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Im Test: LG Tone Free DFP8 True-Wireless-Kopfhörer

Günstige AirPods Pro-Alternative von LG

LG Tone Free FP8
(Image: © Future)

TechRadar Urteil

Die LG Tone Free DFP8 stellen eine günstigere Alternative insbesondere zu den AirPods Pro dar, bieten dabei aber viele derselben Funktionen. Die In-Ear-Kopfhörer richten sich insgesamt aber eher an weniger anspruchsvolle Nutzer, die auch mit guten Kopfhörern zufrieden sind und nicht das Beste vom Besten brauchen. Das spart bares Geld. Dafür ist jedoch die Bedienung erstklassig.

Pros

  • +

    Guter Klang insgesamt

  • +

    Übersichtliche App

  • +

    Desinfektion mit UV-Licht

Cons

  • -

    Mittelmäßige Sprachqualität

  • -

    Noise-Cancelling könnte besser sein

  • -

    Durchschnittliche Akkulaufzeit

Ein-Minuten-Review

Mit den LG Tone Free DFP8 schickt der koreanische Konzern kabellose In-Ear-Kopfhörer ins Rennen, die sich mit Schwergewichten wie den Apple AirPods Pro und den Sony WF-1000XM4 messen wollen. Trotz ähnlichem Funktionsumfang spielen sie aber in einer anderen Gewichtsklasse, um bei der Box-Metapher zu bleiben.

Das aktive Noise-Cancelling ist gut, aber nicht überragend und beim Klang, der Sprachqualität und der Akkulaufzeit sieht es genauso aus. Designmäßig orientieren sie sich an den AirPods Pro und sehen ihnen aus der Entfernung auch zum Verwechseln ähnlich. Die Verarbeitung ist durchwegs gut, wie ich es von einem Unternehmen wie LG nicht anders erwarten würde.

Löblich hingegen ist die übersichtliche und anpassbare App, ebenso die anpassbaren Touch-Gesten an den Kopfhörern. Wer stark auf Hygiene achtet, wird sich über eine integrierte Desinfektionsfunktion mithilfe von UV-Licht freuen.

Wären die LG Tone Free DFP8 immer noch so teuer wie zu ihrer Einführung im Herbst 2021, würde es mir schwerfallen, sie zu empfehlen. Da sie mittlerweile aber bereits für rund 100 € erhältlich sind, fallen sie für mich in die Kategorie gut ausgestatteter, günstiger True-Wireless-Kopfhörer, die ihr Geld durchaus wert sind. Dadurch eignen sie sich hervorragend als Schritt zwischen kabellosen Kopfhörern ohne smarte Funktionen und den oben erwähnten Schwergewichten.

LG Tone Free DFP8

(Image credit: Future)

Preis und Verfügbarkeit

  • 139 € UVP (Stand: März 2022)
  • Seit Herbst 2021 erhältlich

Die LG Tone Free DFP8 sind im Sommer 2021 für ursprünglich 179 € auf den Markt gekommen, kosten mittlerweile aber bei LG selbst nur noch 139 €. Im Einzelhandel sind sie sogar für rund 100 € erhältlich.

Preislich liegen die True-Wireless-Kopfhörer von LG also knapp über guten In-Ears ohne smarte Funktionen, wie etwa den Sennheiser CX True Wireless oder den Sony WF-C500, bieten dabei aber einen ähnlichen Funktionsumfang wie die deutlich teureren Apple AirPods Pro und Sony WF-1000XM4.

In anderen Regionen heißen sie übrigens LG Tone Free FP8. Warum das Unternehmen hierzulande noch ein D davorstellt, ist mir schleierhaft. Wer also irgendwo Modelle ohne „D“ findet: Die beiden sind identisch.

