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Neue YouTube-Funktion ist für die Einen ein Segen, die Anderen ein Fluch

YouTube ist stetig im Wandel und bietet nun eine neue Funktion, die nicht allen NutzerInnen gefallen dürfte.
(Image credit: Shutterstock)

YouTube inkludiert eine neue Funktion, die es seinen NutzerInnen ermöglicht zum meistgesehenen Teil eines Videos zu springen. Hierbei wird eine halbtransparente Grafik über dem Fortschrittsbalken des Videos als Indikator genutzt.

Die Funktion wurde kürzlich auf der offiziellen YouTube-Community-Website (opens in new tab) angekündigt und wird fortan auf Android- und iOS-Geräten sowie der Desktop-Variante eingeführt. Die automatisierte Grafik wird entlang des Communityengagements gesteuert und zählt, neben der neuen Videoschleifenfunktion und automatisch generierten Videokapiteln, zu den Neuerung der aktuellsten Version des Medienportals. 

In Zukunft siehst du also über dem Fortschrittsbalken des Videos eine Grafik, die sich über die gesamte Videolänge erstreckt. Diese hat wahrscheinlich höher und niedriger angesiedelte Punkte im Diagramm, welche darauf deuten, dass einige Abschnitte häufiger angesehen werden. Hierdurch werden dir theoretisch die besten oder interessantesten Teile eines Videos grafisch hervorgehoben.

(Image credit: Google / YouTube)

Diese Funktion könnte sich als Segen für einige Zuschauer erweisen, insbesondere für diejenigen, welche wenig Zeit für den Konsum in Anspruch nehmen möchten oder können. So kann man sich vorstellen, dass größere Ankündigungen und Highlights von Sportaufnahmen deutlich schneller nach den spannendsten Abschnitten zu durchforsten sein werden.

Wenn die Grafik wie beabsichtigt funktioniert, so ist es auch beim wiederholten Schauen des Videos für Zuschauer einfacher die herausragenden Momente wiederzufinden. Dies ist vor allem bei älteren Videos praktisch, die nicht über die Videokapitelfunktion verfügen, welche erst 2020 von YouTube eingeführt wurde.


Analyse: Ein zweischneidiges Schwert für YouTube

Die neu integrierte Videografik klingt zunächst nach einer fantastischen Funktion für Zuschauer. Allerdings könnten Ersteller diese Neuerung deutlich weniger schätzen. 

Das liegt daran, dass Zuschauerbindung für Video-Creator sowie den YouTube-Algorithmus eine entscheidende Kennziffer ist. Je länger ein Zuschauer auf YouTube Zeit verbringt und ein Video konsumiert, desto "wertvoller" erscheint dieses Video für den Algorithmus. 

Für kleine und mittelgroße Content-Creator könnte die Grafik also deutlich geringere und umfangsärmere Einschaltquoten bei ihren erstellten Inhalten bedeuten. 

Die Funktion bietet demnach einerseits ein einfacheres, zeitsparendes Seherlebnis für die eine Fraktion, für die andere Fraktion bedeutet es aber die potenzielle Gefahr einer niedrigen Zuschauerbindung und somit in gewisser Hinsicht auch eine existenzielle Gefahr auf YouTubes Plattform.

Weiterhin besteht die Gefahr, dass nur entlang des Konsums der vielgesehenen Stellen von Nutzern der Kontext und die Bedeutung des Momentes nicht nachvollzogen werden kann.

Bisher stehe ich der Funktion folglich mit einigem an Skepsis gegenüber. Die Vorteile für Zuschauer sind offensichtlich, während negative Auswirkungen auf die Inhaltsersteller jedoch nicht vernachlässigt werden sollten. Folglich bleibt abzuwarten, ob YouTube seinen Nutzern damit wirklich einen Gefallen tut oder sich eher selbst mit dem Feature schadet.

Als Redakteur bei TechRadar Deutschland beschäftigt sich Christian Schmidt primär mit den Themen Gaming sowie PC-Hardware.



Erreichbar ist Christian unter der Mailadresse cschmidt[at]purpleclouds.de.

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