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Im Test: Xenoblade Chronicles 3

Xenoblade Chronicles 3 ist DAS JRPG-Spektakel in 2022

In Xenoblade Chronicles 3 können wir uns wieder auf epische Begegnungen in schicker Anime-Optik gefasst machen.
(Image: © Nintendo / Monolith Soft)

TechRadar Fazit

Xenoblade Chronicles 3 ist ein beeindruckendes JRPG, welches durch seine packende, gut inszenierte Erzählung punktet. Zurück halten den Titel jedoch die Hardware-Limitierung und einige weniger liebevoll behandelte Designentscheidungen.

Pros

  • +

    Hervorragende, tiefgründige Story

  • +

    Prall gefülltes Content-Paket

  • +

    Frisches und sinnvoll weiterentwickeltes Kampfsystem...

Cons

  • -

    Grafisch detailarme Spielumgebung

  • -

    Grindlastige Passagen

  • -

    ...was länger braucht, um in die Gänge zu kommen

Informationen zur Review

Spielzeit: 70 Stunden 

Plattform: Nintendo Switch 

Eins vorweg: Ich hab einige Spielstunden gebraucht, um mit Xenoblade Chronicles 3 warm zu werden. 

Geschuldet ist das einerseits der Tatsache, dass ich ein Xenoblade-Neuling bin und mich mit dem jüngsten Teil erstmals an die JRPG-IP herangewagt habe. Andererseits gibt es aber auch spielerische Problematiken, die den Einstieg zäh und langatmig machen. Trotz diesem und weiteren Makeln konnte mich Xenoblade in seiner Gesamtheit aber hervorragend unterhalten. 

Was genau ich als Neueinsteiger bei meiner Reise an Höhen und Tiefen durchlebt habe und warum Xenoblade zu meinen Switch-Highlights im Jahr 2022 zählt, erfährst du allerdings erst, wenn du weiterliest. 

Xenoblade Chronicles 3 – Preis und Veröffentlichungstermin

  • Worum handelt es sich? Ein riesiges JRPG mit Echtzeitkämpfen und einigen weitläufig abgegrenzten, aber miteinander verbundenen Regionen
  • Wann erschien der Titel? 29. Juli 2022
  • Was kostet er? 59,99 Euro
  • Auf welchen Plattformen kann ich das Game spielen? Nintendo Switch

Gefangen in den Zyklen des Krieges

Ein jeder Soldat in Xenoblade Chronicles 3 hat ein mickrige Lebensspanne von nur 10 Jahren.

(Image credit: Monolith Soft)

Der Prolog wirft dich mittenrein in die kriegszerrüttete Welt Aionios, in der sich die zwei Fraktionen Agnus und Keves gegenüberstehen. Unsere Protagonistengruppe formt sich dabei frühzeitig aus Ex-Mitgliedern beider Lager und vermittelt uns an vielen Stellen, dass hier die Unterscheidung in Gut und Böse alles andere als einfach ist. 

In weiten Teilen sind wir aufgrund der anfänglichen Ereignisse dabei als Rebellen unterwegs, die einander verstehen lernen und sich trotz anfänglicher Feindseligkeit verbünden muss, um zu überleben. Gefördert wird diese Prozedur durch gemeinsame Gespräche, Kämpfe und Verschmelzung zu Mecha-Monstern... Moment, was?

Jeder Soldat in Xenoblade Chronicles 3 lebt 10 mickrige Jahre und kämpft um sein Überleben bis zum Ende dieser Spanne

(Image credit: Monolith Soft)

Ja genau, richtig gelesen. Ein maßgebliches Feature des Kampfsystems und der Story stellt die Vereinigung zu den menschenähnlichen Robotern, den sogenannten Ouroboros, dar. Die Nebenwirkung dieser Fusionierung ist der Austausch von Erinnerungen und Emotionen der beteiligten Verschmelzungspartner. Dies sorgt auch dafür, dass Selbige sich besser kennenlernen, ihr eigenes Denken und Handeln reflektieren und das bekannte Wissen über das jeweils andere Lager überdenken. 

