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Zigma Spark 980

Solider Mittelklasse-Saugroboter mit umfangreicher App

Zigma Spark 980
(Image: © Future)

TechRadar Urteil

Mit seinem unscheinbaren Look, seiner durchschnittlichen Performance und seiner durchschnittlichen Akkulaufzeit verdreht der Zigma Spark 980 nicht unbedingt Köpfe. Auch die Wischfunktion ist eher Nice-To-Have als wirklich praktisch. Sehr positiv fällt die dazugehörige App auf, die den Saugroboter zusammen mit einem Preis von knapp unter 300 € zu einem durchaus attraktiven, wenn auch nicht gerade bahnbrechenden Gerät der Mittelklasse macht.

Pros

  • +

    Sehr umfangreiche App

  • +

    Solides Mapping

  • +

    Benutzerdefinierte Sprachausgabe

Cons

  • -

    Unscheinbares Design

  • -

    Recht laut

  • -

    Keine Batterien für Fernbedienung im Lieferumfang

Zigma Spark 980: Preis und Verfügbarkeit

Der Zigma Spark 980 ist bereits seit Anfang 2020 unter anderem bei Amazon erhältlich. Wie bei vielen anderen unbekannten, meist chinesischen Herstellern, ist die Verfügbarkeit eher dürftig und beschränkt sich auf höchstens eine Handvoll Händler, darunter auf Amazon (opens in new tab) und den eigenen Shop von Zigma (opens in new tab).

Interessant ist, dass Zigma den Spark 980 immer wieder neu auflegt, statt ihm eine neue Modellbezeichnung zu geben. Erste Erfahrungsberichte von 2019 etwa geben noch eine deutlich geringere Saugleistung an und auch die Softwarefunktionen und besonders die Übersetzungen scheinen sich seitdem jedoch deutlich verbessert zu haben. Die Version, die ich zum Testen erhalten habe, trägt den Zusatz „2021“ – ist also das aktuelle Modell.

Der Saugroboter ist in der Regel für rund 300 € erhältlich. Bei Amazon etwa kostet er regulär 330 €, kann mit Gutscheinen aber regelmäßig auf bis zu 260 € gedrückt werden. Im Zigma-Shop hingegen ist er grundsätzlich für 280 € erhältlich.

Preislich fällt der Spark 980 damit ins Mittelfeld, was sich im Großen und Ganzen in seinem Funktionsumfang und seiner Leistung widerspiegelt. Wirklich viele Überraschungen gibt es hier keine.

Zigma Spark 980

(Image credit: Future)

Zigma Spark 980: Design

Kennste einen, kennste alle – wirklich viel Variation gibt es beim Design von Saugrobotern kaum. Die meisten Geräte sind kreisförmig, manche Hersteller sind rebellisch und packen die Technik in einen „Squircle“, wofür es im Deutschen kein schönes Wort gibt – ein Quadrat mit abgerundeten Ecken und Kanten – ungefähr wie die App-Symbole von iOS. „Superellipse“ ist der genaue mathematische Begriff, klingt aber etwas wuchtig.

Für den Spark 980 ist das aber nicht relevant, denn er fällt in die erste Kategorie. Der überdimensionierte Hockeypuck hat eine glänzende, Klavierlack-ähnliche Oberfläche, die hochwertig aussieht, aber Fingerabdrücke und Staub magnetisch anzieht. Nach der Einrichtung stellt das jedoch kein allzu großes Problem dar, da man ihn eher selten in die Hand nimmt und Staub mit einem Mikrofasertuch schnell weggewischt ist.

Zigma Spark 980

Der Kampf gegen Staub auf der Oberfläche des Spark ist praktisch aussichtslos. (Image credit: Future)

Neben zwei Tasten zum Einschalten und um zurück zur Ladestation zu fahren, sitzt auf der Oberseite fast mittig das kleine Türmchen für die Lasernavigation, das gewissermaßen auch eine Abgrenzung von Mittelklasse-Saugrobotern zur Einstiegsklasse darstellt. Für gewöhnlich fahren wirklich sehr günstige Saugroboter nämlich per Zufallsprinzip durch die Gegend, während intelligente Roboter ihr Revier systematisch abfahren.

