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Warum ein MCU-ähnlicher Plan für das DCEU von Warner Bros. ein Fehlschlag sein könnte

Die Gruppe umfasst die Mitglieder der Justice League aus dem gleichnamigen Film von Zack Snyder. Zu den Heldenfiguren zählen Aquaman, Batman, Superman, The Flash sowie Wonder Woman.
Warner Bros. Discovery wagt sich an ein weiteres Reboot des DCEU, welches sich eine Scheibe vom MCU abschneiden will... (Bildnachweis: Warner Bros.)

Entlang der Präsentation der Gewinnberichte zu Q2 2022 enthüllt Warner Bros. Discovery (WBD) kürzlich die neuen Pläne für ein eigenes Franchise im Stile des Marvel Cinematic Universe (MCU). 

Nach eigenen Angaben handelt es sich hierbei um das neue DC Extended Universe (DCEU), was für Flash, Superman und Co. einen weiteren Neustart bedeuteten könnte...

Und ja, einigen mag diese Prämisse bekannt vorkommen, denn jene unterscheidet sich nicht wesentlich von den Ambitionen des vergangenen Reboots. Damals entschied man sich zugunsten der kreativen Freiheit jedoch für einen Multiversum-Ansatz - und das zuletzt durchaus mit Erfolg. Nun soll jedoch mehr Fokus auf ein zusammenhängendes, sich kontinuierlich entwickelndes Universum gelegt werden...

Ob der Plan allerdings aufgeht, wage ich zum aktuellen Stand stark zu bezweifeln. Woran das liegt? - Primär an den zahlreichen Projekten, die angekündigt und aktiv entwickelt werden.

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Demnach sind bereits vier DCEU-Ableger für die kommenden Monate bis zum Sommer 2023 angekündigt. Hierzu zählen:

WBD-CEO David Zaslav beteuert (Öffnet sich in einem neuen Tab) aber auch, dass die Eckdaten und bisherigen Planung noch nicht in Stein gemeißelt seien. Demnach wird WBD "keinen Film veröffentlichen, bevor er fertig ist" - Verschiebungen und Projektabbrüche sind für das genannte Quartett also noch keinesfalls auszuschließen.

Gerade The Flash (Öffnet sich in einem neuen Tab) entpuppt sich hierbei als Wackelkandidat. Einerseits begründet im weiter entfernten Release, anderseits mag das auch den Negativ-Schlagzeilen rund um Hauptdarsteller Ezra Miller geschuldet sein. Zudem hat Warner Bros. erst kürzlich entlang von Batgirl bewiesen (Öffnet sich in einem neuen Tab), dass man sich nicht vor Projekteinstampfungen scheut. Auch der 'schnellste Mann der Welt' dürfte infolgedessen noch etwas mehr, um seine Zukunft bangen. 

Das Stichwort Zukunft leitet vortrefflich über zu weiteren großen Frage: Wo und wie könnten die neuen Film- und Serien-Konzepte von WBD ihren Platz im DCEU finden? Wie könnte sich die Zukunft bestehender Charaktere und Verkörperungen gestalten? Dürfen wir weiterhin mit Henry Cavills Superman oder Gal Gadots Wonder Woman rechnen?

Kurzum läuft es also auf die Frage hinaus, ob man am Bestehenden festhält oder einen umfassenderen Neustart bezüglich der DC-IPs forciert.

Gal Gadot überquert den Kampfschauplatz als Wonder Woman

Hat ein dritter Wonder Woman-Ableger überhaupt noch Platz im neuen DCEU? Und bleiben uns die bestehenden Gesichter erhalten?  (Image credit: Warner Bros)

Sollte sich Warner für Variante 2 entscheiden, sollten sich Fans schon einmal auf neue Gesichter, neue - oder alte - Geschichten sowie reichlich Verwirrung gefasst machen. Am Beispiel von Suicide-Squad-Ablegern aus 2016 und 2021 ist mir das Dilemma zumindest schon zu Genüge bekannt. 

