Im Test: Resident Evil 3 Remake

Gut, aber nicht SO gut

Im Test: Resident Evil 3 Remake
(Image: © Capcom)

TechRadar Fazit

Resident Evil 3 bietet technisch sehr hohe Qualität, ein geschicktes Leveldesign in der Stadt, hervorragende Grafik, einen furchterregenden Gegner und jede Menge Zombies. Wenn du das Remake von Resident Evil 2 gemocht hast, wirst du Resident Evil 3 ebenfalls mögen, auch wenn es mit 4 bis 6 Stunden sehr kurz für ein Vollpreisspiel ist.

Pros

  • +

    Viele urbane Umgebungen zum Erkunden

  • +

    Die Fähigkeit des Ausweichens fügt dem Kampf eine neue Ebene hinzu

  • +

    Zombies sind schwer zu erledigen

  • +

    Atemberaubende RE-Engine-Grafik

Cons

  • -

    Nemesis ist zwar weniger nervig, aber auch weniger spannend

  • -

    Bereiche können oft nicht erneut besucht werden

  • -

    Kaum noch Rätsel und wenn, dann weniger anspruchsvoll

  • -

    Extrem kurz, gerade im Vergleich zum Vorgänger

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Es wäre nicht verwunderlich, wenn du das Resident Evil 3 Remake verschlafen hättest. Das ursprüngliche Resident Evil 3 ist vielleicht nicht so beliebt wie sein Vorgänger und der Hype war nicht ganz so groß, aber wir können dir versichern, dass es sich dennoch nachzuholen lohnt. 

Capcom hatte mit dem Remake von Resident Evil 2 (Öffnet sich in einem neuen Tab) Anfang 2019 einen riesigen Erfolg und zementierte damit das Erbe des Spiels als eiskalter Klassiker. Als bekannt wurde, dass das Studio auch ein Remake von Resident Evil 3 plant, das nur ein Jahr nach seinem Vorgänger erscheinen sollte, waren wir etwas skeptisch. Konnte der Blitz wirklich zweimal einschlagen? 

Die Straßen von Raccoon City

Resident Evil 3

Jill und Carlos sehen besser aus als je zuvor (Image credit: Capcom)

Für diejenigen, die das Original nicht gespielt haben: In Resident Evil 3 schlüpfst du in die Rolle von zwei verschiedenen Charakteren: Die S.T.A.R.S.-Offizierin Jill Valentine und den Söldner der Umbrella Corporation Carlos Oliveira. Die Handlung überschneidet sich zeitlich teilweise mit der von Teil 2 und folgt den beiden bei ihrem Versuch, aus der T-Virus-verseuchten Stadt Raccoon City zu fliehen. 

Es ist eine nette Abwechslung, von einer Figur zur anderen zu springen - das gibt der Geschichte mehr Dimensionen und hilft dir zu sehen, was außerhalb deiner aktuellen Figur vor sich geht. An einer Stelle besucht Carlos das Raccoon Police Department (kurz vor den Ereignissen in Resident Evil 2), während Jill die Kanalisation von Raccoon City durchquert. Die Sequenzen verlaufen parallel und bieten einen umfassenderen Blick auf die Stadt.

Wem die klaustrophobischen Schauplätze der anderen Teile weniger gefallen haben, darf sich nun auf jede Menge verschiedener Orte freuen. Dennoch wurden hier auch einige Sequenzen völlig entfernt, die im Original noch weit mehr von der Stadt zeigten. So fehlen etwa der Park und der Uhrenturm, was das ohnehin nicht besonders lange Spiel nicht nur noch kürzer macht, sondern auch gerade angesichts der verschiedenen Szenarien und DLCs von Teil 2 sauer aufstößt. Statt einem halbgaren Multiplayer hätten wir uns da lieber mehr statt weniger Resident Evil 3 gewünscht. 

Ein alter Bekannter

Resident Evil 3

Guess who's back - again and again and again... (Image credit: Capcom)

Ähnlich ist es auch mit dem Nemesis, dessen Screen Time man im Vergleich zu Mr. X aus Resident Evil 2 deutlich reduziert hat. Er taucht während des Spiels immer wieder auf und macht unerbittlich Jagd auf Jill. Es ist eine ziemliche Zumutung und es ist anstrengend, ihm ständig ausweichen zu müssen, wird aber durch die neue Ausweichfähigkeit immerhin etwas erleichtert.

