Die Arbeit an Final Fantasy 15 wurde dem Deus Ex-Studio entrissen und das war "ein großer Fehler"

Final Fantasy 15 war durchaus ein tolles Spiel und interessantes Projekt - leider blieb uns jedoch die Fassung von Eidos Montréal diesbezüglich verwehrt.
(Bildnachweis: Square Enix)

Deus Ex-Entwickler Eidos Montréal hätte beinahe Final Fantasy 15 entwickelt. Das Studio war eine Zeit lang für das JRPG-Flagschiff von Square Enix verantwortlich, bis der Publisher zurückruderte und sich seine IP zurückholte. 

Im Anschluss an Deus Ex Mankind Divided, dem bisher letzten Teil der Reihe, wurde das Team von Eidos Montréal mit der Arbeit an FF XV betraut. Laut Aussage des Ex-Mitarbeiters Jonathan Jacque-Belletête war die Entwicklung in Kanada bereits im Gange, als man sich noch einmal umentschied. "Dann beschlossen sie die Serie nach Japan zurückzuholen", sagte er gegenüber True Achievements (Öffnet sich in einem neuen Tab). "Ich glaube das war ein großer Fehler, aber es ist immer noch die Wahrheit. Unseres war wirklich sehr, sehr cool."

Fortan hat das Studio an der Fortsetzung der Tomb Raider-Reboot-Reihe sowie Guardians of the Galaxy gearbeitet. Letzteres konnte im Vorjahr viele Kritiker mit seiner toll geschriebenen, witzigen und cineastischen Geschichte überzeugen.

Marvel's Guardians of the Galaxy flog leider etwas unter dem Radar, war jedoch ein durchaus gelungenes Spiel des kanadischen Entwicklerstudios.

(Image credit: Square Enix)

Die Kanadier wären beinahe der erste westliche Entwickler gewesen, der somit einen Final Fantasy-Hauptteil veröffentlicht hätte. Final Fantasy 15 wurde hingegen infolge der damaligen Entscheidung Business Division 2 von Square Enix anvertraut. Dabei handelt es sich um einen japanischen Entwickler, welcher unter der Leitung von Direktor Hajime Tabata steht. Das Spiel erschien schließlich 2016 und erhielt nichtsdestotrotz überwiegend positive Kritiken. 

Unentschlossenes Square...

Obwohl die Geschichte der Vergangenheit angehört, sind einige Inhalte hieraus nur allzu relevant und ein Sinnbild für das Scheitern von Square Enix, welchem es nicht gelingt seine westlichen Studios in den Mutterkonzern aus Japan einzugliedern. Dieser Misserfolg gipfelt schließlich erst kürzlich im Verkauf der gesamten westlichen Abteilung des Publishers an die Embracer Group für insgesamt 300 Million US-Dollar (Öffnet sich in einem neuen Tab)

Im Jahresverlauf hat Square Enix zudem mehrere Male über die Produkte von Crystal Dynamics und Eidos Montréal geklagt. So fiel mehr als einmal das inzwischen memetaugliche Statement "die Erwartungen wurden nicht erfüllt." In den letzten Jahren investierte das Unternehmen viele seiner westlichen Ressourcen in die Entwicklung von lizensierten Marvel-Videospielen, welche sich jedoch finanziell nicht rentierten und schlussendlich dafür sorgten, dass das Unternehmen nun das Handtuch warf. 

Square hat den Publisher Eidos 2009 zusammen mit dessen IPs Deus Ex sowie Tomb Raider übernommen, jedoch kamen die beiden Unternehmen daraufhin nie wirklich auf den gleichen Nenner. Ihre berühmtesten Titel blieben so beispielsweise restriktiv auf die Wünsche der heimischen Audienz beschränkt. Eine Trennung wie die genannte ist jedoch innerhalb der AAA-Landschaft inzwischen rar geworden. Zumal Blockbuster zu immer umfangreicheren Projekten werden, welche von mehreren Studios gestemmt wurden und über diverse Zeitzonen entwickelt werden.

Was auch immer Eidos Montréal mit Final Fantasy vor hatte und gezeigt hätte, bleibt uns leider verwehrt. Jedoch hätte man sich mit Sicherheit auch vom kanadischen Studio einiges an tollen Ideen, Story-Telling und Gameplay versprechen dürfen, da dies bereits durch Reihen wie Deus Ex mehrmals unter Beweis gestellt wurde...

Als Redakteur bei TechRadar Deutschland beschäftigt sich Christian Schmidt primär mit den Themen Gaming sowie PC-Hardware.



Erreichbar ist Christian unter der Mailadresse cschmidt[at]purpleclouds.de.

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