Ich gebe inzwischen mehr als 1.000 Euro jährlich fürs Streaming aus und muss mich jetzt wohl oder übel von einigen Diensten trennen ...

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(Bildnachweis: Getty Images)

Es ist ohne Zweifel ein Genuss, in die Welten von Stranger Things auf Netflix, Jack Ryan auf Amazon Prime Video, Only Murders in the Building bei Disney+ oder aber The Last of Us bei Sky einzutauchen. Doch was in der Vergangenheit lediglich wie eine kleine Frage der individuellen Vorlieben schien, hat sich rasant zu einem bedeutsamen finanziellen Aspekt entwickelt. Unterhaltungsliebhaberei wird gefühlt wöchentlich zu einer stärkeren Belastung der Geldbörse – und das liegt vor allem daran, dass nicht nur immer mehr Streaming-Dienste existieren, sondern auch immer mehr dieser Dienste ihre Angebotspreise in die Höhe treiben. 

Auch ich reflektiere entsprechend häufig, frustriert von der anhaltenden Kostenflut und zusätzlichen Belastungen wie Internet- oder GEZ-Gebühren. Während aber zumindest letztgenanntes ein notwendiges Übel ist, frage ich mich bei der zuvor genannten Auswahl und den damit verbundenen Preisschildern allmählich, ob die Summe ihren Gegenwert überhaupt noch wert ist – und ob es womöglich an der Zeit ist, sich von einigen Diensten zu trennen ...

"Wir müssen uns wirklich einmal anschauen, wofür und vor allem wie viel wir bezahlen", ist dann der logische Gedanke, der mir im Gespräch mit meiner Freundin durch den Kopf schwirrt. Zustimmung, Analyse ... und dann die Ernüchterung.

Du musst verstehen: Es ist das eine, zu erkennen, woher die immensen Kosten rühren und zu verstehen, dass ein Dienst womöglich nicht länger den nötigen Mehrwert liefert. Es ist aber eine andere Sache, tatsächlich sein Abo zu kündigen und sich somit (zumindest vorerst) von der entsprechenden Film- und Serienbibliothek zu verabschieden.

Aufs Papier gebracht

Aber gerade in Anbetracht der jüngsten Preiserhöhungen bei Netflix, Disney+ und Co. habe ich dann doch Bedenken gekommen. Zumindest genug hiervon, um einmal eine kleine Übersicht zu erstellen.

Das Ziel: Klarheit darüber erhalten, was monatlich an Kosten auf mich zukommt, was das ganze aufs Jahr hochgerechnet ausmacht – und natürlich schauen, was hiervon man unter welchen Bedingungen kürzen könnte.

Ist aber gar nicht mehr so leicht, wo doch viele Inhalte inzwischen an Preispakete gekoppelt sind. Hier bekommst du passend zum Internetvertrag einige Monate lang eine Sky-Mitgliedschaft, dort gibt es drei Monate lang kostenfrei Apple TV, bei Amazon Prime hängen gleich noch eine ganze Palette an zusätzlichen Diensten dran ... dann wird die Rechnerei ganz schnell zur Herausforderung.

So gut wie möglich bin ich aber bei der folgenden Aufschlüsselung von Standardpreisen ausgegangen und habe einzig das Kombi-Paket von Sky (inkl. Netflix) als eben solches berücksichtigt. Zudem gehe ich im weiteren Verlauf nach Möglichkeit davon aus, dass man den jeweiligen Dienst einzig für Streaming-Zwecke abonniert hat. Ob man sich also von Amazon Prime, trotz zahlreicher weiterer Benefits trennt, muss man dann im individuellen Fall für sich selbst entscheiden ...

Aber ich will auch nicht weiter um den heißen Brei reden. Im Folgenden einmal meine Aufschlüsselung der Ausgaben für einen Monat Streaming-Konsum: 

  • Apple TV Plus: 6,99 Euro
  • Disney Plus: 8,99 Euro (zum Jahresende Erhöhung auf 11,99 Euro)
  • Netflix: Im Sky-Paket inkludiert (separat: 12,99)
  • Prime Video: 8,99 Euro
  • Sky Entertainment Plus + Cinema: 35,00 Euro (in den ersten 12 Monaten, danach 51 €)
  • Internet: 34,99 Euro
  • Rundfunkgebühren: 18,36 Euro

Klar, in der Theorie kann man diese Preise durch Passwort-/Account-Sharing noch ein wenig drücken – zumindest bei einigen Anbietern (Danke noch einmal für nichts, Netflix!). Der Übersicht halber bin ich aber einmal vom Fall ausgegangen, dass nur ein Haushalt konsumiert und die Inhalte von nur einer Person gezahlt werden ... und dann wird es echt teuer! 

