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Im Test: AOC Agon Pro AG274FZ Gaming-Monitor

E-Sports-Monitor mit 27 Zoll

AOC Agon Pro AG274FZ
(Image: © Future)

TechRadar Urteil

Mit einer Bildwiederholrate von 260 Hz und einer Reaktionszeit von 1 ms GtG und 0,5 ms MPRT eignet sich der AOC Agon Pro AG274FZ wie wenige andere insbesondere für Ego-Shooter auf Profi-Niveau. FreeSync und ein integrierter USB-Hub runden das Paket schön ab. Wirklich zu empfehlen ist er allerdings nur für High-Level-E-Sports. Durchschnittliche Spielerinnen und Spieler müssten wegen seiner geringen Auflösung bei der Bildqualität Abstriche machen, was sich angesichts seines Preises nicht lohnt.

Pros

  • +

    Blitzschnelles Display mit 260 Hz, 1 ms GtG und 0,5 ms MPRT

  • +

    Exzellenter Funktionsumfang

  • +

    Integrierter USB 3.2-Hub

Cons

  • -

    27 Zoll etwas zu groß für Full-HD

  • -

    Kein G-Sync und Nvidia Reflex Analyzer

  • -

    Ziemlich teuer

Der Agon Pro AG274FZ von AOC ist einer von vier Monitoren mittlerer Größe aus dem 2021er-Sortiment des bekannten Peripherie-Herstellers und eins der größeren Geschwister des kleinen Agon Pro AG254FG, den wir vor Kurzem im Test hatten. Genau wie das kleinere Modell richtet sich der AG274FZ wegen seiner hohen Bildwiederholrate und der kurzen Reaktionszeit an die E-Sports-Community. Statt Nvidia G-Sync kommt hier FreeSync zum Einsatz, das eine vergleichbare Grundfunktion erfüllt, aber keine zusätzlichen Funktionen wie Nvidia Reflex Analyzer bietet.

Preis und Verfügbarkeit

Der AOC Agon Pro AG274FZ ist, wie sein kleines Geschwistermodell, der AG254FG, im Herbst 2021 auf den Markt gekommen. Im Gegensatz zu diesem ist hier jedoch der Preis für einen High-End-Gaming-Monitor wesentlich bekömmlicher: Zur Einführung lag die UVP bei 499 €, mittlerweile ist er jedoch für knapp über 400 € im Handel erhältlich. Auch hier gilt jedoch: Für einen FHD-Bildschirm ist das immer noch verdammt viel und ist deshalb nur für ganz spezielle Anwendungsbeispiele attraktiv.

AOC Agon Pro AG274FZ

(Image credit: Future)

Design

Beim Design kann ich mich diesmal glücklicherweise kurzfassen, denn das ist weitestgehend identisch zu dem des Agon Pro AG254FG. Wenn dich also das Design bis ins letzte Detail interessiert, solltest du am besten in den anderen Testbericht reinschauen.

Wenn du dir den Klick jedoch sparen willst, hier ein kurzer Abriss: Der Monitor ist Agon-typisch in mattem Schwarz mit roten Akzenten gehalten. Die Ränder oben, links und rechts vom Display sind angenehm schmal, doch es bleibt weiterhin ein deutlicher Abstand zwischen dem Bild und der eigentlichen Bildschirmkante. AOC bezeichnet ihn zwar als „rahmenlos“, aber vermutlich wird hier ein gewisser Interpretationsspielraum ausgenutzt und bedeutet letztendlich, dass die Oberfläche flach mit der Kante abschließt.

AOC Agon Pro AG274FZ

(Image credit: Future)

Unterhalb des unteren Rands befindet sich eine RGB-LED-Bar, die im Bildschirmmenü oder in der dazugehörigen Software konfiguriert werden kann, genauso wie die LED-Beleuchtung auf der Rückseite des Bildschirms, die nach wie vor nicht hell genug ist, um für Atmosphäre zu sorgen. Auf der Rückseite befindet sich ebenfalls der etwas schwerfällige, aber durchaus nützliche kleine Stift, auf dem ein Headset aufgehängt werden kann.

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AOC Agon Pro AG274FZ

(Image credit: Future)
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AOC Agon Pro AG274FZ

(Image credit: Future)
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AOC Agon Pro AG274FZ

(Image credit: Future)
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AOC Agon Pro AG274FZ

(Image credit: Future)
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AOC Agon Pro AG274FZ

Die maximale Abstand zur Tischoberfläche in vertikaler Ausrichtung (Image credit: Future)
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AOC Agon Pro AG274FZ

Die Innenseite der Monitorhalterung mit Drehmechanismus und Kontakten für den Logo-Projektor (Image credit: Future)

Der Ständer ist groß, schwer, stabil und kann sonst auch alles, was der des AG254FG kann. Konkret heißt das: Drei Grad nach vorne und 21 Grad nach hinten neigen, 20 Grad nach links und rechts schwenken, 120 mm in der Höhe verstellen (10 mm weniger als beim AG254FG) und für die horizontale Ausrichtung des Bildschirms um 90 Grad im Uhrzeigersinn drehen. Dann werden aus 120 mm Spielraum jedoch ganz schnell ca. 60 mm, denn in dieser Position berührt die kurze Seite vor Ende der Schiene die Tischoberfläche. Im Gegensatz zu meinem letzten Testbericht habe ich diesmal auch daran gedacht, Fotos vom Ständer zu machen.

