Gaming-PC: Auf diese Komponenten kommt es an

Für das perfekt Gaming-Setup kommt es auch auf die inneren Werte deines PC-Systems an
(Bildnachweis: DisobeyArt / Shutterstock)

Die Modulbauweise von PCs erlaubt es, ihr Inneres ideal an den Anwendungszweck anzupassen. Dies gilt somit auch für Gaming-PCs, in denen es auf einige Komponenten verstärkt ankommt. Was aktuell wichtig ist und wo eventuell Stolpersteine drohen, zeigt dieser Artikel.

Zielsetzung: Was soll der Gaming-PC können?

Gaming-PCs sollen möglichst viel Performance (und Bildqualität) in modernen Spielen liefern. Da der Einsatzzweck eng umrissen ist, legt dies den Fokus auf die Komponenten, die für die Leistung in 3D-Spielen am Ende wichtig ist. Im Wesentlichen sind dies, je nach Betrachtungsweise, drei bis fünf Bauteile: CPU, GPU und RAM sowie eventuell die verwendete Festplatte und das Netzteil.

Schauen wir uns daher an, warum diese Komponenten wichtig sind und wie Käuferinnen und Käufer die richtigen Modelle finden.

Prozessor (CPU)

Die Auswahl findet stets zwischen CPUs (Öffnet sich in einem neuen Tab) von AMD oder Intel statt. Spätestens seit Einführung der Ryzen 5000-Produktreihe im Jahr 2020 fallen die Unterschiede zwischen Intels Core i-Serie und den Ryzen-CPUs von AMD hinsichtlich der Leistung nur noch marginal aus. Für Gaming-PCs sind je nach Hersteller Modelle aus der Reihe Intel Core i5 oder AMD Ryzen 5 (oder besser) zu empfehlen. Core i3 und Ryzen 3 könnten in einigen Spielen aufgrund mangelnder CPU-Kerne limitiert sein.

Einige Faustregeln erstrecken sich über beide Hersteller:

  • Es sollten mindestens vier CPU-Kerne sein, sechs bis acht sind besser. Alles darüber hinaus ist nur für Enthusiasten wichtig. 
  • Je höher der Takt, desto besser (innerhalb derselben Modellreihe). Achtung: Bei besonders schnellen CPUs ist manchmal kein Lüfter im Lieferumfang enthalten, dieser muss dazugekauft werden.
  • CPUs verbrauchen unterschiedlich viel Strom. Wer spielen möchte, aber gleichzeitig keinen Stromfresser kaufen möchte, sollte keine High-End-CPUs wählen. Diese verbrauchen proportional mehr Strom.

Zu bedenken ist abschließend, dass zu jeder CPU auch ein passendes Mainboard gekauft werden muss. Intel-CPUs passen nicht auf AMD-Mainboards - und umgekehrt.

Grafikkarte (GPU)

Grafikkarten (Öffnet sich in einem neuen Tab) erzeugen das Bild auf dem Monitor und kümmern sich um die Berechnung aller Inhalte und Effekte in Spielen. In modernen Spielen müssen sie Schwerstarbeit verrichten, entsprechend hoch ist ihr Preisschild.

Spielerinnen und Spieler haben die Wahl zwischen GeForce-GPUs von NVIDIA und Radeon-Grafikkarten von AMD. Generell lässt sich in den letzten Jahren der Trend beobachten, dass NVIDIA die absolute Leistungs-Krone für sich beansprucht. AMD kann dort nicht ganz mithalten, aber punktet dafür häufiger über einen niedrigeren Preispunkt. Wer heute High-End kaufen möchte, muss aber immer tief in die Tasche greifen: Mindestens 1.000 Euro werden für eine der Modelle aus der GeForce RTX 4000-Serie oder der Radeon 7000-Serie fällig, auch die 2.000-Euro-Grenze kann geknackt werden.

Oft gibt die Auflösung den Ton an:

  • Für 1080p-Monitore reichen meist Grafikkarten aus dem Einsteigersegment aus.
  • 1440p-Geräte verlangen nach mehr Leistung, entsprechend kommen Mittelklasse-GPUs in Frage.
  • 4k-Displays benötigen sehr viel mehr Performance. Wer in dieser Auflösung bei maximaler Bildqualität spielen will, kommt um die teuersten GPUs meistens nicht herum.

Nicht nur für Krypto-Mining, sondern auch für PC-Gaming ist eine leistungsstarke GPU unabdingbar

(Image credit: Victority / Shutterstock)

Achtung: Besonders die aktuellsten Vertreter von NVIDIA und AMD verbrauchen extrem viel Strom, das Netzteil muss also entsprechend dimensioniert sein. Allein eine GeForce RTX 4090 (Öffnet sich in einem neuen Tab) kann bereits, je nach Modell, mindestens 500 Watt benötigen – das restliche System nicht eingerechnet.

Arbeitsspeicher (RAM)

Nach wie vor zählt beim Arbeitsspeicher, dass die Menge wichtiger ist als die Geschwindigkeit. 8 GB ist heute die unterste Grenze für einen Gaming-PC, 16 GB ist besser. Mit 32 GB ist man auf der sicheren Seite.

