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Im Test: Philips Brilliance 329P1H

Eine eierlegende Wollmilchsau fürs Büro

Philips Brilliance 329P1H
(Image: © Philips)

Unser Fazit

Wenn du nach einem 4K-Monitor suchst, der eher zum Arbeiten gedacht ist und weniger fürs Gaming, dann ist der Philips Brilliance 329P1H eine gute Wahl. Sein IPS-Panel ist farbgenau, der Ständer hat viele Einstellungsmöglichkeiten und die integrierte HD-Webcam unterstützt Windows Hello.

Vorteile

  • Integrierte FHD-Webcam
  • USB-C mit 90 W Leistung
  • Ständer mit vielen Einstellungsmöglichkeiten

Nachteile

  • Teuer
  • Ziemlich sperrig
  • Kein HDR

TechRadar Verdict

Wenn du nach einem 4K-Monitor suchst, der eher zum Arbeiten gedacht ist und weniger fürs Gaming, dann ist der Philips Brilliance 329P1H eine gute Wahl. Sein IPS-Panel ist farbgenau, der Ständer hat viele Einstellungsmöglichkeiten und die integrierte HD-Webcam unterstützt Windows Hello.

Pros

  • + Integrierte FHD-Webcam
  • + USB-C mit 90 W Leistung
  • + Ständer mit vielen Einstellungsmöglichkeiten

Cons

  • - Teuer
  • - Ziemlich sperrig
  • - Kein HDR

Der Philips Brilliance 329P1H ist eine der eierlegenden Wollmilchsäue unter den Monitoren, die seit rund anderthalb Jahren an Beliebtheit im Homeoffice gewinnen. Es gibt nur wenige Funktionen, die Philips nicht in dieses schicke Gesamtpaket gestopft hat: 4K-IPS-Display, USB-C mit bis zu 90 Watt Leistung, ein integrierter USB-Hub, eine integrierte FHD-Webcam, integrierte Lautsprecher, ein unglaublich vielseitiger Ständer.

Die Anschlussauswahl des 32-Zollers ist auch sehenswert: USB-C (oben bereits erwähnt), zwei HDMI 2.0-Anschlüsse und ein DisplayPort 1.4, also genug, um Laptops, Konsolen und Streaming-Sticks anzuschließen.

Allein eine maximale Bildwiederholrate von 60 Hz und fehlendes HDR könnten diesem andernfalls großartigen Bildschirm nicht schaden, weshalb er sich für Gaming und Unterhaltung zwar immer noch gut eignet, aber eben nicht optimal ist.

Solltest du jedoch einen Bildschirm für dein Homeoffice suchen, der gut aussieht und praktisch alles kann, was man sich wünscht, dann ist der Philips Brilliance 329P1H definitiv einen Blick wert.

Preis und Verfügbarkeit

Der Philips Brilliance 329P1H ist Anfang 2021 auf den Markt gekommen und aktuell (Stand: September 2021) im freien Handel überraschend schwer aufzutreiben. Cyberport listet ihn als verfügbar ab November, während ComputerUniverse den Monitor als Bestellartikel führt. Der Store-Finder von Philips selbst hingegen verweist auf Filialen von Euronics, auf deren Webseite sich allerdings nichts finden lässt.

Preislich bewegt sich der 329P1H knapp unterhalb von 700 Euro, was unserer Meinung nach für ein Gerät dieses Kalibers nicht nur vertretbar, sondern tatsächlich sogar ziemlich gut ist.

Philips Brilliance 329P1H Monitor

(Image credit: Philips)

Design und Funktionen

  • Einfacher Aufbau
  • Gute Einstellungsmöglichkeiten am Ständer
  • Viele Anschlüsse

Bereits beim Auspacken merkt man: Der Philips ist kein Billiggerät. Alles daran fühlt sich durch und durch hochwertig an, nicht zuletzt, weil der Monitor mit seinen 12,2 kg mit und 8,19 kg ohne Fuß wirklich kein Leichtgewicht ist.

