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Im Test: The Last of Us Part I (PS5)

Guter Wein in neuen Schläuchen

The Last of Us Part I überzeugt auf der PS5 durch geniale Optik und gewohnt gute Story und Gameplay
(Image: © Sony Interactive Entertainment)

TechRadar Fazit

The Last of Us Part I ist für Neulinge der Reihe der ideale Einstiegspunkt. Das PS5-Remake ist zweifellos die beste Version des Titels, bietet Fans der PS3- sowie PS4-Version jedoch jenseits des optischen nur unwesentliche Neuerungen. Besonders der brachial hohe Preispunkt macht das Remake damit leider nur bedingt empfehlenswert.

Pros

  • +

    Ein optisches Highlight der PlayStation 5

  • +

    Gelunge Einbindung der DualSense-Funktionen

  • +

    Gewohnt grandiose Story und solides Gameplay...

Cons

  • -

    Für ein weitgehend optisches Upgrade viel zu teuer

  • -

    ... welche jedoch keine großen Neurungen beinhalten

The Last of Us Part I stellt die nächste Neuauflage des genialen Serienerstlings für die PlayStation 5 dar. Konsolenbesitzer können sich hiermit einen optisch überarbeiteten Top-Titel aus dem vergangenen Jahrzehnt zu Gemüte führen. Erscheinen wird The Last of Us Part 1 offiziell am Freitag, dem 2. September, im PlayStation Store und den Händlerregalen. 

Disclaimer: Ähnlich wie bei Spider-Man Remastered wird der Test vom üblichen Schema abweichen. Infolgedessen werden wir die Story weitgehend außen vor lassen, da sich hier im Vergleich zum Original und dem PS4-Remastered nichts getan hat. Vermehrt wird der Test aber auf Aspekte wie die optischen Verbesserungen, neue Gameplay- und Steuerungsfeatures sowie das Preis-Leistungs-Verhältnis Bezug nehmen. Abschließend sollst du entlang dessen einen guten Eindruck davon haben, ob das PS5-Remake etwas für dich sein wird.

Ein optischer Leckerbissen

Bereits im Vorfeld gab es eine Menge Diskussionen und Vorgeplänkel im Bezug auf die Notwendigkeit einer optisch aufgehübschten Version eines keinesfalls unansehnlichen PS4-Remasters aus 2014.

Wer jedoch bereits die ersten Bilder und Trailer betrachtet hat, der muss unweigerlich zugeben, dass Naughty Dog hier noch einmal einiges aus dem vorgegebenen Remaster-Material herausholen konnte. Gesichter wirken noch lebensechter, Haare realistisch und insbesondere Explosionen und Wettereffekt sind ein wahrer Augenschmaus. Wenn man das grafische Niveau von The Last of Us Part II im Hinterkopf hat, ist die Gesamte Geschichte von Ellie und Joel auf einem sehr hohen Level angelangt.

Zudem läuft das post-apokalyptische Action-Spektakel rund um Joel und Ellie mit bombenfester Konstanz. Außerdem waren Ladezeiten selten mehr als wenige Sekunden lang. Hier machen sich die Hardwareunterschiede zwischen PS4 und PS5 deutlich bemerkbar.

Auch schön: Im kompletten Spieldurchlauf sind wir auf keinerlei Bugs oder spaßbremsende Fehler gestoßen. Das mag jedoch auch der gut aufpolierten Vorlage geschuldet sein. Immerhin handelt es sich mit The Last of Us Part I bereits um die dritte Fassung eines spielerisch identischen Spiels. Das bringt uns allerdings zu einem weniger schönen Thema...

The Last of Us Part I ist der wiederaufgewärmte Beginn der genialen Geschichte rund um das Duo aus der jungen Ellie und dem abgehärteten Joel.

(Image credit: Naughty Dog)

Altbekanntes neu aufgetischt

Im Bezug auf das eigentliche Gameplay hat sich nicht viel getan. Zwar wurde von Sony vorher groß verkündet, dass man sich beispielsweise auf eine überarbeitete, smartere KI freuen darf, in unserem Playthrough war hiervon aber leider recht wenig zu spüren. Manchmal fühlte sich diese sogar etwas beholfener an, als wir das in Erinnerung hatten – mag aber auch dessen geschuldet sein, dass wir von Part II noch immer verwöhnt sind. 

Genau an dieser Stelle wird aber der Unterschied zwischen einem Remasterd und einem Remake am deutlichsten. Bei einem Remake erwarten wir eine spürbarere Überarbeitung der KI, welche ansatzweise an die des zweiten Teils herankommt. Die menschlichen Gegner verhalten sich allerdings eher wie frisch mutierte Runner. Schade! 

Wer gerne Herausforderungen in Spielen sucht, der bekommt mit dem Remake eine weitere Möglichkeit in puncto Schwierigkeitsgrad. Naughty Dog spendiert uns einen neuen Permadeath-Modus, der für alle Hardcoregamer eine willkommene Challange bieten dürfte. Ihr dürft sogar wählen, ob ihr "nur" das Kapitel neu starten müsst oder das komplette Spiel. 

Insgesamt muss man aber auch ungeachtet dessen sagen, dass dem Spieler inhaltlich nicht viele neue Dinge geboten werden. Das kann man gut oder schlecht finden. Gut, weil die Vorlage ohnehin ein geniales Spielerlebnis geboten hat, schlecht, weil es für alle Fans, die eine der vorherigen Versionen gespielt haben eben keine neue, lohnenswerte Erfahrung auf spielerischer Ebene darstellt. 

