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Nikon D6: alles neu beim Sport-DSLR Flaggschiff

(Image credit: Nikon)

DSLRs mussten in den letzten Jahren gegenüber spiegellosen Kameras deutlich zurückstecken und viele haben bereits spekuliert, dass das so weitergehen wird. Dennoch hat Canon diese Stimmen zum Schweigen gebracht, als die neue EOS 1DX Mark III im Januar vorgestellt wurde und die EOS 90D für die ambitionierten Hobbyfotografen im August letzten Jahres. Und das sollte laut diversen Gerüchten noch nicht das Ende sein.

Nikon kündigte mit der D780 kürzlich ebenfalls eine weitere DSLR an und hat nun auch die Profi Sport-DSLR neu aufgelegt. Und das Timing könnte nicht besser sein. 2019 war der zwanzigste Geburtstag der D-Serien Kameras mit nur einer Ziffer von Nikon, deren Zeit 1999 mit der Nikon D1 begann. Und nun kommt laut Nikon die "fortschrittlichste digitale Spiegelreflexkamera aller Zeiten".

Mit den Olympischen Spielen 2020 in diesem Jahr sehen wir auch wieder den Wettkampf von Nikons und Canons professionellen Sport-DSLR Flaggschiffen, genau wie in den guten alten Zeiten. In der einen Ecke haben wir die frisch vorgestellte Canon 1DX Mark III und in der anderen Ecke die neue Nikon D6, die nun vorgestellt wurde.

Die Canon DSLR ist eine Mischung aus DSLR und spiegelloser Technik und geradezu ein Hybride beider Gattungen. Die Kamera besitzt aus beiden Techniklagern jeweils die besten Features mit fortschrittlichem Autofokus und optischem Sucher, kombiniert mit extrem hoher Akkulaufzeit. Der Rivale von Nikon bietet ähnliche Features, aber auf eine ganz andere Weise.

(Image credit: Nikon)

Nikon D6: Veröffentlichungsdatum und Preis

Wie der Vorgänger, die Nikon D5, wird mit der Nikon D6 auch Canons neuer Rivale nicht günstig. Die Auslieferung soll Ende März oder Anfang April 2020 beginnen und zum happigen Preis von 7.300 Euro daher. Damit liegt sie preislich sehr nah an der Canon 1DX Mark III, die ebenfalls hauptsächlich die professionellen Sportfotografen zur Zielgruppe hat.

Nikon D6: Design 

Nikon war so nett, bereits im September 2019 mit der Entwicklungsankündigung ein erstes Foto der D6 zu zeigen. Es schien allerdings eher ein Mock-Up auf Basis der D5 zu sein, als ein neues vollständiges Rendering des neuen Gehäuses, auch wenn wir bereits wussten, dass das Design sich zur Nikon D5 nicht großartig ändern würde.

Das Gehäuse bleibt ähnlich groß und klobig, um einen großen Akku zu nutzen und für Quer- wie auch Hochformat passend in der Hand zu liegen.

Darüber hinaus ist das Gehäuse auf Basis einer Magnesiumlegierung komplett mit einer Witterungsversiegelung vor äußeren Einflüssen geschützt, dies macht sie damit "so robust wie die Profis, die sie nutzen".

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(Image credit: Nikon / Nokishita)
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(Image credit: Nikon / Nokishita)
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(Image credit: Nikon / Nokishita)

Es sollte keine Überraschung sein, dass die äußerliche Erscheinung der D6 sehr nah an der D5 ist. Denn es wäre auch unklug, Profifotografen ein neues Handling und eine neue Bedienung aufzuzwingen, nachdem sie die Nikon D5 gewohnt sind. Das wäre eine große Herausforderung gewesen. Das quadratische Layout der D5 erlaubt es der Kamera, einen sehr großen Akku zu nutzen und wir erwarten auch von der Nikon D6, dass ihre Akkulaufzeit die Leistung der spiegellosen Rivalen deutlich in den Schatten stellen wird.

Neben der Nikon D6 wurde auch ein neues 120-300 mm f/2.8E FL ED SR VR Teleobjektiv vorgestellt, das auch monströs daher kommt. Die Nikon D6 sollte allerdings groß genug sein, um auch solche Objektive bei guter Gesamtbalance zu nutzen. Denn speziell solche Objektive sind bei Sport- und Wildlife-Fotografen besonders beliebt.

