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Im Test: Sennheiser CX True Wireless

Viele kleine Upgrades ohne Preiserhöhung

Sennheiser CX True Wireless liegen auf einem Tisch neben ihrem Case
Great Value
(Image: © Future)

Unser Fazit

Die Nachfolger der Sennheiser CX 400BT, die uns vergangenes Jahr sehr gut gefallen haben, bringen kaum Neues an den Tisch. Der Sound ist praktisch identisch und das Design wurde nur so leicht verändert, dass man sehr genau hinschauen muss. Am Klang haben wir effektiv gar nichts auszusetzen – nur beim Design hätten wir uns etwas mehr Veränderung gewünscht.

Vorteile

  • Klingen genauso gut wie die Vorgänger
  • Übersichtliche App mit vielen Anpassungsmöglichkeiten
  • Günstiger als Vorgänger

Nachteile

  • Unscheinbares Design
  • Kaum neue Features
  • Kein aktives Noise Cancelling

Zwei-Minuten-Review

Als Sennheiser 2020 die CX 400BT als „günstigere“ Alternative zu den Momentum True Wireless 2 auf den Markt gebracht hat – wenn man bei 200 € UVP von „günstig“ sprechen kann –, blieb der große Beifall, geschuldet nicht zuletzt dem hohen Preis und dem unscheinbaren Look, weitestgehend aus. Davon abgesehen konnten sich die kleinen Klötzchen allerdings durchaus sehen hören lassen: Dank Sennheiser-typisch exzellentem, ausgeglichenem Klang, umfangreichen Anpassungsmöglichkeiten in der App und einer guten, wenn auch nicht bemerkenswerten Akkulaufzeit waren die CX 400BT perfekte Begleiter für den Alltag, wenn man auf Features wie ANC verzichten konnte. Spätestens, nachdem Sennheiser und der Einzelhandel den Preis drastisch auf rund 100 € reduziert hatten, konnten wir den (mittlerweile) günstigen In-Ears unsere Empfehlung aussprechen.

Sennheiser hat daraus gelernt, denn bei den Nachfolgern hat der deutsche Traditionshersteller, dessen Verbrauchersparte mittlerweile zum Schweizer Hörgerätehersteller Sonova gehört, in vielen Punkten nachgebessert, allen voran beim Preis. Die restlichen Upgrades sind überschaubar, sinnvoll, aber nicht weltbewegend.

Die nennenswertesten Änderungen sind der Einstiegspreis von 129 € und eine längere Akkulaufzeit von bis zu 27 Stunden – neun Stunden in den Hörern und 18 im Case. Dazu kommt ein neues Equalizer-Preset namens „Bass Boost“, das die sonst eher neutral klingenden CX True Wireless auch Partymusik hörenden Kunden schmackhaft machen soll und auf der Verpackung beworben wird. Am Ladecase wurden einige Merkmale verändert, die wir bei den Vorgängern bemängelt haben. Aber im Großen und Ganzen handelt es sich hierbei eher um ein Refresh als um ein Upgrade der CX 400BT von 2020, was keineswegs schlecht, aber auch nicht unbedingt atemberaubend ist.

Preis und Verfügbarkeit

Die Sennheiser CX True Wireless sind Ende Juni 2021 zu einem Preis von 129 Euro in den Farben Schwarz und Weiß auf den Markt gekommen und sind vielerorts mittlerweile für etwas weniger als die UVP erhältlich. Im Vergleich zu den Vorgängern, den CX 400BT, die zur Einführung stolze 199 Euro gekostet haben, setzt Sennheiser also immerhin einen wesentlich realistischeren Preis an.

Sennheiser CX True Wireless mit Case auf einem Tisch

(Image credit: Future)

Design

  • Noch unscheinbarer als die Vorgänger
  • Komplett anpassbare Touch-Steuerung
  • Übersichtliche App mit gutem Funktionsumfang

Beim Design setzt Sennheiser auf die altbewährte Strategie „never change a running system“. Konkret heißt das, dass sich die CX True Wireless von den CX 400BT kaum unterscheiden. Genau genommen ist die Konstruktion in ihren Abmessungen und ihrem Gewicht völlig identisch. Die In-Ears stehen weiterhin ein gutes Stück aus den Ohren heraus, sitzen aber nach wie vor auch beim Sport ziemlich sicher. Prinzipiell wäre beim Design also kaum etwas hinzuzufügen. Genau das hat uns aber neugierig gemacht, weshalb wir die Unterschiede unter die Lupe genommen haben, denn die gibt es durchaus.

