Meta Quest Pro im Test

Ein Headset der nächsten Generation, das nicht für jeden geeignet ist

Was ist eine Hands on-Review?
Das Meta Quest Pro liegt auf einem Holztisch
(Image: © Future)

Erstes Fazit

Das Meta Quest Pro ist ein beeindruckendes Mixed-Reality-Headset, aber seine Akkulaufzeit und die Tatsache, dass es sich nicht auf VR konzentriert, könnten einige Nutzer abschrecken.

Pros

  • +

    Stärker als das Quest 2

  • +

    Bequemer und sicherer Sitz

  • +

    Funktionen für Eye Tracking und Farbdurchlässigkeit

Cons

  • -

    Kurze Akkulaufzeit

  • -

    Entwickelt für Mixed Reality

  • -

    Teuer

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Das Meta Quest Pro ist ein beeindruckendes Gerät, aber es ist nicht ganz das ultimative VR-Headset, das wir erwartet haben.

Sicher, es verfügt über 12 GB RAM, einen leistungsfähigeren Snapdragon XR2+ Chip und 256 GB Speicherplatz, mit denen es alle Oculus Quest 2 Spiele bequem spielen kann. Aber nach unseren Erfahrungen mit dem Headset ist klar, dass das Quest Pro ein leistungsstarkes Mixed-Reality-Gerät ist - kein Headset, das dich komplett von der realen Welt trennt.

Die neue Farbdurchlässigkeit in Verbindung mit dem Spalt an den Seiten und der Unterseite des Headsets gibt dir einen klaren Blick auf die reale Welt, auch wenn du in sie eintauchst. Auch wenn sich dadurch Erlebnisse, bei denen die reale und die virtuelle Welt verschmelzen, immersiver anfühlen, befürchten wir, dass echte VR-Spiele darunter leiden könnten.

Wir sind auch enttäuscht von der schwachen Akkulaufzeit des Headsets und sind nicht davon überzeugt, dass die Gesichtserkennung derzeit mehr als nur eine Spielerei ist - obwohl die Augenerkennung vielversprechend sein könnte.

Wir müssen das Headset noch weiter testen, bevor wir uns sicher sind, was wir von ihm halten, aber im Moment empfehlen wir dir, vor dem Kauf dieses Geräts darüber nachzudenken, was du von einem Headset erwartest - und natürlich diesen Test zu lesen. Wenn du dir nicht sicher bist, ob du ein MR-Headset oder ein VR-Headset möchtest, sind $1.500 eine ganze Menge Geld.

Meta Quest Pro: Preis und Verfügbarkeit

Wie Meta während der Meta Connect 2022 Keynote mitteilte, kann das Meta Quest Pro ab sofort zum Preis von $1.500 vorbestellt werden.

Das Meta Quest Pro

Das ist der Lieferumfang des Meta Quest Pro: Du bekommst ein Headset, Controller und jede Menge Kabel (Image credit: Meta)

Verglichen mit dem Oculus Quest 2 ist das eine ziemlich heftige Preiserhöhung - es ist etwa viermal so teuer - aber im Vergleich zu anderen Premium-Headsets ist es gar nicht so teuer. Wenn du zum Beispiel den Preis für einen halbwegs anständigen PC mit einrechnest, den du für den Betrieb benötigst, kostet dich ein VR-Setup mit Valve-Index ungefähr den gleichen Betrag - das Headset allein kostet $999, während ein VR-fähiger PC mindestens $500 kostet.

Du kannst das Meta Quest Pro bereits jetzt im Meta Store (Öffnet sich in einem neuen Tab) vorbestellen. Das neue Headset wird ab dem 25. Oktober 2022 ausgeliefert und im Handel erhältlich sein.

Meta Quest Pro: Design

Schon auf den ersten Blick fällt auf, dass die Meta Quest Pro im Vergleich zur Oculus Quest 2 einige größere Designänderungen aufweist - und damit meinen wir nicht nur ihr komplett schwarzes Äußeres, während die Quest 2 ganz in Weiß gehalten ist.