Als Hauptgegner des Spiels muss Nemesis im Laufe des Spiels immer wieder in kleinen Bosskämpfen besiegt werden. Die sind spaßig, aber nie wirklich Anspruchsvoll und können gerade beim mehrfachen Durchspielen sehr eintönig werden. Trotzdem ist es bei der tollen Grafik eine Freude, dem Monster bei seinen immer grotesker werdenden Mutationen zuzuschauen. 

Allerdings ist nicht nur Nemesis aggressiver geworden. Im Vergleich zu seinen Vorgängern greifen dich die Zombies hier viel härter, schneller und in größerer Zahl an. Während du in Resident Evil 2 den meisten Infizierten noch ausweichen konntest, wirst du in Resident Evil 3 fast zum Kampf gezwungen, wenn du dich Horden von Zombies gegenübersiehst und keinen Ausweg mehr siehst.

Auch hier kommt dir das Ausweichen zugute - ebenso wie Carlos' Sturmgewehr. Auch wenn diese Situationen herausfordernd sind, fühlen sie sich dank deines vielseitigen Waffenarsenals, deiner Ausweichfähigkeiten und deines Wunsches, nicht gebissen zu werden, nie überwältigend an. 

Es geht nicht nur ums Zombies Wegballern

Resident Evil 3

Sir, ich bin mir nicht sicher, ob Sie die Berechtigung haben, wieder hier zu sein. (Image credit: Capcom)

Aber das Schöne an den Resident Evil-Spielen ist nicht nur die actionreiche Zombiejagd, sondern auch, dass du dein Gehirn anstrengen musst - normalerweise jedenfalls...

In Resident Evil 3 gibt es zwar immer noch Rätsel, die haben die Bezeichnung aber kaum verdient. In Teil 1 und 2 waren Rätsel ein wesentlicher Bestandteil für den Spielfortschritt. In Resident Evil 3 ist das nicht der Fall. Meistens beschränkt es sich hier darauf, einen Gegenstand von A nach B zu bringen. 

In gewisser Weise ist das großartig, denn so wird das Tempo nie wirklich gebremst. Das ist jedoch etwas, das wir vermisst haben, denn es ist einer der Hauptaspekte, der die Resident Evil-Spiele von anderen Horrorspielen unterscheidet. Trotzdem gibt es immer noch jede Menge Schlösser zu knacken, Türen zu öffnen und Gegenstände zu finden. 

Fazit

Resident Evil 3

Hier erfährst du, warum du Goldfische nicht die Toilette runterspülen solltest (Image credit: Capcom)

Während das Resident Evil 2 (Öffnet sich in einem neuen Tab) Remake als hervorragend aufbereiteter Klassiker angesehen werden kann, ist das Resident Evil 3 Remake rasanter, actionreicher und grafisch besser. Ob die vielen inhaltlichen Abstriche zugunsten der Action so stark ins Gewicht fallen, muss jeder persönlich entscheiden. Mir hat aber eine ganze Menge gefehlt, was das Remake von Teil 2 deutlich besser gemacht hat. 

Natürlich war bereits das originale Resident Evil 3 actionreicher und peitschte einen mehr durch die Handlung, als es andere Ableger der Reihe taten. Allerdings war Teil 3 aber auch bereits damals nicht besonders beliebt und dass man aus einem in die Jahre gekommenen Material etwas grandioses herausholen kann, hat besagter Teil 2 einfach deutlich besser gezeigt. 

Für sich gesehen ist Resident Evil 3 Remake kein schlechtes Spiel, es bleibt lediglich sehr weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Auf technischer sowie Gameplay-Ebene macht es trotzdem eine ganze Menge richtig und legte somit wohl auch den Grundstein für das kommende Remake des vierten Teils (Öffnet sich in einem neuen Tab). Ob das den Geist seines Originals besser wiedergibt, wirst du hier erfahren, wenn das Spiel Ende März herauskommt. 

Christopher Barnes
Redakteur

Ich bin Chris und beschäftige mich für TechRadar vor allem mit den Bereichen Filme/ Serien, TV, Grafikkarten und Gaming - im Speziellen alles rund um Xbox. Ursprünglich habe ich in Stuttgart Film- und Fernsehtechnik sowie Drehbuch-Schreiben studiert. Da ich allerdings nicht nur schon immer großer Filmliebhaber, sondern auch leidenschaftlicher Gamer war und es zudem liebe zu schreiben, habe ich mich für den Journalismus in diesem Bereich entschieden. 


Erreichbar bin ich unter der Mail-Adresse cbarnes[at]purpleclouds.de

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