Der erste und deutlichste Unterschied ist die Touch-Oberfläche der beiden Pods. Während diese bei den CX 400BT noch aus zwei Teilen bestanden hat – dem schwarzen (oder weißen, je nach Variante) Gehäuse und einem transparenten Kunststoffplättchen mit silbernem Sennheiser-Logo darunter –, ist dieses Element bei den CX True Wireless aus einem Guss und komplett ins Gehäuse integriert. Dadurch sehen die CX True Wireless unserer Meinung nach noch unscheinbarer aus als ihre Vorgänger, was nicht unbedingt sein musste. Andererseits gefällt uns, dass das Sennheiser-Logo eine andere Textur hat als der Rest der In-Ears – glatt statt matt – und sich daher ertasten lässt, was gut fürs haptische Feedback ist.

Auch bei der anderen Hälfte der CX True Wireless wurden zwei Elemente auf eins reduziert. Bei den CX 400BT war die äußerste Spitze des Stücks, das ins Ohr gesteckt wird, noch ein eigenständiges Bauteil. Bei den CX True Wireless ist nun auch die innere Hälfte der Hörer aus einem Guss. Optisch ist der Unterschied mit bloßem Auge nicht zu erkennen, aber im direkten Vergleich waren wir überrascht, dass sich dieser Unterschied im Ohr durchaus bemerkbar macht.

Sennheiser CX True Wireless mit Case auf einem Tisch

(Image credit: Future)

Zu den weniger auffälligen Unterschieden gehören zwei statt vier Kupferkontakten auf der inneren Hälfte der In-Ears, eine kleine Kerbe zwischen den beiden Kontakten, damit sie sicher im Case liegen und der Kontakt beim Laden nicht unterbrochen wird, und mehr bzw. anders platzierte Mikrofonlöcher.

Auch das Case sieht auf den ersten Blick praktisch identisch zu dem der Vorgänger aus. Wie bei den In-Ears selbst sind die silbernen Akzente – das Sennheiser-Logo auf dem Deckel und der Sennheiser-Schriftzug im Inneren – glänzend schwarzen Strukturen gewichen. Löblich finden wir, dass sich die Ladestands-LED bei den CX True Wireless nun vorne befindet und automatisch beim Öffnen und Schließen des Ladecase leuchtet. Beim Vorgänger befand sie sich noch auf der Rückseite und musste manuell per Taste betätigt werden.

Eine unsichtbare, aber deutlich spürbare Veränderung ist die neuerdings fehlende Feder im Scharnier des Deckels. Im Gegensatz zum Case der CX 400BT klappt der Deckel beim Öffnen deshalb nicht von allein auf und rastet ein, sondern muss per Hand komplett geöffnet werden. Das ist natürlich nicht weiter schlimm, aber wenn wir sowieso schon auf hohem Niveau meckern, dann sinkt für uns dadurch die Ergonomie und Benutzerfreundlichkeit etwas.

Sennheiser CX True Wireless mit Case auf einem Tisch

(Image credit: Future)

Ansonsten bleibt optisch alles gleich. Das Case fühlt sich hochwertig an, ist angenehm klein und liegt durch die stark abgerundeten Ecken und Kanten schön in der Hand, was es für Neurotiker wie uns ideal macht, um in der Jackentasche damit zu spielen. Wie beim Case der CX 400BT jedoch reiben die Ecken bereits nach zwei Wochen deutlich ab und glänzen dadurch mehr als die anderen Stellen, und das, obwohl wir immer darauf geachtet haben, keine anderen Gegenstände in derselben Tasche zu tragen.

