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Die VR-Headsets von Valve sind nur ein Sprungbrett zu etwas viel Größerem

Half-Life
(Image credit: Valve)

Viele von uns warten unironisch und vielleicht auch töricht auf den schwer fassbaren dritten Teil der Half-Life-Serie. Doch Valve-Mitbegründer Gabe Newell könnte verraten haben, dass die Zukunft seines Unternehmens in der Weiterentwicklung von VR, AR und "Brain Computer Interfaces" (BCI) liegt.

Wie RoadToVR berichtet, machte Newell bei einer Rede im Sancta Maria College in Auckland, Neuseeland, eine Bemerkung, die vielleicht ein wenig mehr Ernsthaftigkeit hatte, als die Zuhörenden erwartet hatten.

"Es gibt interessante Fragen", sagte Newell, "zum Beispiel: Sind die Dinge eine Art stabiles Endziel oder sind sie Übergangspunkte? Meiner Meinung nach, die nicht in der akzeptierten Mitte liegt, sind VR und AR Übergangspunkte zu Gehirn-Computer-Schnittstellen."

"Alles, was man in Bezug auf die Steuerung von Spielen, das Verständnis der visuellen Verarbeitung und das kompetente Design tun muss, führt zu Gehirn-Computer-Schnittstellen und deren Funktionen.

"Ich denke, Brain-Computer-Interfaces werden unglaublich disruptiv sein, eine der disruptivsten technologischen Veränderungen, die wir erleben werden. Ich denke also, dass sie sehr wertvoll sind. Wir investieren viel in neue Headsets und Spiele für diese Anwendungskategorien, aber wir schauen auch weiter in die Zukunft und fragen uns: Wie wird sich das weiterentwickeln?"

Valve hat natürlich bereits große Fortschritte im Bereich VR gemacht. Das Unternehmen hat bereits 2015 das HTC Vive-Headset mitentwickelt und 2019 die Valve Index auf den Markt gebracht, ein Premium-VR-Headset. 

Das Unternehmen veröffentlichte außerdem Half-Life: Alyx im Jahr 2020, das wohl größte und mit Abstand eines der besten VR-Spiele, die es bisher gab. Der Umfang und die Größe dieses Spiels sind möglicherweise ein Hinweis auf die zukünftigen Pläne von Valve im Bereich der virtuellen und erweiterten Realität.

Newell bestätigte dies auf der gleichen Veranstaltung: "Half-Life: Alyx war sozusagen unser bestes Statement zu den Möglichkeiten, die wir für möglich halten, und ich denke, das fasst unsere derzeit besten Überlegungen dazu zusammen. Und es fließt auch in die Entscheidungen ein, die wir für die nächste Generation von Headsets treffen, die wir entwickeln."


Analyse: Hirn-Computer-Schnittstellen?

Valve Index

(Image credit: Valve)

Basierend auf Newells Äußerungen können wir derzeit nur vermuten, dass Valve mit seinen zukünftigen VR-Headsets das Ziel verfolgt, Hardware zu entwickeln, die große Spiele und Apps besser unterstützt, wie wir es bei Half-Life: Alyx gesehen haben.

Auch wenn wir allmählich ehrgeizigere VR-Projekte wie Resident Evil 4 VR sehen, beschränken sich viele Virtual-Reality-Erfahrungen immer noch auf schnelle technische Demos oder spezielle Gimmicks. Es gibt immer noch sehr wenige echte Killerapplikationen, die die Leute dazu bringen, sich eines der besten VR-Headsets zu kaufen.

Das Konzept der Brain Computer Interfaces ist für Valve nicht neu. Newell hat schon früher mit der Idee gespielt und gesagt: "Wir sind der Matrix viel näher, als die Leute glauben".

Das ist, für bare Münze genommen, ein beängstigender Gedanke, auch wenn Newell klarstellte, dass es bei Brain Computer Interfaces (oder BCI) darum geht, Spiele und Apps zu einem immersiven Paket zu machen und nicht zu einer ununterscheidbaren virtuellen Welt, in der wir alle unwissentlich gefangen sind.

Es ist natürlich noch sehr früh, und Newells Aussagen darüber, was die BCI-Technologie für Spiele und andere VR-Erlebnisse bieten kann, sind bestenfalls konzeptionell. Dennoch können wir nicht leugnen, dass wir von dem Konzept, eine vollständig realisierte virtuelle Welt zu erforschen, auf die unsere Sinne aktiv reagieren können, ein wenig fasziniert sind. Die Zeit wird zeigen, ob die Technologie auch nur annähernd realistisch ist oder ob sie für die nächsten Jahrzehnte ein Hirngespinst ehrgeiziger Erfinder bleiben wird.