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Nvidia RTX 3080 und RTX 3070 für Notebooks: Was haben sie auf dem Kasten?

Nvidia CES 2021 Ankündigung
(Image credit: Nvidia)

Zur CES 2021 hat Nvidia seine RTX 3000 Laptop-Grafikprozessoren vorgestellt, die eine neue Generation der besten Gaming-Laptops mit sich bringen. Auf den ersten Blick ist das Line-up selbsterklärend, denn bei den drei GPUs handelt es sich um die Nvidia GeForce RTX 3080, RTX 3070 und RTX 3060 – drei Desktop-Grafikkarten, die Ende 2020 erscheinen sind.

Wegen der Einschränkungen eines mobilen Formats heißt es allerdings wie immer, dass du nicht genau dieselbe Grafikkarte bekommst, wie der Name impliziert. Im Großen und Ganzen ist das kein Problem, da es etwas albern ist, zu erwarten, dass ein Laptop dieselbe Rechenleistung an den Tisch bringt wie ein komplettes Desktop-Setup mit unendlicher Power und Kühltechnik.

Da die Namensgebung allerdings konsistent bleiben soll, selbst wenn die Chips selbst andere sind, kann es für Verbraucher schwer nachvollziehbar sein, wie leistungsfähig der Laptop ist, den sie gerade kaufen wollen. Deshalb haben wir eins ein paar RTX 3000 Gaming-Laptops genommen und sie mit Desktop-Grafikkarten verglichen, um zu sehen, wie genau sie abschneiden.

Nvidia RTX 3080

(Image credit: Nvidia)

Kein perfektes Szenario

Testkonfiguration

Alienware m17 (2021):
CPU:
Intel Core i9-10980HK
RAM: 32 GB
SSD 1: 512 GB
SSD 2: 2 TB
GPU: Nvidia GeForce RTX 3080

Asus TUF Dash F15:
CPU:
Intel Core i7-11370H
RAM: 16 GB
SSD: 1 TB
GPU: Nvidia GeForce RTX 3070 mit Max-Q

Desktop-Testkonfiguration:
CPU:
Intel Core i5-10600K
CPU-Kühler: Cooler Master Masterliquid 360P Silver Edition
Mainboard: MSI MEG Z490 GODLIKE
RAM: 16 GB
SSD: ADATA XPG SX8200 Pro 1 TB
Case: Praxis Wetbench

Eins vorweg: Es gibt keine sinnvolle Art und Weise, eine Laptop-Grafikkarte in einer kontrollierten Umgebung zu testen.

Laptop-Grafikkarten werden von Laptopherstellern konfiguriert, deshalb handelt es sich hier keineswegs um einen endgültigen Testbericht dieser GPUs. Stattdessen wollen wir eine grobe Schätzung abgeben, was diese GPUs können und wo sie anzusiedeln sind, um bei der Wahl deines neuen Laptops zu helfen.

Wir haben dafür zwei Laptops getestet: den ASUS TUF Dash F15 und den Alienware m17. Die jeweiligen Konfigurationen kannst du im Kästchen rechts sehen. Wir möchten bemerken, dass sich bei den Laptops quasi um komplett gegensätzliche Geräte handelt, was die Konfiguration angeht, was die Vielfalt bei der Performance reflektieren soll, die diese Gaming-Laptops besitzen.

Beim Alienware geht es darum, die Performance aufs Höchste zu pushen. Dementsprechend steckt auch die leistungsfähigste, kompromisslose Hardware auf dem Markt drin. Im ASUS TUF Dash hingegen steckt einer von Intels neuen Comet Lake-H35-Prozessoren. Bei diesen Prozessoren geht es weniger um Leistung und mehr um Portabilität. Das bedeutet, dass dieses System ein leichtes und dünnes Notebook roher Performance vorzieht – und das macht sich in den Ergebnissen bemerkbar.

Rein des Vergleichs wegen haben wir die Desktop-Grafikkarte in einem PC mit einem Intel Core i5-10600K und 16 GB RAM bei 3.200 MHz gebenchmarkt. Der Grund für diese Konfiguration ist, dass der Hexacore Core i5-Prozessor mit 12 Threads recht nah bei Intels neuen mobilen Prozessoren liegt. Wir wollen aber darauf hinweisen, dass er mit einer 360-mm-AIO-Wasserkühlung ausgestattet ist und höher und länger boosten kann als ein Notebook-Prozessor.

