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Netflix setzt mehrere Serien ab

Pressefoto einer Person, die mit der Fernbedienung in der Hand Netflix startet
Netflix stellt einige Projekte ein, die sich in Arbeit befunden haben. (Image credit: Shutterstock / Vantage_DS)

Nach dem kürzlichen Einbruch der Aktie und schwankenden Nutzerzahlen stellt Netflix einige Serien und Filme ein.

The Wrap zufolge zieht der Streaming-Gigant bei einigen Eigenproduktionen, die sich in Arbeit befunden haben, den Stecker. Am härtesten trifft es die Animationsabteilung von Netflix, Netflix Animation.

Gestern haben unsere Kollegen berichtet, dass Netflix seit Anfang 2022 200.000 Abonnenten verloren hat. Der Rückzug des Unternehmens aus Russland als Reaktion auf die Invasion der Ukraine hat laut Reuters weitere 700.000 Zuschauer gekostet. Im Zuge dessen ist der Marktwert um rund 50 Mrd. US-Dollar gesunken (via BBC).

Im Umgang mit dem ersten Rückgang der Nutzerzahlen seit über einem Jahrzehnt und dem Einbruch der Aktie möchte Netflix nun wohl proaktiv handeln und stellt einige Projekte ein.

Eleven schreit, als sie ihre Kräfte in Stranger Things Staffel 4 einsetzt

Netflix-Hits wie Stranger Things sind sicher. (Image credit: Netflix)

Aus dem Bericht von The Wrap geht hervor, dass Phil Rynda, Director of Creative Leadership and Development for Original Animation, und große Teile seines Teams Anfang der Woche entlassen worden sind.

Zudem hat Netflix einige seiner Animationsprojekte eingestellt, wie die Adaption von „Die Zwicks“ von Roald Dahl. Zu den anderen Projekten, die kurzerhand abgebrochen worden sind, gehört die lang erwartete Zeichentrickserie basierend auf der beliebten Comic-Reihe „Bone“ von Jeff Smith und „Toil and Trouble“ von Lauren Faust.

Doch nicht nur Serien sind vom Frühjahrsputz betroffen. Auch Filme, wie etwa Bright 2, die Fortsetzung des Fantasy-Streifens mit Will Smith, fallen dem Rotstift zum Opfer, berichtet What's on Netflix. Die Einstellung von Bright 2 hat wahrscheinlich eher mit Will Smiths Eklat bei den Oscars 2022 zu tun. Wir hatten zuvor berichtet, dass Netflix und Sony sich im Zuge von „Slapgate“ von Will Smith getrennt hatten, doch Bloomberg-Reporter Lucas Shaw zufolge behauptet Netflix, dass die Einstellung von Bright 2 wenig mit dem Vorfall bei den Oscars zu tun hat.

Es ist unklar, wie viele Netflix-Serien und -Filme darüber hinaus auf der Kippe stehen. Es scheint jedoch, dass einige der größten Hits des Streaming-Anbieters – Stranger Things, The Witcher, Arcane und Squid Game, um nur vier zu nennen – alle sicher sind. 

Es scheint, als seien hauptsächlich Filme und Serien betroffen, die sich noch in Entwicklung befanden. Allerdings scheut sich Netflix auch nicht davor, beliebten Produktionen den Stecker zu ziehen, wenn es sein muss – so etwa Archive 81 und The Dark Crystal: Age of Resistance. 


Analyse: Schwierige Zeiten für Netflix

Eine Frau verwendet Netflix auf einem Laptop

(Image credit: Shutterstock / sitthiphong)

Für Netflix sind es harte Zeiten. Das Unternehmen ist zwar nach wie vor der größte Streaming-Anbieter weltweit, doch es steht außerfrage, dass die rückläufigen Nutzerzahlen und der angeschlagene Atkeinkurs ihm zu schaffen machen.

Netflix hat mit immer größerer Konkurrenz von Disney Plus, Prime Video und Apple TV Plus zu kämpfen. Letzterer hat Netflix erst kürzlich an der Nase herumgeführt, als CODA den Oscar für den besten Film gewonnen hatte.

Dazu kommt die jüngste Entscheidung, Account Sharing zwischen verschiedenen Haushalten einzuschränken. Dafür hat Netflix begonnen, ein neues Feature zu testen, bei dem Besitzer eines Accounts für rund drei Dollar Personen außerhalb ihres Haushalts hinzufügen können. Diversen Reddit-Threads nach zu urteilen erweist sich diese Entscheidung als alles andere als beliebt.

Es bleibt abzuwarten, ob Netflix sich von diesen Rückschlägen erholen kann. Realistisch betrachtet dürften 200 Mio. Abonnenten fürs erste ausreichen. Auch Netflix hofft, dass diese Probleme nur vorläufig sind und dass der nächste große Netflix-Hit wieder zahlende Kundschaft anlockt.

Es gibt jedoch keinen Zweifel daran, dass Netflix gerade durch stürmische Gewässer navigieren muss. Die nächsten Schritte könnten entscheidend dafür sein, ob das der Streaming-Anbieter Nutzer zurückgewinnen kann, oder ob alles noch weiter den Bach runtergeht.

Eugen Wegmann

Eugen Wegmann ist Online-Redakteur für PurpleClouds Deutschland GmbH / TechRadar Region DACH und zuständig für Gaming und Computer-Hardware.

E-Mail: ewegmann[at]purpleclouds.de

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