Design

  • Kopf praktisch identisch zu AirPods Pro
  • Anpassbare Tastensteuerung
  • In Schwarz, Weiß und Gold erhältlich

Bei True-Wireless-Kopfhörern haben sich zwei Bauarten auf dem Markt etabliert: Einerseits immer recht klobig anmutende Klötzchen wie die Sennheiser CX True Wireless oder auch die Sony WF-1000XM4 und andererseits die etwas schlankeren Modelle mit Stiel – ein Design, das Apple mit seinen AirPods bekannt gemacht hat.

Die LG Tone Free FDP8 fallen in letztere Kategorie. Der Vergleich mit den AirPods Pro ist hier spätestens bei der Passform kaum zu vermeiden, da der Kopf praktisch identisch ist. Ich habe mir sogar kurz die AirPods Pro meines Kollegen William ausgeliehen, um zu überprüfen, wie nah beieinander die beiden Kopfhörer liegen. Fürs Auge ist der Unterschied nämlich nicht wahrzunehmen und auch im Ohr sitzen sie gleich.

Deutliche Unterschiede gibt es wiederum beim restlichen Design: Einerseits kommen die LGs in drei Farben: Weiß, Gold und Schwarz, von denen wir letztere Variante zum Testen bekommen haben. Schwarz ist hier jedoch ein recht dehnbarer Begriff, da der matte, leicht glitzernde Kunststoff Licht so reflektiert, dass die Kopfhörer eher dunkelanthrazit wirken. Besonders gut ist das auf der Innenseite zu sehen, wo sich der tiefschwarze optische Sensor deutlich vom restlichen Gehäuse abhebt.

Auch der Stiel hat eine andere Form als der der AirPods Pro. Dieser ist bei den DFP8 nämlich deutlich kürzer und an der Außenseite etwas abgeflacht – und deshalb im Querschnitt nicht rund. Außerdem ist darin ein weiteres Stück glänzenden Kunststoffs eingebettet, an dessen unterem Ende sich ein Mikrofonloch befindet und am oberen Ende ein kleiner Knubbel, mit dem sich die Touch-Steuerung blind ertasten lässt.

LG Tone Free DFP8

(Image credit: Future)

Bei den LG Tone Free DFP8 habe ich erstmals am eigenen Leib erfahren, wie subjektiv besonders In-Ear-Kopfhörer sind und dass nicht jedes Modell jedem Menschen gleich gut passt, egal, welche Silikonaufsätze draufstecken. Während ausnahmslos alle True-Wireless-Kopfhörer, die ich den letzten Jahren getestet habe, fest in meinen Ohren saßen, fielen die LGs ständig raus. Wahrscheinlich ist meine Ohrmuschel oder mein Gehörgang einfach zu groß für diese Bauart oder die mitgelieferten Tips.

Das zieht natürlich gravierende Folgen mit sich: Sitzen In-Ears nicht perfekt, dringt immer etwas Schall an den Silikonaufsätzen vorbei ins Ohr und verfälscht einerseits den Klang und umgeht andererseits auch teilweise das Noise-Cancelling. Um sie also ordentlich und so fair wie möglich zu testen, musste sie stellenweise aktiv in meine Ohren drücken, um äußere Einflüsse zu minimieren. Auf die Resultate werde ich jedoch in den Abschnitten „Klang“ und „Software und Features“ eingehen.

LG Tone Free DFP8

(Image credit: Future)

Zu True-Wireless-Kopfhörern gehört natürlich auch ein Ladecase. Dieses ist bei LG in derselben Farbe gehalten wie die Kopfhörer (im Gegensatz zu den Sony WF-C500, über die ich zuletzt berichtet habe, bei denen die Farben etwas voneinander abweichen) und tanzt aus der Masse quaderförmiger Ladecases dadurch heraus, dass es völlig rund ist. Von der Größe her liegt es zwischen einem klassischen Doppelkeks und einem Oreo – ein Macaron wäre wahrscheinlich der beste Vergleich für Form und Größe insgesamt.

