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5G für Privatanwender: Was ist derzeit möglich?

5G Funkwellen werden zwischen einem Smartphone und einem Sendemast verdeutlicht
Die 5G-Technologie wird ganz neue Möglichkeiten mitbringen – doch was ist heute schon möglich und worauf ist dabei zu achten? (Image credit: @ bluedesign – 203209567 / Adobe Stock)

Die neuen Smartphone-Modelle können es schon. Auch viele Tarife für Smartphones wurden oder werden auf 5G umgestellt und bieten somit das rasanteste Internet, das bis heute mobil möglich ist. Doch wie lässt sich die neue Technologie aktuell von Privatanwendern nutzen? Welche Anwendungen sind möglich und auf was sollten Anwender achten? Dieser Artikel bietet einen Überblick.

Das Internet wird zuverlässiger

Die Wörter "Internet" und "Mobilfunknetz" können durchaus wörtlich genommen werden. Die Mobilfunknetze sind, ausgehend von den jeweiligen Zellen, netzartig angelegt, wobei jeder Mobilfunkstandard eine eigene Ebene bildet. Das 5G-Netz kommt also mit dazu und bietet zuerst einmal den unteren Standards eine Entlastung. Das ist verständlich, denn umso mehr Menschen ins 5G-Netz wechseln, desto weniger Daten werden via 4G übertragen. Somit wird das Internet allgemein zuverlässiger. Ein Überblick:

  • Nicht nur Geschwindigkeit - für den klassischen Endverbraucher bedeutet 5G zuerst einmal ein deutlich schnelleres Internet. Dies ist allerdings nur ein Teilaspekt des Mobilfunkstandards, denn er ist ein Schritt hinein in die voll vernetzte Gesellschaft.
  • Industrie - mit der Industrie 4.0 kommen neue Herausforderungen auf die Gesellschaft zu. Sowohl die vernetzte Industrie als auch das Internet der Dinge sind auf zuverlässige, stabile und rasante Datenübertragungswege zu jeder Zeit angewiesen.
  • Verkehr - das autonome Fahren setzt eine stabile und ständig verfügbare Datenverbindung voraus. Die Fahrzeuge müssen auf der Straße in Echtzeit miteinander kommunizieren, die Fahrzeuge müssen auf Kartensysteme und Satelliten zugreifen können.
  • Privater Raum – das Internet der Dinge, Smart-Home-Systeme und smarte Personenlösungen greifen ebenfalls auf das Internet zurück und somit mitunter auf 5G. Besonders Systeme, die ständig "am Mann bleiben", sind auf zuverlässige Verbindungsraten angewiesen. Solche Systeme können aus der smarten Heizungssteuerung oder der Haussicherheitssteuerung bestehen, aber auch aus medizinischen Lösungen, wie beispielsweise der Insulinwertüberwachung oder der Überwachung der Herzfrequenz, die ständig an den Arzt übermittelt werden.

Je nach Anwendung kommt es auf unterschiedliche Faktoren der 5G-Anbindung an. Autonom fahrende Fahrzeuge benötigen beispielsweise eine sehr geringe Latenz, um in Echtzeit agieren zu können. Dafür wird keine hohe Datenübertragungsrate benötigt. Anders sieht es bei der Online- oder Videotelefonie aus: Die Datenrate ist groß, zugleich darf die Latenz nicht hoch sein, da die Übertragung sonst als schlecht und unpassend empfunden wird.

Viele spannende Anwendungen

Eine Frau sitzt auf einem Sofa und schaut auf ihr Smartphone

(Image credit: stock.adobe.com © metamorworks #263213469)

Aber was ist mit 5G eigentlich möglich? Die Anwendungsgebiete rein für Privatpersonen sind durchaus gewaltig, immer abhängig von dem, was in der Zukunft noch kommt. Im Bereich des Smart Homes setzen Anwender zwar aktuell noch auf andere Funksysteme, doch um von unterwegs aus die Zentrale steuern zu können, kommt wiederum 5G ins Spiel. Eine Übersicht über die Möglichkeiten, die der neue Mobilfunkstandard bietet:

  • Streaming – die Nutzung von Streamingdiensten in hochauflösender Qualität ohne Ruckeln rückt mit 5G noch näher. Die Datenübertragung erfolgt mit so hoher Geschwindigkeit, dass die Filme praktisch direkt geladen werden. Dies trifft auf TV-Streaming, aber auch auf die Musik zu.
  • Sensorik/Smart Home – Kühlschränke, Alarmanlagen, Kameras, Beleuchtung, Heizung oder Rauchmelder: Sicherlich werden solche Elemente innerhalb eines Smart Homes über eine eigene Zentrale gesteuert oder aber via Plug-ins eingebunden. Doch sind die Systeme mit darauf ausgelegt, nicht nur programmierbar zu sein, sondern jederzeit von jedem Ort aus betreut werden zu können. Beispiel Rauchmelder: Wird er aktiviert und sendet eine Nachricht auf das Smartphone, so muss in Echtzeit reagiert werden können. Beispielsweise über die eingebaute Kamera, die nur feststellt, dass der Rauchmelder den Rauch in der Küche, in der der Partner gerade Essen anbrät, gemessen hat. Auch die Türklingelsysteme sind auf eine absolute Echtzeitübertragung ausgelegt. Vom Arbeitsplatz aus kann der Postbote nur instruiert werden, wenn die Übertragung direkt erfolgt.
  • Telefonie – die Telefonie über Mobilfunk wird im 5G-Netz besser und stabiler. Das trifft insbesondere auf Telefonate mit Bild und Ton zu. Videochats und Videotelefonate haben keinen Lag mehr, Bild und Ton passen somit absolut zueinander, ohne dass die Mundbewegung dem Ton hinterherhinkt.

