Avatar: The Way of Water – Animator erklärt die Wahrheit hinter der viralen Handaufnahme

Still of Jake's hand from Avatar: The Way of Water
(Bildnachweis: © 2022 20th Century Studios. All Rights Reserved.)

Es wurde schon viel über die atemberaubende technische Leistung in Avatar: The Way of Water geschrieben und es ist schwer, gegen die Entscheidung von Regisseur James Cameron zu argumentieren, mehr als ein Jahrzehnt zu warten, bis die entsprechende Filmtechnik zur Verfügung stand, bevor er mit der Arbeit an seinem Unterwasser-Sequel begann. 

In einem exklusiven Interview mit TechRadar erklärt Daniel Barrett, Senior Animation Supervisor bei Wētā FX, die Methode, die hinter der Magie der Performance-Capture-Bilder von The Way of Water steckt. Wir fragen den erfahrenen Animator, wie er und sein Team eine ganz bestimmte Einstellung hinbekommen haben – eine, die das Internet in Verzückung versetzte, nachdem sie im ersten Trailer des Films zu sehen war.

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"Es ist fast menschlich", steht in einem Kommentar unter dem Posting. "Es könnte auch nur ein blau angemalter Typ sein", steht in einem anderen. Die beste Antwort von allen: "Ziemlich sicher, dass es kein CGI ist. Cameron war tatsächlich auf Pandora, um das zu filmen."

Die fragliche Aufnahme zeigt Sam Worthingtons Jake Sully, wie er die Zügel eines Skimwing anzieht, der im Meer lebenden Version des Metkayina-Clans, die von den Omaticaya geritten wird. Aber wie viel – wenn überhaupt – von dem, was wir in dem Zwei-Sekunden-Clip sehen, ist echt, und wie viel ist CGI? Zum Glück hat Barrett die Antworten. 

"Wir haben das quasi gedreht", erklärt er. "Damals gab es Diskussionen darüber, ob diese Aufnahme als Referenz dienen oder in den Film aufgenommen werden sollte. Es sah wirklich gut aus – aber es war nur die Hand, die echt war. Wir standen also vor der Herausforderung, diese Hand mit einem CG-Arm zu verbinden, der wiederum mit einem CG-Körper verbunden war, der auf einem CG-Skimwing saß. Und dann hatten wir auch noch echtes Wasser, das wir mit dem CG-Wasser verbinden mussten. Es ist also eine Mischung. Die Hand und das Wasser um die Aufnahme herum sind echt. Der Rest ist digital."

CG-Wasser? Kein Wunder, dass Camerons Fortsetzung mehr als 2 Milliarden Dollar gekostet hat, nur um die Gewinnschwelle zu erreichen. 

Eine andere Herausforderung

Tuk in Avatar: The Way of Water

(Image credit: © 2022 20th Century Studios. All Rights Reserved.)

Achtung: Es folgen wichtige Spoiler zu Avatar: The Way of Water

Für Wētā FX – die neuseeländische Firma für visuelle Effekte, die 1993 von Peter Jackson, dem Regisseur von Der Herr der Ringe, gegründet wurde – war Avatar: The Way of Water die ultimative Herausforderung. Animatoren wie Barrett mussten ihre gesamte Erfahrung einsetzen, um die von Cameron gesetzte, unvorstellbar hohe Messlatte zu überspringen, denn der extensive Einsatz von Unterwasser-Performance-Capture-Techniken stellte völlig neue VFX-Hürden dar. 

Gab es bestimmte Sequenzen, bei denen Barrett und sein Team Angst vor Toruk hatten? "Technisch gesehen gab es einige Wasseraufnahmen, die mich beunruhigt haben. Viele der Bootsaufnahmen bereiteten uns Sorgen, weil wir wussten, dass wir parallel zu den Effekten arbeiten mussten. Du kannst deine Arbeit machen, du hoffst, dass die Wasseroberfläche so bleibt, wie sie ist, du hoffst, dass die Wellenphase so bleibt, wie sie war, als du mit der Animation begonnen hast. Aber dann weißt du auch, dass das simuliert werden muss, und die Simulation des Wassers wirkt sich nun auf die Umgebung des Bootes aus. Das kann zu einer kleinen Schleife führen. Viele der Bootsaufnahmen waren also eine Herausforderung", sagt Barrett.

Neytiri and Jake on a rock in Avatar: The Way of Water

Barrett says this Avatar: The Way of Water sequence was among the hardest to work on (Image credit: © 2022 20th Century Studios. All Rights Reserved.)

"Es gab auch einige gewaltige Szenen", fährt Barrett fort. "Die Rückkehr der Tulkun in das Dorf – in diesen Aufnahmen ist unheimlich viel los. Aber für mich persönlich war eine der schwierigsten Szenen – und ich will nicht zu sentimental werden – der Tod von Neteyam auf dem Felsen. Das fand ich wirklich schwierig. Als ich es dann im Kino sah, war ich schon etwas immun dagegen. Aber die ersten 20 Male war es sehr, sehr schwer, das anzusehen."

"Die Darsteller sind einfach so stark. Nimm Zoe [Saldaña] als Beispiel. Es sind nicht nur die rohen Emotionen, die du am Anfang in ihr siehst. Später, als Jake sie anfleht, das zu tun, was für die anderen Kinder nötig ist, siehst du ihre Entschlossenheit. Die Trauer lässt sie nicht los, aber die Entschlossenheit kommt, und zwar ganz subtil." 

"Für mich [als Animator] ist es eine aufregende Sache, an den Punkt zu kommen, an dem du das Gefühl hast, dass du alles gefunden hast, was sie getan hat. Diese subtileren Aufnahmen sind wirklich die befriedigendsten Momente."

Avatar: The Way of Water ist jetzt weltweit in den Kinos zu sehen. 

 

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(Image credit: TechRadar Deutschland)
Michael Winkel
Volontär

Ich bin Michael und ich beschäftige mich vor allem mit den Themen Gaming, Nintendo und Audio. Noch bevor es mich zu TechRadar Deutschland verschlagen hat, absolvierte ich an der Akademie für Neue Medien eine Kompaktausbildung zum Crossmedia-Journalist. Dort lernte ich nicht nur das journalistische Handwerk, sondern auch wie man moderiert und gute Kurzfilme produziert. Nun bin ich bei TechRadar Deutschland als Volontär gelandet und tierisch froh, leidenschaftlich über Videospiele, Gaming und Tech zu schreiben.

Erreichbar bin ich unter mwinkel[at]purpleclouds.de.

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