Die Rebellion gegen den gegenwärtigen Ist-Zustand der Welt und die Entwicklung der Charaktere verweisen dabei häufig auf reale Themen und Probleme des echten Lebens. So drehen sich viele Gedanken um Krieg und die Einteilung in das Gute und Böse. Zeitgleich werden aber auch Thematiken wie Leben und Tod, Hoffnung und Trauer sowie Glück und Leid angesprochen. 

Solche Themen und Spieletitel stechen insbesondere im sonst so fröhlichen Switch-Ensemble heraus und sind in diesem Fall genial aufbereitet. Mich zumindest haben sie langfristig zum Nachdenken angeregt und auch nach dem eigentlichen Playthrough noch länger begleitet.

Die Interaktion der Charaktere sorgt nicht nur dafür, dass wir mehr über unsere Gruppe an Protagonisten erfahren, sondern auch öfter zum Denken über unser reales Handeln angeregt werden.

(Image credit: Monolith Soft)

Optische High- und Lowlights

Auf grafischer Ebene hinterlässt Xenoblade Chronicles 3 bei mir gemischte Gefühle. Einerseits bin ich ein großer Fan von den toll inszenierten Zwischensequenzen, den schönen Details in selbigen sowie der Anime-Optik im Allgemeinen. Andererseits enttäuscht die weitläufige Spielwelt, in welcher wir uns zu einem Großteil der Spieldauer aufhalten und fortbewegen, durch ihre Detailarmut. 

Mitunter mag das der schieren Größe der Spielwelt geschuldet sein oder aber den Hardware-Limitierungen der Switch, die Entwickler zunehmend vor eine größere Herausforderung stellen. Sicher ist allerdings, dass du dich auf schwammige Texturen und geringe Detaildichte gefasst machen musst.

Freuen darfst du dich aber immerhin auf tolle Effekte und Kampfanimationen, die zumindest einen Wermutstropfen darstellen dürften. Und obwohl die Umwelt nicht durch hohe Auflösungen überzeugt, tut sie das doch zumindest mit abwechslungsreichen und interessanten Ortschaften.

Every soldier in Xenoblade Chronicles 3 lives for just 10 years.

(Image credit: Monolith Soft)

Weiterhin hat der optische Abstrich einen entscheidenden, überaus positiven Effekt auf die Performance. Im Austausch zu Grafikabstrichen läuft Xenoblade Chronicles 3 demnach im Docked- und Handheld-Modus mit bombenfesten 30 FPS. 

Das sorgt für einen tollen Spielfluss sowie ausbleibenden Frustmomenten beim Kämpfen oder Erkundung. Ganz egal wie viele Gegner und Effekte zu sehen oder wie groß das dargestellte Areal war, nichts bringt Konsole und Spieler aus dem Konzept – an dieser Stelle an Chapeau an Monolith!

Talentierte Kämpfer

Neben Erkundung, Cutscenes und Textdialogen stellen kämpferische Auseinandersetzungen den größten Teil des Inhaltes dar. Bezogen auf Selbige kann Xenoblade 3 mit einem frischen Kampfsystem und diversen MMO-Anleihen bei mir punkten. Ähnlich wie bei Online-Rollenspielen umfasst unser Team demnach verschiedene Rollen, die von agilen und schadensstarken Angreifern über den unterstützenden Heilern bis hin zum bollwerkartigen Verteidiger reichen. 

In Konfrontationen setzt sich unsere Charaktergruppe dabei mit einem Mix aus Standardangriffen, simplen Fähigkeiten sowie stärkeren Talentkünsten zur Wehr. Sobald die Talentkünste durch entsprechende andere Kampfmöglichkeiten aufgeladen wurden, erwarten dich auf Knopfdruck massive Heilzauber sowie kraftvolle schadenserzeugende oder -vermindernde Talente. In Windeseile entsteht hiermit ein belohnender, simpler und spaßiger Gameplay-Loop.