Im Gegensatz zu den flachen, weniger smarten Robotern, bleiben die Mittelklasseroboter gerne unter Möbeln hängen – so auch der Spark 980. Sind die Möbel an sich hoch genug, hat der Spark keine Probleme. Eines meiner Sofas jedoch hat einen leicht schrägen Boden – genau so hoch, dass der Saugroboter an einem Ende reinkommt, am anderen aber hängen- und damit steckenbleibt. Nicht viele Möbel haben einen schrägen Boden. Um komplett sicherzugehen, sollte man am besten nachmessen, ob nicht irgendeine Kante die Höhe des Roboters von 9 cm unterschreitet, und dann eine No-Go-Zone drumherum einrichten.

Zigma Spark 980

(Image credit: Future)

Auch die Unterseite ist weitestgehend unspektakulär: Vorne befindet sich ein kleines gelagertes Stützrad, das von den beiden Metallkontakten für die Ladestation flankiert wird. Folgt man dem kreisförmigen Umriss, kommen auf beiden Seiten die Mercedes-Stern-förmigen Bürsten, die Staub und anderen Dreck in die Mitte und zur horizontal gelagerten dritten, rollenförmigen Bürste schaufeln, die ihn wiederum in den Auffangbehälter befördert. Alle drei Bürsten lassen sich natürlich herausnehmen und von Haaren befreien, die sich früher oder später unweigerlich um sie herumwickeln.

Links und rechts davon befinden sich zwei typisch üppige Räder, die für den eigentlichen Antrieb sorgen. Im hinteren Bereich befindet sich nur noch der Staubbehälter mit 600 ml oder der Wasserbehälter mit 360 ml Fassungsvermögen, der vom Rand aus eingesetzt wird – und das war es eigentlich auch schon.

Dank der großen Laufräder schafft der Zigma Spark 980 laut Spezifikation Stufen von bis zu 1,5 cm. In meinen Tests ist er aber auch ohne Probleme über 2 cm hohe Hindernisse gekommen – es ist also etwas Spielraum da. Die Begrenzung werden hier wahrscheinlich die beiden rotierenden Bürsten sein, die an höheren Kanten hängenbleiben und in Mitleidenschaft gezogen werden könnten.

Wie es bei Saug- und Wischrobotern der Fall ist, werden von Werk aus diverse Verbrauchsmaterialien mitgeliefert. So befinden sich in der Verpackung etwa zwei paar der vorderen Bürsten, zwei HEPA-Filter für den Staubbehälter, zwei Lappen für die Wischfunktion und der dazugehörige Wasserbehälter. Was nicht mit dabei ist, sind Batterien für die Fernbedienung. Glücklicherweise hatte ich jedoch noch welche in einer Schublade liegen, die genug Saft zum Testen hatten. Ansonsten kann der Spark 980 natürlich auch mit der App gesteuert werden.

Zigma Spark 980

(Image credit: Future)

Zigma Spark 980: Performance

Auch bei der Performance gibt es beim Spark 980 keine Überraschungen – und das durchaus im positiven Sinne. Mit einer Saugkraft von 3.000 kPa liegt die Standardvariante – für einen Aufpreis ist eine mit 4.000 kPa erhältlich –, die wir zum Testen bekommen haben, passend zu seinen Designmerkmalen, stabil im Mittelfeld. Mit Staub, Haaren und größeren Partikeln, also Krümeln, Zettelchen und leider auch kleinen Elektronikschrauben – was in einem Haushalt eben auf dem Boden landet –, wird der Spark 980 problemlos fertig.

Auch aus Läufern und Kurzflorteppichen holt der Saugroboter viel Dreck raus, kommt hier allerdings nicht ansatzweise an die Saugkraft von konventionellen Staubsaugern heran. Spätestens bei Hochflorteppichen geht dem Zigma Spark 980 aber endgültig die Puste aus, da einerseits die 3.000 kPa nicht reichen, um selbst größere Partikel zuverlässig zwischen den Fasern herauszuziehen, und andererseits, da er nicht besonders gut auf der Oberfläche vorankommt – wenn er es denn überhaupt hinaufschafft.

