Im Test: Die Nvidia GeForce RTX 4090

Die Nvidia GeForce RTX 4090 übertrifft unsere kühnsten Erwartungen!

Die RTX 4090 von Nvidia ist ein echter Koloss und im direkten Vergleich sogar größer als eine Xbox Series S.
Best in Class
(Image: © Future)

TechRadar Fazit

Die Nvidia GeForce RTX 4090 ist zweifelsfrei eine echte Spitzengrafikkarte, die im Vergleich zur Vorgängergeneration noch einmal einen erstaunlichen Leistungssprung offeriert. Wer die Power nutzen kann, der erhält hiermit aktuell eine konkurrenzlose GPU.

Pros

  • +

    Atemberaubende Leistung

  • +

    DLSS 3 als echten Game-Changer

  • +

    Auch für Content-Creator ideal

  • +

    Luxuskarte, die sich bezahlt macht...

Cons

  • -

    Noch immer verhältnismäßig teuer

  • -

    16-Pin Anschluss stellt Kabelmanagement-Fähigkeiten auf die Probe

  • -

    ... wenn man die GPU ausreizen kann

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Nvidia GeForce RTX 4090: Zwei-Minuten-Review

Endlich ist die Nvidia GeForce RTX 4090 da und Team Grün beweist direkt, dass all die hochtrabenden Versprechungen eingelöst werden können. Entsprechend erwarten dich beinahe revolutionäre Leistungsverbesserungen im Vergleich zu den zahlreichen Vorgängern und Konkurrenz-GPUs.

Je nach Anwendungsfall und sonstigem Setup steht dir beispielsweise eine zweifache Leistungssteigerung im Vergleich zur Nvidia GeForce RTX 3090 (Öffnet sich in einem neuen Tab) bevor. Und auch wenn das nicht in allen Bereichen die Norm ist, so sind 50- bis 70-prozentige Steigerungen doch eher die Regel statt Ausnahme. 

Im Creative-Sektor wurde die Karte weiter für Rendering entwickelt und optimiert und übertrifft auch diesbezüglich die RTX 3090 in allen Belangen bei Weitem. Auf der Spieleseite ist es die erste GPU, die dir natives 4K Raytracing mit spielbaren Framerates bieten kann – ganz ohne DLSS!

Wer jedoch die weiterentwickelte DLSS (3)-Technologie noch hinzuzieht, der darf sich auf unglaubliche hohe Framerates und ein butterweiches Spielvergnügen gefasst machen. Zeitgleich muss man sich dann jedoch allmählich Fragen, was die Kombi aus potenter Hard- und Software überhaupt noch in die Knie zwingen könnte.

Allerdings kommt die Karte auch mit einem (mehr oder weniger offensichtlichen) Nachteil daher – einem immensen Stromverbrauch. In einer Kombi mit Intels i9-12900K CPU werden hier 700 Watt fällig. Und dieser Stromhunger spiegelt sich leider auch im entsprechenden Kabelmanagement, welches eventuell nötig wird, um die RTX 4090 aktuell vernünftig zum Laufen zu bringen.

Der nächste strittige Punkt ist der aktuelle Preis des GPU-Thronanwärters (Öffnet sich in einem neuen Tab). Zwar ist dieser im Vergleich zur RTX 3090 Ti nicht immens gestiegen, allerdings sind knapp 2.000 Euro für eine Hardwarekomponente für Viele eine unverhältnismäßig hohe Investition, vor allem, wenn man die Leistung nicht ausreizen kann. Wer jedoch bereits passende Nutzungsbereiche im Sinn hat und den Preis rechtfertigen kann, der erhält einen absoluten Preis-Leistungs-Hammer!

Nvidia GeForce RTX 4090: Preis und Verfügbarkeit

Die Nvidia RTX 4090 selbst in großen Händen recht wuchtig

(Image credit: Future)
  • Was kostet die Next-Gen-Grafikkarte? OVP 1.949 Euro (aktuell aber deutlich teurer)
  • Ab wann ist die Flaggschiff-GPU verfügbar? Die RTX 4090 erscheint am 12. Oktober 2022

Die Nvidia GeForce RTX 4090 wird weltweit am 12. Oktober erscheinen und soll mit einer UVP von 1.949 Euro den deutschen Markt betreten.

