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Lohnt sich ein billiger Laptop im Jahr 2022?

Häufig gehen InteressentInnen eher davon aus, dass die besten Produkte auch entsprechend viel Kosten müssen - wir sagen: Das muss nicht so sein
(Image credit: Shutterstock/Africa Studio)

Wir verstehen die Skepsis gegenüber preisgünstiger Notebook-Ableger. Vor allem, da wir in der Vergangenheit durch Hersteller und Werbung darauf konditioniert wurden, dass billige Geräte reine Geldverschwendung sind und wir allein in die teuersten und 'besten' Ableger unsere Zeit und das hart verdiente Geld investieren sollten. 

Trotzdem gibt es eine zunehmende Nische in der Käuferschaft, die günstige Geräte schätzt bzw. zu schätzen lernt. Berechtigterweise muss man sich aber in 2022 fragen inwiefern ein 200-300 Euro Notebook denn jemals mit einem MacBook (opens in new tab), Gaming-Laptop (opens in new tab) oder Ultrabook (opens in new tab)für mehrere hundert bis tausende Euro mithalten will. 

Spoiler: Das funktioniert mitunter immer noch nicht. Warum günstige Notebooks jedoch trotzdem ihre Daseinsberechtigung haben, leistungstechnisch nicht unterschätzt werden sollten und für dich genau das Richtige sein könnten, möchte ich dir im Folgenden einmal näher erläutern.

Die Karten wurden neu gemischt

Inzwischen sind auch in Budget-Produkten leistungsfähige CPU-Chips verbaut, die im Alltagsgebrauch keine wesentlichen Unterschiede zu High-End-Geräten feststellbar machen

(Image credit: Intel)

Vor etwas einem Jahrzehnt hätte unsere Redaktion dir nie und nimmer zu einem "Billo-Notebook" geraten - allerdings hat sich seither einiges verändert. 

Angefangen beim Betriebssystem und mobilen Komponenten: Hier hat vor allem Google gezeigt, dass sich die Vision von gelungenen kostengünstigen und leistungsfähigen Produkten durchaus realisieren lässt - unter Abstrichen. 

Aber auch die vorangeschrittene Rivalität zwischen den Herstellern sorgt dafür, dass nicht nur immer neue und bessere Mid- und High-End-Produkte den Markt schwemmen, sondern das auch Einsteiger und Sparfüchse von den fortlaufenden Neuerungen und Optimierungen im Bezug auf Hard- und Software profitieren und das eben auch im niedrigpreisigen Segment.

Auch die Art und Weise der Nutzung hat sich zunehmend gewandelt. Anstelle direkt mehrere hundert Euro für eine Aufrüstung von Einzelteilen oder Neuanschaffung in die Hand zu nehmen, verlassen wir uns stattdessen beispielsweise auf portable Lösungen wie mobile SSD-Festplatten oder breit zugängliche Cloud-Speicher-Optionen.

Und da hört der Wandel und Komfort nicht auf. Statt Bearbeitungssoftware zu installieren, nutzen wir stattdessen die Browser-Variante. Filme, Musik und Spiele werden ebenso seltener gespeichert, sondern eher bequem gestreamt. 

Das sorgt schließlich dafür, dass wir weniger Laptop-Ressourcen verbrauchen oder gar benötigen, was wiederum der Geräteauslastung und schließlich auch dem Geldbeutel zugute kommen kann. 

Was darf ein Laptop kosten?

Natürlich ist der Preis stark gekoppelt an den individuellen Nutzerzweck: Willst du die neuesten Spiele auf bester Einstellung konsumieren? Dann solltest du trotzdem tiefer in die Tasche greifen

(Image credit: Future)

Zunächst einmal ist der Kostenpunkt stark an die individuellen Bedürfnisse geknüpft. Willst du also beispielweise 4K-Inhalte nutzen? - Dann wird es teuer.
Willst du alle aktuellen Spiele mit 60FPS und mehr spielen? - Dann wird es teuer.
Betreibst du Bildbearbeitung oder Videoschnitt? - Du verstehst schon...

Daneben muss man natürlich auch noch differenzieren, wann man wirklich von "billig" sprechen sollte. Gehen wir von einem willkürlichen Fixpunkt von 700 Euro aus, dann wäre ein guter Gaming-Laptop für diesen Preis der absolute Wahnsinn, während es bei einem Office-Gerät (opens in new tab) oder Chromebook (opens in new tab) schon wieder ganz anders aussehen mag.

Im Umkehrschluss ist es relativ leicht mit einem teuren Produkt eine gute Wahl zu treffen - wenn auch nicht immer die Ideale. Denn teure Produkte versprechen zumeist den Verbau von besseren Komponenten, mehr Leistung, weniger Frust beim Arbeiten oder Konsum von Unterhaltungsmedien und schlicht ein besseres Gesamterlebnis. Allerdings heißt das nicht, dass du für deine Verwendungszwecke nicht auch etwas im kostengünstigen Segment finden würdest. 

Es ist schlussendlich eine Gratwanderung zwischen Leistung und Preis, bei der jeder für sich selbst abwägen muss, was er wirklich braucht und was nur ein nützliches, aber zumeist ungenutztes, Extra sein könnte. Solltest du dir dahingehend trotzdem einmal unschlüssig sein, gibt es aber zum Glück immer noch genug Kaufberatungen (opens in new tab) aller Art. 