Deckel und Schale fühlen sich sehr hochwertig an, das Scharnier klappert nicht, rastet vollständig geöffnet leicht ein und schnappt angenehm wieder zu. Der Deckel wird im geschlossenen Zustand magnetisch an der Schale festgehalten und auch wenn er sich deutlich leichtgängiger anfühlt als der von anderen Herstellern, bleibt er auch bei noch so starkem Schütteln gut verschlossen.

Auf der Rückseite befindet sich lediglich ein USB-C-Anschluss zum Laden, auf der Vorderseite zwei LEDs: Eine für den Akkustand, die andere als Kontrolllicht für die Desinfektionsfunktion mit UV-Licht. Dieses ist nämlich ein klares und wahrscheinlich auch sinnvolles Alleinstellungsmerkmal der DFP8, das sogar TÜV-zertifiziert ist.

LG Tone Free DFP8

(Image credit: Future)

Im Gegensatz zu den AirPods Pro werden die LG Tone Free DFP8 horizontal ins Case gelegt. Zusätzlich zur Einkerbung im Case sind die Kupferkontakte außerdem magnetisch, sodass die Kopfhörer sich immer perfekt ins Case legen und es nicht zu Kontaktabbrüchen kommt.

In der Kuhle für die Köpfe der In-Ears befinden sich – wie außen – je zwei LEDs: Die eine dient zur Show, leuchtet beim Öffnen des Ladecases ein paar Sekunden lang blau und suggeriert damit, dass das UV-Licht an gewesen ist. Die andere ist tatsächlich fürs UV-Licht zuständig und geht nur an, wenn das Case geschlossen ist – abgesehen davon, dass es fürs menschliche Auge sowieso unsichtbar, aber nicht gerade harmlos ist. Der Effekt der blauen Show-LEDs ist jedenfalls ein netter Touch. LG nennt es „Mood Lighting“.

Zwei kleinere Kritikpunkte habe ich am Case dann aber noch. Dadurch, dass es rund ist, dauert es immer etwas länger als bei Kopfhörern mit eher quaderförmigen Cases, die richtige Seite zum Öffnen zu finden. Zudem ist die Einkerbung zum Öffnen nicht besonders tief, weshalb es sich häufig als etwas schwierig erweist, den Deckel einhändig zu öffnen.

Klang

  • Durchwegs guter Klang
  • Seltsame EQ-Voreinstellungen
  • Keine Unterstützung für Hi-Res-Formate

Beim Klang hat sich LG Hilfe von Meridian geholt. So heißt nicht nur die Hauptstadt in Horizon Zero Dawn, sondern auch ein Hersteller von Top-End-Audio-Hardware. Neben Referenzlautsprechern für kleine sechsstellige Beträge stellt das britische Unternehmen auch allerhand anderer teurer Audio-Hardware her, die in die Kategorie „Wenn du nach dem Preis fragen musst, kannst du es dir nicht leisten“ fällt. Außer LG hat Meridian weitere Partnerschaften hauptsächlich in der Automobilindustrie, darunter mit Jaguar, Land Rover und Kia.

Der Produktseite für die Tone Free DFP8 nach zu urteilen, war Meridian lediglich für softwareseitiges Tuning der Kopfhörer verantwortlich. Dazu gehören nicht nur einzelne Equalizer-Einstellungen, sondern anscheinend auch eine Lösung namens „Headphone Spatial Processing“ (HSP), die Stereo-Kanäle nicht stumpf voneinander separieren, sondern intelligent miteinander vermischen und so für natürlicheren, räumlichen Klang sorgen soll.

Insgesamt ist der Klang der DFP8 völlig in Ordnung, aber eben nicht großartig. Die Technologie von Meridian tut ihr Bestes, die Klangbühne sehr groß wirken zu lassen, kommt allerdings nicht an die preisintensivere Konkurrenz von Apple und Co. heran.

LG Tone Free DFP8

(Image credit: Future)

Frequenztechnisch liegt der Schwerpunkt bei den DFP8 auf Tiefen und Mitten, bei den Höhen fehlt es etwas an Klarheit und Detail. Außerdem könnten die Bässe meiner Meinung nach etwas präziser sein, aber dem Durchschnittshörer wird das kaum auffallen.