Das erste Upgrade betrifft den Gurt: Der elastische Gurt des Quest 2 wurde gegen einen Kunststoffgurt ausgetauscht, der fast identisch mit dem Elite Strap ist, der optional für das Quest 2 erhältlich ist. Der Gurt des Meta Quest Pro ist zusätzlich gepolstert, um ihn bequemer zu machen, und verfügt über ein Rädchen zum Einstellen der Passform, was es einfacher macht, einen sicheren, aber nicht zu engen Sitz zu erreichen.

Der Gurt dient nicht nur dem Komfort, sondern beherbergt auch den Akku des Meta Quest Pro. Das bedeutet, dass das Meta Quest Pro im Gegensatz zum Quest 2 nicht frontlastig ist, sondern dass sich das Gewicht des Headsets auf deinen Kopf verteilt. Obwohl das Pro 219 g schwerer ist als das Quest 2 (722 g), fühlt es sich leichter und angenehmer an.

Die bei weitem größte Veränderung ist jedoch die Tatsache, dass das Meta Quest Pro ein Mixed-Reality-Headset (MR) ist und kein reines VR-Gerät.

Das Meta Quest Pro

Unser Rezensent kann die Welt um sich herum sehen, während er in der gemischten Realität malt (Image credit: Meta)

Im Gegensatz zum Quest 2, das dein Auge komplett von der Außenwelt abschirmt, ist die vordere Polsterung des Quest Pro so gestaltet, dass du beim Tragen des Headsets einen ziemlich guten Blick auf die Seiten und die Unterseite des Headsets hast. 

Für Mixed-Reality-Erfahrungen ist das perfekt. Dein Blick auf die reale Welt gibt dir einen Kontext und ein Gefühl der Kontinuität, während du das Headset trägst, was dazu beiträgt, die virtuellen Kreationen als real zu verkaufen. Ein Beispiel: Wenn wir unsere virtuellen Hände und Arme betrachteten, konnten wir sie aus dem Bildschirm heraus verfolgen und sehen, wie sie sich durch die Lücke in unsere echten Arme verwandelten, wodurch sich die Gliedmaßen unseres Avatars realer anfühlten.

Wir befürchten jedoch, dass sich reine VR-Erlebnisse weniger immersiv anfühlen könnten, da du mit diesem Headset nicht völlig von der Welt abgeschottet bist. Auf der Presseveranstaltung, auf der wir das Meta Quest Pro ausprobieren konnten, hatten wir keine Möglichkeit, reine VR-Demos zu testen, um dies zu überprüfen, aber das wird eines der ersten Dinge sein, die wir testen werden, wenn wir mehr Zeit mit dem Headset haben.

Meta hat uns gesagt, dass es einen optionalen Aufsatz für das Pro verkaufen wird, der eine VR-Headset-ähnliche Versiegelung erzeugt, um die reale Welt auszublenden, aber auch das konnten wir nicht ausprobieren, also sind wir gespannt, wie effektiv es ist.

Meta Quest Pro: Features

Nicht nur das Design, sondern auch die Funktionen lassen das Meta Quest Pro wie ein Gerät für Mixed Reality wirken.

Eine der größten Verbesserungen, die wir erleben durften, war die Farbdurchlässigkeit, die in allen Demos, die wir gespielt haben, gut zum Einsatz kam. Während wir das Headset trugen und ein Mixed-Reality-Spiel spielten, sahen wir die reale Welt um uns herum in Farbe und nicht in Schwarz-Weiß wie beim Quest 2. Das ist zwar nicht ganz so lebendig, wie wenn wir die reale Welt ohne Headset betrachten, aber es war trotzdem beeindruckend.

Während ich in Painting VR ein "Meisterwerk" schuf, konnte ich mich von der Welt um mich herum inspirieren lassen (bevor ich sie völlig ignorierte und ein gelbes Durcheinander schuf), während ich mich in Wooorld umdrehen und die Leute sehen konnte, die mir halfen zu erraten, wo in der Welt ich mich befand (Spoiler-Alarm - in drei von fünf Fällen war es Brasilien). Ich hatte das Gefühl, gleichzeitig im virtuellen und im realen Raum präsent zu sein, während ich mich mit dem Quest 2 in der digitalen Welt gefangen fühle.

