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Cloud-Entwickler äußert sich zum Problem von Google Stadia

Während Google Stadia sich zuletzt eher mühselig über Wasser hält, verbuchen Konkurrenten wie Microsoft, Shadow oder Nvidia deutlich größere Erfolge im gleichen Segment
(Bildnachweis: Shadow)

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Cloud-Gaming-Dienste rapide angestiegen und das obwohl viele von ihnen lange Mühe hatten, ein breiteres Publikum von Spielern zu erreichen. 

Erfolgsgeschichten wie die von Nvidia GeForce Now oder aber Xbox Cloud Gaming blieben jedoch nicht aus. Gleichsam haben so einige Entwickler ihr Ziel aber auch verfehlt und zu eben diesen unglücklichen Verlierern im Cloud-Wettbewerb gehören derzeit auch Amazon Luna sowie Google Stadia.

Um jedoch zu verstehen, warum gerade die Giganten der Tech-Industrie ins Straucheln gerieten, hat sich TechRadar mit Yannis Weinbach, dem CMO von Shadow (Öffnet sich in einem neuen Tab), unterhalten. 

Durch Shadow hat Weinbach bereits Erfahrungen mit einem Cloud-Dienst, der dir ein vollständiges Windows 10 PC-Erlebnis auf diversen Endgeräten emuliert. Und auch wenn Shadow keine reine Cloud-Gaming-Plattform ist, hat Yannis Weinbach klare und aufschlussreiche Gedanken zur Misserfolgs-Geschichte von Google Stadia und Co.

Zwei grundlegende Elemente

Cloud Gaming erfreut sich weltweit einer erstaunlich großen Beliebtheit und kann mit einer gigantischen und stetig erweiterten Bibliothek aufwarten.

(Image credit: Microsoft)

Laut Weinbach gibt es zwei wichtige Komponenten, die ein Cloud-Gaming-Dienst bereits von Anfang an erfüllen muss. 

1. Das Geschäftsmodell 

Was Google Stadia angeht, ist er der Meinung, dass eben jenes sie "total umgebracht hat." 

"Als Stadia auf den Markt kam, war die Idee, dass du für Spiele auf dem PC bezahlen musst, die du wahrscheinlich schon auf anderen Plattformen besitzt." Viele Spieler sind allerdings nicht bereit doppelt und dreifach für identische Inhalte auf verschiedenen Plattformen zu blechen. Entsprechend liegt bereits hier ein erste Problem begraben.

"Entweder du machst es mit einem kompletten Spielekatalog wie Xbox oder du nutzt andere Vertriebsplattformen, was im Grunde das ist, was GeForce Now macht", ergänzt Weinbach als Verbesserungsvorschlag. 

Google hat sich infolgedessen also durch die Etablierung eines eigenen Stores und die fehlenden, kostenfreien Transferoptionen von bestehendem Videospielbesitz bereits zu Beginn Steine in den Weg gelegt.

Xbox umging hingegen mit Cloud Gaming die Hürde gekonnt, indem man bereits zum Launch das vielseitige Gaming-Angebot des Game Pass (Öffnet sich in einem neuen Tab) bereit hielt. Und auch GeForce Now konnte eine solche Problematik vermeiden, indem bestehende PC-Bibliotheken von Steam, Epic Games und Co. nutzbar gemacht wurden.

Alles neu, alles gut? Naja... bei Google war man zumindest sehr ambitioniert und wollte direkt allumfänglich mit Gaming-Lösung, Peripherie und separatem Store zu den Branchen-Giganten in Konkurrenz treten.

(Image credit: Future)

2. Die Benutzerfreundlichkeit

Noch sind Hopfen und Malz aber nicht verloren. Für Google Stadia könnte nämlich der zweite relevante Faktor, die "Benutzerfreundlichkeit", ein möglicher Ausweg. Hierunter fasst Weinbach übrigens auch das Layout der Benutzeroberfläche, die Verbindungsstabilität und alles Ähnliche.

Laut dem Shadow-CMO hat Google hier immerhin "einige Schritte nach vorne gemacht. Sie haben derzeit ein sehr gutes Benutzererlebnis." 

Und auch hier stimmen wir zu. Immerhin hat Stadia zuletzt eine Handvoll hervorragender Funktionen wie den Party Stream (Öffnet sich in einem neuen Tab) ergänzt, die gemeinsames Spielen kinderleicht machen. Ende 2021 wurde außerdem der standardmäßige Support für LG Smart TVs ergänzt, der den Dienst weiter an Popularität und Zugänglichkeit gewinnen lässt.

Bei Shadow ist man sich aber auch ganz im Allgemeinen sicher, dass Cloud-Technologie und -Gaming eine große Zukunft vor sich haben. Selbst wenn Google Stadia also noch immer mit den turbulenten Anfängen zu ringen hat, besteht noch immer ein Schimmer voller Hoffnung, dass sich das Experiment auf lange Sicht doch noch bezahlt machen könnte.

Als Redakteur bei TechRadar Deutschland beschäftigt sich Christian Schmidt primär mit den Themen Gaming sowie PC-Hardware.



Erreichbar ist Christian unter der Mailadresse cschmidt[at]purpleclouds.de.

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