Zwischen den beiden Modellen gibt es freilich auch Unterschiede, auch wenn diese erst auf den zweiten Blick erkennbar sind – wenn man von der Größe des Monitors einmal absieht. Da AOC beim Agon Pro AG274FZ auf proprietäre Nvidia-Technik verzichtet, fehlt auf der Vorderseite etwa das große weiße Nvidia G-Sync-Logo, das mich beim AG254FG etwas gestört hat.

AOC Agon Pro AG274FZ

(Image credit: Future)

Dementsprechend fehlt auch der grün codierte Anschluss für Nvidia-Reflex-Analyzer-kompatible Mäuse am USB-Hub. Etwas überrascht bin ich darüber, dass das gesamte Anschluss-Panel ein anderes Layout hat als der AG254FG, auch wenn das nichts an der Funktionalität ändert. Der Micro-USB-Anschluss für den mitgelieferten Hockey-Puck-großen Quick Switch ist auch dabei. Und, ganz wichtig: Beim größeren Modell vergisst AOC immerhin nicht das Kabel für den USB-Hub.

Auf der oberen Schrägseite der Rückseite fehlen die diagonalen Rillen links und rechts vom Logo, die aber ohnehin keine Funktion haben, weshalb dieser Teil beim großen Agon schön glatt ist. Außerdem fehlt hier der Helligkeitssensor.

Interessant ist, dass AOC auf der Produktseite für den Agon Pro AG274FZ eine Monitorhaube erwähnt, diese aber tatsächlich nicht im Lieferumfang enthalten ist. Insgesamt scheint es für dieses Modell einfach gar keine zu geben.

Performance

Der wohl größte Unterschied zwischen dem AOC Agon Pro AG274FZ und dem kleineren Geschwister liegt, zumindest auf dem Papier, wohl im Panel. Das des 27-Zollers blitzt mit 260 Hz nämlich satte 100 Hz langsamer als der 24,5-Zoller. Beide haben eine Reaktionszeit von 1 ms GtG, zusätzlich dazu wirbt AOC im Gegensatz zum kleineren Gerät jedoch noch mit einer absurd geringen Reaktionszeit von 0,5 ms MPRT. Was das bedeutet? Kurzer Exkurs:

GtG, grey-to-grey (Grau zu Grau) bezeichnet, welche Zeit ein Pixel des Bildschirms benötigt, um die Farbe zu wechseln. Es handelt sich also um einen Parameter einer von vielen Komponenten eines Panels, egal ob LCD oder OLED. Da ein Panel aus mehreren Schichten besteht, ist GtG aber nur die halbe Wahrheit.

MPRT, kurz für „moving picture response time“, hingegen, bezieht auch andere Faktoren mit ein. Denn selbst wenn ein Pixel nur eine Millisekunde benötigt, um die Farbe zu wechseln, kommt es mehr als häufig vor, dass das eigentliche Bild wesentlich länger zu sehen bleibt als gewünscht. Das wiederum ist mitunter die Hauptursache für technisch bedingte Bewegungsunschärfe und Ghosting. Besonders für kompetitive First-Person-Shooter ist ein möglichst geringer MPRT-Wert daher wünschenswert.

AOC Agon Pro AG274FZ

(Image credit: Future)

Mit 0,5 ms liegt der 27 Zoll große AOC Agon Pro AG274FZ ganz weit oben auf der Liste von Monitoren mit der schnellsten Reaktionszeit, sodass Ghosting und Bewegungsunschärfe praktisch irrelevant werden und das Bild jederzeit gestochen scharf ist. Die Bildwiederholrate von 260 Hz trägt natürlich einen nicht unwesentlichen Teil dazu bei und dank FreeSync kommt es auch nicht zu Screen-Tearing.

Apropos gestochen scharf: Wie schon der kleinere AG254FG, hat der AOC Agon Pro AG274FZ eine Auflösung von 1920 × 1080, also Full-HD, mit dem Unterschied, dass dieselbe Anzahl an Bildpunkten hier auf eine größere Fläche verteilt ist. Da die Pixel also größer sind und die Pixeldichte deshalb geringer (81,59 PPI), tritt hier das altbekannte Problem von großen FHD-Monitoren auf: Das Bild ist recht körnig.

FHD-Monitore gehören nach wie vor zu den günstigsten Geräten auf dem Markt und wenn man sich heute für einen in 27 Zoll entscheidet, dann ist Geld meistens einer der ausschlaggebenden Faktoren: Vielleicht will man einfach einen größeren Monitor haben, um weiter weg sitzen zu können. Oder die Grafikkarte ist nicht besonders leistungsfähig und kann höhere Auflösungen nicht ohne Qualitätseinbußen darstellen. In beiden Fällen muss man sich jedoch damit abfinden, dass Kanten nicht ganz so glatt und Details nicht ganz so fein sind, weil die Bildpunkte so groß sind.