In der App stellt LG fünf Equalizer-Voreinstellungen zur Verfügung, von denen drei halbwegs nachvollziehbar sind: „Bass Boost“ erhöht die Tiefen und senkt die Höhen, „Treble Boost“ bewirkt das Gegenteil und „3D Sound Stage“ erhöht das Gefühl von Räumlichkeit noch ein kleines Bisschen, was bei Musik wirklich seltsam klingt, bei Filmen und Serien aber gute Arbeit leistet.

Die Presets „Immersive“ und „Natural“ sollen für immersiven bzw. natürlichen Klang sorgen, aber wie genau sie das bewerkstelligen und was das bedeutet, ist völlig unklar. In den beiden benutzerdefinierten EQ-Presets, die LG lobenswerterweise bereitstellt, konnte ich die beiden im 9-Band-Equalizer nicht manuell nachbauen.

Letztendlich kommt es natürlich auf den persönlichen Geschmack an, aber ich hätte mir gewünscht, dass LG hier die Funktion etwas besser erklärt. Ich für meinen Teil habe Musik meistens auf „Immersive“ gehört, da mir „Natural“ genreübergreifend etwas zu dumpf klang.

Ähnlich verhält es sich mit dem Mikrofon und der Sprachqualität: Gut genug für Telefonate mit Freunden oder der Familie, doch für Business-Meetings würde ich sie nicht empfehlen, da das Mikrofon immer etwas hallt.

Der gute, aber eben nicht herausragende Klang in Kombination mit der fehlenden Unterstützung für hochauflösende Musikformate (dazu mehr im Abschnitt „Akkulaufzeit und Konnektivität“) macht die LGs also zu guten True-Wireless-Earbuds im Einsteigerbereich.

LG Tone Free DFP8

(Image credit: Future)

Software und Features

  • Unübliche, interessante Funktionen
  • Umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten in der App
  • Aktivierung von Sprachassistenten nur durch Touch-Geste

Der Funktionsumfang der Tone Free DFP8 kann sich durchaus sehen lassen. Zunächst wäre da aktives Noise-Cancelling (ANC), das in diesem Preissegment nicht unbedingt üblich ist. Dieses Feature nimmt mit dedizierten Mikrofonen Umgebungsgeräusche auf und spielt denn über die Treiber Geräusche ins Ohr, die diese Umgebungsgeräusche auslöschen und unhörbar macht – zumindest in der Theorie.

Klassenprimus sind hier nach wie vor die Bose QC Earbuds. Leider kommt LG mit den Tone Free DFP8 nicht ansatzweise an das Maß an Geräuschunterdrückung heran. Zwar ist ein Unterschied deutlich zu hören – besonders tiefe Frequenzen werden zuverlässig ausgelöscht –, doch Teile der Mitten und Höhen dringen immer wieder hindurch. So ist etwa deutlich das Rütteln der Straßenbahn auf den Gleisen zu hören, aber auch jeder V8 auf der Straße und sogar Kinder in der Stadt.

Das Noise-Cancelling selbst ist daher nicht dafür geeignet, sich von der Außenwelt akustisch abzuschotten, sondern eher, um beim Musikhören und Telefonieren die Lautstärke nicht so hoch einstellen zu müssen. Wenn ich draußen unterwegs war, lief bei mir Musik ohne ANC für gewöhnlich bei ca. 80 % Lautstärke, mit ANC etwa bei 60 %. Der Unterschied beim Akkuverbrauch zwischen diesen beiden Varianten ist vernachlässigbar, doch der eigentliche Vorteil ist eben, dass man dadurch das Gehör etwas schont. Das Ganze übrigens trotz angedrückter Kopfhörern, um meine „inkompatiblen“ Ohren so gut wie möglich aus der Gleichung zu nehmen.

