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Im Test: Mario Strikers: Battle League Football

Kurzweiliger Kicker-Spaß mit Content-Defiziten

Wario in Mario Strikers Battle League
(Image: © Future)

TechRadar Urteil

Mario Strikers ist ein kurzweiliges, einsteigerfreundliches Arcade-Sportspiel, welches ausgelassenen Spielspaß verspricht. Hübsche Optik, grandiose Effekte und Unterstützung für bis zu 8 Spieler im Multiplayer sorgen für unterhaltsame und chaotische Konfrontationen. Getrübt wird der gute Eindruck leider durch eine inkonstante Erfahrung im Online-Multiplayer und den auffallenden Content-Mangel zu Release. Als Vollpreistitel ist der aktuelle sportliche Exkurs Marios deshalb nur bedingt zu empfehlen - Spaß hatten wir allerdings trotzdem.

Pros

  • +

    Kurzweilige Unterhaltung

  • +

    Easy to learn, hard to master

  • +

    Stilsichere Optik und tolle Effekte

Cons

  • -

    Geringer Umfang

  • -

    Stark variierende Online-Erfahrung

  • -

    Vereinzelte FPS-Einbrüche

Information zu dem Review

Plattform: Nintendo Switch

Spielzeit/Testumfang: 20 Stunden

Alle Jahre wieder erhalten wir zur Sommerzeit einen weiteren Mario-Ableger durch Nintendo. Diesmal wird es allerdings wieder sportlicher, wenn sich Mario und seine Freunde sowie Feinde auf dem Rasen gegenübertreten. Seit dem letzten Fußball-Ableger sind dabei 15 Jahre vergangen, jedoch zählen die Mario-Fußball-Spiele mitunter zu den Fan-Lieblingen und die Erwartungen sind groß. 

In "Mario Strikers: Battle League Football" soll nun diese alte Liebe einmal mehr entfacht werden. Neben den namensgebenden Battle League-Modus wurde die Reihe dabei durch Individualisierungsoptionen, neue Inhalte und Anpassung bestehender überarbeitet. Inwiefern das geglückt ist, offenbaren wir dir im Folgenden:

Mario Strikers: Battle League Football - Preis und Releasedatum

  • Was ist es? Ein Fußball-Videospiel im Mario-Universum
  • Erscheinungdatum? 10. Juni 2022
  • Womit kann ich es spielen? Nintendo Switch
  • Preis: 49,99€

Vom Amateur zum Fußballgott

Mario lässt nach aufgeladenem Hyperschuss eine tolle Fallrückzieher-Animation blicken.

(Image credit: Nintendo)

Wie für Mario-Titel üblich ist auch das neue Mario Strikers überaus einsteigerfreundlich. Die Steuerung ist dabei simpel und Tastenkombinationen beschränken sich auf ein Minimum. Komplexität beim Kicken ist trotz dessen gegeben durch verschiedene Möglichkeiten beim Passen, Dribbeln und dem Torabschluss selbst. Für Neulinge oder eingerostete Fans bietet der Titel zudem ein umfangreiches Tutorial, welches die komplette Steuerungspalette nach Bedarf mit einem durchgeht.

Neben dem Erlenen von idealen Dribbling, Passspiel und Torschuss kommt ihr dabei auch in Berührung mit den altbekannten und beliebten Hyperschüssen. Diese sind fulminant wie nie in Szene gesetzt und offerieren, neben tollen Animationen, die Chance gleich doppelt zu punkten. Das Spielgefühl ist hierbei zumeist flüssig und mit Ausnahme weniger FPS-Einbrüche entsteht infolgedessen ein toller Flow.

Jener Flow wird einzig noch durch gegnerisches Tackling oder Hilfsmittel in Form altbekannter Items der Mario-Welt unterbunden. Durch eben diese Gegenmaßnahmen entwickelt sich die Partie häufig zu einem rabiaten und chaotischen Kräftemessen, ist hierbei jedoch zeitgleich unglaublich unterhaltsam. 

Inhaltlich schmächtig statt mächtig

Während uns das Gameplay vollauf begeistert, fehlt die passende Fläche, sodass dieses auch vollends zum Tragen kommen kann.

Mitunter ist dies bereits der mageren Auswahl Spielwaren Charakter zu Release geschuldet. Das Dutzend an ikonischen Figuren soll zwar infolge von DLC zukünftig erweitert werden, für den Moment dürfen wir uns aber auf die immerzu gleichen Gesichter gefasst machen. Wirkliche Neuzugänge sind hierbei bisher, mit Ausnahme von Rosalina (aus Super Mario Galaxy), auch abwesend.  

So umfasst das Einzelspieler-Segment, neben dem klassischen Einzelspiel gegen die KI, lediglich den Pokalmodus. Turnierteams setzen hierbei den Fokus auf unterschiedliche Charaktereigenschaften und konfrontieren SpielerInnen beispiels-weise mit besonders temporeichen oder schussstarken KI-Kontrahenten. Leider geht dem Modus bereits nach kurzer Dauer die Puste aus und der Umfang ist mit insgesamt 12 Pokalen auch eher spärlich.

Mario Strikers: Battle League ist zweifellos auf die Multiplayer-Erfahrung ausgerichtet. Wie auch andere Sportspiele, ist der neueste Eintrag im Mario-Kosmos, aufgrund des spärlichen Inhaltspakets, für EinzelspielerInnen nur bedingt zu empfehlen. Insbesondere zum Kostenpunkt eines Vollpreistitels kommen Singleplayer-Fans bisher kaum auf ihre Kosten. 

