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Im Test: Tribit StormBox Pro

Die Tribit StormBox Pro ist eine solide Bluetooth-Box, die in ihrer Preisklasse ihresgleichen sucht

Tribit StormBox Pro auf einem Fensterbrett
(Image: © Future)

Unser Fazit

Die Tribit StormBox Pro macht zwar optisch nicht viel her und ist schwerer als sie aussieht, kann aber mit einer Kombination aus passablem Klang, großem Funktionsumfang und einem Preis punkten, der teils deutlich unter dem von vergleichbaren Produkten der Konkurrenz liegt.

Vorteile

  • Lange Akkulaufzeit
  • Kann andere Geräte aufladen
  • Stereo- und Party-Modus mit zweiter StormBox

Nachteile

  • Kein AUX-Eingang (3,5-mm-Klinke)
  • Tiefen ziemlich unausgeglichen
  • Höhen und Mitten könnten etwas klarer sein

TechRadar Verdict

Die Tribit StormBox Pro macht zwar optisch nicht viel her und ist schwerer als sie aussieht, kann aber mit einer Kombination aus passablem Klang, großem Funktionsumfang und einem Preis punkten, der teils deutlich unter dem von vergleichbaren Produkten der Konkurrenz liegt.

Pros

  • + Lange Akkulaufzeit
  • + Kann andere Geräte aufladen
  • + Stereo- und Party-Modus mit zweiter StormBox

Cons

  • - Kein AUX-Eingang (3,5-mm-Klinke)
  • - Tiefen ziemlich unausgeglichen
  • - Höhen und Mitten könnten etwas klarer sein

Bluetooth-Boxen gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und zwischen etablierten Größen wie JBL, Bose und Sony gibt es wenige Überraschungen und viele Enttäuschungen. Kleinere, weniger bekannte Hersteller können die bekannten Marken zwar häufig preislich unterbieten, kommen dann aber selten an ihre Qualität oder an ihren Funktionsumfang heran.

Umso mehr freut es uns, dass die StormBox Pro von Tribit einen Großteil dieser Fettnäpfchen vermeidet. Unsere größten Kritikpunkte sind bei ihr nämlich der gute, aber etwas unausgeglichene Klang und ihr sehr unscheinbarer Look. Das gleicht die StormBox Pro jedoch mit solider Verarbeitung, einer hervorragenden Akkulaufzeit und einem großen Funktionsumfang aus – eine Kombination, die in ihrer Preisklasse ihresgleichen sucht.

Was die Tribit StormBox Pro im Detail ausmacht, wo ihre Stärken und wo ihre Schwächen liegen, besprechen wir in diesem Testbericht.

Tribit StormBox Pro – Preis & Verfügbarkeit

Die Tribit StormBox Pro ist seit Anfang des Jahres im Handel erhältlich und kostet rund 120 Euro UVP. Preislich bewegt sie sich also teils deutlich unter vergleichbaren Bluetooth-Lautsprechern wie dem Bose Home Portable Speaker oder selbst dem JBL Charge 5. Im Gegensatz zu Letzterem ist die StormBox allerdings nur in einer Farbvariante erhältlich, und zwar Schwarz/Anthrazit.

Zwei Tribit StormBox Pro von vorne und von hinten nebeneinander auf einem Fensterbrett

(Image credit: Future)

Design

Die StormBox Pro ist optisch völlig unscheinbar. Geometrisch betrachtet handelt es sich dabei um eine Pyramide mit abgerundeten Ecken, sehr steilen Seiten und abgeschnittener Spitze. Am oberen Ende ist außerdem noch ein Tragegriff aus Silikon angebracht. Wie bei vielen Audio-Produkten in den letzten Jahren sind die Seiten der StormBox Pro mit Stoff überzogen und wirken durch die raue Oberfläche angenehm hochwertig.

Am Fußende prangt auf der Vorderseite auf einer Plakette der Tribit-Schriftzug, während sich auf der Rückseite, direkt gegenüber dem Logo, eine dicke Gummiabdeckung befindet, unter der sich der USB-C-Anschluss zum Aufladen des Lautsprechers und ein USB-A-Anschluss zur Verwendung der StormBox als Powerbank befindet. Manche Hersteller platzieren hinter dieser Klappe auch noch eine 3,5-mm-Stereo-Klinke, um nicht Bluetooth-fähige Geräte anschließen können, aber darauf verzichtet Tribit bei der StormBox Pro.

Wie bei vielen anderen Bluetooth-Boxen ist die dicke Abdeckung ein Merkmal dafür, dass die StormBox staub- und wasserdicht ist – in ihrem Fall hält sie es gemäß Schutzart IP67 also bis zu 30 Minuten lang in einem Meter Wassertiefe aus.