Dazu kommt, dass der Fuß an sich nicht gerade dezent ist und verhältnismäßig viel Platz einnimmt. Dadurch wirkt die gesamte Konstruktion trotz recht schmaler Ränder oben und an den Seiten des Monitors sehr wuchtig. Besonders in der 32-Zoll-Variante ist der Philips Brilliance 329P1H daher nichts für kompakte Arbeitsplätze.

Was die Funktionalität des Fußes angeht, gibt es jedoch wenig zu meckern: Die Höhe des Monitors kann in einem Bereich von 180 mm reibungslos eingestellt werden, er kann um 90 Grad in beide Richtungen in die vertikale Ausrichtung gedreht und der Fuß selbst kann außerdem noch um 180 Grad nach links und rechts gedreht werden. Natürlich lässt sich der Monitor außerdem um -5 bis 25 Grad nach vorne oder hinten neigen, sodass praktisch jede Position am Schreibtisch abgedeckt sein dürfte.

Unser einziger Kritikpunkt ist, dass durch Drücken zum Einklappen der Kamera der Monitor immer bis ganz nach unten rutscht, weil die Reibung nicht ausreicht. Kein großes Problem, aber dennoch nervig.

Wo wir bei der Kamera sind: Diese befindet sich in einem rechteckigen Gehäuse auf der Rückseite des Monitors, das bei Bedarf automatisch nach vorne geklappt wird. Darin befindet sich eine 2.0-MP-Kamera, die Bilder in 1080p aufnehmen kann. Die Qualität ist wie so häufig nicht unbedingt filmreif, braucht sich vor dedizierten Lösungen allerdings nicht zu verstecken und bietet einen großen Winkel und ein passables integriertes Mikrofon.

Die Kamera ist außerdem kompatibel mit Windows Hello, sodass du dich auch mit deinem Gesicht statt eines Passworts in Windows 10 (und bald auch Windows 11) anmelden kannst.

Die Anschlüsse auf der Rückseite sind alle gut erreichbar und eine Aussparung im Fuß dient als eine Art Kabelmanagement. Auf der Vorderseite befinden sich fünf Tasten, mit denen sich das Menü und diverse Voreinstellungen aufrufen und steuern lassen.

Eins der wahrscheinlich besten Features des Philips Brilliance 329P1H ist sein USB-C-Anschluss, mit dem er nicht nur mit den meisten modernen Geräten, darunter auch dem iPad Pro, verbunden werden kann, sondern auch bis zu 90 Watt Leistung darüber übertragen. Das bedeutet, dass du einen Laptop anschließen kannst, der aufgeladen wird und gleichzeitig ein Bild zurück an den Monitor schickt.

Wie bei vielen anderen Monitoren dieses Formats darf auch ein integrierter USB-Hub  mit vier USB-A 3.2 Gen1-Anschlüssen, der in Kombination mit dem erwähnten USB-C-Anschluss dazu beiträgt, den Kabelsalat vom Laptop fernzuhalten.

Dazu kommt natürlich die bereits erwähnte Webcam, die im neuen Zeitalter von Homeoffice und Videokonferenzen eine willkommene Ergänzung ist und das Gesicht von der Oberkante eines Monitors wesentlich besser einfängt als die Webcam eines Laptops, die mitten auf die Nasenlöcher gerichtet ist.

Softwareseitig wären da noch die FlickerFree-Technologie von Philips, die Bildflimmern reduzieren und dadurch die Augen weniger beanspruchen soll, ein LowBlue-Modus, der blaues Licht reduziert, und ein Helligkeitssensor, der die Helligkeit des Bildschirms an die Lichtverhältnisse der Umgebung anpasst. All diese Funktionen können bei Bedarf recht einfach ein- oder ausgeschaltet werden. Darüber hinaus gibt es noch einige voreingestellte Modi, darunter Office, Film, Spiel und EasyRead, das den Monitor fürs bessere Lesen schwarz-weiß macht.

Philips Brilliance 329P1H Monitor

(Image credit: Philips)

Performance

  • Scharfes 4K-IPS-Panel
  • Gute Farbgenauigkeit
  • Nicht unbedingt fürs Gaming geeignet

Trotz all dieser netten und durchaus gern gesehenen Software-Features haben wir den Monitor am liebsten im Ausgangszustand verwendet und lediglich die Helligkeit etwas gesenkt, um unsere Augen zu schonen. Doch solche Einstellungen sind immer Geschmackssache und was uns gefällt, muss nicht automatisch auch dir gefallen. Für diejenigen, die nicht in den Einstellungen herumstochern wollen, gibt es dafür verschiedene Voreinstellungen, die sich einfach anwählen lassen.