Zu beachten ist, dass es unterschiedliche RAM-Arten (Öffnet sich in einem neuen Tab) gibt. Dies ist bei der Zusammenstellung des Systems wichtig:

  • CPUs aus der aktuellen Ryzen 7000-Serie sind die ersten Prozessoren, die DDR5-RAM benötigen. Mainboard und Arbeitsspeicher sind aktuell noch teurer als ihre Kollegen aus dem DDR4-Lager. Dies erhöht die Kosten für ein System auf Ryzen 7000-Basis beträchtlich.
  • DDR4 ist günstiger und für alle anderen CPU- und Mainboard-Kombinationen geeignet. Geschwindigkeits-Technisch gibt es noch keinen signifikanten Unterschied. Dafür ist DDR4 jedoch ein Auslaufmodell, das in einigen Jahren von DDR5 komplett abgelöst sein wird.

Die verschiedenen RAM-Arten unterscheiden sich weiterhin in Bezug auf Geschwindigkeit (angegeben in MHz) und ihre Timings. Je höher der Takt und je niedriger die Timings, desto besser. Tipp: Zuerst sollten Spielerinnen und Spieler darauf achten, mindestens 16 GB in ihren Gaming-PC einzubauen. Der Rest vom RAM-Budget kann dann für entsprechend schnellen RAM ausgegeben werden.

Festplatte

NVMe-Festplatten haben den klassischen SSDs in den letzten Jahren in Bezug auf die Geschwindigkeit deutlich den Rang abgelaufen. Für Gamer sind sie jedoch weniger relevant: Ihre hohe Geschwindigkeit kopiert zwar im besten Fall mehrere Gigabyte Daten pro Sekunde von A nach B. Gleichzeitig ist dies für die Performance in Spielen jedoch kaum von Relevanz. Es gibt - zumindest aktuell - keine Spiele, die stets nach der neuesten Generation NVMe-Festplatten verlangen. Dazu kommt, dass NVMe-Modelle nach PCIe 4- oder sogar PCIe 5-Spezifikation sehr teuer sind.

Preisbewusste Spielerinnen und Spieler sind daher bereits mit "älteren" NVMe-Festplatten gut beraten. Das Budget sollte besser in CPU, GPU und RAM investiert werden, bevor die neueste NVMe-Festplatte angeschafft wird.

Netzteil

Zuletzt muss ein Netzteil angeschafft werden, das unter Last ausreichend Strom bereitstellt. GPU und CPU sind für den Großteil des Strombedarfs verantwortlich. Eine einfache Methode besteht darin, die von den Herstellern angegebenen Werte für den Stromverbrauch aller Komponenten zusammenzuaddieren und anschließend noch 100 bis 200 Watt Aufschlag als Puffer zu nehmen. Das reicht aus, um selbst Lastspitzen abzufangen.

PC gaming

(Image credit: Shutterstock)

Woran Gamer selten denken

Beim Kauf werden einige Faktoren gerne übersehen. Damit das nicht passiert und Überraschungen ausbleiben, lohnt sich ein Blick auf die folgenden Tipps:

  • Die Lautstärke von PC-Systemen kann je nach persönlicher Empfindlichkeit und Aufstellungsort des PCs relevant sein. GPU-, CPU- und Gehäuselüfter produzieren eventuell deutlich wahrnehmbare Geräuschpegel. Beim Kauf dieser Komponenten sollte daher nicht nur darauf geachtet werden, wie gut diese Bauteile kühlen, sondern auch, wie laut sie dabei zu Werke gehen.
  • Die Schnittstellen zwischen PC und Mensch sind der Monitor und die Eingabegeräte. Beim Display sowie Maus und Tastatur zu sparen, ist daher keine gute Idee. Gleichzeitig kosten gute Monitore und Eingabegeräte nicht wenig Geld. Bei der Berechnung der Kosten des Gaming-PCs sollte nicht vergessen werden, diese Peripheriegeräte zu berücksichtigen.
  • Ein gutes Gehäuse kann die Kühlleistung eines Gaming-PCs deutlich(!) verbessern. Moderne Gehäuse sind so aufgebaut, dass wesentlich mehr Luft durch das Innere zirkulieren kann. Gerade bei High-End-Systemen ist es wichtig, Gehäuse auszuwählen, die diese Komponenten kühlen können. Außerdem sind moderne Grafikkarten teilweise so groß, dass sie nur in entsprechende Gehäuse passen.

Vor allem der Bau des ersten Gaming-PCs kann eine regelrechte Odyssee sein. Der Aufwand lohnt sich jedoch am Ende durch ein maßgeschneidertes System, das exakt die eigenen Ansprüche erfüllt. Gleichzeitig spricht nichts gegen fertige Systeme, die vom Händler direkt gekauft werden. Diese sind immer etwas teurer, aber dafür entfällt viel Aufwand - und es gibt Garantieansprüche.