Im Vergleich zu den Kosten einer RTX 3090 (Ti) zum Release ist das noch eine Ecke mehr. Ob man den Preis für sich rechtfertigen kann, ist aber nicht zuletzt vom Verwendungszweck abhängig. Wer die Leistung benötigt und im Kreativ-Bereich hierfür Verwendung findet, der kann mit dem Investment liebäugeln. Durchschnittsverbraucher sollten sich jedoch zweimal überleben, ob ihnen das Flaggschiff wirklich knapp 2.000 Euro wert ist oder sie sich lieber mit einer günstigeren GPU (Öffnet sich in einem neuen Tab) vergnügen.

Und diese 2.000 Euro sind noch eher optimistisch. Immerhin könnten Drittanbieter-Grafikkarten noch mehr kosten und auch die Nachfrage könnte den Preis zu Release noch einmal spürbar nach oben treiben. 

Zugutehalten muss man Team Grün jedoch, dass sie mit der RTX 4090 ein geniales Preis-Leistungs-Verhältnis für alle Nutzer offerieren, die die GPU zum Schwitzen bringen können. Rein leistungstechnisch bietet die Karte nämlich deutlich mehr als jeder vergleichbare Konkurrent auf dem Markt. 

Nvidia GeForce RTX 4090: Funktionen und Chipsatz

Mit dem 16-Pin-Anschluss signalisiert die RTX 4090 auch nach außen ihren Stromhunger

(Image credit: Future)
  • 4nm GPU mit fast dreimal so vielen Transistoren
  • Deutlicher Zuwachs an Tensor Cores
  • RT-Kerne der dritten Generation
Nvidia GeForce RTX 4090: Die wichtigsten Spezifikationen

GPU: AD102
CUDA-Kerne: 16.384
Tensor-Kerne:
512
Raytracing-Kerne: 128
Stromverbrauch (TGP): 450W
Basistaktung: 2,235 MHz
Boost-Taktung:
2,520 MHz
VRAM: 24GB GDDR6X
Bandbreite: 1,018 GB/s
Bus Interface: PCIe 4.0 x16
Ausgänge:
1 x HDMI 2.1, 3 x DisplayPort 1.4a
Spannungsversorgung: 1 x 16-pin

Die Nvidia GeForce RTX 4090 bietet zusammen mit der neuen Nvidia Lovelace-Architektur wichtige Verbesserungen an der Hardwarefront. 

Zum Einsatz kommt dabei der AD102-GPU mit 4nm-Knoten von TSMC, während der Chip mit 608 mm² etwas kleiner ist als der 628 mm² Chip der GA102 in der RTX 3090. Dank TSMC-Knoten kann Nvidia hier allerdings 76,3 Milliarden Transistoren unterbringen und damit das knapp zweieinhalbfache im Vergleich zur GA102.

Deutlicher ist der Unterschied sogar noch bei den Taktraten: Mit 2.235 MHz liegt die Basistaktung fast beim doppelten im Vergleich zu 1.395 MHz bei der RTX 3090. Und auch im Boost-Takt sind mit 2.520 MHz deutlich mehr drin, genauso wie beim Speichertakt. Zusammen mit der effektiven Speichergeschwindigkeit von 21,2 Gbit/s holt die RTX 4090 damit deutlich mehr aus den 24 GB GDDR6X-VRAM heraus als ihr Vorgänger.

Auch die Anzahl der Kerne ist spürbar höher. Entsprechend sind es bei der RTX 4090 deutlich mehr CUDA-, Tensor- und Raytracing-Kerne, die zum Einsatz kommen. Gerade durch die letzten Beiden wird das Raytracing-Erlebnis damit noch einmal wesentlich besser, was sich auch spielerisch bei Titeln wie Cyberpunk 2077 erkennen lässt (vor allem mit DLSS 3). 

