Skip to main content

Im Test: FlexiSpot E8 – höhenverstellbarer Schreibtisch

Solider höhenverstellbarer Schreibtisch mit cleveren Features

FlexiSpot E8
(Image: © FlexiSpot)

Unser Fazit

Das Topmodell der höhenverstellbaren Tische von FlexiSpot überzeugt durch ein angenehmes Design, leise, aber schnelle Motoren und einer durchdachten Steuerung. Allein die separat bestellbare Tischplatte können wir nicht unbedingt empfehlen.

Vorteile

  • Vier Speicherplätze für Höheneinstellungen
  • Schnelle Höhenverstellung
  • Geringer Geräuschpegel

Nachteile

  • Teuer
  • Kleine Designmacken
  • Eurostecker sitzt locker in der Steckdose

TechRadar Verdict

Das Topmodell der höhenverstellbaren Tische von FlexiSpot überzeugt durch ein angenehmes Design, leise, aber schnelle Motoren und einer durchdachten Steuerung. Allein die separat bestellbare Tischplatte können wir nicht unbedingt empfehlen.

Pros

  • +

    Vier Speicherplätze für Höheneinstellungen

  • +

    Schnelle Höhenverstellung

  • +

    Geringer Geräuschpegel

Cons

  • -

    Teuer

  • -

    Kleine Designmacken

  • -

    Eurostecker sitzt locker in der Steckdose

Elektrisch höhenverstellbare Schreibtische liegen bereits seit geraumer Zeit stark im Trend und die vermehrte Verlagerung von gewöhnlicher Büroarbeit ins Homeoffice im Zuge der anhaltenden Corona-Pandemie hat dem Ganzen noch einen obendrauf gesetzt.

Technische Eigenschaften

Max. Tragkraft: 125 kg
Max. Geschwindigkeit: 38 mm/s
Verstellbare Höhe: 600 - 1250 mm
Verstellbare Breite: 1100 - 1900 mm

Neben IKEA dürfte einer der bekanntesten Anbieter, die sich eher direkt an Verbraucher richten und nicht ausschließlich im B2B-Bereich arbeiten, FlexiSpot sein – zumindest wird er seit ein oder zwei Jahren als Geheimtipp gehandelt.

Da ich in meinem Alltag sowieso viel zu viel rumsitze, liebäugle ich selbst schon eine Weile mit elektrisch verstellbaren Tischen. Da kam es mir gerade recht, als FlexiSpot mir die Möglichkeit gegeben hat, einen ihrer Tische zu testen – und zwar das Topmodell unter den gewöhnlichen Tischen, den FlexiSpot E8. „Gewöhnlich“ deshalb, weil FlexiSpot auch wesentlich speziellere Modelle anbietet, wie den Studiotisch ESD1.

FlexiSpot E8 – Preis und Verfügbarkeit

Das Gestell des FlexiSpot E8 ist in den Farben Schwarz und Weiß erhältlich. Im Onlineshop von FlexiSpot kostet es im Normalfall 449,99 Euro. Es gibt jedoch regelmäßig Aktionen, in denen das gesamte Sortiment ein paar Prozent günstiger zu haben ist.

Abgesehen davon lässt sich der E8 nach Belieben mit weiterem Zubehör konfigurieren: Von Kabelmanagement über Rollcontainer bis hin zu Tischfahrrädern lässt sich alles bequem dazubestellen. Die günstigste Tischplatte mit einer Größe von 120 × 60 cm schlägt etwa zusätzlich mit 79,99 Euro zu Buche und bringt den regulären Gesamtpreis damit auf rund 520 Euro.

Das ist zwar diejenige, die mir FlexiSpot zum Gestell mitgeschickt hat, im Shop lässt sie sich jedoch nur bei den günstigeren Modellen zuwählen. Die Tischplatten gibt es, wie das Gestell selbst, in den Farben Schwarz und Weiß. Dazu kommen jedoch noch 10 verschiedene Holzfurniere, Granit und Marmor.

Das alles ist jedoch nur die halbe Wahrheit, denn im Endeffekt vertreibt FlexiSpot lediglich Gestelle der Marke Sanodesk – und zwar nicht nur im eigenen Onlineshop, sondern auch auf Amazon, bei Otto und auf anderen Onlineplattformen – und bietet im eigenen Shop eben noch Zubehör an. Gravierende Preisunterschiede zwischen den einzelnen Shops gibt es jedoch nicht.

