Pokémon Karmesin und Purpurs größter Bug ist nicht das, was du erwartest

Iono poses dramatically
(Bildnachweis: Nintendo)

Bugs und Glitches sind in Pokémon Karmesin und Purpur keine Seltenheit. Das neueste Problem, das von Spielern aufgedeckt wurde, geht jedoch über das gelegentliche Aufpoppen von Texturen oder Figuren hinaus. Fans des kompetitiven Mehrspielermodus von Pokémon Karmesin und Purpur haben einen alarmierenden Fehler im PvP-Kampfstadion des Spiels aufgedeckt. Kurz gesagt, sieht es so aus, als ob jeder einzelne PvP-Kampf im Stadion denselben RNG-Seed (Zufallszahlengenerator) verwendet, um zufällige Ergebnisse im Kampf zu generieren. 

In der Praxis bedeutet das, dass die SpielerInnen lernen können, welche Angriffe in welcher Reihenfolge treffen und welche nicht, und ihre Züge entsprechend koordinieren können. Angesichts der RNG-Komponente von Pokémon-Kämpfen ist das ein ernsthaftes Problem für WettkampfspielerInnen. Ein Beispiel: Züge mit einer Genauigkeit von 90 % oder weniger scheinen beim ersten Einsatz garantiert daneben zu gehen (via Reddit (Öffnet sich in einem neuen Tab)), so dass die Spieler lernen, sie zu vermeiden und hoffen, dass ihr Gegner sie zuerst einsetzt. Auch Spieler auf Twitter berichteten von ähnlichen Problemen. 

Dieser Fehler geht weit über die eher ästhetischen und technischen Probleme in Karmesin und Purpur hinaus und betrifft direkt die Systeme, die den Kern des kompetitiven Pokémon-Erlebnisses ausmachen.

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Systemschock

The Awkward Middle Evolution

(Image credit: Future)

Die Veröffentlichung von Pokémon Karmesin und Purpur ist mit Leistungsproblemen und Bugs gespickt, wobei das zu späte Einblenden von Texturen sowie Modellen, die Einsparung von Frames ab einer gewissen Entfernung und das Unterbrechen von Zwischensequenzen durch Charaktere zu den auffälligsten Problemen gehören. Dieses spezielle neu entdeckte Problem stellt jedoch abgehackte Animationen und Framerate-Probleme in den Schatten. Dieser RNG-Fehler betrifft das Herzstück von Pokémon: das Kampfsystem. 

Wie jedes der Rollenspiel lebt und stirbt Pokémon von seiner Kampfmechanik. Das spannungsgeladene Hin und Her der Taschenmonsterkämpfe und die heikle Arithmetik, die es am Laufen hält, sind seit den Tagen von Rot und Blau das Herzstück des Pokémon-Erlebnisses. 

Diese entscheidenden Momente in einem Pokémon-Kampf, in denen wir bis an unsere Grenzen gehen, machen die Spiele aus. Der bekannte Alarmsound ertönt, wenn die Gesundheit unseres Taschenkumpels in den roten Bereich fällt. Wir greifen tief in die Tasche, beißen die Zähne zusammen und versuchen mit einem letzten riskanten Angriff, den Sieg zu erzwingen. In diesem letzten Moment kreuzen wir unsere Finger und hoffen, dass das Glück auf unserer Seite ist. 

Mit einem kaputten RNG-Seed im PvP-Modus kann Pokémon diese Erfahrung für kompetitive Spieler nicht mehr bieten, und das bricht vielen Fans das Herz, die Karmesin und Purpur dennoch eine Chance gegeben haben.

Angst vor Bugs?

Pokemon Karmesin und Purpur Open World

(Image credit: Nintendo / The Pokémon Company / GAME FREAK)

Trotz dieses neu aufgedeckten Problems stecken Pokémon Karmesin und Purpur voller kühner und innovativer Features, die das Genre auf eine ganz neue Art und Weise vorantreiben. Es ist jedoch besorgniserregend, dass das Ausmaß der Bugs, die das Spiel betreffen, so groß ist, dass sie das zentrale Kampfsystem untergraben.  

Pokémon-Wettkämpfe sind seit den Anfängen der Serie ein fester Bestandteil der Pokémon-Fangemeinde. Die Tatsache, dass Game Freak auch hier den (Poké)Ball fallen gelassen hat, ist enttäuschend, denn es ist möglich, ambitionierte Open-World-Titel für die Switch zu veröffentlichen und sie elegant laufen zu lassen; man denke nur an Xenoblade Chronicles 3 oder das kommende The Legend of Zelda: Tears Of The Kingdom

Dadurch, dass Game Freak diesen Fehler nicht vor der Veröffentlichung behoben hat, ist das wichtigste System von Pokémon gescheitert.

Ich bin Michael und ich beschäftige mich vor allem mit den Themen Gaming, Nintendo und Audio. Noch bevor es mich zu TechRadar Deutschland verschlagen hat, absolvierte ich an der Akademie für Neue Medien eine Kompaktausbildung zum Crossmedia-Journalist. Dort lernte ich nicht nur das journalistische Handwerk, sondern auch wie man moderiert und gute Kurzfilme produziert. Nun bin ich bei TechRadar Deutschland als Volontär gelandet und tierisch froh, leidenschaftlich über Videospiele, Gaming und Tech zu schreiben.

Erreichbar bin ich unter mwinkel[at]purpleclouds.de.

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