Nvidia GeForce RTX 4090: Design

Schick ist sie ja, aber eben etwas prollig – die RTX 4090 von Nvidia

(Image credit: Future)
  • 16-Pin-Stecker sorgt für qualvolles Kabelmanagement
  • Etwas dicker und kleiner als die Vorgänger-GPU RTX 3090

Die Nvidia GeForce RTX 4090 Founders Edition offenbart starke Parallelen zum Vorgänger, aber auch einige Unterschiede. Zunächst ist die Karte infolgedessen spürbar schwerer. Entsprechend kommst du beim PC-Build höchstwahrscheinlich nicht länger um die entsprechenden Halterungen drumherum. 

Ansonsten unterscheiden sich aber auch die Abmessungen schon deutlicher von der RTX 3090. So ist die neue Nvidia-Grafikkarte etwas dicker, aber auch etwas kürzer. Erfreulich ist jedoch: Wenn dein Gehäuse eine RTX 3090 FE aufnehmen konnte, sollte auch die RTX 4090 FE hier ihren Platz finden. 

Und auch die Lüfter konnten uns in den bisherigen Testphasen überzeugen, da sie die Luft zufriedenstellend durch den Kühlkörper ziehen. Trotz zusätzlicher Leistung brauchst du also keine allzu großen Sorgen im Hinblick auf die Wärmeentwicklung haben. 

Ein anderes Thema ist allerdings der Strom. Infolge des neuen 16-Pin-Anschlusses werden bei der RTX 4090 nämlich gleich vier 8-Pin-Stecker erforderlich und ein entsprechend großer Stromhunger ist das Resultat. Mit 450 W TDP ist die Grafikkarte dabei genauso hungrig wie manch ein Komplettsystem. In Abhängigkeit der verfügbaren Slots solltest du außerdem mit einem neuen Netzteil liebäugeln, um dir nervige Adapter und zeitintensive Fummeleien zu sparen. Langfristig wirst du hier nämlich eh nicht drumherum kommen...

Nvidia GeForce RTX 4090: Leistung

Das was alle doch am meisten interessiert: Was kann die RTX 4090 leistungstechnisch eigentlich so bewerkstelligen?

(Image credit: Future)
  • Natives 4K-Raytracing-Gaming ohne Unterstützung (DLSS) endlich möglich
  • Ideal für Content-Creation

Kommen wir zu dem, was die meisten Leser an diesem Test interessieren dürfte: Was kann die RTX 4090 uns leistungstechnisch bieten? Infolge erster Gerüchte hörten wir bereits etwaige Spekulationen zu zweifachen Leistungssteigerungen oder gar noch deutlicheren Unterschieden. Aber ist an den Gerüchten auch was dran? Jein... primär hängt das nämlich von der jeweiligen Arbeitsbelastung ab.

Im synthetischen Benchmark-Test liefert dir RTX 4090 schon einmal beachtliche Ergebnisse. Vor allem in fortschrittlicheren Benchmarks wie 3DMark Port Royal oder Time Spy Extreme konnte das neue GPU-Flaggschiff sich noch einmal deutlich gegenüber der RTX 3090 und ihrem Ti-Geschwisterchen behaupten.

Dieser Trend setzt sich übrigens auch in den GPU-lastigen Creative-Benchmarks durch, wobei vor alle die Blender-Ergebnisse Eindruck schinden. Hier sticht die Nvidia RTX 4090 ihre (hauseigenen) Konkurrenten nämlich deutlich aus.

Auch bei Premiere Pro schneidet die RTX 4090 aber besser ab als die RTX 3090 Ti, wobei der Unterschied aber nicht annähernd so dramatisch wie in anderen Bereichen ausfällt. Insgesamt deutet sich jedoch bereits hier an, dass die RTX 4090 nicht nur für Gamer, sondern auch für kreative Köpfe eine Überlegung wert sein muss.

Die größten Leistungssprünge gab es aber erwartungsgemäß beim Gaming. Die meisten Gaming-Benchmarks zeigen hier Framerates, die beinahe doppelt so hoch sind wie die einer RTX 3090 und auch im Vergleich zur 3090 Ti-Fassung noch einmal einen 55- bis 75-prozentigen Boost versprechen.