Wer viele Teppiche in der Wohnung hat, sollte also entweder einen leistungsfähigeren – und deutlich teureren – Saugroboter aussuchen, oder aber regelmäßig mit einem konventionellen Staubsauger drübergehen. Tendenziell ist der Spark 980, wie viele seiner Mitbewerber in diesem Preissegment, aber eher für Wohnungen ohne Teppiche ausgelegt. Besitzer von hohen Teppichen können jedoch eine No-Go-Zone um sie herum einrichten, um Probleme zu vermeiden.

Zigma Spark 980

(Image credit: Future)

Spätestens bei der Wischfunktion ist die nämlich sowieso ein Muss, weil man Teppiche in der Regel nicht wischt und der Roboter sonst einfach drüberfahren würde. Auf Hartböden nimmt der Mikrofaser-Mopp den Staub mit, der dem Saugroboter durch die Lappen gegangen ist, weil er etwa in den Ritzen des Laminats festgehangen oder anderweitig am Boden festgeklebt hat.

Gänzlich kapitulieren tut die Wischfunktion bei eingetrockneten Flecken. Testhalber habe ich eine unauffällige Ecke meiner Wohnung mit einem Schluck Cola präpariert und ein paar Tage trocknen lassen, um den Fleck mit dem Spark 980 im Wischmodus gezielt zu entfernen.

Das Ergebnis ist weitestgehend ernüchternd. Die eigentliche Fläche des Flecks bleibt zu einer Hälfte so, wie sie ist, die andere Hälfte verwischt lediglich. Nahezu unverändert bleibt der recht dicke Rand, der bei Cola-Flecken nun mal entsteht. Auch mehrmaliges gezieltes Drüberfahren hilft nur bedingt. Es ist schneller und macht weniger Aufwand, einen Eimer mit Wasser zu füllen und den Fleck händisch zu beseitigen, als es den Roboter machen zu lassen. Und wenn man schon einmal dabei ist, kann man auch den Rest der Wohnung mitnehmen.

Meiner Meinung nach lohnt sich der Einsatz der Wischfunktion nur für ganz spezifische Anwendungsbereiche: Für Wohnungen ohne Teppiche und/oder ohne Kinder, die ständig etwas verschütten – am besten also teppichlose Singlehaushalte. Wenn eins davon zutrifft, wäre es für mich persönlich die Mühe nicht wert, ständig den Behälter auszutauschen, zu befüllen und hinterher den Lappen zu waschen – denn dann kann ich direkt zum klassischen Wischmopp greifen.

Grob zusammenfassen lässt sich die Wischfunktion des Spark 980 als Boden-Äquivalent zum feuchten Staubwischen von Tischen, Kommoden, usw.

Zigma Spark 980

(Image credit: Future)

Durchaus lobenswert ist die Akkulaufzeit des Spark 980, die Zigma mit 3.200 mAh beziffert bis zu 140 Minuten beziffert und für 120 bis 150 m² reichen soll. Meine 80-m²-Wohnung mit zwei Kurzflorteppichen schafft der Saugroboter in etwas über einer Stunde und kehrt nach getaner Arbeit für gewöhnlich mit rund 40 % Akku zur Ladestation zurück.

Rein rechnerisch haut da etwas nicht ganz hin. Grob über den Daumen gepeilt würde der Akku die ausgewiesenen 140 Minuten nämlich nicht ganz erreichen, die Fläche aber schon. Möglicherweise hat Zigma den Spark 980 nicht mit voller Saugkraft getestet, sondern nur mit halber oder auf minimaler. Dies aber nur eine Spekulation. In jedem Fall ist die Akkulaufzeit ausreichend, was nicht zuletzt der Laser-Navigation zu verdanken ist, dank der der Roboter sein Revier systematisch abfährt.

Der Lärmpegel ähnelt dem anderer Saugroboter in dieser Preisklasse. Obwohl Zigma den Lärmpegel mit ≤55 dB angibt, kam ich in meinen eigenen Messungen in der höchsten Saugstufe auf 66 dB, in der kleinsten immerhin nur auf 59 dB. Oder anschaulich: Auf höchster Stufe hören Teilnehmer von Onlinemeetings den Spark 980, wenn er selbst bei geschlossener Tür am Arbeitszimmer vorbeifährt – auf niedrigster Stufe nicht. Im Homeoffice sollte man also darauf achten, bei Terminen die Saugleistung zu reduzieren. In jedem Fall ist der Spark 980 aber nicht unbedingt flüsterleise. Wenn man Besuch hat, sollte man ihn höchstens zu Demonstrationszwecken starten, nicht aber regulär.