Und das Beste: Wirklich alle Klassen offerieren grandiosen Spielspaß. Selbst zähle ich zwar Schadensausteiler zu meinen Favoriten, konnte aber auch mit den Heilern und Verteidigern so einige tolle Spielstunden und Konfrontationen genießen. Dazu trägt bei, dass die Auseinandersetzungen in der Spielwelt echt fordernd sein können und gutes Timing, Positionierung und aktive Anpassung an feindliche Angriffsmuster verlangen. 

Das Kampfsystem belohnt durch einen einfachen, aber wirksamen Gameplay-Loop

(Image credit: Monolith Soft)

Die Kämpfe sind auch deswegen so spaßig, weil hier tatsächlich einige knackige Konfrontation auf dich warten, bei denen es öfter einmal passieren kann, dass deine Gruppe ins Gras beißt. Gefrustet hat mich das allerdings nie und der Schwierigkeitsgrad war für mich angenehm gewählt. 

Alternativ kannst du dir knifflige Kämpfe aber natürlich auch erleichtern, indem du Vorarbeit in Form von Grinding betreibst. Ein geläufiges JRPG-Element, dass monotones Farmen von Erfahrungspunkten und Leveln meint. Kann man mögen, muss man aber nicht...

Im Vergleich zum Grinding hat mich persönlich das langsame Pacing in den ersten Stunden aber häufiger aus meiner sonst spaßigen Zeit mit Xenoblade herausgerissen. Zwar ist es nicht ganz unsinnig einzelne Mechaniken nach und nach näherzubringen, allerdings kam ich nicht umher mich in den Anfangsstunden durch wenig fordernde Kämpfe und eingeschränkte Freiheiten zu langweilen. 

Mit der Zeit wird das deutlich besser und gerade Kämpfe werden spannend – in den ersten 1-2 Dutzend Spielstunden hab ich mir allerdings öfter eine Vorspulfunktion gewünscht. Und trotzdem...

Fazit: Ich bin froh, mich auf dieses Abenteuer eingelassen zu haben

Storytechnisch macht Xenoblade niemand so schnell etwas vor...

(Image credit: Monolith Soft)

Entwicklerstudio Monolith hat in Xenoblade Chronicles 3 spürbar viel Herzblut investiert und liefert seiner Spielerschaft und Fangemeinde eine hervorragende JRPG-Erfahrung. 

Gefüllt ist diese mit reichlich Content, einer hübschen Welt und einem interessanten Setting. Im Spieldurchlauf sorgt vor allem das belohnende Kampfsystem dafür, dass auch nach Dutzenden Spielstunden die Luft noch nicht raus ist. Der größte Pluspunkt war für mich aber die geniale Erzählung, die wichtige Themen anspricht und so deutlich mehr als nur schnödes Beiwerk ist. 

Zeitgleich hat der Titel aber auch seine Fehler. Der Beginn ist zäh, es gibt optische Defizite und der Grind ist sicherlich auch nicht jedermanns Geschmack. 

Empfehlen würde ich Xenoblade Chronicles 3 nach meinen Durchgang vor allem Genre- und Serien-Fans, die auf ein umfangreiches Abenteuer in Aionios aus sind. Abseits davon dürfte der Titel aber auch Neulinge wie mich abholen, wenn man dem Ganzen eine Chance gibt. Für mich war der erste Ausflug ins Xenoblade-Universum jedenfalls eine denkwürdige Erinnerung, die mich noch länger begleiten wird.

Als Redakteur bei TechRadar Deutschland beschäftigt sich Christian Schmidt primär mit den Themen Gaming sowie PC-Hardware.



Erreichbar ist Christian unter der Mailadresse cschmidt[at]purpleclouds.de.

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