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Amazfit GTS 3

Der Beweis, dass eine gute Smartwatch nicht teuer sein muss

Ein goldener Deko-Zwerg hält die Amazfit GTS 3 in seiner Hand
(Image: © Franziska Schaub)

TechRadar Urteil

Die Amazfit GTS 3 hat ein klares, sportliches Design ohne viel Schnickschnack, so, als würde sie sich auf das Wesentliche konzentrieren. Jede Menge Features werden dir hier zu einem recht kleinen Preis geboten. Die Highlights: Die ganztägige Messung des Blutsauerstoffs und die Unterstützung von mehr als 150 Sportarten. Die Krone unterstreicht den klassischen Look und sorgt für eine intuitive Navigation, wäre sie nur nicht so empfindlich.

Pros

  • +

    Lange Akkulaufzeit

  • +

    Durchgängige Herzfrequenzmessung

  • +

    Viele Sportmodi

Cons

  • -

    Krone zu empfindlich

  • -

    Kein Temperatursensor

Wenn du in den letzten Jahren nach einer Smartwatch gesucht hast, ist dir Amazfit sicherlich ein Begriff. Die chinesische Brand möchte nun mit der GTS 3 einmal mehr den großen Playern im Smartwatch & Fitnesstracker-Bereich, wie Fitbit, Apple, Samsung und Garmin, den Kampf ansagen. Und das mit Geräten, die nur ein Bruchteil der Konkurrenz kosten.

Amazfit GTS 3: Erscheinungsdatum und Preis

Im Oktober hat das Unternehmen gleich drei Modelle enthüllt, die sich nicht nur optisch, sondern auch in den Funktionen und im Preis unterscheiden. Die GTR 3 Pro kostet 199,90 €, die GTR 3 149,90 € und die hier getestete GTS 3 hat einen Preis von 149,90 € und ein eckiges Design, welches der Apple Watch (opens in new tab) ähnlich sieht. Die anderen beiden Modelle haben ein rundes Watch-Face.

Amazfit GTS 3: Design & Display

Das Display der Amazfit GTS 3

(Image credit: Franziska Schaub)

Das Design erinnert, wie bereits erwähnt, an die Apple Watch: Ein rechteckiges Watchface mit abgerundeten Kanten und einem Knopf, der sich sowohl drehen als auch drücken lässt, an der Seite; mit einem Armband aus Silikon. Du kannst übrigens selbst entscheiden, wie die Uhr ausgerichtet sein soll und auf welcher Seite du die Krone bedienen möchtest - soll sie zum Handgelenk hin oder vom Handgelenk weg zeigen? Das legst du im Einstellungsmenü der Uhr fest.

Der Knopf hat verschiedene Funktionen. Durch einmaliges Drücken gelangst du zur App-Liste, langes Drücken aktiviert - je nach Einstellung - verschiedene Funktionen. Voreingestellt ist zum Beispiel hier die Verknüpfung mit Amazon Alexa. Drehst du an der Krone, kannst du durchs Menü scrollen.

Ich empfand die Navigation insgesamt sehr flüssig, die Krone reagiert gut. Mir war sie tatsächlich schon zu empfindlich, da sie aufgrund ihrer recht dominanten Größe bei einigen Handgriffen aktiviert wurde. Allerdings geschieht dies dennoch so selten, dass es mich noch nicht gänzlich genervt hat und es noch im Rahmen des Zumutbaren ist.

Die Amazfit GTS 3 liegt auf einem Holzboden, man sieht die Krone in der Detailansicht

(Image credit: Franziska Schaub)

Weiterhin gehört ein kleiner Rahmen, der um das Display herum verläuft, zum Design. Dieser Rahmen ist kleiner als beim Vorgänger, aber dennoch markant. Der Bildschirm ist ein 1,75 Zoll Ultra-HD-AMOLED Touch Screen mit einer Auflösung von 390 x 390 Pixeln. Die Farben sind leuchtend, das Schwarz dunkel. Es ist gut ablesbar, auch aus unterschiedlichen Winkeln und zu verschiedenen Lichtverhältnissen. Wer mag, kann das Always-on-Display nutzen, ich habe mich zum Schonen des Akkus dagegen entschieden. Ein kurzes Neigen des Armes reicht aus, um die Uhr zu "wecken" und die Uhrzeit ablesen zu können.

