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Microsoft stellt Internet Explorer nächstes Jahr offiziell ein

Internet Explorer
(Image credit: Microsoft)

Microsoft stellt seinen 25 Jahre alten Webbrowser Internet Explorer im nächstes Jahr endgültig ein, um sich stattdessen voll und ganz auf den Chromium-basierten Browser Microsoft Edge zu konzentrieren.

In einem Blog-Beitrag auf der Microsoft-Website heißt es, dass "die Desktop-Anwendung Internet Explorer 11 am 15. Juni 2022 für bestimmte Versionen von Windows 10 außer Betrieb genommen und nicht mehr unterstützt wird." Bei diesen bestimmten Versionen von Windows 10 scheint es sich um die Versionen ohne langfristigen Servicevertrag zu handeln, die bei vielen gewerblichen Kunden beliebt sind und über Jahre hinweg ein konsistentes, kompatibles System benötigen.

Was den Internet Explorer in den letzten Jahren am Leben gehalten hat, war offenbar die Tatsache, dass bestimmte ältere Websites nur mit dem Internet Explorer angezeigt werden konnten. Aber jetzt, da Microsoft Edge diese Websites dank seines integrierten "Internet Explorer-Modus" problemlos anzeigen kann, gibt es eigentlich keinen Grund mehr, den Internet Explorer weiterhin zu unterstützen.

Die größten Vorteile dieser Ankündigung werden Webentwickler haben, die bei der Entwicklung von Websites nicht mehr auf die Unterstützung des alternden, zunehmend inkompatiblen Internet Explorers achten müssen, was Microsoft in seiner Ankündigung als ein anhaltendes Problem anerkennt.

RIP Internet Explorer

Das angekündigte Aus für den Internet Explorer hat lange auf sich warten lassen. Der einst allgegenwärtige Browser verlor in den letzten 15 Jahren stetig an Boden gegenüber Konkurrenten wie Mozilla Firefox und Google Chrome, da sich die Nutzer für sicherere, schnellere und funktionsreichere Browser entschieden. 9to5Google zufolge überholte Google Chrome 2013 den Internet Explorer als beliebtesten Browser in den USA.

Letztes Jahr kündigte Microsoft an, dass es die Unterstützung für den Internet Explorer in Microsoft 365-Apps am 21. August 2021 einstellen würde. Damit war das Ende des Browsers eingeläutet, sodass die heutige Ankündigung kaum eine Überraschung ist. 

Dass sein Ende endlich gekommen ist, ist wirklich ein Grund zum Feiern. Er ist nicht nur ein Relikt aus einem fast völlig anderen Internet, sondern war schon damals kein besonders guter Browser. Seine weite Verbreitung war eher das Ergebnis der bewussten Bemühungen von Microsoft, konkurrierende Browser von ihrem Betriebssystem fernzuhalten, was ihnen in den frühen 2000er Jahren eine in der heutigen Zeit unglaublich seltene Kartellrechtsklage von den ansonsten extrem gefügigen Regierungen Clinton und Bush einbrachte.

Der vielleicht schädlichste Aspekt des Internet Explorers - abgesehen von seinen grassierenden Sicherheitsmängeln - ist die Tatsache, dass seine weitverbreitete Verwendung als Standardbrowser für unzählige Millionen Nutzer über die Jahre hinweg die Browserentwicklung für etwa ein Jahrzehnt zurückhielt, während konkurrierende Browser wie Netscape kurzerhand ausgelöscht wurden.

Es ist endlich an der Zeit, dass er geht, und sein Ende hätte nicht früh genug kommen können.