Dafür ist der AOC Agon Pro AG274FZ jedoch zu teuer, wenn auch immer noch nur halb so teuer wie der kleinere AG254FG. Auch hier zeichnet sich ab, dass AOC eine ganz spezifische Nische bedienen möchte: kompetitives Gaming. Darüber hinaus fällt mir kein Einsatzgebiet ein, denn nirgends sonst wird ein derart performantes Panel mit einer geringen Auflösung zu einem verhältnismäßig hohen Preis benötigt. Dieser Monitor ist also in erster Linie für Gamerinnen und Gamer gedacht, die Artefakte wie Bewegungsunschärfe, Ghosting und Tearing so weit wie möglich eliminieren wollen. Die Auswahl in dieser Ecke des Spitzensegments ist nicht groß und der AOC Agon Pro AG274FZ gehört dazu.

Immerhin ist sonst alles in bester Ordnung: Das Panel ist angenehm hell und die Farben für ein E-Sports-Display genau und schön lebendig, auch wenn die Farbraumabdeckung spätestens für professionelle Grafikarbeit nicht ausreicht. Hier kommt der AG274FZ zwar auf 111 % sRGB, aber nur auf 92 % Adobe RGB und sogar nur auf 86 % DCI-P3. Die Blickwinkel sind dank IPS-Panel groß und stabil und erfreulicherweise gab es bei unserem Testgerät kein Backlight-Bleeding, während die Ausleuchtung weitestgehend gleichmäßig war.

Wie der kleine AG254FG unterstützt der AG274FZ auch das VESA-normierte HDR400, das für eine Helligkeit für 400 cd/m2 ausgelegt ist, aber unserer Meinung nach kann bei einer solch verhältnismäßig niedrigen Helligkeit auch direkt darauf verzichten. HDR1000 wäre da sinnvoller.

Software

Das Bildschirmmenü des AOC Agon Pro AG274FZ ist, wie auch das Design insgesamt, identisch zu dem des AG254FG. Da die komplette Nvidia-Technik fehlt, entfallen natürlich alle dazugehörigen Einstellungen, in erster Linie also G-Sync und Nvidia Reflex.

Soll ich den AOC Agon Pro AG274FZ kaufen?

Für und gegen den AOC Agon Pro AG274FZ sprechen im Großen und Ganzen dieselben Gründe wie für und gegen den kleineren Agon Pro AG254FG. Wenn du also den entsprechenden Testbericht gelesen hast und dir die Abschnitte hier bekannt vorkommen, liegt das daran, dass beide Monitore auf ihre eigene Art und Weise dieselbe Nische bedienen.

Kauf‘ ihn, wenn…

Du E-Sports-Titel auf hohem Niveau spielst.
Das blitzschnelle Panel mit einer Reaktionszeit von 1 ms GtG und 0,5 ms MPRT und einer Bildwiederholrate von 260 Hz garantiert die bestmögliche Performance bei Spielen, die eine solche Geschwindigkeit benötigen und sie auch ausreizen können – insbesondere für Spiele, bei denen schnelle Bewegungen nötig sind, wie Ego-Shooter.

Du einen zukunftssicheren Gaming-Bildschirm suchst.
Mit 260 Hz hängt die Decke beim AG274FZ zwar nicht so hoch wie beim AG254FG, aber auch hier ist davon auszugehen, dass es noch ein Weilchen dauert, bis die meisten Spiele diese hohe Bildfrequenz ausreizen.

Du nur mit Superlativen zufrieden bist.
260 Hz ist zwar nicht die höchste Bildwiederholrate auf dem Markt, aber der AG274FZ ist dennoch ganz oben mit dabei. 1 ms GtG und 0,5 ms MPRT sind nämlich absolute Spitzenklasse.

Kauf’ ihn nicht, wenn…

Dir Bildqualität wichtiger ist als Geschwindigkeit.
FHD ist zwar immer noch die dominante Auflösung, aber 4K- und 1440p-Bildschirme sind auf dem Vormarsch. Wenn du moderne Spiele mit hoher Auflösung auf höchster Grafik spielen willst, weil sie so einfach am besten aussehen, bist du mit einem anderen Gaming-Bildschirm wahrscheinlich besser bedient.

Wenn du nicht in E-Sports antrittst.
Highlight des AG274FZ ist zweifelsohne das schnelle Display. Darüber hinaus spricht außerhalb von E-Sports nur wenig dafür. Die Pixeldichte ist klein und Farbabdeckung eignet sich nur bedingt für Grafik- und Videobearbeitung.

Du knapp bei Kasse bist.
Mit rund 400 Euro ist der AG274FZ zwar nur knapp halb so teuer wie der kleinere und noch schnellere AG254FG, aber für einen Full-HD-Bildschirm ist das immer noch verdammt viel Geld.

Eugen Wegmann

Eugen Wegmann ist Online-Redakteur für PurpleClouds Deutschland GmbH / TechRadar Region DACH und zuständig für Gaming und Computer-Hardware.

E-Mail: ewegmann[at]purpleclouds.de