Skip to main content

Surround-Sound mit gedruckten Lautsprechern

Gedruckte Lautsprecher der TU Chemnitz
(Image credit: TU Chemnitz/Jacob Müller)

Hört man den Begriff „Surround-Sound“, denkt man in erster Linie an Dolby Surround, DTS und Soundsysteme mit Zahlen von eins bis neun und Punkten dazwischen, also die konkrete Anzahl an großen und kleinen Lautsprechern, die man sich penibel zusammengesucht und im Wohnzimmer oder im Heimkino verteilt hat, um ein möglichst immersives Kino- oder – im Fall der PS5 und Xbox Series X – Spielerlebnis zu schaffen.

Für das Institut für Print- und Medientechnik der TU Chemnitz ist Surround-Sound gewissermaßen ein Nebeneffekt – ein Anwendungsbeispiel –, denn im Fokus eines Forschungsprojekts der letzten 13 Jahre steht, plump gesagt, in erster Linie das Problem, ob und wie sich Lautsprecher drucken lassen. 

Das Ergebnis wird „T-Paper“ genannt. „Dabei werden ganz normales Papier oder Folien mit zwei Schichten eines leitfähigen organischen Polymers als Elektroden bedruckt. Dazwischen kommt eine piezoelektrische Schicht als aktives Element, was das Papier oder die Folie in Schwingungen versetzt“, heißt es in der Pressemitteilung der TU Chemnitz.

Bei besagtem Anwendungsbeispiel handelt es sich um den sogenannten „T-Ring“, einer fast vier Meter langen Bahn des Materials, die aus 56 einzelnen Lautsprechern besteht. Zu einem Kreis geformt sorgt diese Installation mit ihren 56 einzelnen Soundquellen also für unvergleichlichen Raumklang – und wiegt dabei laut Dr. Georg Schmitt nur 160 Gramm.

Hier ist das kurze Präsentationsvideo:

Anwendungsbereiche sind aktuell Infotainment-Systeme in Museen und Messen, Werbeflächen oder andere öffentliche Räume, die auf längeren Abschnitten gleichmäßig beschallt werden sollen, wie lange Flure. Aber auch in der sogenannten Industrie 4.0 soll T-Paper zum Einsatz kommen.

Ob es Anwendungen im privaten Bereich geben wird, bleibt abzuwarten. Vielleicht als Tapete?