Design und Verarbeitung

Mit dem E8 hat FlexiSpot nicht unbedingt das Rad neu erfunden. Ein Tisch ist ein Tisch ist ein Tisch, selbst wenn irgendwo dazwischen Motoren verbaut sind. Wie viele moderne Bürotische besteht das Gestell des E8 aus einem Rahmen, auf den die Tischplatte aufgeschraubt wird.

Dieser lässt sich in seiner Länge verstellen, sodass er mit den gängigsten Tischplattengrößen kompatibel ist. Da die Tischplatte mit einfachen Holzschrauben befestigt wird, hat das den Vorteil, dass der E8 praktisch mit allen erdenklichen Tischplatten kompatibel ist. Wahrscheinlich ließe sich auch eine alte Tür montieren. Wenn du etwa bereits einen IKEA-Tisch besitzt und ihm ein Upgrade verpassen willst, kannst du die alte Tischplatte auch mit dem E8 verwenden – wobei es hier ein paar Kleinigkeiten zu beachten gibt. Dazu aber später.

Zwischen den beiden Längsstreben des Rahmens befindet sich die Steuereinheit, an die das Touch-Display und die Motoren angeschlossen werden. Diese wiederum sind in den beiden Tischbeinen integriert, die links und rechts an der kurzen Seite des Rahmens montiert werden.

FlexiSpot E8

(Image credit: Future)

Die Beine selbst bestehen aus drei ovalen Segmenten, die teleskopartig ineinanderstecken. Hier besteht im Grunde auch der einzige Unterschied zum E7 von FlexiSpot, dessen Beine im Querschnitt quadratisch und deshalb wesentlich wuchtiger sind. Wem solche Kleinigkeiten wichtig sind, dem werden 20 Euro Preisunterschied wahrscheinlich nicht sehr wehtun.

FlexiSpot E8

(Image credit: Future)

Am anderen Ende der Beine befinden sich die Fußelemente, die jeweils aus einem langen rechteckigen Stück Stahl mit nach unten abgeknickten Enden bestehen. Meiner Meinung nach hätten die Enden der Fußplatten gut und gerne auch abgerundet sein könnten, denn die eckigen Kanten passen nicht gut zu den ovalen Beinen. Dabei ist es nicht einmal so, als müsste FlexiSpot bzw. Sanodesk dafür neue Teile beziehen, denn der E5 hat genau solche abgerundeten Enden an den Füßen – dafür aber eckige Beine. Bitte einmal tauschen, danke.

Was den FlexiSpot E8 (und den E5 und E7) von den günstigen Modellen für rund 200 Euro unterscheidet, abgesehen von einer fast doppelt so hohen Traglast und schnellerer Höhenverstellung, ist, dass der Kabelsalat unter dem Tisch standardmäßig versteckt werden kann. Dafür wird eine zusätzliche Metallabdeckung mitgeliefert, die zwischen vier Schrauben auf der Unterseite des Rahmens festgeklemmt wird und hinter der sämtliche zum Tisch gehörigen Kabel samt Überlänge versteckt werden können.

FlexiSpot E8

(Image credit: Future)

Eingestellt wird die Höhe des E8 über das mitgelieferte Touch-Panel. In der Mitte der Einheit befindet sich ein gut lesbares Display, das die aktuelle Einstellung in Zentimetern auf eine Nachkommastelle genau anzeigt – ungeachtet dessen, dass sich die Höhe nur sehr schwierig tatsächlich auf den Millimeter genau einstellen lässt. Bedingt durch eine leichte Trägheit der Motoren gibt es eben ein paar Millimeter Spielraum.

Links und rechts des Displays befinden sich insgesamt sieben Touch-Felder. Über die Pfeil-Flächen links wird (logischerweise) die Höhe eingestellt, während das M daneben einerseits dazu dient, das Touch-Display zu sperren, und andererseits, die Höheneinstellung zu speichern. Dafür sind die vier Felder rechts des Displays gedacht, die mit „1“, „2“, einer stehenden und einer sitzenden Figur markiert sind und mit denen zuvor gespeicherte Höhen abgerufen und eingestellt werden können.