Mit Internetgebühren – die hier als Notwendigkeit für den Genuss der Streaming-Dienste berücksichtigt wurden – sind wir bei stolzen 113,32 Euro nur für den Genuss von Filmen und Serien im TV oder via Streaming-Anbieter – und das im Monat! 

Summa summarum also mehr als 1.300 Euro im Jahr allein für das sorgenlose Feierabendvergnügen vor dem schicken 4K-TV

Ich weiß, es mag weniger sein als das, was man für Miete, Hypothek oder Auto zahlt, aber dennoch ist es ein nicht zu vernachlässigender Kostenherd. Nicht zu vergessen sind die monatlichen Gebühren für den Hochgeschwindigkeits-Glasfaseranschluss, die Kabelboxen sowie potenzielle Wi-Fi-Extender, die von der Kabelfirma berechnet werden. Angesichts der immer noch steigenden Inflation kommt es mir hierbei absurd vor, derart viel Geld für Unterhaltung auszugeben (auch wenn ich natürlich bei Remote-Arbeit von einer flotten Internetverbindung ebenso profitiere).

Vor allem, wo ich inzwischen Guardians of the Galaxy 3 bereits verschlungen habe, Secret Invasion längst ein alter Hut ist und auch Mandalorian (Staffel 3) Schnee von gestern, frage ich mich, ob überhaupt noch etwas Übriggebliebenes auf Disney+ für mich zu sehen ist. Gleiches Spiel bei Amazon, wo ich meine Favoriten bereits geschaut habe, andere mögliche Highlights mich eher kaltlassen und ich nur selten einmal noch einen Blick in die sich stetig aktualisierende Bibliothek riskiere.

Und dann wäre da noch Netflix: 2023 für mich bisher eher eine Enttäuschung als irgendwas anderes ... aber dann nagt da eben doch das Gefühl, dass man etwas verpassen könnte, sollte man voreilig kündigen – FOMO (Fear Of Missing Out) eben. 

Und so geht es mir ja irgendwie bei allen Sachen. Viel zu umständlich das lästige An- und Abmelden für einen einzigen Monat des Konsums, wenn ein neuer Kracher-Titel in seiner Gänze bei einem Anbieter zur Verfügung steht. Und doch schaue ich kaum noch etwas in Regelmäßigkeit, während die monatlichen Gebühren mein Konto wieder ein Ticken schmaler machen ...

Was also tun?

Gute Frage ... in jedem Fall dürfte es keinen von uns einmal schaden, sich eine Übersicht für alle der (un-)nötigen Kostenausgaben rund um Netflix und Co. zu erstellen. Und gerade in Anbetracht der Tatsache, dass die Qualität vieler Originals abnimmt, während die Kosten immer weiter steigern, dürfte es früher oder später für jeden einmal Zeit sein, sich von dem ein oder anderen Dienst zu distanzieren – zumindest bis zum nächsten Highlight.

Streaming-Inhalte bieten uns einen endlosen Quell der Unterhaltung, einen, den wir kaum mehr missen wollen. Zwischen Dopamin-Hit, romantischer Komödie, packender Mittelalter-Fantasy und galaktischen Abenteuern haben uns die Anbieter eng im Griff – und packen nur allzu gern noch ein wenig straffer zu. Doch langsam werden die Argumente auf der Pro-Seite schwächer, die Kosten nehmen Überhand und zusammen mit anderen folgenschweren Entscheidungen, die beispielsweise gegen das Teilen von Passwörtern vorgehen, werden auch die Nutzerzahlen plötzlich regressiv.

Es scheint nicht unmöglich sich von Streaming-Diensten zu trennen, das beweisen mehr als genug der aktuellen Nutzerdaten ... es ist nur eine Frage der eigenen Toleranzgrenze. 

Und ich glaube ... meine eigene wird allmählich überschritten. 

P.S. Wann kommt gleich nochmal die letzte Staffel von Stranger Things? 

Christian Schmidt
Business Development Manager

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