Positiv hervorzuheben sind aber zumindest die sinnvollen Inklusionen der DualSense-Funktionen. Beispielsweise sollte man hier die adaptiven Trigger nennen, die beim Spannen des Bogens oder dem Heilprozess spürbar Feedback geben und nützlich sind. Daneben wird in Gameplay-Passagen und Cutscenes häufig mit gezielten Vibrationen gearbeitet, die beispielsweise Herzschläge darstellt und somit das immersive Erleben verstärken. Das ist abseits der Optik aber leider auch die einzig nennenswerte Neuerung.

FOR (all) THE PLAYERS

The Last of Us Part I bietet ähnlich wie jüngerer Sony-Titel und Remasters eine hervorragende Inklusion von allerlei Zugänglichkeitsfunktionen.

Im Trailer sehen wir einige spezifische Varianten, die optische und akustische Hervorhebung ermöglichen und somit das Spiel für viele erst zum umfänglichen Erlebnis machen. 

Daneben gibt es aber natürlich auch allerlei simplere Optionen. Beispielsweise kann jederzeit die Schwierigkeit der Kampfbegegnungen und die Geräuschempfindlichkeit von Feinden angepasst werden. Daneben haben wir aber auch simple Farbfilter oder Kontrastoptionen, die das Spiel nach individuellen Vorlieben umgestalten. 

Nach Wunsch können wir aber auch detailliertere Gameplay-Anpassungen vornehmen. Beispielsweise können wir so unendlichen Atem generieren, der Joel ermöglicht nach Belieben unter der Wasseroberfläche zu verweilen. Oder aber wir sparen uns nervige Puzzle-Einlagen, indem wir diese schlichtweg überspringen. 

Hier muss man Naughty Dog und Sony einfach noch einmal ein fettes Lob aussprechen. Denn diese Optionen sorgen dafür, dass so ziemlich jeder Spieler, der sich auf das Abenteuer einlassen will, dies auch tun kann. Keine spielerischen Barrieren, keine optischen Probleme, keine akustischen Hindernisse.

PlayStations Preis-Problematik

Wie erwähnt ist die Story gleichbleibend und folglich umfasst auch das PlayStation 5 Remake keine zusätzlichen Informationen, Zwischensequenzen oder Gameplay-Inhalte. 

Mit dabei ist allerdings der hervorragende DLC "Left Behind", der Ellies Vorgeschichte etwas näher beleuchtet und auch schon im PS4-Remastered inkludiert war. 

Zusammengefasst blicken wir infolgedessen auf etwa 10-15 Stunden Spielzeit, in Abhängigkeit davon wieviel Zeit man sich beim Erkunden und den Kämpfen lässt. Der DLC ergänzt die Dauer um etwa 2-3 Stunden, mehr als 20 Stunden Gesamtspielzeit dürften die Meisten für einen Spieldurchgang inkl. DLC allerdings nicht brauchen. Der grafisch top inszenierte apokalyptische Trip ist im Gegenzug allerdings durchweg von hoher Qualität und bietet nach wie vor eine emotionale Reise, die durch hervorragende Charaktere, schicke Bilder und tolle musikalische Inszenierungen punktet.

Joel bringt Ellie den Umgang mit dem Gewehr näher, sodass diese sich künftig vor Bedrohungen aller Art besser schützen kann.

The Last of Us Part I wird als Vollpreis-Titel in den Händlerregalen und dem PS-Store angeboten. Das dürfte so einigen Spielern sauer aufstoßen... (Image credit: Naughty Dog)

Größtes Problem ist aber nicht der Umfang an sich, sondern der Preis, den Sony hier von seinen Spielern verlangt. Stolze 80 Euro für einen optischen Face-Lift? "Nein, danke" dürften die ersten Gedanken von vielen Nutzern hier gewesen sein. 

Und auch wir finden es schwer den Preis zu irgendwie zu rechtfertigen. Ja, The Last of Us Part I ist noch immer ein hervorragendes Erlebnis, dem das grafische Update natürlich keinen Abbruch tut – ganz im Gegenteil. Aber jenseits hiervon hat sich einfach viel getan und rein spielerisch ist Part II seinem Vorgänger in allen Belangen weiterhin überlegen. 

Wieder einmal bleibt also die abschließende Frage...

Solltest du dir The Last of Us Part I kaufen?

The Last of Us Part I ist ein genialer Titel, der aber für Fans zu wenige Neuerungen bieten dürfte.

(Image credit: Naughty Dog)

Kauf dir The Last of Us Part I, wenn...

Du The Last of Us Part I bisher versäumt hast
Das Remake stellt zweifellos die beste Version des Serienerstlings dar und ist unserer Meinung nach für alle Frischlinge ein Muss.

Du mit einem weitestgehend optischen Upgrade zufrieden bist
Die PS5-Version bietet inhaltlich wenig neues, kann aber durch beeindruckende Optik punkten, die viele Schlüsselmomente noch besser in Szene setzt

Lass die Finger vom Remaster, wenn...

Du dir das moderne Gameplay wie im Sequel erhofft hast.
The Last of Us Part I hat die gleichen Stärken und Schwächen wie der Vorgänger. Grundlegend neues Gameplay bleibt allerdings aus.

Du erst kürzlich die Remastered-Version gespielt hast
Ja die PS5-Variante ist hübscher, aber jenseits hiervon bietet der Titel nur wenig, was ihn von der PS4-Fassung unterscheidet. Hast du Selbige im Besitz, kannst du also getrost noch etwas Zeit ins Land gehen lassen...

Als Redakteur bei TechRadar Deutschland beschäftigt sich Christian Schmidt primär mit den Themen Gaming sowie PC-Hardware.



Erreichbar ist Christian unter der Mailadresse cschmidt[at]purpleclouds.de.