Dennoch wird bei der RTX 3080 ein extremer Flaschenhals bei 1080p erkennbar, was wahrscheinlich ein weiterer Grund war, weshalb sich Nvidia für eine weniger leistungsfähige GPU bei der Laptop-Version entschieden hat.

Asus TUF Dash F15

(Image credit: Asus)

Worin unterscheiden sie sich?

Bei diesen neuen Notebook-GPUs ist es nicht so, als hätte Nvidia vorhandene Chips genommen, sie in Laptops gestopft und die Leistung gedrosselt. Sowohl bei der Nvidia GeForce RTX 3080 und der GeForce RTX 3070 handelt es sich in Notebooks um völlig andere GPUs – und der unterschied ist nicht einmal klein.

Zum einen hat die Nvidia GeForce RTX 3080 in ihrer Notebook-Ausführung 6.144 CUDA-Kerne, verteilt auf 48 Stream-Multiprozessoren (SMs), 16 GB GDDR6 VRAM an einem 256-Bit-Bus und einer Boost-Frequenz von bis zu 1,7 GHz.

Die Desktop-Grafikkarte hingegen besitzt 68 SMs mit 8.704 CUDA-Kernen, 10 GB GDDR6X VRAM an einem 320-Bit-Bus und einer Boost-Frequent von bis zu 1,71 GHz. CUDA-Kerne sind nicht alles, aber das ist dennoch ein Unterschied von 42 %, was natürlich bedeutet, dass die Desktop-Version der RTX 3080 wesentlich leistungsfähiger ist als die für Laptops.

Die RTX 3070 für Laptops besitzt 2.120 CUDA-Kerne und 8 GB GDDR6-VRAM an einem 256-Bit-Bus, während die Desktop-Variante der GPU 5.888 CUDA-Kerne und 8 GB VRAM an einem 256-Bit-Bus hat. Das ist lediglich ein Unterschied von 15 % gegenüber der Desktop-Karte, aber zumindest mit dem Laptop, den wir getestet haben, ist der Unterschied dennoch nennenswert.

Der größte Unterschied ist bei der RTX 3080 zu erkennen und dürfte unserer Meinung nach zur größten Verwirrung führen. Ja, die RTX 3080 für Notebooks hat 16 GB VRAM und die Desktop-Version nur 10 GB, aber die Desktop-RTX 3080 ist trotzdem wesentlich schneller.

Es ist eigentlich völlig nachvollziehbar, warum Nvidia sich bei der Notebook-GPU für 16 GB VRAM entschieden hat und der Grund dafür liegt im Speicherbus. Die Laptop-Version der GPU ist von einem 256-Bit-Bus begrenzt, im Gegensatz zum 320-Bit-Bus der Desktop-RTX. Das bedeutet, dass Nvidia die Wahl hatte, eine Notebook-GPU mit 8 oder 16 GB VRAM herzustellen – und hier ist mehr immer besser.

Wenn man bedenkt, dass die meisten Gaming-Laptops nach wie vor 1080p-Displays besitzen und mehr Wert auf Bildwiederholrate legen als auf die Auflösung, ist es wenig überraschend zu sehen, dass Nvidia einen Grafikprozessor für eine solche Auflösung baut. Schließlich ergibt es überhaupt keinen Sinn, auf dem Desktop eine RTX 3080 für ein 1080p-Display zu kaufen, also warum sollte Nvidia eine Laptop-Grafikkarte veröffentlichen, die auf der großen Mehrheit der Gaming-Laptops völlige Verschwendung wäre?

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RTX 3000 mobile performance

(Image credit: Infogram; Future)
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RTX 3000 mobile performance

(Image credit: Infogram; Future)

OK, aber wie schnell laufen sie?

Es sollte niemanden überraschen, dass die Nvidia RTX 3000 Laptop-GPUs wesentlich langsamer sind als ihre Desktop-Pendants. Allerdings ist es etwas komplizierter als das.