In der App lassen sich zwei ANC-Stärken und zwei Ambient-Modi einstellen. Die Intensität kann man getrost ignorieren, da das Noise-Cancelling auf niedrigster Stufe kaum wahrnehmbar ist und genauso gut ausgeschaltet werden kann. Hohe Rauschunterdrückung liefert das oben beschriebene Ergebnis.

Daneben gibt es den sogenannten „Ambient Mode“, der in etwa dem Transparenzmodus der Apple AirPods Pro entspricht. Diesen gibt es, wie das ANC selbst, in zwei Stufen. Bei der einen wird Straßenlärm durchgelassen, was beim Überqueren von Straßen helfen soll. Da das Noise-Cancelling aber ohnehin nicht besonders gut abschirmt, ist dieser Modus beinahe hinfällig, ebenso wie die untere ANC-Stufe.

Deutlich nützlicher ist der Chat Mode, der im Grunde das Gegenteil von ANC bewirkt und Umgebungsgeräusche, insbesondere Sprache, durchlässt, teilweise sogar verstärkt. Gedacht ist dieser Modus, um mit anderen Menschen interagieren zu können, ohne die Kopfhörer aus den Ohren nehmen zu müssen. Der Wechsel zwischen ANC an, ANC aus und dem Chat bzw. Ambient Mode erfolgt per langen Druck auf den rechten Hörer – eine der wenigen Gesten, die nicht angepasst werden kann. Dazu aber später.

LG Tone Free DFP8

(Image credit: Future)

Eine weitere Funktion, die True-Wireless-Kopfhörern in dieser Preisklasse – zumindest auf den aktuellen Preis bezogen – häufig fehlt, ist das automatische Pausieren von Musik, wenn man einen Kopfhörer aus dem Ohr nimmt. Das können die LG Tone Free DFP8 nicht nur, sondern das auch tadellos. Wesentlich teurere Kopfhörer wie die Bowers & Wilkins PI5 von letztem Jahr hatten hiermit nämlich gröbste Probleme.

Ein weiteres nützliches, aber nicht ordentlich umgesetztes Feature ist der Flüstermodus. Wird diese Funktion in der App aktiviert, kann man einen Earpod beim Telefonieren aus dem Ohr und näher an den Mund nehmen. Das erhöht im Endeffekt die Lautstärke des Mikrofons, sodass man beim Telefonieren auch flüstern kann, statt unfreiwillig die Mitmenschen in der Bahn über seinen Alltag zu informieren.

Wie im Abschnitt „Klang“ jedoch erwähnt, ist das Mikrofon an sich nicht das beste und der Flüstermodus, wenn funktional einwandfrei, schmeichelt der Sprachqualität auch nicht unbedingt.

Eins der Alleinstellungsmerkmale der LGs ist, wie oben bereits erwähnt, das desinfizierende UV-Licht. Da wir in der Redaktion kein Labor haben, kann ich leider nicht überprüfen, ob es tatsächlich 99,9 % der Viren und Bakterien in den Earpods abtötet, wie LG behauptet. Die Funktion ist jedoch TÜV-zertifiziert ist, weshalb ich gewillt bin, einen Vertrauensvorschuss zu geben.

Wie ebenfalls oben erwähnt, gehen die „UVnano“ genannten LEDs nur an, wenn das Case geschlossen ist und die Earpods sich im Inneren befinden – und auch nur, wenn das Case selbst gerade aufgeladen wird. Ich gehe davon aus, dass es in erster Linie eine Stromsparmaßnahme seitens LG ist. Denn UV-Licht hat einen höheren Stromverbrauch als andere Wellenlängen, was bei häufigem Ein- und Auspacken der Earpods die Akkulaufzeit verkürzen dürfte. Da die UV-LEDs fünf Minuten lang leuchten, kann sich das auf Dauer summieren und so am Akku nagen.