Das Problem weitet sich allerdings schon jetzt auf einzelne DCEU-Filmprojekte aus. Gerade die Batman-IP scheint anfällig. Zwar hat selbige durch Matt Reeves' The Batman erst kürzlich eine hervorragende cineastische Adaption (Öffnet sich in einem neuen Tab) erfahren, allerdings spielt diese zusammen mit zwei weiteren Projekten in separaten Universen und infolgedessen noch jenseits vom geplanten DCEU-Filmkanon. Die multiplen Verkörperungen und Geschichten um den dunklen Rächer, dürften bei nicht wenigen Fans für Verwirrung und womöglich fehlende Akzeptanz sorgen...

Gleiches Inklusionsproblem hat übrigens auch die Joker-Filmreihe (Öffnet sich in einem neuen Tab) rund um Todd Philipps und Joaquin Phoenix. Unterschied ist hier, dass man dem Joker zumindest schon fest eine Existenz in Parallelität zum potenziellen DCEU in Aussicht gestellt hat.

Es zeigt sich allerdings sehr deutlich, dass sich WBD in einer verzwickten Lage befindet, in der Ambitionen und Vorstellungen nur schwer mit dem gegebenen Ist-Zustand vereinbar sind. Einige Ausnahmen sorgen schon jetzt dafür, dass DC-Filme zunehmend undurchschaubar werden. Zurecht darf man hierbei fragen: Wäre es also nicht doch am Besten, wenn WBD die aktuelle Idee des DCEU wieder fallen lässt?

Henry Cavill verkörpert seit "Man of Steel" einen der ikonischsten Superhelden aller Zeiten... ungewiss ist die Zukunft aber nichtsdestotrotz

Henry Cavill ist für viele inzwischen DAS ikonische Gesicht von Superman. Allerdings ist bei Weitem nicht garantiert, dass wir ihn zukünftig wieder als "Man of Steel" zu Gesicht bekommen. (Image credit: Warner Bros. Pictures)

Und auf aktuelle DC-Serien, die bei Netflix (Öffnet sich in einem neuen Tab) und Co. laufen, sind wir noch gar nicht zu sprechen gekommen...

Zumindest um das Arrowverse von The CW müssen wir uns aber keine Sorgen machen. Die Serie wird nämlich im kommenden Jahr entlang der letzten Staffel von The Flash (der Serie) enden. 

Trotzdem sind auch im Serienkosmos Titel, wie Peacemaker Staffel 2 oder eine Green Lantern-Serie, in Planung. Und auch diverse Zeichentrickumsetzungen hoffen auf ihr weiteres Fortbestehen.

Ja, ich weiß, die Ambitionen von Warner Bros. Discovery mögen für so einige Fans vielversprechend klingen. Allerdings muss sich WBD für ein marvel-ähnliches Filmuniversum entlang des DCEU die zuvor genannten Fragen stellen und hierauf zuerst einmal wichtige und endgültige Antworten finden. Nur dann ist - meiner Meinung nach - ein 10-Jahres-Plan für das Franchise im Stile des MCU realistisch. Gelingt es hingegen nicht die vielen Fragezeichen aufzulösen, fürchte ich, dass der neue Reboot-Versuch nicht die erhoffte Wirkung für das DC-Universum erzielen wird...


Falls du dich infolge der News noch schnell mit den aktuellsten oder älteren DC-Filmen beschäftigen willst, möchte ich dir noch unseren Guide zu selbiger Thematik (Öffnet sich in einem neuen Tab) ans Herz legen - Triple-A-Action-Kino ist hier vorprogrammiert.

Als Redakteur bei TechRadar Deutschland beschäftigt sich Christian Schmidt primär mit den Themen Gaming sowie PC-Hardware.



Erreichbar ist Christian unter der Mailadresse cschmidt[at]purpleclouds.de.

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