Twitters plötzliches Verbot von Drittanbieter-Apps ist ebenso verwirrend wie dumm

Elon Musk und Twitter
(Bildnachweis: Getty Images)

Update 19/1: Twitter hat jetzt bestätigt, dass alle Apps von Drittanbietern verboten sind, wie Engadget (Öffnet sich in einem neuen Tab)berichtet.

Wenn du festgestellt hast, dass Apps wie Twitteriffic und Tweetbot nicht mehr funktionieren, war das kein Zufall. Mit einem Schlag wurden die Apps von Drittanbietern für Twitter Anfang des Monats vom Netz genommen, was die jahrelangen Bemühungen vieler Entwicklerinnen und Entwickler zunichte machte und ihre Loyalität gegenüber dem Unternehmen erschütterte.

Dies ist eine weitere Zeile in der Geschichte von Elon Musk, der die soziale Plattform seit Ende 2022 leitet und eine Reihe von Entscheidungen entweder heftig kritisiert oder rückgängig gemacht hat, je nachdem, wie er sich an diesem Tag fühlte.

Diese Entscheidung könnte jedoch eine der schlimmsten sein, denn sie hat den guten Willen der Entwickler für die Plattform schnell zerstört, und alles, was das Unternehmen getan hat, um dies zu bestätigen, ist ein Tweet, der so unnötig mysteriös ist, dass man meinen könnte, er stamme aus einer Seifenoper.

Aus Frustration entsteht Innovation

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Im Sinne der Transparenz würde man normalerweise einen Weblink zu einer Support-Seite erwarten, der die Regeln erläutert und erklärt, warum das Unternehmen zu diesem Schluss gekommen ist - aber da ist nichts. Das ist ein Schlag ins Gesicht der Entwickler, die unermüdlich an ihren eigenen Twitter-Apps gearbeitet haben, um den Nutzern die Wahl zu lassen, wie sie ihren Feed lesen und ihre Tweets verfassen wollen. Jetzt sind sie gezwungen, eine offizielle App zu verwenden, die seit Musks Personalabbau auf der Plattform noch instabiler geworden ist und Teams wie das Presseteam nicht mehr existieren.

Wieder einmal können wir uns nur am Kopf kratzen und uns fragen, ob wir in naher Zukunft einen weiteren Tweet sehen werden, der die Entscheidung entweder rückgängig macht oder in kryptischen Tweets wie einem Facebook-Status aus dem Jahr 2008 erklärt, der stark an "I'll inbox u hun" erinnert.

Es ist eine große Schande, dass einer der größten Trümpfe von Twitter, sowohl was den guten Ruf als auch die Innovation außerhalb des Unternehmens angeht, auf einen Schlag in Flammen aufgeht. 

Das spornt aber auch die Alternativen an, wie Mastodon und sogar Instagram. Icon Factory, verantwortlich für Tweetbot, widmet sich jetzt einem Mastodon-Client namens Ivory (Öffnet sich in einem neuen Tab). Er sieht schon jetzt großartig aus, und hoffentlich wird die Plattform mit der Zeit mehr Nutzer ansprechen.

Das ist das einzig Positive, das wir aus der ganzen Sache mitnehmen können - aber es hätte nicht so enden müssen.

Christopher Barnes
Redakteur

Ich bin Chris und beschäftige mich für TechRadar vor allem mit den Bereichen Filme/ Serien, TV, Grafikkarten und Gaming - im Speziellen alles rund um Xbox. Ursprünglich habe ich in Stuttgart Film- und Fernsehtechnik sowie Drehbuch-Schreiben studiert. Da ich allerdings nicht nur schon immer großer Filmliebhaber, sondern auch leidenschaftlicher Gamer war und es zudem liebe zu schreiben, habe ich mich für den Journalismus in diesem Bereich entschieden. 


Erreichbar bin ich unter der Mail-Adresse cbarnes[at]purpleclouds.de

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