In höchsten Tönen loben möchte ich die Tone Free-App, mit der die DFP8 angepasst werden können. Diese ist nicht nur von Haus aus sehr übersichtlich, sondern in sich auch anpassbar. Während viele Hersteller unbemerkt Nutzungsdaten sammeln, um die User Experience ihrer Produkte irgendwann zu verbessern, handhabt LG das in der App on the fly.

So gibt es eine Einstellung, mit der Elemente auf der Startseite je nach Nutzung dynamisch die Reihenfolge ändern können. Ändert man häufig den ANC-Modus in der App, so befindet sich dieses Element an oberster Stelle. Wechselt man regelmäßig zwischen Equalizer-Voreinstellungen, dann dieses, und so weiter. Schaltet man die Funktion komplett aus, können die einzelnen Elemente auch komplett manuell angeordnet werden.

Neben Equalizer- und ANC-Einstellungen lassen sich in der App auch die meisten Touch-Gesten anpassen. Wie bei den meisten anderen noch so freien Earpods sind davon die Gesten beim Telefonieren ausgenommen, aber auch lange Berührungen der beiden Kopfhörer. So ruft der linke bei langer Berührung immer den ausgewählten Sprachassistenten auf und der rechte wechselt durch die ANC-Modi.

Apropos Sprachassistenten: Was den LGs fehlt, ist ein wirklich integrierter Sprachassistent, der auf Aktivierungsphrasen wie „Hey, Siri“ und „OK, Google“ hört. Ich persönlich finde das nicht schlimm, weil ich Sprachassistenten auf meinem Smartphone generell nicht benutze, aber wer auf diese Funktion nicht verzichten kann, sollte hier vielleicht zu einem anderen Modell greifen.

LG Tone Free DFP8

(Image credit: Future)

Akkulaufzeit und Konnektivität

  • Durchschnittliche Akkulaufzeit
  • Bluetooth 5.2 nur mit AAC- und SBC-Codecs
  • Ladecase mit Qi Wireless Charging

LG wirbt damit, dass die Tone Free DFP8 mit einer Akkuladung „bis zu 10 Stunden“ durchhalten und im Case weitere 14 Stunden stecken – insgesamt also 24 Stunden. In meiner Testzeit haben die Kopfhörer diese Zahlen jeweils um eine knappe halbe Stunde verfehlt, in konkreten Zahlen also 9,5 Stunden in den Earbuds und 13,5 Stunden im Case – insgesamt 23 Stunden. Diese geringe Abweichung ist nicht wirklich nennenswert und im Alltag praktisch irrelevant. Das gilt jedoch nur bei ausgeschaltetem ANC.

Mit eingeschalteter Rauschunterdrückung sinkt die Akkulaufzeit der Earbuds auf dem Papier auf 6 Stunden und der Reserve im Case auf rund 8,5 Stunden. Beide fallen in der Praxis jedoch ebenfalls eine halbe Stunde kürzer aus, sodass es besonders bei längeren Bahnfahrten oder Flügen doch recht knapp werden kann – gerade die Einsatzbereiche, wo Noise-Cancelling besonders wichtig ist.

Immerhin dauert das Aufladen nicht allzu lang: Nach nur fünf Minuten im Case halten die Tone Free DFP8 bei ausgeschaltetem ANC bereits eine weitere Stunde durch, voll aufgeladen sind sie nach etwa anderthalb Stunden. Ein weiteres, praktisches Feature – und der einzige Unterschied zu den DFP9 – ist, dass das Case kabellos über ein Qi-Pad aufgeladen werden kann. Währenddessen funktioniert auch das UVnano-Feature.

Insgesamt ist die Akkulaufzeit also in keinster Weise bemerkenswert – weder besonders gut, noch besonders schlecht. Sie liegt einfach im Durchschnitt bei True-Wireless-Kopfhörern mit einem vergleichbaren Funktionsumfang.

