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Daniel Craig hält eine Frau als James Bond für nicht sehr wahrscheinlich

Daniel Craig
(Image credit: Piotr Zajac / Shutterstock)

Keine Zeit zu sterben steht kurz vor der Tür und kommt am 30. September in die deutschen Kinos. Es ist bestätigt, dass der Film Daniel Craigs letzter Auftritt als 007 sein wird, wodurch eine große Lücke in diesem Franchise entsteht. 

Nachdem er sich jahrelang davor gedrückt hat, einen bevorzugten Nachfolger auszusprechen, hat sich Craig nun zumindest zur Frage von Bonds Geschlecht geäußert. 

"Die Antwort darauf ist ganz einfach. Es sollte einfach bessere Rollen für Frauen und farbige Schauspieler geben. Warum sollte eine Frau James Bond spielen, wenn es eine Rolle geben sollte, die genauso gut ist wie James Bond, aber für eine Frau?", sagte er gegenüber RadioTimes

Craigs Äußerungen spiegeln die Meinung von Barbara Broccoli wider, der Erbin des ursprünglichen Bond-Produzenten Albert R. Broccoli, die 2020 gegenüber Variety erklärte: "James Bond kann jede Hautfarbe haben, aber er ist männlich. Wir sollten neue Charaktere für Frauen schaffen – starke weibliche Charaktere... Ich bin nicht besonders daran interessiert, einen männlichen Charakter von einer Frau spielen zu lassen. Ich denke, Frauen sind viel interessanter als das".

Wir wissen bereits, dass Lashana Lynch in Keine Zeit zu sterben in die Rolle von 007 schlüpfen wird,  aber ihre Rolle ist natürlich nicht Bond und sie wird im Film auch nicht zu Bond.

Lashana Lynch in Keine Zeit zu sterben

(Image credit: MGM)

Die Frage nach Craigs Nachfolger sorgt also immer noch für Gesprächsstoff, der auch mit dem Kinostart von Keine Zeit zu sterben nicht nachlassen wird.

Idris Elba, Michael Fassbender und Damien Lewis werden seit langem für die Rolle gehandelt, aber Craigs unerwartete Entscheidung, nach Spectre (2015) als Bond weiterzumachen, hat dazu geführt, dass alle drei mittlerweile etwas zu alt für die Rolle sind, um mit genügend Elan in den Anzug zu schlüpfen und dem Franchise frisches Leben einzuhauchen.

2021 gibt es weniger einen Spitzenkandidaten als vielmehr eine gesunde Auswahl an fähigen Hauptdarstellern, die alle mit der Möglichkeit geliebäugelt haben, Bond zu verkörpern. Robert Pattinson, Regé-Jean Page, James Norton, Sam Heughan und Richard Madden scheinen allesamt heiße Anwärter zu sein, während auch Tom Hardy weiterhin die Gerüchteküche zum Brodeln bringt. 

Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass wir 2021 etwas über einen neuen Bond hören werden. Produzent Broccoli sagte kürzlich gegenüber Total Film, dass es "schwer ist, über die Zukunft nachzudenken, bis [Keine Zeit zu sterben] seinen Moment hat. Ich glaube, wir wollen einfach nur diesen Film und Daniel feiern und dann, wenn sich der Staub gelegt hat, auf die Landschaft schauen und herausfinden, wie die Zukunft aussieht".


Nach Vorschrift

Angesichts der Meinungen von Craig und Broccoli zu Bonds Geschlecht kann man also davon ausgehen, dass die nächste Version des kultigen Superspions tatsächlich ein Mann sein wird. 

Das Thema Bonds Biegsamkeit als Figur ist allerdings schwierig zu handhaben. Als Individuum haben 007 und seine Eigenschaften eindeutige, nachvollziehbare Ursprünge in den Romanen von Ian Fleming, und das ist oft das Argument derjenigen, die sich dafür aussprechen, dass James Bond eben James Bond bleibt.

Aber das Franchise hat bereits bewiesen, dass es bereit ist, sich von seiner Romanvorlage zu entfernen. In Casino Royale von 2006 wurde M zum ersten Mal zur Frau (Judi Dench) und die Bond-Filme insgesamt haben sich im Laufe der Jahre dramatisch verändert – sowohl im Ton als auch in der Thematik. Veränderung ist schließlich notwendig, um eine so alte Figur über die Zeit relevant und zeitgemäß zu halten. 

Auch in anderen Bereichen der Medien haben Frauen Rollen gespielt, die traditionell von britischen Männern besetzt waren. Am bekanntesten ist Jodie Whittaker, die bald als erste Frau in Doctor Who zu sehen sein wird, aber auch Lucy Liu war als Dr. Watson in der Sherlock-Holmes-Adaption Elementary von CBS hervorragend.

Der Punkt ist, dass es für Broccoli und Co. durchaus einen Präzedenzfall für eine weibliche Version von Bond gibt. Angesichts der Tatsache, dass Craig als 007 die längste Zeit in der Geschichte des Franchises gespielt hat, ist es wahrscheinlich, dass ein neuer, frischer männlicher Darsteller in den kommenden Jahren die Rolle übernehmen wird, was für die meisten schon Abwechslung genug ist.

Der Ruf nach besseren weiblichen Charakteren ist also berechtigter denn je...