Microsofts neues Surface Studio 2+ ist nur ein kleines Upgrade, trotz vierjähriger Wartezeit

Ein Bild des Microsoft Surface Studio 2+
(Bildnachweis: Microsoft)

Microsoft sieht die Surface Studio-Reihe nicht als Priorität an. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum das Unternehmen fast vier Jahre gewartet hat, um einen Nachfolger für das Surface Studio 2 auf den Markt zu bringen, und es nicht für angebracht hielt, es Studio 3 zu nennen. Stattdessen heißt der Nachfolger nun Studio 2+.

Die Designer von Microsofts All-in-One-Business-PC sind dem ursprünglichen Formfaktor treu geblieben, mit einem sogenannten Zero-Gravity-Scharnier, einem Standfuß, der gleichzeitig als Basiseinheit dient, und einem 28-Zoll-Touch-Display mit 4500 x 3000 Pixeln. Letzteres war und ist das Hauptargument für das Surface Studio 2+ und funktioniert gut mit dem mitgelieferten digitalen Stift. 

Es handelt sich um ein DCI-P3-zertifiziertes Display mit einem Kontrastverhältnis von 1200:1, einem Gorilla Glass 3 Overlay und ACM (Auto Color Management). Allein der Bildschirm macht ihn, zumindest auf dem Papier, zu einem ernsthaften Anwärter auf einen Platz in unseren Ratgebern für den besten Business-Monitor (Öffnet sich in einem neuen Tab), den besten Monitor für Videobearbeitung (Öffnet sich in einem neuen Tab), den besten Monitor für Fotobearbeitung (Öffnet sich in einem neuen Tab) und den besten Monitor für Grafikdesign (Öffnet sich in einem neuen Tab).

Im Vergleich zu seinem Vorgänger tauscht das Studio 2+ den stark untermotorisierten Core i7-7820HQ-Prozessor gegen einen Core i7-11370H-Prozessor der 11. Generation aus und kombiniert ihn mit einer Nvidia Geforce RTX 3060 Laptop-GPU mit 6 GB GDDR6 (anstelle einer alten GTX 1060).

Auch wenn wir den Einsatz der RTX 3060 verstehen, können wir nicht nachvollziehen, warum Microsoft sich bewusst gegen die neuesten Prozessoren entschieden hat. AMD hat gerade seine Ryzen 7000-Serie vorgestellt, während Intel seine Core-Prozessoren der 13.

Die Preisgestaltung ist wahrscheinlich entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit

Der Rest der Ausstattung ist solide, aber nicht außergewöhnlich: Windows 11 Pro, 32GB DDR4, 1TB SSD, Wi-Fi6, Bluetooth, eine Full-HD-Frontkamera, die mit Windows Hello kompatibel ist, drei Lautsprecher und ein Paar Fernfeld-Studiomikrofone. 

Zu den Anschlüssen gehören drei USB-C-Ports mit Thunderbolt 4/USB 4.0-Kompatibilität, zwei USB-A-Anschlüsse, Ethernet und ein 3,5-mm-Kopfhöreranschluss. Allerdings gibt es keinen Speicherkartenleser, keinen HDMI/DisplayPort-Anschluss und die kabelgebundene Verbindung ist auf 1 Gbps begrenzt, was die Positionierung als Kraftpaket für Kreative etwas untergräbt.

Microsoft legt außerdem eine Surface-Tastatur und eine Surface-Maus (sowie ein Netzkabel mit Grip-Release) in den Karton.

Alles in allem wäre das neue Surface Studio 2+ ein lohnendes Upgrade für alle, die das vier Jahre alte Surface Studio 2 gekauft haben.

Microsoft hat noch nicht die allgemeine Verfügbarkeit oder den Preis bekannt gegeben, aber man kann davon ausgehen, dass es für mindestens $3.999 verkauft wird, da das Vorgängermodell um $500 teurer war als das ursprüngliche Studio.

Das Studio 2 wurde Anfang des Jahres still und heimlich aus dem Programm genommen und das Surface Laptop Studio als natürliche Alternative positioniert; das wird sich wahrscheinlich ändern.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels hat keiner der drei großen Hersteller (Lenovo, HP oder Dell) einen All-in-One-Desktop-PC im Angebot, der mit dem Surface Studio 2+ mithalten kann. Apple hatte den iMac Pro im Angebot, stellte den Verkauf aber kurz darauf ein, sodass der 24-Zoll-iMac der einzige All-in-One-Computer von Apple ist.

Franziska Schaub
Chefredakteurin

Franziska Schaub ist Chefredakteurin bei TechRadar Deutschland und unter anderem verantwortlich für die Bereiche Smartphones, Tablets und Fitness.


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