Wie bereits im Vorfeld besprochen (opens in new tab), ist Mario Strikers jedoch auch ein wichtiger Indikator dafür, was wir leistungstechnisch noch von Switch-Titeln im Kalenderjahr 2022 erwarten können.

Bereits im First Kick-Event (opens in new tab) sind uns dabei der gelungene Stil sowie die hübschen Charaktermodelle und Animationen bei Treffern positiv aufgefallen. Switch-typisch sollte man auf Basis der betagten Hardware seine Erwartungen aber etwas zurückschrauben - hier erwartet euch also nicht das nächste Grafik-Wunder... 

Zumeist läuft der Titel jedoch flüssig mit knapp 60 Bildern pro Sekunde und sorgt so für ein geschmeidiges Spielgefühl. Unterbrochen wird dies nur durch vereinzelte Einbrüche in den 50er-Bereich, die unser Gameplay allerdings nicht gravierend beeinträchtigt haben. Auch, dass die Zwischensequenzen zum Start und bei Jubelanimationen nur auf 30 FPS gecappt sind, war auffallend, jedoch nie wirklich störend. 

Auf technischer Ebene ist das Ergebnis, besonders im Handheld-Modus der OLED (opens in new tab), durchaus gelungen und das gewohnt hohe Niveau von Nintendos First-Party-Spielen erkennbar.

Die Coin-Flip-Multiplayer-Erfahrung

Mario Strikers: Battle Leauge Face-Off

(Image credit: Nintendo)

Das offensichtliche Herzstück des Titels dürfte der Multiplayer darstellen, der ja immerhin auch die namensgebenden Battle Leagues beinhaltet.

Diese standen zum Testzeitpunkt jedoch noch nicht vollends zur Verfügung. Was wir jedoch wissen, ist, dass es sich um ein Ligasystem handelt, bei dem Vereine durch die Community erstellt werden und mit anderen um die Tabellenspitze ringen. Ziel ist es dabei, die Spitze der Ligaleiter zu erklimmen, Ligen aufzusteigen und schließlich im Mario-Äquivalent der "Champions League" mit den Besten zu konkurrieren.

Was sich zunächst vielversprechend anhört, könnte eine eher durchwachsene Erfahrung werden - zumindest wenn man den aktuellen Zustand der Online-Architektur und -Spielerfahrung bei Einzelspielen berücksichtigt.

Das Gameplay variiert zwischen spaßigen, kurzweiligen Runden auf der Couch und nervenaufzehrenden Online-Partien - aus diversen Gründen

(Image credit: Nintendo)

Die Erfahrungen ähneln dabei wahrhaftig einem Münzwurf, da es schierer Zufall zu sein scheint, ob man mit guter Verbindung und einer spaßigen Partie belohnt wird oder, entlang eines vierminütigen Lag-Fests, mit Verbindungsabbrüchen und stark verzögerter Eingabeverarbeitung abgestraft ist. 

Mehrspieler-Matches können dabei von bis zu 4 Konsolen allein oder zu zweit bestritten werden. Hieraus resultiert folglich satte 8-Spieler-Action, die sich durch die genannten Probleme jedoch nur seltenst voll entfalten kann.

Trotzdem müssen wir für den Multiplayer eine Lanze brechen: Denn im Couch-Koop offenbarte sich uns die volle Packung Spielspaß, die in Battle League Football steckt. Lokal mit bis zu 4 Spielern funktioniert Strikers, wie es konzipiert wurde - als ein kurzweiliges, einsteigerfreundliches, unterhaltendes Vergnügen in bester Mario Party oder Mario Kart-Manier.

Leider spiegelt sich diese Erfahrung aktuell zu selten in der Online-Komponente wider. Wir hoffen hier allerdings auf zeitnahe Reaktion und Optimierungs-maßnahmen durch Nintendo, sodass dem Titel sein volles Potenzial nicht verwehrt bleibt.

Fazit:  Unterhaltsamer Switch-Kicker mit Luft nach oben

Nicht nur Bowser war entlang des Tests ab und zum Feuer speien zumute...

(Image credit: Nintendo)

Mario Strikers: Battle League Football… wir wollen dich wirklich lieben. Aber leider sorgen deine groben Schnitzer im Online-Segment und die inhaltliche Dürre dafür, dass dies - zumindest jetzt - noch nicht möglich ist. 

Momentan reicht es demnach nicht für eine uneingeschränkte Kaufempfehlung. Dafür ist das geschnürte Paket zu dürftig, die Online-Erfahrung zu inkonstant und der Preis mit knapp 60 Euro deutlich zu happig.

Das neue Mario Strikers hat aber trotzdem das Potenzial zum Multiplayer-Hit für die Nintendo Switch (opens in new tab). Denn im Kern ist das Gameplay solide, die Optik ansehnlich und der große Spielspaß war, gerade im Couch-Koop, auch präsent. Wir hoffen, dass Nintendo zeitnah an den genannten Stellschrauben nachbessert, sodass Fans und Neueinsteiger hier alsbald vollends auf ihre Kosten kommen.

Christian Schmidt

Als Redakteur bei TechRadar Deutschland beschäftigt sich Christian Schmidt primär mit den Themen Gaming sowie PC-Hardware.



Erreichbar ist Christian unter der Mailadresse cschmidt[at]purpleclouds.de.