Das Crisis Core Remaster ist genau das, was Final Fantasy 7 gebraucht hat!

Crisis Core gehört zu den Geheimtipps der JRPG-Reihe und lässt uns die Geschichte von Zack Flair (und Cloud) nachverfolgen.
(Bildnachweis: Square Enix)

Wenige Minuten mit dem Crisis Core Remaster reichen aus, damit wir uns wieder in Teenagertage zurückversetzt fühlen. Wenn der charismatische Zack mit seinem gigantischen Großschwert über den Bildschirm heizt und Gegner aufmischt können wir folglich kaum anders, als über beide Ohren zu grinsen. 

Crisis Core ist das Prequel zu Final Fantasy VII und damals wie heute ein absoluter Geheimtipp, der aufgrund seiner einstigen PSP-Exklusivität beim Großteil der Spielerschaft unter dem Radar flog. Kenner wissen jedoch, dass Crisis Core mit einer toll präsentierten Story sowie einem flotten und gelungenen Echtzeit-Kampfsystem schon 2007 zu überzeugen wusste.

Als Supersoldat Zack entsagen wir uns hierbei allmählich unserer Dienste unter dem ruchlosen Konzern der Shinra Electric Power Company. Mit Blick auf die Konzerndystopie von Final Fantasy 7 erzählt das Prequel dabei eine bittersüße Geschichte, die sich auch traut reale Themen wie Kapitalismus und das Konglomerat aus Industrie und Militär zu kritisieren. Zeitgleich verfügt Square Enix aber allzeit über das nötige Feingefühl und lässt selbst beim niederträchtigsten Schurken einen Funken Menschlichkeit durchschimmern.

Nichtsdestotrotz ist Crisis Core aber kein neuer Titel. Skeptisch muss man demzufolge sein, was uns jenseits eines optischen Faceliftings bei Reunion noch erwarten wird...

Alte Stärken und neue Qualitäten

Die UI in Kämpfen ist überschaubar und lässt genug Raum für die fulminante Action im Zentrum.

(Image credit: Square Enix)

Neben der Story rund um die Entwicklung von Zack hin zum prinzipientreuen Freiheitskämpfer scheint vor allem das grandiose Kampfsystem als großer Star des Titels. 

Hier beeindruckt vor allem die PS5-Variante durch spektakulär inszenierte Kämpfe mit atemberaubenden Animationen sowie ikonischen Fähigkeiten. In Echtzeit greifen wir entsprechend auf die wuchtigen Angriffe und agilen Ausweichmanöver eines Zacks zurück oder bestaunen die bildhübschen Zaubereffekte. 

Trotz der optisch gelungenen Aufbereitung schimmert das Alter des Titels aber beispielsweise durch rucklige Bewegungen, die den limitierten Möglichkeiten aus 2007 geschuldet sind, durch. Das kann man zwar kritisieren, zeitgleich offenbart dieser Fakt jedoch, dass es sich wahrlich um ein Remaster handelt, welches die DNA des Originals beinhaltet und ehrt. 

Ähnlich wie bei einem The Last of Us Part 1 blicken wir bei Crisis Core Reunion also auf eine detailgetreue Umsetzung des Originals, die primär durch optische Anpassungen an das Jahr 2022 brilliert.

Liebevoller Umgang

Neben Zack treffen wir auch auf Ikonen wie Genesis oder den einzig wahren Sephiroth

(Image credit: Square Enix)

Erkennbar ist die Liebe zum Detail auch bei den Zwischensequenzen, die gleichermaßen nachgebaut und optisch angepasst wurden. Inzwischen sieht das Ergebnis dabei dermaßen gut aus, dass Crisis Core durchaus mit dem Remake zu Final Fantasy 7 aus 2020 konkurrieren könnte...

...zumindest, wenn da nicht dieser eine deutliche Unterschied wäre. Denn Bewegungen und Choreografien wurden originalgetreu übernommen und sind entsprechend noch immer an die damaligen Standards angepasst. Heißt im Klartext: Sie sind zwar ansehnlich aber keineswegs zeitgemäß für ein Spiel aus 2022.

Auch auf auditiver Ebene hat sich aber einiges getan. Entsprechend treffen wir auf die Neubesetzung diverser Synchronrollen, die... allesamt eine hervorragenden Job machen. Hervorzuheben sind dabei allen voran Briana White (Aerith) sowie Caleb Pierce (Zack), die den Charakteren neue, überaus gelungene Stimmen bescheren.

Vorabfazit: Macht Hunger auf mehr!

Im Vergleich zur Neuauflage von Final Fantasy VII (2020) scheint Crisis Core bisher weitgehend identisch zur Vorlage aus 2007. Ob gravierendere Änderungen im weiteren Spielverlauf auftreten, können wir zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht ausschließen.

Wir vermuten allerdings, dass sich die Entwickler hier bewusst an Form und Geist der PSP-Version orientiert haben und uns deswegen keine kolossalen Änderungen bevorstehen dürften. 

Sicher ist, dass die ersten Stunden von Crisis Core Reunion Lust auf mehr machen und auch nach 15 Jahren noch immer in der Lage sind zum An- und Weiterspielen zu begeistern. Entsprechend erwartet uns eine Geschichte mit Ängsten, Drama, Charakterentwicklungen und einem optisch wie spielerisch hervorragendem Kampfsystem. Seine große Rückkehr feiert Crisis Core – Final Fantasy VII – Reunion am 13. Dezember 2022, wenn es für Nintendo Switch (Öffnet sich in einem neuen Tab), PlayStation 4 (Öffnet sich in einem neuen Tab), PlayStation 5 (Öffnet sich in einem neuen Tab), PC sowie Xbox One (Öffnet sich in einem neuen Tab) und Series X (Öffnet sich in einem neuen Tab)|S (Öffnet sich in einem neuen Tab) an den Start geht.

Als Redakteur bei TechRadar Deutschland beschäftigt sich Christian Schmidt primär mit den Themen Gaming sowie PC-Hardware.



Erreichbar ist Christian unter der Mailadresse cschmidt[at]purpleclouds.de.

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