Die LG Tone Free DFP8 setzen auf den aktuellen Bluetooth 5.2-Standard. Dadurch ist die Verbindung stabiler und gleichzeitig energieeffizienter, allerdings könnten die Kopfhörer auch einzeln verwendet werden. Zu keinem Zeitpunkt, egal ob zu Hause oder in der Bahn, hat der Ton ausgesetzt, was schon mal sehr positiv ist.

Bei älteren Bluetooth-Standards kam es besonders bei Videos häufig zum winzigen, aber dennoch auffälligen Versatz von Bild- und Tonspur. Spätestens mit Bluetooth 5.2 und damit auch bei den DFP8 ist das glücklicherweise nicht mehr der Fall. Bild und Ton waren auf jeder Videoplattform, die ich getestet habe, immer perfekt synchron – oder zumindest so minimal versetzt, dass es nicht mehr auffällt.

Die Verbindung erfolgt mit modernen Geräten völlig reibungslos: Die LGs unterstützen sowohl „Swift Pairing“ für Windows als auch „Fast Pair“ von Android und verbinden sich im Handumdrehen mit kompatiblen Endgeräten. Außerdem können sie mit bis zu fünf verschiedenen Geräten verbunden werden – nicht gleichzeitig, aber immerhin abwechselnd, sodass sie nicht immer wieder gekoppelt werden müssen, wenn man regelmäßig zwischen zwei, drei Geräten wechselt.

Den Gesamteindruck trübt etwas die Tatsache, dass die DFP8 lediglich SBC und AAC unterstützen, also das absolute Minimum, das aktuell überhaupt erhältlich ist – aptX und andere höher auflösende Codecs werden leider nicht unterstützt. Vielleicht ist das aber auch halb so wild, da höher aufgelöste Musik bei der passablen Klangqualität der LGs sowieso nicht so gut zur Geltung kommen dürfte, wie sie sollte.

LG Tone Free DFP8

(Image credit: Future)

Soll ich die LG Tone Free DFP8 kaufen?

Kauf‘ sie, wenn…

Du eine günstige Alternative zu den AirPods Pro suchst.
Der Funktionsumfang ist fast auf dem gleichen Niveau und auch optisch sind die LG Tone Free DFP8 so nah an den Apple AirPods Pro, dass sie aus der Entfernung leicht miteinander zu verwechseln sind – zumindest in Weiß.

Dir Usability wichtig ist.
Die meisten Touch-Gesten der DFP8 lassen sich anpassen und die App ist schön übersichtlich. Ein Träumchen für alle, denen Flexibilität wichtig ist.

Du sehr auf Hygiene achtest.
LG zufolge beseitigen die Tone Free DFP8 dank UV-LEDs im Case 99,9 % der Bakterien und Viren auf den Lautsprechermembranen – bestätigt vom TÜV. Wenn du sehr auf deine Ohrhygiene bedacht bist, sind die LGs sicherlich eine gute Wahl.

Kauf‘ sie nicht, wenn…

Du starkes aktives Noise-Cancelling brauchst.
Das ANC der DFP8 ist höchstens durchschnittlich und dämpft Umgebungsgeräusche eher etwas, als sie komplett auszublenden. Wenn du mehr als das suchst, solltest du etwas tiefer in die Tasche greifen.

Du audiophil bist.
Wenn du deine Musik in der bestmöglichen Qualität genießen willst, weil du auch bei deinem Musikanbieter für Hi-Res zahlst, dann sind die DFP8 nicht die beste Wahl.

Du einen integrierten Sprachassistenten brauchst.
Die LG Tone Free DFP8 reagieren nicht auf „Hey, Siri“ und „OK, Google“. Wie viele andere True-Wireless-Kopfhörer haben sie dafür eine Geste. Wenn du den Sprachassistenten deiner Wahl wirklich freihändig benutzen willst, solltest du woanders suchen.

Redakteur – Gaming, Computing

Eugen Wegmann ist Online-Redakteur für PurpleClouds Deutschland GmbH / TechRadar Region DACH und zuständig für Gaming und Computer-Hardware.

E-Mail: ewegmann[at]purpleclouds.de