Nikon D6: Sensor und Prozessor

Das Herz der Nikon D6 ist der 20,8 MP Vollformat Sensor, der etwas geringer auflöst als die Nikon D5 - aber etwas höher als die 1DX Mark III mit ihren 20,1 MP. Unabhängig von der geringfügig kleineren Auflösung wurde der neue Sensor für hochqualitative Bilder bei einer Serienbildgeschwindigkeit von bis zu 14 fps konzipiert, wenn E-Type Objektive verwendet werden (E-Type Objektive nutzen eine besonders ausgefeilte elektromagnetische Technik für die Blendensteuerung). Wenn man über das rückwärtige Display im Live View fotografiert oder den Silent Mode der Kamera nutzt, so kommt man noch auf 10,5 fps mit elektronischem Verschluss und Autofokus Tracking.

Es gibt auch eine Option für 30 fps bei einer verringerten Auflösung von 8 MP oder sogar 60 fps bei beschränkten 2 MP Auflösung. Diese Serienbildgeschwindigkeit wird durch die brandneue Expeed 6 Engine ermöglicht.

Nikon D6: Autofokus

Nikon hat das Autofokussystem von Grund auf überarbeitet und bietet nun ein laut Nikon deutlich schnelleres und präziseres Autofokus-System. Statt der alten 153-Punkt Anordnung hat die Nikon D6 nun einen nur aus Kreuzpunkten bestehenden 105-Punkt Autofokus, wobei nun auch jeder einzelne Fokuspunkt einzeln angewählt werden kann. Jeder Punkt nutzt ein von Nikon "Triple-Sensor Anordnung" genanntes System für bessere AF Performance, wobei die Funktionsweise davon bisher noch nicht genauer erläutert wurde.

Während der zentrierte Fokuspunkt noch bis zu -4.5 EV Stufen fokussieren kann, können die restlichen Punkte bis -4EV mithalten. Diese AF Leistung in Verbindung mit der gleichen beeindruckenden ISI Performance des Vorgängers dürfte die Nikon D6 zu einem Low-Light King unter den DSLRs machen.

Nikon D6: Video Features

Die Nikon D5 war Nikons erste DSLR, die auch hochauflösende 4K/UHD Videos aufnehmen konnte und die D6 führt diese Tradition fort. Sie liefert 4K/30fps Video und bietet Fokus Peaking und MP4 Aufzeichnung an. Grundsätzlich ist die Kamera aber für die Fotografie entwickelt worden, und ist auch in Bedienung und Performance daran ausgerichtet

Nikon D6: Kartenslots und Verbindungsmöglichkeiten

Duale Speicherkartenslots sind in dieser Kameraklasse ein Muss. Die Nikon D5 konnte man entweder mit zwei XQD Slots oder mit zwei CF Slots erwerben, wobei CF inzwischen eine ziemlich alte Technik ist. Deshalb hat Nikon bei D6 lediglich die Option für XQD und CFExpress gelassen und damit die Wahl vorweggenommen. Mit der Aufwärtskompabilität der XQD Slots für CFExpress kann man sich entscheiden, ob man die neueren (aber teureren) CFExpress Karten nimmt, oder vorerst bei den günstigeren XQD Karten bleibt.

Ein USB-C Port ermöglicht schnelle, kabelgebundene Datentransfers während Bluetooth und WiFi ebenfalls verfügbar sind. Das ist für die Profis aber meistens immer noch zu langsam. Für solche Fälle besitzt die Kamera einen 1000BASE_T Ethernet Port für kabelgebundenen Highspeedtransfer. Dieser soll laut Nikon im Vergleich zur D5 auch erneut 15 % schneller sein.

(Image credit: Nikon)

Auf dem Papier wirkt die Nikon D6 nicht so schnell und kraftvoll wie die Canon EOS 1DX Mark III, aber wir werden beide Kameras ausführlich testen und sehen, wie sie sich gegeneinander in der echten Welt behaupten. Wir freuen uns schon darauf, herauszufinden, welches der beiden DSLR Schwergewichte den Kampf für sich entscheiden wird und werden hier natürlich unsere Gedanken mit euch teilen, sobald es soweit ist.