Was sind gute und preisgünstige Laptop-Marken?

Lenovo bietet mit seiner IdeaPad-Reihe einen sehr gelungenen Preis-Leistungs-Kompromiss an.

(Image credit: Future)

Ein Ratschlag vorab: Genauso wenig wie der teuerste Laptop, ist der günstigste Laptop stets geeignet für deine Zwecke. Gerade bei preisgünstigen Geräten gibt es allerdings einige schwarze Schafe, weswegen Vorsicht geboten ist.

Ein positives Beispiel für gelungene Budget-Notebooks ist Hersteller Dell. Nicht nur kann dieser durch seine Premium-Modelle bereits seit geraumer Zeit punkten, sondern auch die günstigen Ableger überzeugen durch gelungene Gesamtpakete. Insbesondere wollen wir dir hier die Inspiron-Windows-Reihe des Herstellers ans Herz legen. Nebst hierzu gibt es zwar auch Chromebook-Ableger, hier ist die Konkurrenz Dell allerdings in den meisten Belangen noch einen Schritt voraus. 

Neben Dell empfehlen sich auch Hersteller wie Asus oder Acer, die für kleines Geld eine robuste, zumeist zuverlässige Wahl darstellen und in einigen Funktionsbereichen die Grenze zu High-Budget-Produkten verschwimmen lassen. Insbesondere die Haptik in Form von komfortablen Tastaturen und reaktionsfreudigem Trackpad spricht hier Bände.

Unseren Empfehlungsreigen schließt schlussendlich Lenovo ab, die in Sachen Preis-Leistung zur absoluten Spitze zählen dürften. Insbesondere die Chromebook-Ableger des Herstellers sind eine große Empfehlung wert und für alle, die sich mit ChromeOS anfreunden können, eine gute Wahl.

Günstig geht natürlich auch anders...

Der Prime Day steht vor der Tür und lockt einmal mehr mit allerhand Rabatten und Aktionen die Käuferschaft

Durch Rabattaktionen von Herstellern und Händlern kannst du bei kostengünstigen und -intensiven Notebooks aller Art noch einmal einiges an Geld sparen.  (Image credit: Amazon)

Heutzutage kann "billig" natürlich auch bedeuten, dass Produkte entlang von Angebots- und Aktionszeiträumen kleine und große Preissenkungen erfahren. Inzwischen sind diese Verkaufsaktionen über das ganze Jahr verteilt und in beinahe jedem Quartal gibt es mindestens einen größeren Sale von Computern und Notebooks aller Art. 

Insofern du beispielsweise mit dem Kauf eines Premium-Laptops oder Flaggschiffs der Hersteller liebäugelst, so bieten sich große Angebots-Aktionen wie der Amazon Prime Day (opens in new tab) an. Dieser steht schon kurz bevor und stellt dir besonders starke Rabatte deiner Lieblingsprodukte in Aussicht.

Noch mehr sparen kannst du außerdem beim Kauf eines Vorjahresmodells, dass inzwischen bei vielen Herstellern üblich ist. Diese ähneln zumeist dem Traum-Modell in den meisten Belangen, sind hierbei allerdings um einiges preiswerter. Wenn du also nicht auf exklusive Funktionen heiß bist, ist das ebenso eine geeignete Wahl, um ein paar Euro zu sparen.

Auch gut: Nicht nur die teuren Modelle erfahren bei Angebots-Aktionen einen Preissturz. Insofern du dich ohnehin für eine Budget-Variante interessierst, lohnt sich auch hier das Warten und Spekulieren auf Kostenersparnisse während Prime Day und Co.

Ebenso eignen sich beispielsweise die Refurbished-Abteilungen von diversen Herstellern. Hier erhältst du etwas ältere, neu aufbereitete oder gebrauchte Geräte zum entsprechend niedrigen Preis - oft inklusive einer frischen Garantie. Eine weitere, tolle Option also, um einen Schnapper zu machen!

Fazit: Günstige Laptops kaufen oder nicht?

Ob du einen günstigen Laptop kaufen solltest, hängt schlussendlich von deinen Nutzerwünschen ab. Es gibt aber mit Sicherheit eindeutige Umstände, die zum Kauf eines billigen Laptops verleiten können - und das muss nicht nur der Preis sein. 

Viele SchülerInnen (opens in new tab) brauchen beispielsweise keinen 500-Euro-Laptop, um lediglich Schularbeiten zu erledigen und Videos zu schauen. Genauso wenig benötigen Erwachsene ein High-End-Gerät, wenn sie es allein für E-Mails, Videotelefonate oder Filmunterhaltung nutzen. Ja sogar einige Berufsgruppen wie Journalisten, Lehrer, Autoren, und kleine Unternehmer sind mit günstigeren Notebooks mitunter besser beraten. 

Final kannst aber nur du entscheiden, was für dich die beste Wahl ist. Brauche ich alle Funktionen und reize ich die Hardware aus? Ist mir die Optik besonders wichtig? Geht es mir nicht nur um die Marke und den verbundenen Prestige? - Wenn du eine oder mehrere Fragen verneinst, könnte auch ein billigeres Modell zumindest mal einen Blick wert sein. 

Christian Schmidt

Als Redakteur bei TechRadar Deutschland beschäftigt sich Christian Schmidt primär mit den Themen Gaming sowie PC-Hardware.



Erreichbar ist Christian unter der Mailadresse cschmidt[at]purpleclouds.de.

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