Neuer Zelda-Trailer zeigt den vielleicht düstersten Teil der Reihe

The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom
(Bildnachweis: Nintendo)

Mit angehaltenem Atem verfolgten wir und inhaltshungrige Zelda-Fans auf der ganzen Welt die Nintendo Direct (Öffnet sich in einem neuen Tab) im Februar und wurden schließlich mit einem neun Trailer für The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom belohnt. 

Hier gibt es eine Menge zu besprechen. Vor allem haben wir endlich eine Stimme für Ganondorf. Außerdem gibt es neben einigen bekannten Gesichtern auch einige aufregende neue Gegner, eine Reihe von etwas seltsam aussehenden Fahrzeugen und viele interessante Hinweise auf den Inhalt und die Geschichte des Spiels, bevor es am 12. Mai 2023 für die Nintendo Switch (Öffnet sich in einem neuen Tab) erscheint.

Wir wissen immer noch nicht, wann genau Tears of the Kingdom (Öffnet sich in einem neuen Tab) in der Timeline von The Legend of Zelda spielt, aber der Trailer deutet darauf hin, dass es fast direkt nach den Ereignissen von The Legend of Zelda: Breath of the Wild einsetzt. Wir wissen auch nicht, wie das Durchqueren der drei verschiedenen Ebenen von Hyrule - die schwimmenden Inseln, das Festland und die unterirdischen Höhlen - funktionieren wird oder warum sich ein Drache, der dem Gleeok aus dem ersten Legend of Zelda sehr ähnlich sieht, auf der Hylia-Brücke herumtreibt.

Alles, was wir bisher von Tears of the Kingdom gesehen haben, deutet auf eine apokalyptische Stimmung hin, die stark an das düstere Twilight Princess erinnert - was mich als großen Fan dieses Stils sehr freut. All das wirft bei mir eine brennende Frage auf: Sehen wir diesmal das Ende einer Zelda-Geschichte? 

Eine bewegte Historie

In den letzten 30 Jahren hat Nintendo drei verschiedene Timelines in der The Legend of Zelda-Reihe entwickelt, wobei die Ereignisse der Spiele in einer keinen Einfluss auf die Geschichten der Spiele in den anderen haben. Chronologisch gesehen spielt Breath of the Wild nach allen anderen Zelda-Spielen und Nintendo nutzte es, um die verschiedenen Zeitlinien zu vereinen.

Breath of the Wild war voll von Anspielungen auf frühere Spiele, von geografischen Ortsnamen über die Ruinen des Tempels der Zeit bis hin zu musikalischen Motiven in bestimmten Gebieten. Das Spiel folgte nicht explizit einer einzigen Zeitlinie, sondern deutete geschickt an, dass die Ereignisse in allen dreien stattgefunden hatten.

Während Breath of the Wild eine Geschichte der Genesung und Wiedergeburt nach dem Zorn des großen Bösewichts Calamity Ganon war, war das auffälligste Thema im neuesten Trailer zu Tears of the Kingdom der Tod und die Wiederauferstehung, eine Parallele zur Geschichte der Wiedergeburt mit einer düsteren Wendung. Im allerersten Teaser für das Spiel sehen wir, wie die Helden Link und Zelda einen mumifizierten Ganon erwecken.

Ein mumifizierter Ganondorf erwacht, umgeben von Bosheit in The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom

(Image credit: Nintendo)

Auch im Trailer zu Tears of the Kingdom steht der Blutmond im Mittelpunkt. In Breath of the Wild bedeutet diese unheimliche rote Nacht die Rückkehr aller Feinde, die du bisher auf deinen Abenteuern besiegt hast. Das Ereignis der Wiederauferstehung wurde als "unglückliche" Begleiterscheinung von Ganons Macht beschrieben, die Prinzessin Zelda nicht mehr unter Kontrolle hat. In diesem neuen Spiel scheint diese Mechanik jedoch viel bedeutender zu sein. Ein viel dunklerer, chaotischerer Auferstehungsprozess, bei dem Kugeln der Bosheit vom Himmel zu regnen scheinen und sich in neue, scheinbar mutierte Gegner verwandeln. Das erinnert an den bedrohlichen Mond von Majora's Mask, der sich langsam über Unruh-Stadt senkt. 

Um das Thema Tod und Wiedergeburt fortzusetzen, kehren wohl auch die Zombies zurück - mein persönlicher Albtraum. Diese lauernden Feinde sitzen in der Dunkelheit und betäuben dich mit einem Medusa-ähnlichen Blick, bevor sie sich an den erstarrt dastehenden Link heranpirschen und angreifen. Die Zombies waren seit TriForce Heroes aus dem Jahr 2015 nicht mehr in der Serie zu sehen, und selbst das war ihr erster Auftritt in einem Zelda-Spiel seit über 10 Jahren.

