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Intel warnt vor Lieferengpässen bei CPUs in naher Zukunft

Intel i9-11900K Prozessor (Rückseite und Vorderseite)
(Image credit: Intel)

Intel hat gewarnt, dass nun eine Zeit anbricht, in der die Versorgung mit seinen Prozessoren (opens in new tab) für die Verbraucher dünn wird, so dass wir leider Probleme an der Aktienfront erwarten können.

Tatsächlich hat Intels Finanzchef George Davis gesagt, dass es im dritten Quartal (von jetzt bis September) "akute" Lieferprobleme geben wird, nachdem CEO Pat Gelsinger kürzlich sagte (opens in new tab), dass die globale Chipknappheit wahrscheinlich noch ein oder zwei Jahre andauern wird, also vielleicht bis 2023.

Davis sagte in einem Earnings Call (wie von Seeking Alpha (opens in new tab) transkribiert): "Anhaltende branchenweite Engpässe bei Komponenten und Materialien werden den Umsatz der CCG (Client Computing Group) voraussichtlich sequenziell senken. Wir erwarten, dass die Lieferengpässe für mehrere Quartale anhalten werden, aber es scheint, dass sie für Kunden in Q3 besonders akut sind. Im Bereich Rechenzentren erwarten wir, dass Enterprise, Government und Cloud in Q3 einen Aufschwung erleben werden."

Hohe Prioritäten

Intel priorisiert die Produktion von leistungsstarken Prozessoren für den Einsatz in Rechenzentren, denn dort liegen die großen Gewinne (und auch aufgrund von Verträgen, an die der Chipriese gebunden ist). Wenn du nur eine bestimmte Menge an Produktionskapazität hast, macht es natürlich Sinn, die am meisten gewinnbringenden CPUs mit dem stärksten Aufschlag zu produzieren. In der Tat haben wir das schon einmal gesehen, als Intel mit Lieferproblemen zu kämpfen hatte, wobei das Unternehmen einfach schwächere Prozessoren opferte, um High-End Core-Modelle und Serverchips zu produzieren.

Das zentrale Problem ist hier die Versorgung mit Substraten (die Basisschicht des Chips), und wie Tom’s Hardware (opens in new tab), die das Thema aufgegriffen haben, feststellt, besteht das spezifische Problem in den unzureichenden Ajinomoto ABF-Substraten. Obwohl das Unternehmen Schritte unternommen hat, um sich selbst zu versorgen - die Produktion von ABF-Substraten im eigenen Haus zu beenden und in ABF-Substrathersteller zu investieren - werden sich diese Bemühungen erst später im Jahr auswirken, um die Engpässe zu mildern.

Davis sagte: "Wir haben einen wirklich guten Job gemacht und eine Menge unserer Substrate verbraucht, von denen wir dachten, dass wir sie in Q3 zur Verfügung haben würden. Er fügte hinzu: "In Q3 konnten wir sehen, dass wir eine echte Versorgungsproblematik haben, sie ist akut. Aber in Q4 tun wir alles, was wir können, um unseren Substratlieferanten zu helfen, die Versorgung zu erhöhen, einschließlich der Fertigstellung einiger ihrer Produkte in unseren eigenen Einrichtungen, was etwas ist, was wir als IDM [integrated device manufacturer] gebrauchen könnten."

Analyse

Auch wenn Lieferengpässe heutzutage nichts Neues mehr sind und uns bereits mitgeteilt wurde, dass die Probleme bei der Komponentenversorgung nicht so schnell verschwinden werden - trotz einiger Hoffnungsschimmer (opens in new tab)* in Bezug auf GPUs (opens in new tab)* - ist dieses neueste Eingeständnis von Intel sicherlich enttäuschend.

Die Tatsache, dass die Produktionsprobleme für Q3 als "akut" bezeichnet werden und ziemlich ernst klingen, ist eine unheilvolle Nachricht für alle, die in naher Zukunft einen Intel-Chip kaufen möchten.

Außerdem sollte man nicht vergessen, dass Intel sich darauf vorbereitet, seine Alder Lake-CPUs der nächsten Generation später im Jahr 2021 auf den Markt zu bringen. In Anbetracht der zunehmenden Leaks rund um Alder Lake und der Tatsache, dass angeblich bereits Musterchips in China verkauft werden (opens in new tab), scheint es, dass die Prozessoren der 12. Generation im Oktober auf den Markt kommen (opens in new tab) sollen.

Das ist natürlich das vierte Quartal, in dem Intel erwartet, dass die Dinge ein wenig besser laufen als im dritten Quartal, aber wenn sich Alder Lake als so vielversprechend herausstellt (opens in new tab)*, wie es die Gerüchteküche behauptet (opens in new tab)*, dann wird es wahrscheinlich eine große Nachfrage geben. Und angesichts dessen, was wir hier hören, ist es nicht schwer, sich eine weitere Situation vorzustellen, in der es schwierig wird, CPU-Lagerbestände mit neuen Modellen zu finden und Scalper dann mit den üblichen Ergebnissen und steigenden Preisen ins Spiel kommen.

* Link englischsprachig

Franziska Schaub ist Chefredakteurin bei TechRadar Deutschland und unter anderem verantwortlich für die Bereiche Smartphones, Tablets und Fitness.


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