Mit 42 x 36 x 8,8 mm und einem Gewicht von nur 24,4 Gramm ist die Amazfit GTS 3 angenehm leicht und klein.

Für mehr Personalisierung kannst du aus über 100 Zifferblättern, 15 animierten Zifferblättern und 12 bearbeitbaren modularen Zifferblättern wählen. Und: Du kannst natürlich auch eigene Fotos als Hintergrundbild nutzen.

Amazfit GTS 3: Specs und Software

Die Amazfit GTS 3 beinhaltet neben Bluetooth 5.1 auch die Unterstützung für fünf Satellitennavigationssysteme: GPS, Gallileo, GLONASS, BDS und QZSS. Ein Höhenmesser ist ebenfalls an Board. Der BioTracker PPG 3.0 sorgt für die Überwachung des Blutsauerstoffs, der Herzfrequenz, des Stressniveaus und des Schlafs. Neu ist bei diesem Modell die Blutsauerstoffmessung, die - ganz zur Freude meinerseits - ganztägig abgebildet wird.

Mit einem Mal tippen ist es möglich, vier Gesundheitskennzahlen (Herzfrequenz, SpO2-Sättigung, Stressniveau und Atemfrequenz) gleichzeitig zu messen, außerdem gibt es das Amazfit-typische PAI-System, wodurch du auf einen Blick erkennen kannst, wie es um deinen Gesundheitszustand steht.

Zepp OS hat bei mir ebenfalls einen guten Eindruck hinterlassen, die Software erscheint mir aufgeräumt und intuitiv, die Zepp App ist übersichtlich gestaltet und bietet zudem die Möglichkeit, weitere Optionen herunterzuladen, wie beispielsweise Trinkerinnerungen oder eine Home-Connect-App.

Weitere Features, die zeigen, wie smart die Watches von Amazfit sind, sind integrierte Tools wie Kalender, Aufgaben und Notizen, Stoppuhr, Alarm, Pomodoro-Timer, Wetter und Kompass-Apps, Taschenlampe, Telefon suchen, Benachrichtigungen zu eingehenden Anrufen und Mitteilungen und Kamera-Fernauslösung. Außerdem sind sie kompatibel mit Strava, Apple Health, Google fit und Runkeeper. Davon nutze ich die Benachrichtigungen zu Anrufen und Mitteilungen sowie Taschenlampe und Telefon suchen regelmäßig. Letzteres ist besonders ein Segen, wenn man sein Smartphone meist lautlos gestellt hat.

Amazfit GTS 3: Fitness und Akkulaufzeit

Ein Screenshot der Zepp App der GTS 3

(Image credit: Franziska Schaub / Screenshot Zepp App)

Auch wenn die GTS 3 als Smartwatch gehandelt wird, steht sie Fitnesstrackern in nichts nach, Amazfit selbst bezeichnet sie als "ultimative, einfach zu bedienende Sport-Smartwatch". Mehr als 150 Sportarten werden unterstützt, bis zu 8 davon können automatisch erkannt werden. Dazu zählen Outdoor-Laufen, Laufband, Gehen, Indoor-Gehen, Outdoor-Radfahren, Beckenschwimmen, Rudergerät und Crosstrainer.

Ich habe die GTS 3 eine Weile parallel zu meiner Versa 2 genutzt und bin doch überrascht, wie präzise die Messwerte sind. Natürlich weichen sie etwas voneinander ab, aber das ist bis zu einem gewissen Grad normal und tatsächlich gibt es kein (nicht-medizinisches) Gerät, das 100 prozentig genau ist. Die von mir angesprochenen Abweichungen belaufen sich auf etwa 500-1000 Schritte pro Tag und beim Schlaftracking sind es etwa 30 min Unterschied. Wer keinen direkten Vergleich hat, dem wird dies sicherlich nicht einmal auffallen.