Die Bedienfelder der CX True Wireless lassen sich wie bisher, abgesehen von der Telefonatsteuerung, komplett in der „Smart Connect“-App anpassen, weshalb Sennheiser unserer Meinung nach in puncto Benutzerfreundlichkeit die Nase anderen Herstellern mit wesentlich teureren True-Wireless-Kopfhörern gegenüber nach wie vor vorn hat. Die App selbst ist ebenso, wie bisher, minimalistisch und übersichtlich gehalten und lässt kaum Wünsche offen.

Was die Funktionen angeht, sind die Änderungen durchaus überschaubar. Wer häufig telefoniert, wird sich darüber freuen, dass nun beide Earpods einzeln dafür verwendet werden können – bei den CX 400BT ging das nur mit dem rechten. Im Großen und Ganzen war es das dann aber auch schon.

Es fehlen nach wie vor Komfortfunktionen wie aktives Noise Cancelling – Sennheiser wirbt mit passiver Geräuschunterdrückung, also wie die Kopfhörer konstruktionsbedingt äußere Einflüsse reduzieren – und Sensorik zum automatischen Pausieren beim Herausnehmen der Kopfhörer.

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Sennheiser CX True Wireless links und Sennheiser CX 400BT mit Cases nebeneinander auf einem Tisch

CX True Wireless (link) CX 400BT (rechts) (Image credit: Future)
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Sennheiser CX True Wireless links und Sennheiser CX 400BT mit Cases nebeneinander auf einem Tisch

CX True Wireless (link) CX 400BT (rechts) (Image credit: Future)
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Sennheiser CX True Wireless links und Sennheiser CX 400BT mit Cases nebeneinander auf einem Tisch

CX True Wireless (link) CX 400BT (rechts) (Image credit: Future)
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Sennheiser CX True Wireless links und Sennheiser CX 400BT mit Cases nebeneinander auf einem Tisch

CX True Wireless (link) CX 400BT (rechts) (Image credit: Future)
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Sennheiser CX True Wireless links und Sennheiser CX 400BT mit Cases nebeneinander auf einem Tisch

CX True Wireless (link) CX 400BT (rechts) (Image credit: Future)

Klang

  • Ausgeglichener Klang mit Hang zu Bässen
  • 3-Band-Equalizer in der App
  • „Bass Boost“ in den meisten Fällen unnötig

Ebenfalls sehr wenig hat sich bei den CX True Wireless am Klang geändert. Dieser ist nach wie vor angenehm ausgeglichen, wobei diesmal die Bässe etwas stärker zur Geltung kommen als der Rest, besonders bei hohen Lautstärken, bei denen diese True-Wireless-Kopfhörer am besten klingen. Im Gegenzug klingen die Höhen bei hoher Lautstärke nicht mehr so schrill, was durchwegs positiv ist. Da sich die Änderungen am Äußeren stark in Grenzen halten, wären wir nur wenig überrascht, wenn an den Treibern irgendetwas geändert worden wäre. Selbst laut Datenblatt handelt es sich nach wie vor um Sennheisers dynamische 7 mm TrueResponse Treiber. Wer es gerne ganz neutral hat, dem werden die CX 400BT mehr gefallen. In jedem Fall sind die Unterschiede jedoch marginal.

Da die CX True Wireless nach wie vor aptX, aber keine der hochauflösenden Varianten unterstützen, wird dementsprechend kein Hi-Res-Audio unterstützt, was in dieser Preiskategorie aber weder überraschend, noch erforderlich wäre.

Wem die werkseitigen Einstellungen nicht gefallen, kann den Klang in der „Smart Connect“-App mit einem 3-Band-Equalizer anpassen. Neu hinzugekommen ist ein separater EQ-Preset namens „Bass Boost“, der die Bässe noch einmal anhebt und die anderen Frequenzen senkt. Für uns persönlich sind die Standardeinstellungen aber in den meisten Fällen ideal, weshalb wir den Equalizer für gewöhnlich in Ruhe lassen. Allerdings dürfte es natürlich diejenigen freuen, die gerne mehr Bass auf den Ohren haben als der Rest von uns.