Im Übrigen ist das auch der entscheidende Vorteil gegenüber den Tischen von IKEA: bei den Schweden gibt es nach wie vor keine Möglichkeit, Einstellungen zu speichern. Bei FlexiSpot hingegen gehen die Einstellungen nicht einmal verloren, wenn der E8 vom Netz genommen wird, was ich sehr löblich finde.

FlexiSpot E8

(Image credit: Future)

Apropos vom Netz nehmen: Gemischte Gefühle habe ich beim Stromkabel. Hier kommt am Ende nämlich ein gewöhnlicher zweipoliger Eurostecker zum Einsatz. Dies mag zwar den europäischen Normen entsprechen, aber da er recht wacklig in der Steckdose hängt, wäre ein Schuko-Stecker meiner Meinung nach eine bessere Lösung gewesen.

Die beiden Motoren sind deutlich hörbar, wenn sie arbeiten, aber nicht besonders laut und geben ein gleichmäßiges Geräusch ab. Sie bewegen den Tisch mit 38 mm pro Sekunde recht schnell auf und ab, woraus sich beim maximalen Weg von 650 mm von der minimalen bis zur maximalen Höhe eine Zeit von rund 17 Sekunden ergibt. In der Praxis wird man den Tisch jedoch nie so weit fahren lassen, weshalb die tatsächliche Dauer der Anpassung meistens deutlich unter zehn Sekunden liegt, aber natürlich von den eigenen Präferenzen abhängt.

Zur Tischplatte von FlexiSpot gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Sie ist ein gutes Stück dicker als etwa die vom bekannten IKEA-Tisch BEKANT und deshalb auch deutlich schwerer. Die Ecken sind ebenfalls abgerundet, wenn auch mit einem wesentlich kleineren Radius, weshalb die Tischplatte nicht ganz so elegant wirkt.

FlexiSpot E8

(Image credit: Future)

Keinen allzu guten Eindruck macht auch der Kantenumleimer, also die schmale Seite rund um den Tisch herum. Abgesehen davon, dass bei unserer mitgelieferten Tischplatte an vielen Stellen Klebereste zwischen Tischplatte und Umleimer rausschauen und nur schwer zu entfernen sind, ist der Umleimer auch nicht ganz sauber angebracht.

FlexiSpot E8

Wenn man genau hinsieht, ist am Übergang von Oberfläche zum Umleimer eine kleine Kante zu erkennen. (Image credit: Future)

Konkret heißt das, dass die Tischplatte an vielen Stellen nicht gleichmäßig in den Umleimer übergeht. Dadurch entsteht eine winzige Kante, die optisch zwar nur bei näherer Betrachtung auffällt, jedoch deutlich spürbar ist, wenn man das zwanzigste Mal mit der Innenseite des Unterarms drübergerutscht ist und sich die Haut fast wund geschürft hat.

Montage

Wer schon mal IKEA-Möbel aufgebaut hat, wird mit dem FlexiSpot E8 keine größeren Probleme haben. Die Montage geht notfalls auch allein. Da der Tisch aber verdammt schwer ist, würde ich wärmstens empfehlen, es zu zweit zu machen.

Alle Schrauben und Abstandhalter sind im Lieferumfang enthalten und alle Kabel, abgesehen vom Stromkabel, sind jeweils fest an den Motoren in den Beinen und am Touch-Element angebracht. Was benötigt wird, ist ein Kreuzschraubendreher für die Montage der Tischplatte – ein Inbus-Schlüssel für sämtliche andere Schrauben liegt bei. Die beiliegende Anleitung ist leicht verständlich, auch wenn die Grafiken ruhig ein bisschen größer sein könnten, da viele Details verloren gehen.

Als Mensch mit jahrelanger IKEA-Erfahrung und einem gewissen Maß an „das schaff ich auch allein“ hatte ich keine größeren Probleme beim Aufbau. Lediglich bei der Befestigung der Tischplatte musste ich etwas drücken und schieben, damit sich die Löcher am Tragebalken über die vorgebohrten auf der Unterseite der Tischplatte legen.

