Der CEO von Activision Blizzard verrät, warum es der richtige Zeitpunkt war, einen Deal mit Microsoft zu machen

Microsoft buys activision blizzard
(Bildnachweis: Microsoft)
Activision Blizzard lawsuit

Der Publisher Activision Blizzard, der für einige Spiele in diesem Artikel verantwortlich ist, ist derzeit in einen Rechtsstreit verwickelt, bei dem es um eine Arbeitsplatzkultur geht, die höchstwahrscheinlich sexuelle Belästigung, Missbrauch und Diskriminierung ermöglicht. Lies unseren Zeitplan für den Rechtsstreit mit Activision Blizzard (Öffnet sich in einem neuen Tab), um dich über den aktuellen Stand der Dinge zu informieren.

Der CEO von Activision Blizzard, Bobby Kotick, hat sich zu der Nachricht geäußert, dass Microsoft den Kauf seines Unternehmens für 68,7 Milliarden Dollar (Öffnet sich in einem neuen Tab) plant.

In einem Interview mit VentureBeat (Öffnet sich in einem neuen Tab) sprach Kotick über die vereinbarte Übernahme und warum er glaubt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für den Verkauf ist (Öffnet sich in einem neuen Tab). Anstatt auf die erschütternden kulturellen Probleme einzugehen, die im Unternehmen ans Licht gekommen sind, konzentrierte er sich stattdessen auf den richtigen Zeitpunkt für die Zukunftsvision von Activision Blizzard.

"Wir haben uns die nächsten Jahre angesehen und festgestellt, dass wir Tausende von Leuten brauchen, um unsere Produktionspläne umzusetzen", sagte Kotick.

"Wir brauchen sie in Disziplinen wie KI und maschinelles Lernen, in der Datenanalyse oder im Bereich Cloud und Cybersicherheit - und das haben wir einfach nicht. Und der Wettbewerb um diese Talente ist teuer und wirklich schwer zu bekommen.

"Als Phil [Spencer] anrief, war das zufällig zu einer Zeit, in der wir uns darauf vorbereiteten, unseren langfristigen Planungsprozess zu beginnen, und uns klar wurde, dass dies Probleme und Herausforderungen sein würden... wenn man anfängt, über all die Fähigkeiten nachzudenken, die wir brauchen, über all die Ressourcen, die wir brauchen, und über das, was sie haben, dann machte das sehr viel Sinn."

Natürlich kam auch die wichtige Frage der laufenden Ermittlungen wegen sexueller Belästigung im Unternehmen zur Sprache. Kotick entschied sich, die Bedeutung dieser Frage bei seiner Entscheidung, das Unternehmen zu verkaufen, herunterzuspielen. Stattdessen nannte er die Verzögerungen bei Overwatch 2 und Diablo 4 als größere Faktoren für den aktuellen Kursrückgang des Unternehmens. 

"Ich denke, dass die Verzögerungen bei Overwatch und Diablo den Aktienkurs stärker beeinflusst haben als das. Und ich glaube, die Leute haben gemerkt, dass Call of Duty in diesem Jahr nicht so gut gelaufen ist", sagte Kotick.

"Ich denke, dass die Klage des California Department of Fair Employment and Housing und der Artikel im Wall Street Journal dazu beigetragen haben, aber Aktien steigen und fallen aus den unterschiedlichsten Gründen. Ich glaube, wir waren der Meinung, dass ein Preis von 95 Dollar pro Aktie mit allen Barmitteln ein wirklich gutes Geschäft für unsere Aktionäre ist. Das war also eine einfache und unabhängige Entscheidung. Es ist ein großartiges Geschäft."

Es ist erwähnenswert, dass die Aktien von Activision Blizzard um 7 % gefallen sind, nachdem das Unternehmen auf eine kalifornische Klage wegen sexueller Diskriminierung und Belästigung reagiert hat.

Koticks zukünftige Rolle bei Activision Blizzard

Call of Duty Vanguard Operators

(Image credit: Activision)

Eine der großen Fragen, die im Zusammenhang mit der Übernahme durch Microsoft noch offen sind, ist die Frage nach Koticks zukünftigem Engagement für das Unternehmen. Es ist klar, dass er bleiben wird, bis der Deal abgeschlossen ist, aber was ist danach? Während einige Berichte besagen, dass Kotick das Unternehmen verlassen wird, bleibt der derzeitige CEO ausweichend. 

"Ich denke, man kann das am Aktienkurs ablesen: Es ist noch ein langer Weg bis zur Genehmigung des Deals und all den regulatorischen Fragen. Ich werde mich also weiterhin in erster Linie auf die Führung des Unternehmens konzentrieren", sagte Kotick.

Kotick deutete sogar an, dass er gerne unter dem Xbox-Chef Phil Spencer arbeiten würde, wenn es dazu käme.

"Es fällt mir leicht, an Phil zu berichten. Er ist ein toller Kerl und wir haben eine gute Beziehung. Und wenn ich das tun muss, dann mache ich das gerne. Ich will nur sicherstellen, dass der Übergang und die Integration gut verlaufen."

Obwohl Koticks Antworten klar sind und eine gewisse Berechtigung haben, was den langfristigen geschäftlichen Sinn des Deals angeht, hat man das Gefühl, dass der aktuelle Zustand von Activision Blizzard unweigerlich eine große Rolle bei der Entscheidung über einen möglichen Verkauf des Unternehmens gespielt hat. 

Es bleibt abzuwarten, wie sich das Geschäft tatsächlich entwickelt, welche rechtlichen Hindernisse es gibt und welche langfristigen Auswirkungen es haben wird. Kotick wird jedoch zweifelsohne eine zentrale Rolle beim Abschluss spielen.

William Schubert
Freelancer - Content Creator

William Schubert ist Freier Content Creator bei TechRadar Deutschland und für die Bereiche YouTube, Gaming, Filme und Serien und VR zuständig.


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