Die Unterseite des rund ein Kilogramm schweren Lautsprechers ist ringsum gummiert und steht dadurch sehr stabil und rutschfest auf ebenen Oberflächen – selbst, wenn man aus Versehen dagegen stößt, bewegt sie sich kaum vom Fleck.

Bedienfläche der Tribit StormBox Pro

(Image credit: Future)

Auf der ebenfalls gummierten Oberseite befinden sich sämtliche Steuerelemente: Mittig horizontal angeordnet befinden sich die Lautstärketasten und dazwischen die Multifunktionstaste, die je nach Anzahl und Länge des Tastendrucks Musik abspielt, pausiert, überspringt, den Sprachassistenten startet, Anrufe annimmt oder ablehnt… das Übliche, eben.

Die drei Tasten sind sehr groß und deutlich erhaben, sodass sie sich auch blind problemlos ertasten lassen – was wir von den anderen drei Tasten leider nicht sagen können. Am vorderen Rand der Oberseite befinden sich nämlich noch die Bluetooth-Taste, die Taste zum Ein- und Ausschalten und die XBass-Taste für zusätzlichen Bass-Boost. Im Gegensatz zu den anderen drei Tasten lässt sich die Power-Taste in der Mitte praktisch gar nicht ertasten, während bei Bluetooth und XBass immerhin eine leichte Erhebung zu spüren ist. Der Ergonomie und Einheitlichkeit halber hätten wir uns jedoch gewünscht, dass auch diese drei Tasten besser zu finden wären.

Abgesehen davon und dem selbst für unseren Geschmack etwas langweiligen Look können wir höchstens noch einen Punkt am Design kritisieren, was aber Meckern auf wirklich sehr, sehr hohem Niveau ist: Da der Stoff nicht gleichmäßig über die Seiten gezogen ist, wellt sich das Muster bei näherem Hinsehen unregelmäßig, was der ein oder anderen Person mit dem richtigen Auge fürs Detail sauer aufstoßen könnte.

Rückseite der Tribit StormBox Pro mit geschlossener Gummiklappe

(Image credit: Future)

Im Inneren setzt Tribit auf eine recht clevere Anordnung der einzelnen Treiber. Wie bei vertikalen Bluetooth-Lautsprechern üblich, sitzt der Tieftöner mit einem 76 mm großen Treiber im unteren Teil – aber noch über dem Akku – und strahlt dementsprechend auch nach unten ab. Unterstützt wird er durch zwei Passivmembranen, die in der oberen Hälfte sitzen, nach vorne und hinten abstrahlen und dafür sorgen, dass sich die Bässe besser im Raum verteilen.

An den übrigen zwei Seiten befinden sich die beiden 40 mm großen Mittel-Hochtöner, die entsprechend nach links und rechts abstrahlen. Durch diese Anordnung verteilt sich der Klang besonders in geschlossenen Räumen wesentlich gleichmäßiger als etwa beim JBL Charge 5, dessen Mittel- und Hochtöner nur nach vorne gerichtet sind.

Da wir große Fans davon sind, unsere Elektronik notfalls reparieren, oder zumindest den Akku austauschen zu können, haben wir einige Momente daran verschwendet, zu rätseln, wie man die StormBox wohl öffnen würde. Wir sind jedoch zum Schluss gekommen, dass es die Mühe wahrscheinlich nicht wert wäre, zumal Elektronik mit Schutzart IP67 meistens sehr viel Klebstoff verwendet und dieser beim Öffnen unweigerlich beschädigt wird, weshalb die Wasserdichtheit nach dem Zusammenbauen nicht mehr gewährleistet ist.

Mit 37 Wh (5.000 mAh bei 7,4 V) fällt der Akku der StormBox sehr üppig aus, was laut eigener Aussage für bis zu 24 Stunden Wiedergabe reichen soll. In unseren Tests bei Zimmerlautstärke (ca. 40 %) hielt die StormBox Pro jedoch sogar rund 29 Stunden, was für einen Lautsprecher diese Größe ganz weit vorne angesiedelt ist. Logischerweise sinkt die Akkulaufzeit, wenn die StormBox nebenbei noch als Powerbank für ein anderes Gerät verwendet wird.

Rückseite der Tribit StormBox Pro mit offener Gummiklappe

(Image credit: Future)

Funktionsumfang

Die Einrichtung ist denkbar simpel – bei einer StormBox muss im eingeschalteten Zustand die Bluetooth-Taste so lange gehalten werden, bis die Box per Sprachansage den Party- oder den Stereomodus ankündigt, und danach bei der anderen. Der Wechsel zwischen den beiden Modi erfolgt per einfachen Druck auf die Bluetooth-Taste. Dafür muss die Musik aber kurz pausiert werden, da es während der Widergabe nicht funktioniert.

