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Die EU hatte die Chance, Bitcoin zu verbieten - und entschied sich dagegen

Bitcoin
(Bildnachweis: Shutterstock / Igor Batrakov)

Das Europäische Parlament hat mit 30:23 Stimmen gegen Pläne gestimmt (Öffnet sich in einem neuen Tab), die ein Verbot von "Proof of Work"-Kryptowährungen (PoW) wie Bitcoin vorsehen, und zwar als Teil einer breiteren Debatte über den Entwurf der Verordnung über Märkte für Kryptoanlagen (Öffnet sich in einem neuen Tab)

Das Verbot von PoW-Modellen, die im Wesentlichen voraussetzen, dass jeder, der Kryptowährungen durch Mining erlangt, immer größere Mengen an Rechenleistung einsetzt, um die kryptografischen Codes zu brechen, wurde als Änderungsantrag hinzugefügt und stieß (wenig überraschend) auf den heftigen Widerstand der Krypto-Branche. 

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Abgesehen von der Tatsache, dass der Besitz eines Vermögenswertes (insbesondere großer Mengen eines Vermögenswertes) dich von Natur aus gegen jeden Versuch, ihn zu verbieten, aufbringt, bringen pauschale Gesetze zum Verbot einer bestimmten Art von Vermögenswerten einige Nachteile mit sich. 

Die allgemeine Idee der EU war jedoch richtig: PoW-Modelle verbrauchen eine enorme Menge an Energie, um etwas zu tun, was im Großen und Ganzen sowohl von traditionellen Finanzdienstleistungen als auch von Proof of Stake (PoS)-Modellen, die von Solana, Bezos und anderen neueren Kryptowährungen verwendet werden, geleistet werden kann. 

Die technischen Unterschiede zwischen PoW und PoS (zwei ziemlich unglückliche Akronyme) sind komplex (Öffnet sich in einem neuen Tab), aber im Grunde genommen erfordert PoW eine Menge Rechenleistung (sprich: Energieverbrauch), während PoS eine Verifizierung durch "Validatoren" erfordert, die den energieintensiven Teil ausschalten. 

Das Europäische Parlament wollte sicherstellen, dass alle Kryptowährungen seine "Mindeststandards für ökologische Nachhaltigkeit in Bezug auf ihren Konsensmechanismus" erfüllen. Mit anderen Worten: PoS würde in der EU zum Standard werden und gesetzlich vorgeschrieben sein.

Die Klimakrise

Die gesamte Marktkapitalisierung von Kryptowährungen liegt derzeit (Öffnet sich in einem neuen Tab) bei 1,72 Billionen US-Dollar, eine unvorstellbare Menge an Vermögen, die in weniger als einem Jahrzehnt generiert wurde - und das ist deutlich weniger als beim Allzeithoch im Jahr 2021.

Dieses enorme Wachstum bringt jedoch auch unzählige Herausforderungen mit sich. Die vielleicht wichtigste ist die unglaubliche Menge an Energie, die für die Beschaffung und Nutzung von Kryptowährungen benötigt wird, insbesondere im Vergleich zum traditionellen Finanzwesen (oder TradFi, wie es genannt wird).

Nach einer Schätzung (Öffnet sich in einem neuen Tab) verbraucht Bitcoin derzeit 2.258 kWh für eine Transaktion, verglichen mit 1,5 kWh für eine Visa-Transaktion. Mit anderen Worten: Eine einzige Bitcoin-Transaktion verbraucht 1,5 Millionen Mal so viel Energie oder genug, um einen Haushalt 2,5 Monate lang zu versorgen. 

Andere Schätzungen (Öffnet sich in einem neuen Tab) - die wohlgemerkt umstritten sind - zeigen, dass Bitcoin etwa so viel Energie verbraucht wie Finnland, Chile, Dänemark und die Niederlande. 

Einige Miner haben versucht, den enormen Energieverbrauch zu senken (Öffnet sich in einem neuen Tab), aber das Argument, dass eine stark schwankende Kryptowährung, die um eine Größenordnung mehr Energie verbraucht, effizienter oder nützlicher ist als TradFi, klingt ziemlich lächerlich.

Der Hintergrund ist natürlich die sich verschärfende Klimakrise. Die Welt kann es sich kaum leisten, die energieintensivsten Kryptowährungen unterzubringen, vor allem, wenn es alternative Technologien gibt. 

Franziska Schaub
Chefredakteurin

Franziska Schaub ist Chefredakteurin bei TechRadar Deutschland und unter anderem verantwortlich für die Bereiche Smartphones, Tablets und Fitness.


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