Die andere große Neuerung der Quest Pro ist das Augen- und Gesichts-Tracking. Anders als bei der PlayStation VR 2-Demo, bei der wir Horizon Call of the Mountain spielen durften, bekamen wir keine praktische Demonstration, was das Eye-Tracking für die Erlebnisse bedeutet, die wir spielen können. Die Technologie ermöglichte es dem Headset jedoch, zu erkennen, welche Änderungen wir an unserem Sitz vornehmen mussten, um sicherzustellen, dass wir das Headset richtig trugen und die Linsen an der besten Stelle für unsere Augen saßen.

Das Meta Quest Pro

Wenn wir unsere Wangen aufblähten, ahmte der Alien-Avatar vor uns uns nach; das war sehr amüsant (Image credit: Meta)

Was das Face Tracking angeht, sind wir noch nicht der größte Fan - und wir sind froh zu hören, dass man diese Funktion einfach abschalten kann. Während andere Leute in der Demo davon begeistert waren, konnten wir feststellen, dass der außerirdische Avatar, der uns nachahmen sollte, nur eine furchterregende Grimasse zog, wenn wir in Wirklichkeit lächelten und lachten.

Wenn wir die Gelegenheit haben, das Headset länger auszuprobieren, werden wir sehen, ob es für andere Nutzer besser funktioniert.

Meta Quest Pro: Performance und Specs

Was die Performance angeht, waren unsere ersten Erfahrungen mit dem Meta Quest Pro sehr positiv. In allen unseren Demos konnten der neue Snapdragon XR2+ Plattform-Chip und die 12 GB Arbeitsspeicher alles, was wir dem Headset zumuteten, ohne nennenswerte Probleme bewältigen.

Metas neues Headset bietet auch einige andere Verbesserungen gegenüber dem Quest 2: Wi-Fi 6E-Unterstützung, 256 GB Speicherplatz (das Basismodell des Quest 2 hat nur 128 GB, das teurere Modell 256 GB) und neue Mini-LED-LCD-Panels, die 37 % mehr Pixel pro Zoll, 10 % mehr Pixel pro Grad und 75 % mehr Kontrast bieten.

Aber nicht alles ist ein Upgrade. Die Bildwiederholfrequenz des Displays ist derzeit auf 90 Hz begrenzt, während das Quest 2 120 Hz liefern kann (was bald der Standard für das ältere Headset sein wird). Meta hat keine endgültige Antwort darauf gegeben, ob das Meta Quest Pro in Zukunft eine Bildwiederholfrequenz von 120 Hz unterstützen wird, sondern nur gesagt, dass es für so hohe Raten "nicht optimiert" ist. Auch wenn 90 Hz für die minimale Bildwiederholrate, die ein Headset braucht, um die meisten Nutzer vor Motion Sickness zu schützen, in Ordnung sind, wäre die Möglichkeit, höhere Bildwiederholraten zu wählen, für Metas Premium-Angebot wünschenswert gewesen.

Das Meta Quest Pro

Die Meta Quest-Controller haben keine Tracking-Ringe, sondern verwenden stattdessen eingebaute Kameras. (Image credit: Meta)

Die Controller sehen den Controllern der Oculus Quest 2 ziemlich ähnlich. Der einzige auffällige Unterschied ist, dass die Tracking-Ringe fehlen, die durch integrierte Kameras in den Handgeräten ersetzt wurden.

Außerdem können die Controller jetzt mit einem Stylus ausgestattet werden. Wenn du diesen einsteckst und das Gerät wie einen Stift hältst, kannst du auf einer Oberfläche oder in der Luft "schreiben" und eine unterstützende App zum Schreiben und Zeichnen verwenden.

Meta hat uns auch mitgeteilt, dass die interne Haptik der Controller verbessert wurde, damit sie ein realistischeres Gefühl vermitteln.

