculus Rift S hebt sich vor allem durch ihren Preis ab. Mit 349€ ist sie mit Abstand das preisgünstigste Modell, und dieser Preis beinhaltet das Headset, die Controller und alles andere, was benötigt wird, um die Rift S in Betrieb zu nehmen. 

Das Rift S hat auch einfachen Zugang zu Oculus' Liste exklusiver Spiele (obwohl andere Headsets auf viele dieser Spiele über Workarounds zugreifen können). Für den einfachen und preisgünstigen Zugang zu VR ist sie bei den PC VR-Headsets definitiv der Gewinner, besonders wenn man bedenkt, dass sie nicht so viel von deinem PC verlangt, um zu funktionieren.

Die HTC Vive Pro und die Valve Index sind beide deutlich teurer. Das HTC Vive Pro-Headset allein kostet 659€ und um zwei Controller und das SteamVR 1.0-Basisstation-Bundle zu erhalten, kommen noch 340€ hinzu. 

Die Valve Index schafft es tatsächlich, günstiger als die HTC Vive Pro zu sein. Allein für das Headset zahlt man 539€. Und für ein komplettes Bundle, das die Index-Controller und SteamVR 2.0-Basisstationen mit verbesserter Reichweite und Sichtfeld enthält, zahlst du 1079€. 

Du kannst allerdings ein bisschen Geld für die HTC Vive Pro oder Valve Index sparen, wenn du bereits andere VR-Hardware hast. Beide Headsets können die Controller und Tracking-Basisstationen des jeweils anderen nutzen. Wenn du also zum Beispiel Vive-Basisstationen und -Controller hast, kannst du einfach das Index-Headset kaufen und bekommst die volle Funktionalität.

Dennoch sind beide Geräte teurer, und mit ihren höher auflösenden, hochaktuellen Displays benötigen sie auch leistungsstärkere (sprich: teure) PCs, um sie zu betreiben.

Welche ist also die richtige für dich?

Wir mögen sicherlich den günstigeren Preis der Oculus Rift S sowie die Art und Weise, wie sie Ihre Bewegungen ohne externe Basisstationen verfolgt, aber ihre Spezifikationen lassen etwas zu wünschen übrig. 

Das heißt, wenn du das hochwertigste VR-Paket willst, ist die Valve Index der klare Sieger. Die Controller des Headsets fügen der VR eine weitere Ebene der Immersion hinzu und es hat ein höheres Sichtfeld, eine wirklich wichtige Spezifikation, wenn es um VR-Gaming geht. 

Zu guter Letzt könnte das HTC Vive Pro dank seines hochauflösenden Bildschirms und der Kompatibilität mit Hardware von Drittanbietern am sinnvollsten für Kreative und VR-Arcade-Besitzer sein. Für den Moment ist es jedoch ein bewährtes Gaming-Headset, das einen deutlichen Schritt nach vorne gegenüber der Oculus Rift und der HTC Vive Classic darstellt.