Dank seines IPS-Panels zeigt der Brilliance 329P aus jedem Blickwinkel ein genaues Bild an. Das ist wichtig für Bild- und Videobearbeitung, aber auch für ein wesentlich angenehmeres Erlebnis gegenüber anderen Panel-Technologien, bei denen sich die Farben je nach Blickwinkel verändern.

Die Farbgenauigkeit des Philips ist mit 128 % sRGB, 89 % Adobe RGB und einem Delta E von kleiner als 2 ganz gut, wenn auch nicht auf dem exzellenten Niveau von professionellen Bildschirmen (die dann aber auch das Doppelte oder gar Dreifache kosten). Die 4K-Auflösung ist gestochen scharf, die Helligkeit von 350 cd/m² dürfte für die meisten Nutzer völlig ausreichend sein, genauso wie das Kontrastverhältnis von 1000:1, eine Reaktionszeit von 4 ms und eine Bildwiederholrate von 60 Hz.

Letzteres dürfte für Hardcore-Gamer, die blitzschnelle 120 Hz und darüber gewohnt sind, ein Ausschlusskriterium sein. Doch der Philips Brilliance 329P1H ist ohnehin eher ein zuverlässiges Arbeitstier, das in erster Linie für die Arbeit gedacht ist und nicht fürs Vergnügen, was durch die Abwesenheit von HDR unterstrichen wird, aber eigentlich ganz schön gewesen wäre.

Das heißt im Umkehrschluss natürlich nicht automatisch, dass der Bildschirm nicht für Casual-Gaming oder die ein oder andere Netflix-Serie geeignet wäre. Ganz im Gegenteil, beides sieht immer noch wunderbar aus. Aber es gibt eben bessere, speziellere Geräte dafür, wie etwa Gaming-Monitore.

Die integrierten Lautsprecher hingegen fallen eher in die Kategorie „kann nicht schaden“, aber ein wirkliches Highlight sind sie nicht. Da ist man mit separaten Lautsprechern, die man entweder am Laptop oder an die 3,5-mm-Buchse des Brilliance 329P anschließt, wesentlich besser bedient.

Philips Brilliance 329P1H Monitor

(Image credit: Philips)

Fazit

Beim Philips Brilliance 329P1H handelt es sich um einen sehr hochwertigen 4K-Monitor mit USB-C, einem tollen IPS-Panel und einer integrierten FHD-Webcam. Der Ständer fühlt sich extrem robust an und hat hervorragende Einstellungsmöglichkeiten, nimmt aber im Vergleich zu anderen Monitoren recht viel Platz auf dem Tisch ein.

Leider fehlt HDR, was angesichts eines Preises von knapp 700 Euro wirklich schade ist, aber da sich der Monitor sowieso eher an Bürostuhlakrobaten richtet als an Zocker und Filmjunkies, dürften Käufer das Feature nicht allzu sehr vermissen.

Das Display bietet einen Satz an Voreinstellungen, die die meisten Geschmäcker abdecken dürften und verfügt darüber hinaus über sinnvolle Funktionen, die die Augen schonen sollen, indem sie Flimmern und blaues Licht reduzieren.

Im Großen und Ganzen hat uns dieser Monitor sehr beeindruckt und wir sind der Überzeugung, dass er eine sinnvolle Anschaffung für jedes Homeoffice darstellt (das 700 Euro auf der hohen Kante hat und ihn auftreiben kann). Da er nur zwei HDMI 2.0-Anschlüsse besitzt, werden Besitzer einer Xbox Series X oder PlayStation 5 Spiele nicht in 120 Hz spielen können, wobei der Philips Brilliance 329P1H generell eher für die Arbeit ausgelegt ist als fürs Vergnügen.

Eugen Wegmann ist Online-Redakteur für PurpleClouds Deutschland GmbH / TechRadar Region DACH und zuständig für Gaming und Computer-Hardware.