Ein Lizalfos (links), daneben etwas, das aussieht wie ein Zombie (rechts)

(Image credit: Nintendo)

Im E3 2019-Trailer zu Tears of the Kingdom konnten wir einen kurzen Blick auf Ganondorf werfen, aber in der Nintendo Direct vom Februar sahen wir seine mumienhafte Erscheinung auf noch schrecklichere Weise, als er seine toten Armeen auffordert: "Erhebt euch, meine Untertanen! [...] Tötet alle und jeden!" 

Könnte das den Untergang bedeuten?

Was auch immer in Hyrule passiert, es ist groß. Erste Bilder aus dem Trailer zeigen, wie die mechanischen Wächter von Hyrule in einem Ball aus Ganons tiefroter Bosheit explodieren, und Zelda fragt im Voice-Over, ob unser Held stark genug sein wird, um seine Feinde zu besiegen. Da zu allem Überfluss auch noch das Master-Schwert zerbrochen scheint, nachdem es scheinbar mit der gleichen scharlachroten Macht infiziert wurde, wächst die Bedrohung noch mehr. Außerdem scheint selbst unser Held nicht immun gegen Ganondorgs Fäulnis zu sein, wie der verdorben aussehende Arm zeigt. 

Es scheint auch, dass Prinzessin Zeldas Rolle als wiedergeborene Göttin Hylia eine Schlüsselrolle in der Geschichte spielen wird. Die Göttin Hylia wurde erstmals 2011 in Skyward Sword, dem kanonischen Beginn der Timeline, eingeführt und ist relativ neu in der Serie. Dass sie in diesem Spiel eine wichtige Rolle spielt, könnte bedeuten, dass wir die letzte Konfrontation zwischen ihr und dem Todbringer, dem ursprünglichen Antagonisten hinter allem Bösen in Hyrule, erleben und vielleicht sogar das Ende von Link und Zeldas wiederholter Reinkarnation.

Link's ausgestreckte, verdorbene Hand greift nach der Hand einer leuchtenden Frau, vermutlich Zelda

(Image credit: Nintendo)

Von der mysteriösen, leuchtenden Gestalt, die Links Hand nimmt, bis hin zu Zeldas Bitte, dass jemand Link "seine Macht leiht", könnten wir endlich sehen, wie die Göttin physische Gestalt annimmt - aber was würde das für Prinzessin Zelda bedeuten? Fans spekulieren bereits, dass sich die wahre Bedeutung des Titels auf den Tod der Prinzessin bezieht, und ihre Abwesenheit im Trailer, abgesehen von den Aufnahmen ihres Sturzes, trägt wenig dazu bei, diese Theorie zu widerlegen.

Auch wenn der Trailer nicht das erste Mal war, dass wir das Logo des Spiels gesehen haben, so hat er doch mein Gefühl bestärkt, dass Tears of the Kingdom einen Zyklus durchbrechen wird. In der Vergangenheit waren die Logos von Zelda immer mit bedeutenden Designelementen versehen, die wichtige Themen oder Gegenstände in den Spielen darstellten, und neben dem altersschwachen Master-Schwert gibt es in dem kreisrunden, türkisfarbenen Ring hinter dem Spieltitel einen ziemlich bedeutenden Hinweis auf ein ikonisches Symbol für Leben, Tod und Wiedergeburt: den Ouroboros. 

Der Blutmond geht auf

Thematisch verströmt Tears of the Kingdom eine ziemlich krasse Endzeit-Energie. Doch natürlich wird Nintendo, die schon immer großen Profit aus ihren stärksten Marken ziehen, nicht einfach eine davon beenden. Trotzdem könnten wir zum ersten Mal das storytechnische "Ende" einer Zelda-Geschichte sehen. 

Zwischen jedem anderen Zelda-Spiel und Breath of the Wild liegt jedoch eine völlig unbestimmte Zeitspanne, so dass Nintendo noch genug Freiraum hat, um die Gamerschaft weiterhin mit unendlich vielen Ablegern zu versorgen. Trotzdem könnte das die Beziehung der Fans zu den Zelda-Spielen massiv verändern und wäre daher ein riskanter Schritt - zum Glück müssen wir nur noch ein paar Monate warten, um zu sehen, was als Nächstes für den Helden der Zeit kommt. 

Christopher Barnes
Redakteur

Ich bin Chris und beschäftige mich für TechRadar vor allem mit den Bereichen Filme/ Serien, TV, Grafikkarten und Gaming - im Speziellen alles rund um Xbox. Ursprünglich habe ich in Stuttgart Film- und Fernsehtechnik sowie Drehbuch-Schreiben studiert. Da ich allerdings nicht nur schon immer großer Filmliebhaber, sondern auch leidenschaftlicher Gamer war und es zudem liebe zu schreiben, habe ich mich für den Journalismus in diesem Bereich entschieden. 


Erreichbar bin ich unter der Mail-Adresse cbarnes[at]purpleclouds.de

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