Meta Quest Pro: Akkulaufzeit

Eine unserer größten Sorgen ist die Akkulaufzeit des Meta Quest Pro. Meta gibt an, dass das Headset zwischen eineinhalb und zwei Stunden zwischen den Ladevorgängen durchhält, was sich so bemerkenswert niedrig anfühlt, dass ein Journalist während des Briefings ein lautstarkes "Oof" ausstieß, als er das hörte.

Zum Vergleich: Das Quest 2 hält etwa zwei bis drei Stunden, mit dem optionalen Elite Strap und dem zusätzlichen Akku sind es sogar vier Stunden. Wenn man bedenkt, dass das Quest Pro etwa viermal so viel kostet wie das Quest 2 und etwa dreimal so viel wie das Quest 2 plus das Akku-Upgrade, hätten wir erwartet, dass seine Akkulaufzeit genauso gut ist.

Das Meta Quest Pro

Das Meta Quest Pro und seine Controller auf der Ladestation, wo es eine Menge Zeit verbringen muss (Image credit: Meta)

Meta hat zwar behauptet, dass die Leute mit dem Quest 2 nicht wirklich länger als ein paar Stunden am Stück in VR / MR verbringen - und die, die es tun, können es mit eingestecktem Ladekabel benutzen -, aber das komfortablere Design des Quest Pro könnte die Nutzer dazu bringen, länger einzutauchen. Wir müssen es länger testen, um herauszufinden, wie begrenzt die Akkulaufzeit in der Praxis wirklich ist, aber wenn du gerne viel Zeit in VR verbringst, ist dies vielleicht nicht das richtige Headset für dich.

Meta Quest Pro: Erstes Fazit

Das Meta Quest Pro ist gelinde gesagt ein beeindruckendes Stück Hardware - es fühlt sich im Vergleich zum Quest 2 wirklich wie ein völlig neues Gerät an und nicht wie ein Upgrade im Stil des Oculus Quest 3.

Aber obwohl es sich viel komfortabler anfühlt und deutlich leistungsfähiger ist als das Headset, könnte die Verlagerung des Schwerpunkts von Virtual Reality auf Mixed Reality bedeuten, dass dieses Gerät nicht ganz das Produkt ist, auf das einige Nutzer gehofft haben. 

Außerdem sind die Akkulaufzeit und andere (eher geringfügige) Abstriche im Vergleich zum Oculus Quest 2 unentschuldbar, wenn du bedenkst, dass dieses Headset etwa viermal so viel kostet wie die ältere Hardware.

Wir werden unser endgültiges Urteil in unserem vollständigen Test abgeben, wenn wir mehr Zeit hatten, das Meta Quest Pro auf Herz und Nieren zu prüfen. Im Moment haben wir jedoch das Gefühl, dass du dir gut überlegen solltest, ob dieses Headset das Richtige für dich ist oder nicht. Wenn du unschlüssig bist, ob du dir das Meta Quest Pro zulegen sollst, empfehlen wir dir, noch zu warten, bevor du das Geld ausgibst, denn vielleicht passt eines unserer besten VR-Headsets (Öffnet sich in einem neuen Tab) besser zu dir.

Franziska Schaub
Chefredakteurin

Franziska Schaub ist Chefredakteurin bei TechRadar Deutschland und unter anderem verantwortlich für die Bereiche Smartphones, Tablets und Fitness.


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Was ist eine Hands on-Review?

Um dir bereits vor unserem ausführlichen Testbericht einen ersten Eindruck eines Produkts bieten zu können, haben wir die Kategorie "Hands-on" eingeführt. Dort prüfen wir alle Produkte in kurzer Zeit auf Herz und Nieren: Wir verbringen etwas Zeit damit - dies kann von wenigen Augenblicken bis hin zu mehreren Tagen reichen. Das Wichtige daran ist: Wir können uns so selbst von dem Produkt überzeugen und erlangen eine Vorstellung davon, wie sich das Produkt im Alltag schlägt. Du kannst unserem Urteil trauen! Für mehr Informationen, lies auch TechRadar's Bewertungsgarantie.