Die Klangqualität bei Telefongesprächen ist wieder großartig und wird von einem neuen Software-Feature unterstützt, mit dem du dich beim Telefonieren selbst besser hören kannst – wie sehr, lässt sich in der App einstellen.

Sennheiser CX True Wireless mit Case auf einem Tisch

(Image credit: Future)

Akkulaufzeit und Konnektivität

  • Bis zu 27 Stunden Akkulaufzeit insgesamt
  • Bluetooth 5.2
  • Keine Hi-Res-Codecs

Eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorgänger ist die Akkulaufzeit. Diese ist bei den Kopfhörern selbst mit bis zu neun Stunden um zwei Stunden höher als noch bei den CX 400BT, während aus dem Ladecase weitere 18 Stunden herausgeholt werden können – also zwei ganze Aufladungen. Insgesamt also eine Verbesserung von stolzen sieben Stunden – wohlgemerkt bei 50 % Lautstärke. Da wir die CX True Wireless hauptsächlich beim Pendeln mit Bus und Bahn bei 80 bis 90 % Lautstärke verwenden, hält der Akku entsprechend kürzer durch, etwa sechs Stunden am Stück.

Sicherlich vorteilhaft für die Akkulaufzeit dürfte das Upgrade von Bluetooth 5.1 auf Bluetooth 5.2 sein, wirklich konkret nachvollziehen lässt sich das allerdings nicht. Wie im Abschnitt darüber erwähnt, unterstützen die CX True Wireless nach wie vor nur den gewöhnlichen Standard-Codec – Codecs mit geringerer Latenz (aptX LL) oder höherer Auflösung (aptX HD) sucht man vergebens. Für Apple-Geräte wird der AAC-Codec verwendet und im Fall der Fälle wird natürlich auch SBC unterstützt.

Während wir die Sennheiser CX True Wireless getestet haben, hat das Unternehmen ein weiteres Modell veröffentlicht, die CX Plus True Wireless. Hauptunterschied zu der günstigeren Variante ist, dass die CX Plus auch ANC unterstützen.

Sennheiser CX True Wireless mit Case auf einem Tisch

(Image credit: Future)

Soll ich die Sennheiser CX True Wireless kaufen?

Kauf’ sie, wenn...

Du den besten Klang in dieser Preisklasse suchst.
Genau wie ihr Vorgänger klingen die CX True Wireless von Werk aus unglaublich gut. Wenn dir das nicht gefällt, lässt sich der Klang mit dem Equalizer und dem neuen Bass-Boost-Preset in der App anpassen.

Dir Qualität wichtiger ist als der Look.
Die CX True Wireless schaffen es irgendwie, noch unscheinbarer auszusehen als ihre Vorgänger. Dafür überzeugen sie umso mehr mit ihren inneren Werten – gutem Klang und vielen Freiheiten bei der Anpassung.

Kauf’ sie nicht, wenn...

Dir Komfortfunktionen wie ANC und Auto-Pause wichtig sind.
Das smarteste an den CX True Wireless ist die Unterstützung von Sprachassistenten – weitere Komfortfunktionen wie aktives Noise Cancelling und automatisches Pausieren der Musik beim Herausnehmen fehlen. Hier sind die Bose QuietComfort Earbuds empfehlenswert, aber rund doppelt so teuer.

Du günstigere True-Wireless-Kopfhörer suchst.
Mit einem Preis von knapp über 100 Euro sind die Sennheiser CX True Wireless immer noch recht teuer. Es geht günstiger, dafür musst du jedoch Abstriche beim Klang und möglicherweise bei Anpassungsmöglichkeiten machen.

Du bereits die Sennheiser CX 400BT besitzt.
Wenn du bereits funktionstüchtige True-Wireless-Kopfhörer in dieser Preisklasse besitzt, gibt es wahrscheinlich nicht viele gute Gründe, die für ein Sidegrade auf die CX True Wireless sprechen.

Eugen Wegmann ist Online-Redakteur für PurpleClouds Deutschland GmbH / TechRadar Region DACH und zuständig für Gaming und Computer-Hardware.