Zigma Spark 980

(Image credit: Future)

Zigma Spark 980: Steuerung

Gesteuert wird der Spark 980 entweder mit der mitgelieferten Fernbedienung, für die jedoch die Batterien im Paket fehlen, oder mit einer obligatorischen „Zigma“-App. Diese ist übersichtlich und weitestgehend gut ins Deutsche übersetzt, hat hier und da aber noch ein paar kleine Sprachfehler. Zigma bestätigte mir auf Nachfrage jedoch, dass das Unternehmen aktiv daran arbeite, die Übersetzung weiterhin zu verbessern.

Was den Funktionsumfang angeht, bleibt bei der App wirklich wenig zu wünschen übrig. Tatsächlich finde ich es fast schon verblüffend, wie viel Zigma hier reingesteckt hat. Karten, die der Spark 980 dank mit der Laser-Navigation anlegt, werden sehr genau und detailliert angezeigt und automatisch in Räume eingeteilt. Hin und wieder ist diese etwas zu akribisch und unterteilt einen Raum in mehrere kleine, etwa, wenn Möbelstücke Raumtrenner stehen – beabsichtigt oder nicht. Diese kann man in der App jedoch manuell zusammenlegen oder auch umgekehrt in kleinere Bereiche trennen, wenn man so möchte – Ess- oder Bastelecken fallen mir da als Beispiel ein.

Basierend auf dem Kartenmaterial lassen sich auch No-Go-Zonen anlegen, die der Roboter künftig meiden soll. Das können die oben erwähnten Hochflorteppiche sein, Ecken mit viel Kabelsalat oder mit Gegenständen, die der Roboter leicht verschieben könnte, es aber nicht soll. Die einzelnen Räume können natürlich auch benannt und gezielt zur Reinigung angesteuert werden, was alles tadellos funktioniert.

Was nicht fehlen darf, sind automatisierte Reinigungspläne. Dort kann eingestellt werden, an welchen Tagen und um welche Uhrzeit der Roboter welchen Raum anfährt und mit welcher Leistung ihn saugt.

Zigma Spark 980

Einige der Benachrichtigungen, die eingesprochen werden können (Image credit: Future)

Ein witziges Feature des Spark 980 ist seine Sprachausgabe. Hier gibt es in der App einerseits die Auswahl aus mehreren Sprachen, andererseits lässt sich auch ein eigenes Sprachpaket einsprechen. Insgesamt 55 Benachrichtigungen kann der Saugroboter ausspucken, von üblichen Verdächtigen wie niedrigem Akkustand bis hin zu Fehlermeldungen, von denen jede einzelne manuell eingesprochen werden kann. So kann man seiner Kreativität den freien Lauf lassen – auch wenn ich persönlich die Sprachausgabe nach dem Testen wieder ausgestellt habe.

Apropos Sprache: Der Spark 980 lässt sich auch mit Sprachassistenten verknüpfen – die in Deutschland relevantesten dürften hier Alexa und Google Home sein, darüber hinaus wären noch Tmall Genie, DuerOS und XiaoAi mit an Bord. Siri soll laut Zigma wohl auch unterstützt werden, in der Android-App fehlt jedoch die Möglichkeit zur Einrichtung – was irgendwie nachvollziehbar ist. Da leider keine Apple-Geräte zur Hand habe, kann ich das aber auch nicht testen.

Ansonsten funktioniert die Sprachsteuerung weitestgehend tadellos – zumindest nach meinem Ermessen. Ich persönlich bin nämlich kein Fan davon, mit meinen Geräten zu sprechen, weshalb ich die Spracheingabe über Alexa nur oberflächlich getestet habe.

Eugen Wegmann

Eugen Wegmann ist Online-Redakteur für PurpleClouds Deutschland GmbH / TechRadar Region DACH und zuständig für Gaming und Computer-Hardware.

E-Mail: ewegmann[at]purpleclouds.de