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Lucasfilm priorisiert alte Franchises wie Star Wars gegenüber neuen Projekten

The Book of Boba Fett Folge 2
(Bildnachweis: Lucasfilm/Disney)

Es sieht so aus, als würde Lucasfilm auch in Zukunft auf seine berühmtesten Filme setzen, selbst wenn das bedeutet, dass brandneue Projekte auf der Strecke bleiben. 

Einem aktuellen Bericht von THR (Öffnet sich in einem neuen Tab) zufolge behaupten Quellen aus dem Umfeld von Lucasfilm, dass sich das Disney-Studio "von der Entwicklung neuer Projekte abgewandt hat" und sich stattdessen "noch mehr auf die bereits vorhandenen Projekte konzentriert". Das bedeutet, dass wir mehr Filme und Fernsehsendungen erwarten, die auf bereits existierenden Produktionen basieren, statt auf neuen Inhalten.

Diese Äußerungen kommen, nachdem die Rechte an der Verfilmung von Tomi Adeyemis Fantasy-Roman Children of Blood and Bone – einst als kommendes Lucasfilm-Projekt angekündigt – vom konkurrierenden Studio Paramount aufgekauft wurden. 

THR berichtet, dass die Arbeit an einer von Lucasfilm produzierten Children of Blood and Bone-Adaption ins Stocken geriet, weil die Führungskräfte der Entwicklung von Star Wars-Serien wie The Mandalorian (Öffnet sich in einem neuen Tab) und The Book of Boba Fett (Öffnet sich in einem neuen Tab) den Vorrang gaben. 

Adeyemi selbst war "unzufrieden" mit dem stockenden Projekt, da Lucasfilm sich weigerte, ihren kreativen Beitrag zu berücksichtigen. Berichten zufolge hat Paramount Adeyemi jedoch erlaubt, das Drehbuch für die noch in der Entwicklung befindliche Adaption zu schreiben. 

Zu den Projekten, die bei Lucasfilm derzeit Priorität haben, nennt THR eine Serie, die auf dem Fantasy-Film Willow von 1988 basiert, Indiana Jones 5 und "viele, viele Star Wars-Filme (Öffnet sich in einem neuen Tab) und -Serien". 

Über letztere haben wir in diesem Leitfaden bereits berichtet, aber wir wissen auch, dass Star Wars: Rogue Squadron (von Wonder Woman-Regisseurin Patty Jenkins), eine noch unbetitelte Star Wars-Trilogie von Die letzten Jedi-Regisseur Rian Johnson und Spielfilme von Taika Waititi und Marvel (Öffnet sich in einem neuen Tab)-Chef Kevin Feige zu den Projekten gehören könnten, die in Planung sind. 

Es ist allerdings unklar, ob und welche dieser Filme sich noch in der Entwicklung befinden.


Ist weniger mehr?

So enttäuschend es auch ist, dass vielversprechende Projekte wie Children of Blood and Bone zugunsten von scheinbar zahllosen Star Wars-Spin-Offs verworfen werden, so verständlich ist es auch, dass Lucasfilm letzteren den Vorzug gibt. 

Star Wars ist nach wie vor eines der beliebtesten sowie lukrativsten Franchises der Welt und die Fans werden immer Appetit auf neue Abenteuer in einer weit, weit entfernten Galaxie haben. Jüngste Erfolge wie The Mandalorian beweisen auch, dass Disneys Ansatz für neue Star Wars-Projekte tragfähig ist. Jon Favreaus Serie widerlegte Befürchtungen, dass Spin-Offs niemals die Qualität der Originalfilme erreichen, geschweige denn übertreffen könnten. 

Lucasfilm riskiert allerdings, den Reiz seiner goldenen Gans zu verspielen, indem es die Fans derartigen Projekten geradezu überhäuft. 

Auch werden nicht alle von ihnen auf Begeisterung stoßen. Die Reaktionen auf The Book of Boba Fett (Öffnet sich in einem neuen Tab) in der Mitte der Staffel zeigen, dass Lucasfilm nicht automatisch auf der Gewinnerseite steht, wenn es auf Figuren mit Nostalgie-Effekt setzt. 

Im Fall von Boba Fett riskiert das Studio sogar, das Erbe dieser Figuren zu beschädigen (Öffnet sich in einem neuen Tab), indem es sie in einem ganz anderen Licht darstellt (eine Tatsache, die der Schauspieler Temuera Morrison im Interview unten subtil einräumt).

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Es besteht kein Zweifel daran, dass Lucasfilm weiterhin die Kassen von Disney füllen wird, indem es sich auf Projekte stützt, die bereits unter dem Dach des Unternehmens angesiedelt sind. Die Devise "Qualität vor Quantität" könnte allerdings ein besserer Weg sein, um die langjährigen Star-Wars-Fans abzuholen.

Außerdem ist Star Wars zwar das Kronjuwel von Lucasfilm, aber die Adaption neuerer Werke wie Children of Blood and Bone würde wahrscheinlich neue Zuschauer anziehen, die sich nicht für das Universum von George Lucas interessieren. 

Die Diversifizierung des Katalogs, anstatt sich nur auf die größten und lukrativsten Franchises zu konzentrieren, sollte also Lucasfilms Priorität sein.

Stephan Sediq
Business Development Manager

Stephan Sediq ist Business Development Manager bei techradar DE. Bitte wende dich mit allen Fragen zum Thema Native Advertising und Gastbeiträgen direkt an ihn.

Darüber hinaus ist Stephan für die Bereiche Cinema & Entertainment sowie Audio verantwortlich.


E-Mail: ssediq[at]purpleclouds.de