Bezüglich der gezählten Schritte habe ich allerdings einen Kritikpunkt. Ich habe die Einstellung vermisst, an welchem Arm ich die Amazfit trage. Hier kann es aufgrund der Empfindlichkeit der Sensoren einen Unterschied machen, ob Fitnesstracker und Smartwatches an der dominanten Hand oder nicht-dominanten Hand getragen werden. Denn Rechtshänder bewegen ihre rechte Hand deutlich stärker und öfter als die Linke und umgekehrt. Damit es nicht zu Verfälschungen kommt, sollte man seinen Fitnesstracker stets an der nicht-dominanten Hand nutzen.

Im Großen und Ganzen finde ich es klasse, wie viele Funktionen die GTS 3 für ihren recht kleinen Preis bietet. Durchgängige Blutsauerstoffmessung ist dieses Jahr ein Muss und ich freue mich darüber, dass die Messung 24/7 durchgeführt und protokolliert wird - und das unabhängig davon, welches Zifferblatt ich nutze. Bei meiner Versa 2 benötige ich nämlich ein Spezielles und die Messung erfolgt auch nur Nachts. Hierfür gibt es einen großen Daumen nach oben, Amazfit! Ein Temperatursensor wäre nun noch das i-Tüpfelchen.

Laut Hersteller soll die GTS 3 bei typischer Nutzung 12 Tage durchhalten, bei starker Nutzung etwa 6 und im Akkusparmodus ganze 20 Tage. Diese Angaben sind in meinen Augen etwas zu optimistisch. Im Schnitt lag ich bei etwa 7-9 Tagen, je nach Tagesaktivität. Allerdings habe ich nicht jeden Tag trainiert und zudem auf das Always-on-Display verzichtet, sodass ich hier mehr erwartet hätte. Da das Aufladen jedoch recht flott geht und meine private Smartwatch deutlich öfter an die Steckdose muss, mag das zu verkraften sein.

Fazit

Ein goldener Deko-Zwerg hält die Amazfit GTS 3 in seiner Hand

(Image credit: Franziska Schaub)

Wer eine Smartwatch sucht, die all das kann, was die Geräte der großen Namen wie Apple, Fitbit oder Garmin ebenfalls bieten, aber nicht so viel Geld ausgeben möchte, ist mit der Amazfit GTS 3 gut beraten.

Besonders überzeugt haben mich die vielen Features und Anpassungsmöglichkeiten.  Die Taschenlampen-Funktion habe ich anfangs belächelt, mich jedoch schon bald dabei ertappt, diese zu nutzen. Trinkerinnerungen, Zyklustracking und das Erfassen der Atmungsqualität im Schlaf (um beispielsweise eine Schlafapnoe aufzudecken) sind für mich gute und wichtige Zugaben.

Die 24/7 Blutsauerstoff-Messung ist für frisch gelaunchte Modelle im Jahr 2021 ein Muss. Allein damit hat Amazfit schon vieles richtig gemacht und gezeigt, dass sich chinesische Marken nicht zu verstecken brauchen.

Einzig das mitgelieferte Silikon-Armband empfand ich als etwas unbequem, aber das Band lässt sich in sekundenschnelle austauschen.

Weitere Kritikpunkte sind die zu empfindliche Krone und die Nicht-Anpassbarkeit der dominanten / nicht-dominanten Hand. Alles in allem sind das jedoch Kleinigkeiten, die man für das gute Preis-Leistungs-Verhältnis durchaus in Kauf nehmen kann und die das flüssige und intuitive Erlebnis nur wenig beeinflussen.

Wenn du den Vorgänger der Modellreihe nutzt, lohnt sich der Umstieg aufgrund der wenigen Neuerungen kaum. Solltest du bisher noch keine Smartwatch besitzen oder eine ältere Version, dann machst du mit der Amazfit GTS 3 alles richtig.

Franziska Schaub ist Chefredakteurin bei TechRadar Deutschland und unter anderem verantwortlich für die Bereiche Smartphones, Tablets und Fitness.


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