FlexiSpot E8

Vorgebohrte Löcher für das Touch-Panel an der linken Ecke der Tischplatte. (Image credit: Future)

Die wahrscheinlich wichtigste Entscheidungsfrage ist, ob sich die Touch-Einheit an der linken oder an der rechten Seite befinden soll. Für die Montage selbst spielt das jedoch keine allzu große Rolle, da Bohrungen dafür an beiden Ecken der Tischplatte verfügbar sind und das Kabel lang genug ist – zumindest bei einer 120er Tischplatte. Bei größeren Tischplatten kann es sein, dass die Tischplatte bzw. das Gestell so ausgerichtet werden muss, dass sich die Steuereinheit auf derselben Seite befindet wie das Touch-Display. Die Position der Steuereinheit im Gestell ist nämlich das einzige, das daran nicht symmetrisch ist.

FlexiSpot E8

(Image credit: Future)

Beim Verkabeln der einzelnen Elemente mit der Steuereinheit gibt es im Grunde keine Möglichkeit, etwas falsch zu machen, da die unterschiedlichen Stecker nur in ihre jeweiligen Buchsen passen.

FlexiSpot E8

(Image credit: Future)

Elegant gelöst, wenn auch nicht allzu hübsch, ist die Kabelabdeckung. Wie bereits oben erwähnt, wird diese nämlich nicht fest am Rahmen angeschraubt, sondern zwischen vier Schrauben geklemmt. Diese werden so weit in den Rahmen hineingedreht, bis nur noch ein kleiner Abstand zwischen Schraubkopf und Metalloberfläche übrigbleibt. Dann wird das Metallstück einfach in diese Abstände hineingedrückt. Das hat den Vorteil, dass, man nicht noch mal schrauben muss, wenn man im Nachhinein noch etwas an der Verkabelung ändern will.

Etwas komplizierter wird die Montage, wenn man sich für eine eigene Tischplatte ohne vorgebohrte Löcher entscheidet. Dann muss man sich natürlich selbst um die Ausrichtung von Tischplatte zum Gestell kümmern, also am besten mit Zollstock und Bleistift. Dabei muss man auch darauf achten, dass die eigene Tischplatte nicht zu dünn ist und die mitgelieferten Holzschrauben durch die andere Seite durchbrechen. Bereits bei den BEKANT-Tischplatten von IKEA ist Vorsicht geboten, da mit den mitgelieferten Schrauben genau das passiert, wenn man sie zu stark festzieht. Hier sollte man lieber kürzere Holzschrauben besorgen.

Soll ich den FlexiSpot E8 kaufen?

Kauf‘ ihn, wenn…

Du verschiedene Höheneinstellungen brauchst.
Der FlexiSpot E8 kann bis zu vier verschiedene Höheneinstellungen speichern. Als einzelne Person wird man die wahrscheinlich nicht alle brauchen, aber wenn man sich den Tisch mit einer anderen Person teilt, ist das ideal.

Du schon eine eigene Tischplatte hast.
Ausgehend von der Verarbeitung der Tischplatte, die FlexiSpot uns geschickt hat, würden wir empfehlen, sich anderweitig nach einer passenden umzusehen. Im Bestfall hast du schon eine eigene. Dann solltest du jedoch auf die Schraubenlänge achten.

Du Wert auf Design legst.
Der wohl größte optische Unterschied zu günstigeren Gestellen von FlexiSpot sind die ovalen Beine des E8. Die sehen einfach gut aus. Wenn er jetzt nur noch die abgerundeten Füße des E5 hätte…

Kauf‘ ihn nicht, wenn…

Du ihn mit über 125 kg belasten willst.
FlexiSpot gibt beim E8 eine maximale Traglast von 125 kg an. Für das durchschnittliche Büro ist das natürlich mehr als ausreichend. Wenn du jedoch einen schweren Tower-PC, mehrere Monitore und vielleicht noch anderen Krempel darauf abstellen willst, wird es irgendwann knapp.

Du zwei linke Hände hast.
Nicht jeder Mensch ist handwerklich geschickt und wir selbst kennen Personen, die mit dem Aufbau des Tisches komplett überfordert wären. Solltest du niemanden kennen, der dir dabei helfen kann, gibt es natürlich ein Problem.

Du nicht so viel ausgeben willst.
Mit rund 450 Euro ist der E8 nicht gerade billig. FlexiSpot selbst hat günstigere Alternativen, die gerade einmal die Hälfte kosten, dafür aber nur 75 kg tragen können, optisch nicht die ansprechendsten sind und physische Tasten statt eines Touch-Displays haben.

Eugen Wegmann ist Online-Redakteur für PurpleClouds Deutschland GmbH / TechRadar Region DACH und zuständig für Gaming und Computer-Hardware.