Abgesehen davon, dass die StormBox Pro alles kann, was eine Bluetooth-Box nunmal so kann – Musik abspielen, telefonieren, Sprachassistenten steuern – können zwei StormBox Pro auch für miteinander gekoppelt werden, die dann im Tandem in zwei verschiedenen Modi laufen.

Beim Stereomodus übernimmt die eine StormBox den linken und die andere den rechten Kanal, was besonders in geschlossenen Räumen gut funktioniert und durchaus eine kompakte Stereoanlage ersetzen kann. Welche StormBox welchen Kanal übernimmt, ertönt per Sprachansage.

Im Party-Modus hingegen spielen beide Geräte dasselbe, was sich am besten zur Beschallung von kleineren Außenflächen eignet, wo der Schwerpunkt darauf liegt, Musik möglichst weitläufig zu verteilen, statt ein binaurales Hörerlebnis zu garantieren – wie etwa Gartenpartys.

Bedienfläche der Tribit StormBox Pro mit leuchtenden Elementen

(Image credit: Future)

Außerdem unterstützt die StormBox Pro auch Multipoint-Bluetooth, womit zwei Soundquellen gleichzeitig verbunden werden können. Da die Umsetzung jedoch ohne weitere Software oder andere smarte Kniffe erfolgt, muss die Musik auf dem einen Gerät immer erst pausiert werden, bevor das andere Gerät seine wiedergeben kann – nicht unüblich, sollte man aber wissen.

Wie wir bereits erwähnt hatten, kann fungiert die StormBox Pro dank eines USB-A-Anschlusses unter ihrer Gummiklappe auf der Rückseite auch als Powerbank. Sie kann daher auch Geräte mit 5 V/1 A (5 W) aufladen.

Auf eine App verzichtet Tribit, was per se nicht schlimm ist, da die StormBox Pro auch ohne alles macht, was sie soll. Ein Equalizer hätte ihr jedoch ganz gutgetan, um etwaige Problemchen beim Klang etwas ausbügeln zu können.

Zwei Tribit StormBox Pro nebeneinander auf einem Fensterbrett

(Image credit: Future)

Klang

In puncto Klang kann die Tribit StormBox Pro durchaus überzeugen, wobei ein Großteil unseres positiven Eindrucks auf die oben erwähnte Ausrichtung der Treiber zurückzuführen ist, denn wenn man genau hinhört, hat dieser Bluetooth-Lautsprecher hier und da ein paar Unzulänglichkeiten.

Bei den Tiefen fehlt es uns besonderes im unteren Bereich deutlich sowohl an Druck als auch an Präzision, während einige der Frequenzen darüber von den Passivmembranen besser verstärkt und dadurch recht laut werden. Die XBass-Funktion schafft jedoch etwas Abhilfe besonders bei den ersten beiden Punkten, auch wenn wir uns vielleicht noch etwas intensiveren Bass gewünscht hätten. Auch bei den Mitten und Höhen gibt es hier und da kleine Abfälle, weshalb Stimmen, abhängig von Musikrichtung und Abmischung, etwas leiser klingen als sie sollten.

Tribit StormBox Pro

(Image credit: Future)

Im Großen und Ganzen können wir aber darüber hinwegsehen, denn die Schau stiehlt sowieso die überraschende Räumlichkeit, die dieser doch recht kleine Lautsprecher mit nur einem 2.1-System schafft, und die im Stereo-Modus noch eindrucksvoller ist. Wie wenige andere Bluetooth-Lautsprecher, besonders in dieser Preisklasse, schafft die StormBox Pro eine überraschend große und überzeugende Klangbühne.

Im Freien geht die Räumlichkeit leider etwas verloren, besonders, wenn es lauter werden soll, weshalb wir bei kleineren Gartenpartys dann doch lieber zur JBL Charge 5 zurückgreifen. Mit dem kann die StormBox Pro alleine nämlich nicht mithalten, da sie einfach nicht so laut wird. Im Party-Modus mit zwei Lautsprechern ist das wiederum kein großes Problem, da sich die einzelnen Boxen beliebig verteilen lassen, wenn auch mit knapp 30 Metern nicht zu weit.

Eugen Wegmann ist Online-Redakteur für PurpleClouds Deutschland GmbH / TechRadar Region DACH und zuständig für Gaming und Computer-Hardware.