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Surfshark und Nord Security fusionieren zu VPN- und Security-Riesen

VPN
(Bildnachweis: Shutterstock)

Nord Security und Surfshark haben angekündigt, ihre Kräfte zu bündeln. Schätzungen zufolge handelt es sich dabei um die größte Fusion oder Übernahme in der VPN-Branche. Erst wenige Tage zuvor ist bekannt geworden, dass die beiden VPN-Anbieter sich auf Führungsebene sehr nahe stehen.

Es wurden zwar keine Zahlen genannt, doch es ist davon auszugehen, dass die Fusion teurer sein wird als die Übernahme von ExpressVPN durch Kape im September 2021 für rund 1Mrd. USD. Surfshark und NordVPN erklären, dass der Vertrag das Ende eines Prozesses darstellt, der Mitte 2021 begonnen hat, also vermutlich noch vor dem ExpressVPN-Deal.

Während NordVPN seit rund einem Jahrzehnt existiert, war der Aufstieg von Surfshark geradezu kometenhaft. Laut Google Trends es eine der beliebtesten VPN-Marken weltweit. Beide Unternehmen haben in eigenen Pressemitteilungen bestätigt, dass sie weiterhin selbstständig arbeiten, eigene Infrastrukturen betreiben und Produkt-Roadmaps erstellen werden.

Ein Security-Riese

Das neue Unternehmen bündelt eine Reihe von Marken für viele verschiedene Produkte, wie es in der SaaS-Branche so üblich ist.

Zu Nord Security gehört NordVPN, sein Premium-VPN-Produkt, Atlas VPN, das Freemium-VPN im Einstiegssegment, NordLayer, die B2B-Lösung für Sicherheitslösung für den Netzwerkzugang, NordLocker, ein verschlüsselter Cloud-Speicher und NordPass, ein fortschrittlicher Passwortmanager.

Nord Security bringt 15 Mio. Nutzer und 1.000 Mitarbeiter mit sich, während Surfshark 200 Mitarbeiter und 1 Mio. zahlende Kunden hat. Beide Marken belegen in den meisten VPN-Vergleichen zwei der drei ersten Plätze.

Was kommt also als Nächstes? Tom Okman, der Mitbegründer von Nord Security und Vytautas Kaziukonis, Gründer von Surfshark, geben dazu keine Hinweise.

Wir wären jedoch überrascht, wenn ein milliardenschwerer Börsengang nicht in Arbeit wäre (oder zumindest eine private Finanzierungsrunde), um den beiden die zusätzlichen Mittel zu geben, künftig noch mehr Marken zu übernehmen und Funktionen zu entwickeln.

2022: Das Jahr der großen VPN-Konsolidierung

„Ganz oder gar nicht“ beschreibt die Transaktion wohl am besten. Nachdem Google und Apple eigene VPN-mit-Privatsphäre-Lösungen auf den Markt gebracht hatten, war es nur eine Frage der Zeit, bis kleinere Unternehmen sich zusammentun mussten, um ihre Stärken zu bündeln. Es begann mit J2Global (Eigentümer von PCMag), dann Kape und jetzt NordVPN.

Wir gehen davon aus, dass in nicht allzu ferner Zukunft noch mehr Zusammenschlüsse entstehen könnten. Wer könnte als Nächstes dran sein? PureVPN, eine der ältesten VPN-Marken überhaupt? Oder vielleicht ProtonVPN, einer der beliebtesten Anbieter bei der Datenschutz-Community?

Hier sind drei Szenarien, die wir nicht ausschließen wollen:

  • Microsoft und Amazon könnten eigene Privatsphäre-Lösungen im Rahmen von Microsoft 365 bzw. Amazon Prime auf den Markt bringen
  • Die großen VPN-Anbieter etablieren sich als Security-Marken und bieten immer mehr konkurrenzfähige Features
  • Die Kluft zwischen kostenpflichtigen und mobilen Freemium-Anbietern wird weiter wachsen
Redakteur – Gaming, Computing

Eugen Wegmann ist Online-Redakteur für PurpleClouds Deutschland GmbH / TechRadar Region DACH und zuständig für Gaming und Computer-Hardware.

E-Mail: ewegmann[at]purpleclouds.de