Letztendlich lässt sich sagen, dass via 5G all das geht, was heute auch möglich ist, jedoch schneller und besser. Die Vernetzung wird allgemein verbessert und stabiler, gleichzeitig kann auf neue Technologien zurückgegriffen werden, sodass diese neu eingebunden werden können.

Vorsicht vor den Sicherheitsrisiken

Ein Mann sitzt vor einem Laptop, welcher Sicherheitsrisiken anzeigt

(Image credit: stock.adobe.com © Artem #257128047)

Auch nach der Einführung steht der 5G-Mobilstandard im Vergleich zu anderen Technologien ganz am Anfang. Das lässt Fragen hinsichtlich der Sicherheit zu. Und bei 5G muss in neuen Maßstäben gedacht werden:

  • Einfluss - der Standard wird Industrie, Medizin und Privatpersonen miteinander verschmolzen in ein Netzgeflecht einbinden. Das Internet der Dinge, autonom fahrende Autos, medizinische Technologien, all dies wird künftig via 5G vernetzt sein.
  • Ausfall - sollte es bei einer derartigen Vernetzung ohne ein entsprechendes Backup-System zu Ausfällen kommen, steht sprichwörtlich alles still.

Aber welche Sicherheitsrisiken sind möglich? Hackerangriffe sind natürlich stets im Mittelpunkt. In den vergangenen Jahren trafen immer mehr Angriffe große Unternehmen oder Regierungen und legten mitunter die Treibstoffversorgung in den USA teilweise lahm. Es geht aber weiter:

  • Schadsoftware - auch sie kann von Hackern eingeschleust werden. Diesbezügliche Angriffe sind ebenfalls in der Lage, Computersysteme vollständig zu übernehmen. Für den Privatmenschen kann das heißen, dass ein Hacker über die Schadsoftware die Alarmsteuerung im Haus abschaltet und anschließend in Seelenruhe eintreten kann.
  • Botnets - auch über diese Optionen könnten Hacker Eintritt in Smart Homes oder in die Industrie erhalten. 78 Prozent der entdeckten Botnet-Aktivitäten trafen 2018 die Netzwerke von Kommunikationsdienstanbietern.
  • Überwachung - es wurde ein Schwachpunkt im AKA-Verfahren über 5G entdeckt. Das Verfahren stellt ein Protokoll dar, welches den Nutzer beim Mobilfunkbetreiber verifiziert. Über einen Schwachpunkt können Hacker das Verfahren entschlüsseln und die Metadaten des Telefonnutzers auslesen: Position, Bewegung, Nutzung lassen sich nun von Dritten überwachen.

Neben diesen Risiken gibt es eines, welches nur mittelbar mit den echten Cyberrisiken zusammenhängt, doch den einzelnen Nutzer leicht treffen kann: Das finanzielle Risiko. Bislang sind selbst die neuen Smartphone-Tarife nicht auf eine ständige Nutzung von 5G ausgelegt. Abhängig von Tarif und Provider können auf User hohe Nutzungskosten zukommen, sobald das integrierte 5G-Volumen aufgebraucht ist. Diesbezüglich müssen Kunden wieder umdenken und so agieren, wie früher mit LTE und anderen Datenflatrates.

Nur gibt es hinsichtlich des Umdenkens ein Problem. Denn die Anwendungen werden künftig vermehrt auf 5G ausgelegt sein, in dem Bereich Video und Telefonie dürfte es gerade im beruflichen Umfeld der Standard werden. Inwieweit Nutzer in der nahen Zukunft also gezielt auf ihr Datenvolumen achten können, ist fraglich. Zum Glück wird dieser Umstand aber absehbar sein, denn je mehr sich 5G durchsetzt, desto eher werden auch die Tarife ohne eine Begrenzung ausgegeben.

Fazit – mit 5G ist noch nicht alles Gold

Die 5G-Technologie wird das Leben direkt und indirekt beeinflussen. Der Standard bietet unglaubliche Möglichkeiten und wird sicherlich die Basis für die Industrie 4.0, das Internet der Dinge und die neue Generation von Smart Homes sein. Auch im beruflichen Bereich dürfte 5G bald Einzug nehmen, denn die Übertragungsraten bieten schlichtweg hochqualitative Übertragungen von Bild und Ton an. Auf der anderen Seite ist die Sicherheit bei 5G nicht vollends geklärt. Das ist wenig verwunderlich, da viele Fragen erst während der Nutzung geklärt und Lücken geschlossen werden können. Wichtig ist die Klärung dennoch, denn ist die Welt erst vernetzt, könnte ein Angriff genügen, um wichtige Teile der Grundversorgung abzuschalten. Vernetzte Umspannwerke könnten von Hackern in Geiselhaft genommen und auf Knopfdruck für unbestimmte Zeit stillgelegt werden.