Da die beiden von uns getesteten Laptops unterschiedlichen Zwecken dienen, erhalten wir wiederum beide Extreme davon, wie Laptop-Grafikleistung aussieht. Das extremere Beispiel ist der ASUS TUF Dash F15, der mit der Nvidia GeForce RTX 3070 ausgestattet ist. Auf dem Papier sollte sie sich nicht allzu sehr von der Desktop-Version der Karte unterscheiden, da sie nur einen Unterschied von 15 % in Bezug auf die Anzahl der CUDA-Kerne aufweist. Da es sich bei dem Laptop jedoch um ein tragbares Gerät handelt, hat ASUS die Leistung gesenkt, um nicht einen so starken Kühler einbauen zu müssen.

Dies führt letztendlich zu einer Laptop-Leistung, die etwa 60 % geringer ist als die Desktop-Version der RTX 3070. Das hört sich nach viel an, aber es passt wirklich perfekt zum 1080p-Display und dem schwächeren Prozessor des Laptops. Dies ist auch ein Laptop, der eine Akkulaufzeit von etwa 10 Stunden erreicht, was ein Kompromiss ist, den viele Leute gerne eingehen werden. 

Auf der anderen Seite des Spektrums haben wir das Alienware m17. Dieser Laptop ist nicht ganz auf dem gleichen Niveau wie das monströse Area 51m, aber Alienware konfiguriert ihn so, dass er eine Menge Leistung aus seiner GPU herausholt. So ist die mobile Variante des 3080 trotz der starken Reduzierung der CUDA-Kerne nur etwa 20-30 % langsamer als die Desktop-Variante. 

Spannend ist jedoch, dass es ein paar Fälle gibt, in denen der Alienware m17 tatsächlich mit der Desktop-Version der RTX 3080 bei 1080p mithalten kann. Die Nvidia GeForce RTX 3080 ist völliger Overkill für 1080p, da Spiele in dieser Auflösung einfach nicht die schiere Menge an Leistung ausnutzen können. Die mobile RTX 3080 ist dafür aber geradezu perfekt und liegt in den meisten Spielen nur knapp hinter der Desktop-RTX 3070. 

Im Großen und Ganzen sieht es also so aus, als ob jede Laptop-GPU, die Nvidia auf den Markt gebracht hat, ein bisschen mehr als eine Stufe hinter ihrem Desktop-Pendant liegt. Die mobile Nvidia GeForce RTX 3080 ist fast so schnell wie die Desktop-RTX 3070, und während die mobile RTX 3070 in unseren heutigen Tests weit hinterherhinkt, liegt das wahrscheinlich am Tuning von Asus und nicht an der GPU selbst. Wir gehen davon aus, dass eine voll ausgelastete RTX 3070 für Notebooks sehr nah an die RTX 3060 Ti herankommen wird.

Cyberpunk 2077

Keine Sorge, diese Laptops werden kein Problem mit Cyberpunk 2077 haben (Image credit: CD Projekt Red)

Was bedeutet das?

Es ist kein Geheimnis, dass 4K-Gaming-Laptops in der Branche nicht gerade üblich sind. Es gibt also keinen Grund, die volle Leistung eines Gaming-PCs in ein Gerät zu packen, das für unterwegs gedacht ist. Die Nvidia GeForce RTX 3080 Founders Edition selbst wiegt fast so viel wie der ASUS TUF Dash F15. 

Dennoch könnte es für Nvidia an der Zeit sein, über eine andere Namenskonvention für seine mobilen Grafikprozessoren nachzudenken. Während es durchaus Sinn ergibt, dass ein Gaming-Laptop nicht das gleiche Leistungsniveau hat wie ein monströser Gaming-PCs, gibt es definitiv Leute da draußen, die vielleicht nicht genug mit den Feinheiten der besten Grafikkarten vertraut sind - vor allem, wenn sie ihr Sparschwein für ein 4K-Gerät schlachten. 

Zumindest sind diese neuen Gaming-Laptops mehr als fähig, die besten PC-Spiele auf Reisen zu bewältigen, etwas, das die PS5 und Xbox Series X – ohne Akku und eingebautes Display – einfach nicht können. Und, weißt du was? Es sind die kleinen Dinge, die wirklich wichtig sind.