Wenn wir jetzt DLSS 3 mit einbeziehen, dürften die möglichen FPS-Zahlen noch deutlich höher ausfallen. Allerdings war zum Testzeitpunkt der DLSS 3-Test nur mit einigen speziellen Builds und Spieletiteln möglich. So viel sei aber schon einmal gesagt: Die In-Game-Benchmark-Ergebnisse der Ableger zeigten eine zwei- bis dreimal bessere Leistung auf als aktuelle System-Builds bei Steam-Titeln mit DLSS 2.0. Und auch wenn die Ergebnisse hiermit nicht repräsentativ sind, steigt doch die Erwartung an DLSS 3 mit diesem ersten Vorgeschmack immens.

Natürlich bleibt aber noch abzuwarten, ob der immense Leistungsschub auch auf die Bandbreite an möglichen Systemkombinationen zutrifft. So wie DLSS 2.0 aber bereits einmal die Möglichkeiten des PC-Gamings revolutioniert hat, könnte das mit DLSS 3 ein weiteres Mal geschehen, sobald es von Entwicklern in der PC-Gaming-Szene übernommen wird. 

Fraglich ist jedoch, ob die meisten Spieler jemals das ausschöpfen werden, was ihnen mit der RTX 4090 an Leistung offeriert wird. Klar ist natives 4K-Raytracing toll... wenn ich allerdings auf DLSS-Optionen zurückgreifen kann und ohnehin auf einem kleineren FHD- oder QHD-Bildschirm spiele, bringt mir das Potenzial rein gar nichts. Ob sich der Erwerb der RTX 4090 also für Gamer lohnt, hängt auch maßgeblich vom restlichen Setup und dem Spielertyp ab.

Solltest du dir die neue Nvidia GeForce RTX 4090 zulegen?

Die RTX 4090 präsentiert sich in schicker Kartonage, die bei knapp 2000 Euro wohl das Mindeste an präsentatorischem Aufwand sein sollte...

(Image credit: Future)

Kauf dir die Nvidia RTX 4090, wenn...

Du die beste Grafikkarte dein eigen nennen willst
Die RTX 4090 ist aktuell schlicht und einfach konkurrenzlos.

Du Gaming mit nativem 4K-Raytracing präferierst
DLSS und andere Upscaling-Methoden sind zweifelsfrei fantastisch. Wenn du aber die puristische 4K-Erfahrung präferierst, kommst du um die RTX 4090 nicht herum.

Du professionales 3D-Rendering betreibst
Nutzer von Maya, Blender und Co. werden sich mit dem neuen Nvidia-Flaggschiff an spürbar flotteren Arbeitsabläufen erfreuen.

Kauf dir die RTX 4090 lieber nicht, wenn...

Du keinen Wert auf natives 4K-Gaming mit Raytracing legst

Wer sich mit der DLSS-Lösung zufriedengibt, der kann sich das Investment in die RTX 4090 sparen und noch kostengünstigeren Alternativen Ausschau halten.

Du nur ein kleines Budget zur Verfügung hast
Die RTX 4090 ist in vielerlei Hinsicht eine luxuriöse Grafikkarte – auch im Bezug auf den Preis.

Das sind die Alternativen zum neuen GPU-Flaggschiff:

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Nvidia GeForce RTX 3090

Ja, die RTX 3090 ist nicht annähernd so leistungsfähig wie ihr jüngerer Nachfolger. Allerdings handelt es sich noch immer um eine erstaunliche GPU, die Spieler und Creatives gleichermaßen, für einen vergleichsweise günstigen Preis, begeistern wird.

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Nvidia GeForce RTX 3080 Ti

Auch die RTX 3080 Ti kann einige Zeit nach ihrer Veröffentlichung noch immer durch Performance und tolle Preis-Leistung punkten. Wer eine kostengünstige 4K-Karte sucht, ist hier an der richtigen Adresse.

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AMD Radeon RX 6950 XT

Die RX 6950 XT ist die AMD-Alternative für alle, die nicht so recht mit Team Grün warm werden. Leistungstechnisch ist sie auf einem Level mit der 3090 und liefert dir hervorragende 4K-Leistung zum kleinen Preis.

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Als Redakteur bei TechRadar Deutschland beschäftigt sich Christian Schmidt primär mit den Themen Gaming sowie PC-Hardware.



Erreichbar ist Christian unter der Mailadresse cschmidt[at]purpleclouds.de.

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