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Apples 'For All Mankind' solltest du als nächstes bingen.

The crew of Sojourner 1 on Mars
(Image credit: Apple TV Plus)

Es war schon immer eine große Faszination für mich, was den Menschen dazu antreibt ins All zu fliegen und die Grenzen des Möglichen auszutesten. Nachdem 'For All Mankind' die letzte Folge der dritten Staffel am Freitag den 12. August auf Apple TV+ erschien, ist diese Faszination wieder gut genährt worden.

Ronald D. Moore versteht es, die optimistischere Herangehensweise der NASA an die Weltraumforschung in 'For All Mankind' zu inszenieren. Es geht bei einem Weltraumabenteuer eben nicht darum, eine Fahne auf einem fremden Planeten aufzustellen, sondern um Macht und Rohstoffe. In der dritten Staffel rückt der Mond in den Hintergrund und behandelt unseren Nachbar in Richtung äußeres Sonnensystem. 

Der Wettlauf um den Mars wird diesmal jedoch nicht nur zwischen der UDSSR und den USA ausgefochten, sondern auch von einer dritten Partei: Dem privaten Weltraumunternehmen Helios (SpaceX lässt grüßen). 

Geschichte neu schreiben

Aleida Rosales sits at a desk while working for NASA in For All Mankind

Aleida Rosales (Coral Peña) and her mission control colleagues are as essential to For All Mankind’s DNA as the astronauts. (Image credit: Apple TV Plus)

Apple TV+ hat mit 'For All Mankind' eine Serie mit insgesamt 30 Folgen geschaffen und spielt in einer fesselnden alternativen Geschichte des späten 20. Jahrhunderts. Hier hat die Sowjetunion die Vereinigten Staaten im Wettrennen um den Mond besiegt und stellte 1969 die erste Flagge auf dem Mond auf.

In dieser Version der Ereignisse erweist sich der Abstieg von Neil Armstrong und Buzz Aldrin als der Funke, der das Weltraumrennen auf eine neue Ebene des Wettbewerbs hebt. Während Amerikas Exkursionen zum Mond mit Apollo 17 im Jahr 1972 endeten, konkurriert die NASA in dieser Realität mit der sowjetischen Raumfahrtbehörde um die Errichtung einer permanenten Basis auf dem Mond und bringt die Wissenschaft und die Astronauten an ihre Grenzen.

Die erste Staffel der Serie erinnert unverkennbar an den 80er-Jahre-Science-Fiction-Film 'The Right Stuff', in dem hochqualifizierte, testosterongeladene Testpiloten beweisen, dass es sich lohnt, dorthin zu gehen, wo noch niemand zuvor gewesen ist. Riesige Sprünge für die Menschheit zu machen, ist nicht immer so sehr eine Motivation wie die Befriedigung ihrer raketengroßen Egos. 'For All Mankind' versteht es aber ebenfalls gut, die Genies hinter den Kulissen zu feiern.

Nasa's pioneering first intake of female astronauts in For All Mankind

In real-life, Nasa didn't send a woman into space until Sally Ride in 1983. The more progressive For All Mankind made sure it happened much earlier. (Image credit: Apple TV Plus)

Wenn Staffel 2 ins Jahr 1983 springt - die Serie macht immer wieder große Zeitsprünge - entfernt sich For All Mankind unweigerlich weiter von den Geschichtsbüchern. Da die Raumfahrt inzwischen fast zur Routine geworden ist, verfügen sowohl die USA als auch die UdSSR über eine beachtliche Präsenz auf dem Mond, was den nächsten Nachbarn der Erde zur letzten Grenze im Kalten Krieg macht.

Trotz des ehrgeizigen Zeitrahmens, der sich über mehrere Jahrzehnte erstreckt, hält 'For All Mankind' dich bei der Stange, indem es sich auf dieselben Charaktere in verschiedenen Phasen ihres Lebens konzentriert. Natürlich ist es unglaubwürdig, dass ein paar Familien so wichtig für die NASA sein können. Vor allem die Familie Baldwin nimmt hier eine schon fast zu wichtige Rolle ein. Auch wenn sich Staffel 3 mit ihrer Mars-Mission weiter ins Science-Fiction-Gebiet vorwagt, sind es die erdgebundenen, menschlichen Elemente der Story, die die Serie glaubwürdig und spannend machen.

Aber auch wenn die Show die Geschichte, an die du dich erinnerst, etwas verändert, ändert 'For All Mankind' nicht alles. Der Soundtrack ist voll mit wiedererkennbaren, epochalen Melodien, und einige historische Ereignisse spielen sich genau so ab wie in unserer Realität. Auch die retrofuturistische Technologie der Serie fühlt sich erfrischend vertraut an, obwohl das turbogeladene Wettrennen im Weltraum die Entwicklung so stark beschleunigt hat, dass Videotelefonie in den 90er Jahren ziemlich alltäglich ist.

Bessere Welten bauen

Ed Baldwin sits in his house staring at something off screen in For All Mankind

Ed Baldwin (Joel Kinnaman) and his family have been almost implausibly integral to For All Mankind’s space race.  (Image credit: Apple TV Plus)

Das Hauptziel der Serie ist es, uns eine bessere Version unserer Welt zu zeigen. Das soll aber nicht heißen, dass in 'For All Mankind' alles eitel Sonnenschein ist. Die Grautöne sind einfach nur etwas euphorischer als in der Realität. Denn jenseits der immer noch schwelenden Spannungen des Kalten Krieges, politischer schmutziger Tricks, Erpressung, Spionage und Unternehmensstreitigkeiten ist ein gewisser Optimismus immer dabei.

Trotz einiger Stolpersteine auf dem Weg zum Ziel dorthin, ist dieses Paralleluniversum deutlich fortschrittlicher als das reale 20. Jahrhundert, wenn es um die Darstellung von Frauen, Farbigen und der LGBTQ+-Gemeinschaft geht. Einflüsse aktueller Debatten und gesellschaftlicher Ereignisse sind also nicht von der Hand zu weisen. 

In dieser Serie gilt das alte Doc-Brown-Mantra: "Wenn du es dir in den Kopf setzt, kannst du alles erreichen". Wir leben vielleicht nicht in der utopischen Welt der fliegenden Autos und des erschwinglichen Weltraumtourismus, die sich optimistische Futuristen in den 60er Jahren ausgemalt haben, aber 'For All Mankind' ist die nächstbeste Lösung. Das Streben nach einer besseren Welt mag hart sein, aber das heißt nicht, dass es sich nicht lohnt. Genau das ist die unterschwellige Kernaussage, die diese Serie einen ständig vermittelt und das macht großen Spaß.

Alle drei Staffeln von For All Mankind sind jetzt auf Apple TV Plus als Stream verfügbar.

William Schubert
Freelancer - Content Creator

William Schubert ist Freier Content Creator bei TechRadar Deutschland und für die Bereiche YouTube, Gaming, Filme und Serien und VR zuständig.


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