Blizzard streicht die umstrittene Telefonnummernpflicht in Overwatch 2

Junker Queen in Overwatch 2 hält ein Messer
(Bildnachweis: Blizzard Entertainment)

In Overwatch 2 müssen Overwatch-SpielerInnen keine Telefonnummer mehr angeben, da Blizzard das umstrittene Anti-Cheat-System wieder einführt.

Ursprünglich mussten alle SpielerInnen von Overwatch 2 eine aktive Telefonnummer mit ihrem Battle.net-Account verknüpfen, um den Helden-Shooter spielen zu können. Blizzard hoffte, dass das SMS-Protect-Authentifizierungssystem helfen würde, die Accounts zu verifizieren und zu verhindern, dass störende und missbräuchliche Spieler ins Spiel zurückkehren, nachdem sie gebannt wurden.

"Wir haben uns dazu entschlossen, die Telefonnummernanforderungen für die Mehrheit der bestehenden Overwatch-Spieler zu entfernen", sagte Blizzard in einem Forenbeitrag (Öffnet sich in einem neuen Tab), in dem das Ende des Systems angekündigt wurde.

"Jeder Overwatch-Spieler mit einem verbundenen Battle.net-Account, d.h. alle Spieler, die seit dem 9. Juni 2021 gespielt haben, müssen keine Telefonnummer angeben, um zu spielen. Wir arbeiten an dieser Änderung und gehen davon aus, dass sie am Freitag, den 7. Oktober, in Kraft treten wird."

Aber die Änderung wird nicht allen zugute kommen. Blizzard sagt: "Accounts, die nicht mit dem Battle.net verbunden waren, sowie neue Accounts müssen weiterhin die Anforderungen für SMS Protect erfüllen."

Falsche Nummer

Kiriko in Overwatch 2 hält ein Messer und lässt zwei kleine Pergamente schweben.

(Image credit: Blizzard Entertainment)

Das Telefonnummern-Authentifizierungssystem von Overwatch hat sich in der Community des Spiels als umstritten erwiesen. Verschiedene Arten von Telefonnummern, darunter auch solche, die mit Prepaid-SIM-Karten und VOIP-Telefonen verbunden sind, können nicht zur Authentifizierung verwendet werden, was viele potenzielle SpielerInnen von der Fortsetzung ausschloss. 

Sogar diejenigen, die das ursprüngliche Overwatch gekauft hatten – das durch die Free-to-Play-Fortsetzung ersetzt wurde und nicht mehr zugänglich ist – konnten Overwatch 2 ursprünglich nicht spielen, wenn sie keine Telefonnummer des richtigen Typs besaßen. Ebenso konnten viele, die das Watchpoint Pack vor der Veröffentlichung des Spiels gekauft hatten, nicht auf das Spiel zugreifen, um das 39,99 Euro teure Starter-Bundle zu genießen.

Blizzards überarbeitete SMS-Protect-Richtlinie wird diese Probleme etwas entschärfen. Aber neue SpielerInnen werden trotzdem nicht so viel Glück haben. Diejenigen, die Overwatch zum ersten Mal spielen, können nicht auf das Spiel zugreifen, wenn sie eine Prepaid-SIM-Karte oder gar keine Telefonnummer haben.

Das ist besonders für SpielerInnen mit niedrigem Einkommen ein Problem. Prepaid-Telefone sind in der Regel erschwinglicher als alternative Optionen, so dass diejenigen, die nicht in der Lage sind, einen teuren Vertrag abzuschließen, das Spiel nicht spielen können. 

"Ich bin wirklich verärgert und schäme mich, dass ich diesen Standard nicht erfülle", sagte ein Overwatch-Fan auf Reddit (Öffnet sich in einem neuen Tab). "Ich hätte nie gedacht, dass ich vom Spielen von Overwatch ausgeschlossen werde, nur weil ich mir einen Handyvertrag leisten kann, aber so ist es nun mal. Blizzard ist das erste Unternehmen, das mich dazu bringt, mich zu arm zu fühlen, um ein Spiel zu spielen."

Auch jüngere SpielerInnen, die vielleicht kein eigenes Telefon besitzen (aber die ESRB Teen und PEGI 12 Altersfreigabe erreichen), werden weiterhin vom Spiel ausgeschlossen, während Haushalte, die sich eine Telefonnummer teilen, nicht in der Lage sein werden, mehrere Accounts zu erstellen.

Blizzard sagt, dass das Telefonnummern-Authentifizierungssystem dazu beitragen wird, störendes Verhalten zu bekämpfen und gleichzeitig dem Smurfing entgegenzuwirken. Beispielsweise, dass erfahrene Spieler neue Accounts erstellen, um absichtlich gegen unerfahrene Spieler zu spielen. Kurzfristig wird jedoch weiter an Stabilitätsverbesserungen für die langen Warteschlangen und Abstürze gearbeitet, die Overwatch 2 seit dem Start plagen.

Ein gelungener Release sieht jedenfalls anders aus.

William Schubert
Freelancer - Content Creator

William Schubert ist Freier Content Creator bei TechRadar Deutschland und für die Bereiche YouTube, Gaming, Filme und Serien und VR zuständig.


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